Autor Thema: [Orga Flintbek] Und weiter geht´s  (Gelesen 9821 mal)

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[Orga Flintbek] Und weiter geht´s
« am: 08:14:19 Mi. 21.Mai 2003 »
Es geht weiter mit Massenentlassungen in und Um Kiel.
Jobs mit garantierten halbwegs vernünftigen Bedingungen werden eingetauscht gegen Erniedriegungen auf Ämtern und irgendwelche (wohlmöglich kurzfristige) Schweinejobs.

ORGA: Abbau von 230 Stellen
"Falsche Planzahlen" für Werk in Flintbek
 
Flintbek/Paderborn ? Neue Hiobsbotschaft für den Kieler Wirtschaftsraum: Die ORGA Kartensysteme GmbH (Paderborn) baut in Flintbek voraussichtlich 230 der noch verbliebenen 500 Arbeitsplätze ab. Als Grund nannte die seit 1. April amtierende Geschäftsführung die Krise des Chipkartenmarktes sowie Fehler des früheren Managements. "Falsche Planzahlen" verbunden mit einem "Orientierungsdefizit" hätten die GesNoch zur Eröffnung des neuen Werkes sei die damalige Führung von jährlichen Marktzuwächsen von 35 Prozent ausgegangen, obwohl die Nachfrage bereits deutlich zurückgegangen sei. ORGA war erst im März von der Bamberger GW Card Holding übernommen worden.
Auf zwei Betriebsversammlungen gestern Nachmittag erfuhren die Mitarbeiter von der Notwendigkeit, das Unternehmen um eine Million Euro monatlich zu entlasten. Über die Umsetzung der Sparmaßnahmen werde man nun mit dem Betriebsrat verhandeln, sagte ORGA-Geschäftsführer Matthias Eickhoff den Kieler Nachrichten. Erst vor kurzem hatten Arbeitnehmervertretung und IG Metall mit der Unternehmensleitung einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung geschlossen.

Bei den ORGA-Mitarbeitern wächst nun die Befürchtung, der Standort Flintbek könne ganz geschlossen werden. Eickhoff: "Solche Pläne gibt es nicht." Man habe jedoch nicht tatenlos zusehen können, wie das Unternehmen weiter in die roten Zahlen steuere. Ziel sei, im vierten Quartal 2004 die Gewinnschwelle zu erreichen.

ORGA hatte erst 2001 das neue Werk eröffnet und damit die Kapazität auf jährlich 200 Millionen Chipkarten verdoppelt. Im vergangenen Jahr konnte nicht einmal die Hälfte abgesetzt werden. Das Kieler Wirtschaftsministerium bot dem Unternehmen Hilfe an, forderte ORGA jedoch auch auf, an der "hochmodernen Produktionsstätte in Flintbek" festzuhalten.

Von Ulrich Metschies

KN 21.5.03

TTT

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[Orga Flintbek] Und weiter geht´s
« Antwort #1 am: 13:31:20 Mo. 02.Juni 2003 »
(Aus der Vertrauenskörper-Zeitung von ORGA)
Dienstag, der 20. Mai 2003… Nachdem die neue Geschäftsführung die „magische Zahl“ von 230 Mitarbeitern ausgesprochen hatte, herrscht erstmal ein paar Sekunden Totenstille in Halle 2 des SCC.
Man konnte den Kollegen vom Anfang der Versammlung an die Anspannung ansehen, ja fast körperlich spüren.
Jeder hatte sich so seine Gedanken zur Zukunft von ORGA gemacht, zum Teil wurden diese Ideen heftigst in den Raucher- und Aufenthaltsräumen diskutiert. Doch dass es dann so schlimm kommen würde, daran hatte keiner wirklich geglaubt.
Der „Worst Case“ sozusagen, natürlich außer einer Komplettschließung, ist eingetreten. Dieses Mal müssen fast 50% der Kollegen gehen. 230 Kollegen, „nahezu ausschließlich aus Flintbek“ (O-Ton unserer GF), teils jahrelange Mitarbeiter, vielleicht Freunde, einfach weg. Danke und Tschüs. Das war´s und vielen Dank. Vielleicht noch ein feuchter Händedruck, ein nettes Lächeln unserer PV oder des Abteilungsleiters zum Abschied.
Und in Paderborn? Da traut sich scheinbar, wie schon so oft, keiner wirklich ran! Wie eine Kollegin schon so schön auf der Versammlung meinte: „Es wird immer gesagt, der Vertrieb hat falsche Zahlen genannt, der Vertrieb muß geschult werden usw. usw. Aber was wird konkret dort getan, damit vom Vertrieb nicht wieder falsche Zahlen genannt werden, mit denen dann wieder falsch gerechnet wird?“
Darauf konnte oder wollte keiner unserer Geschäftsführer wirklich antworten.
Statt dessen Reduzierung der Produktionskapazität, teilweiser Abbau ganzer Produktlinien, Auslagerung von Kapazitäten und Know-How.
Und eine Zukunftserspektive für die verbleibenden Mitarbeiter? Ebenfalls gab es hierfür keine wirkliche Aussage der Geschäftsführung.
Daß wir nicht wie in der Ver-gangenheit weiter machen konnten, war den meisten Kollegen klar. Aber so eine drastische Maßnahme? Was passiert mit den 230 Kolleginnen und Kollegen? Gibt es eine neue Quali-fizierungsgesellschaft? Wie sehen die Abfindungen aus? Und vor allem die Frage nach dem WANN?
All dies muß in den nächsten Tagen und Wochen noch diskutiert werden.
Wie in den Kieler Nachrichten zu lesen war, setzt sich jetzt sogar das Wirtschaftministerium Schleswig-Holstein für eine Standorterhaltung ein.
Laut Aussagen von Herrn Dr. Eickhoff gibt es „keine Pläne“ den Standort Flintbek ganz aufzugeben. Ziel sei es vielmehr, im vierten Quartal 2004 die Gewinnschwelle zu erreichen.
Bleibt uns doch eigentlich nur zu hoffen, daß diese Aussagen nicht wieder auf „falscher Marktein-schätzung und überzogenen Plan-zahlen, verbunden mit  einem Orientierungsdefizit des Unterneh-mens“ basieren... Oder?  

ManOfConstantSorrow

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[Orga Flintbek] Und weiter geht´s
« Antwort #2 am: 15:21:37 Do. 08.April 2004 »
Zitat
Original von kn-online


Personalabbau bei ORGA kommt zum Ende - 360 bleiben sicher in Flintbek

Flintbek - Die ORGA Kartensysteme GmbH (Flintbek/Paderborn) hat ihre Restrukturierung abgeschlossen. Damit kommt auch der Personalabbau in den nächsten Tagen zum Ende. Per saldo werden noch einmal 20 Arbeitsplätze wegfallen. Es werden 40 Mitarbeiter entlassen, aber 20 eingestellt, sagte ORGA-Geschäftsführer Juan Carlos Garcia gestern in Flintbek.


Auf die neuen Stellen können sich natürlich auch die vom Abbau betroffenen Mitarbeiter bewerben. Im Herbst war noch der Abbau von 80 Stellen, vor allem in der Produktion, im Gespräch. Das hatte ein Unternehmensberater empfohlen. Doch die zu Jahresbeginn neu engagierte German Consulting Group kam zu einem anderen Ergebnis. Dieses sieht nun vor, in der Produktion in Flintbek nur noch vier Beschäftigte zu entlassen. Das Gros fällt in der Verwaltung weg: Gruppen-, Abteilungs-, Bereichsleiter. Dafür werden in der Forschung und Entwicklung sowie im Marketing neue Mitarbeiter eingestellt. Diese Stellen sind allerdings in Paderborn angesiedelt. Ein Interessensausgleich und Sozialpan für die entlassenen Mitarbeiter ist in trockenen Tüchern.

In Flintbek werden schließlich - und das ist nach Aussage von Boris C. Liffers, Geschäftsführer der German Consulting Group, auch der Endstand, unter den es nicht mehr gehe - 360 (Ende 2003: 411) Mitarbeiter tätig sein, in Paderborn werden 410 - weltweit insgesamt 1011. Zu Spitzenzeiten waren bei ORGA 1600 Mitarbeiter, davon rund 780 in Flintbek, beschäftigt. 2001 war noch ein Umsatz von 280 Millionen Euro erzielt worden, 2003 waren es 180 Millionen, immerhin 20 Millionen mehr, als im Sommer prognostiziert. In Schwierigkeiten war ORGA mit dem Einbruch auf dem Telekommunikationsmarkt geraten. "Die Fertigungskosten in Flintbek sind jetzt wettbewerbsfähig", sagte Liffers.

Falls im nächsten Jahr große Aufträge kommen, werden wieder neue Arbeitsplätze in der Produktion gebraucht, sagte Garcia. Große Hoffnungen setzt das Unternehmen auf die Gesundheitskarte, in deren Entwicklung ORGA bereits stark eingebunden ist: "Wir sind überzeugt, dann auch einer der Lieferanten zu sein." Und es würden 80 Millionen gebraucht, deren Herstellung nach seiner Schätzung drei bis fünf Euro pro Stück kostet. 20 Millionen davon und 20 Millionen Kreditkarten erhofft Garcia neben anderen Aufträgen für ORGA. Kreditkarten (kombinierbar mit EC) würden künftig mit Chips (statt der bisherigen Magnetstreifen) ausgestattet, das berge ein großes Potenzial. Für derartige Produktionen, in die persönliche Daten eingebracht werden, sei eine Herstellung vor Ort, sprich in Deutschland für das Inland und Europa, unbedingt vonnöten. "Niemand wird private Daten über die Grenze schicken", sagte Gracia, der Standort Deutschland sei ein Wettbewerbsvorteil.

Garcia will ORGA bis 2007 wieder auf Platz drei (Marktanteil 15 Prozent) der internationalen Chipkartenhersteller bringen, derzeit liegt das Unternehmen auf Rang fünf (Marktanteil fünf Prozent). Dann soll auch eine Umsatzrendite von zehn Prozent erreicht sein. 2003 gab es noch rote Zahlen, doch für 2004 will der Geschäftsführer auf jeden Fall schwarze Zahlen schreiben. Von Rainer Langholz

nordClick/kn vom 08.04.2004  
 

Nunja, das war nur ein Presseartikel. Da gibt´s stets nur einen Teil der Wirklichkeit. Ein "Forum der Ausgebeuteten" lebt natürlich auch von Berichten aus dem Inneren der Betriebe.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

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[Orga Flintbek] Und weiter geht´s
« Antwort #3 am: 14:24:35 So. 11.April 2004 »
Wenn´s der Belegschaft schlecht geht, geht´s dem Betrieb wieder gut?

Zitat
Original von kn-online

Chipkartenhersteller Orga steigert Umsatz
Flintbek/Paderborn (dpa/lno) - Der Chipkartenhersteller Orga hat im vorigen Jahr seinen Umsatz auf über 180 Millionen Euro gesteigert. Das waren 20 Millionen mehr als noch im vorigen Sommer erwartet wurde, teilte das in Paderborn ansässige Unternehmen am Dienstag im Werk Flintbek (Kreis Rendsburg-Eckernförde) mit. 90 Prozent wurden im Ausland erzielt. 2002 hatte es noch "deutliche Umsatzeinbußen" gegeben. Die Neuaufstellung sei jetzt erfolgreich abgeschlossen, hieß es. Die Unternehmensgruppe beschäftigt 1100 Mitarbeiter.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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[Orga Flintbek] Und weiter geht´s
« Antwort #4 am: 12:04:18 Di. 12.September 2006 »
Wirtschaft
Chipkarten-Hersteller Orga erwägt Stellenabbau



Beim Chipkarten-Hersteller Sagem Orga mit Produktionsstandort in Flintbek sind offenbar bis zu 300 Arbeitsplätze in Gefahr. Nach Angaben der Kieler IG Metall legte die Geschäftsführung dem Betriebsrat ein Konzept zum Personalabbau vor. Demzufolge wolle das Unternehmen mit Hauptsitz in Paderborn noch in diesem Jahr bis zu 150 Arbeitsplätze streichen, den größten Teil davon am Produktionsstandort Flintbek, berichtete die NDR 1 Welle Nord. Eine weitere Entlassungswelle sei für Anfang 2007 geplant. Unternehmenssprecherin Sonja Risse bestätigte, dass eine Umstrukturierung geplant sei.
IG Metall kritisiert Pläne der Geschäftsführung

Als Begründung für den Stellenabbau seien dem Betriebrat ein Umsatzrückgang und die notwendige Anpassung an eine neue Kostenstruktur genannt worden, berichtete die NDR 1 Welle Nord. Kiels IG-Metall-Chef Wolfgang Mädel bezeichnete die Nachricht als einen herben Rückschlag, es handele sich um die vierte Arbeitsplatzreduzierung bei Orga innerhalb weniger Jahre. Langsam müsse man sich die Frage stellen, welchen Stellenwert der Standort Flintbek überhaupt noch habe.
Orga-Sprecherin: Umstrukturierung geplant

Orga-Sprecherin Risse sagte der NDR 1 Welle Nord, das Unternehmen werde um Entlassungen nicht herumkommen. Zahlen nannte sie nicht. Der Chipkartenmarkt sei zurzeit stark umkämpft, sodass sich das Unternehmen einem extremen Preiskampf ausgesetzt sehe. In der kommenden Woche werde es Gespräche zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat zu den geplanten Umstrukturierungen geben. Es werde versucht, zunächst andere Anpassungen vorzunehmen. Ziel der Geschäftsführung sei es, den Standort Flintbek wettbewerbsfähig zu machen.

Sagem Orga hat in Deutschland 700 Mitarbeiter. Die frühere Bundesdruckerei-Tochter Orga war 2005 vom französischen Safran-Konzern übernommen worden.

NDR-online
Stand: 08.09.2006