Autor Thema: Die Lügen der Content-Mafia  (Gelesen 24734 mal)

schwarzrot

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Re:Die Lügen der Content-Mafia
« Antwort #15 am: 19:44:17 Sa. 21.Januar 2012 »
Ausgerechnet Hollywood und die Musikindustrie profillieren sich als Freunde der totalen Kontrolle. Das waren doch die, die vor Jahren noch die Rebellen mit ihrem (sub)kululturellem Lebenselixier versorgt haben...

Hehe, hat was dein gedankengang!  ;D

Allerdings waren auch das die, die damals immer höhere preise für platten, dann CDs haben wollten. Von Hollywood mal ganz angesehen.
Die 'rebellion' findet nur so lange statt, wie es den konzernen gesicherte gewinne bringt.
Sobald die 'rebellion' ihre gewinne schmälert, wird scharf geschossen.   >:(
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht

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Re:Die Lügen der Content-Mafia
« Antwort #16 am: 10:38:14 So. 22.Januar 2012 »
Alles nur eine Frage guter PR-Abteilungen, jeder Müll läßt sich heute mit einem guten PR-Argument verkaufen, mit der Realität muß das gar nichts mehr zu tun haben. Das hat auch die Politik unlängst erkannt, PR bestimmt mittlerweile den ganzen Zirkus, Meinungen müssen "verkauft" werden, nicht Realitäten.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
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Re:Die Lügen der Content-Mafia
« Antwort #17 am: 20:22:59 So. 22.Januar 2012 »
Zitat
Legen SOPA und PIPA das freie Internet ad ACTA?

geschrieben am 20. Januar 2012 von  Thorsten Beermann

In Deutschland kennen wir das schon länger: Politiker – und nicht selten solche, die ihre Unkenntnis im Brustton tiefster Überzeugung heraus posaunen – wollen den „rechtsfreien Raum“ Internet an die Leine legen. Das richtet sich allerdings in der Regel gegen zu freie Meinungsäußerungen unter dem Deckmantel angeblicher Anonymität.
Was aktuell immer mehr in die Diskussion kommt, allerdings hinter den Kulissen schon seit Jahren unbeachtet ablief, ist eine ganze Reihe von Gesetzen, die unter ungewöhnlich intensiver Mitwirkung der Unterhaltungsindustrie formuliert wurden und die das Internet deutlich verändern könnten.

Worum geht es dabei?

Derzeit in Verhandlungen stehen in den USA der „Stop Online Piracy Act“ SOPA, der „Protect Intellectual Property Act“ PIPA in den USA und auch auf europäischer Ebene das „Anti-Counterfeiting Trade Agreement“ ACTA.
....
....
Alle drei Entwürfe, wie auch viele nationale Gesetze der letzten Jahre, tragen sehr eindeutig die Handschrift der freundlichen Mitarbeit von Verbänden der Unterhaltungsindustrie wie Motion Picture Association of America (MPAA) und Recording Industry Association of America (RIAA).
Die Vereinigung der Filmschaffenden führt als Beleg (selbst in Auftrag gegebene) Studien an, laut denen ihren Mitglieder durch unerlaubte Nutzung ihrer Produkte pro Jahr mehr als 20 Milliarden US-Dollar verloren gehen. Ähnliche Berechnungen führen auch Plattenfirmen und Verlage immer wieder ins Feld.
Die Stichhaltigkeit solcher Untersuchungen sind umstritten, da es sich bei der Anzahl der illegalen Downloads und Weitergaben um Schätzungen bzw. Hochrechnungen handelt und weiter davon ausgegangen wird, dass jeder, der die Inhalte kostenlos konsumiert, sonst dafür bezahlt hätte.

Wie weit Teile der US-Regierung in der Vergangenheit bereit waren, die Interessen dieser Lobbygruppen im Ausland durchzudrücken, wurde bei der Veröffentlichung der diplomatischen Depeschen bei Wikileaks im vergangenen Jahr deutlich. Dort fanden sich gleich mehrere Dokumente, in denen Spanien gedroht wurde, sie in die Liste einer Art „Achse der Piraten“ aufzunehmen, sollte die Regierung kein strenges „Anti-Piraterie“-Gesetz erlassen.
....

Quelle und mehr: Spiegelfechter
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Siebdruck

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Re:Die Lügen der Content-Mafia
« Antwort #18 am: 08:05:40 Di. 24.Januar 2012 »
Megaupload
http://imgur.com/a/pbgim

Kim Schmitz plädiert auf unschuldig
Der in Neuseeland inhaftierte Gründer des inzwischen geschlossenen Online-Speicherdienstes Megaupload, Kim Schmitz, hat die Vorwürfe der Internetpiraterie zurückgewiesen. Er habe nichts Illegales getan, sagte er vor einem Gericht in Auckland...
http://www.welt.de/print/welt_kompakt/webwelt/article13830511/Kim-Schmitz-plaediert-auf-unschuldig.html
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Re:Die Lügen der Content-Mafia
« Antwort #19 am: 20:09:49 Do. 26.Januar 2012 »
Zitat
Piraterieabkommen
EU unterzeichnet ACTA - Aktivisten legen EU-Homepage lahm

Internet-Anbieter können nun für Urheberrechtsverletzungen von Kunden haftbar gemacht werden


Auch die EU hat sich jetzt einem umstrittenen internationalen Pakt gegen Produktpiraterie angeschlossen. Das Handelsabkommen zur Abwehr von Fälschungen (ACTA, Anti-Counterfeiting Trade Agreement) wurde am Donnerstag in Tokio von Vertretern der EU und von 22 der 27 Mitgliedsstaaten unterzeichnet, wie das japanische Außenministerium mitteilte. Es werde erwartet, dass die noch fehlenden EU-Staaten - darunter Deutschland - folgen würden, sobald das Verfahren dazu abgeschlossen sei, hieß es in der Mitteilung. Nach der Unterzeichnung muss das Abkommen noch vom Europaparlament und den nationalen Parlamenten gebilligt werden.

Reaktion

Als Reaktion auf die Ratifizierung des Abkommens legten Netzaktivisten die Homepage des Europäischen Parlaments zeitweise mittels Denial-of-Service-Attacken lahm. Das teilte ein Anrufer dem WebStandard mit.

Proteste

Das nach Initiative der USA und Japans in mehrjährigen Verhandlungen 2011 fertiggestellte Abkommen sieht unter anderem vor, dass Internet-Anbieter für Urheberrechtsverletzungen von Kunden haftbar gemacht werden können. Kritiker sehen daher ACTA in einer Reihe mit Bestrebungen in einzelnen Staaten, das Urheberrecht zu verschärfen. In der vergangenen Woche stießen entsprechende Gesetzesvorhaben in den USA mit den Bezeichnungen SOPA (Stop Online Piracy Act) und PIPA (Protect IP Act) auf derart massive Proteste, dass im Kongress geplante Abstimmungen auf unbestimmte Zeit verschoben wurden.

Zustimmung des EU-Parlaments erforderlich

Die österreichische Bundesregierung hatte die Unterzeichnung des umstrittenen Abkommens am Dienstag beschlossen. Vor dem Inkrafttreten von ACTA ist auch noch eine Zustimmung des EU-Parlaments erforderlich. Die Abstimmung wird voraussichtlich im April oder Mai stattfinden. Der EU-Rat hatte bereits während des polnischen Vorsitzes in der zweiten Jahreshälfte 2011 den Beitritt zu ACTA beschlossen. (APA)
http://derstandard.at/1326503820467/Piraterieabkommen-EU-unterzeichnet-ACTA---Aktivisten-legen-EU-Homepage-lahm

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Re:Die Lügen der Content-Mafia
« Antwort #20 am: 16:22:27 So. 29.Januar 2012 »
Sempervideo, verschiedenes zu ACTA:

ACTA - Ein Aufruf    
ACTA und die USA   
ACTA und Plagiate   

Zitat
ACTA: Die neue Gefahr fürs Netz
AVAAZ-Petition

Nachtrag, weil's so nett ist:

Die ersten Raubkopierer der Filmgeschichte (die Frage)


Die ersten Raubkopierer der Filmgeschichte - Die Antwort
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Re:Die Lügen der Content-Mafia
« Antwort #21 am: 20:30:44 Mo. 30.Januar 2012 »

Anonymous - Was ist ACTA? - #StopACTA [german sync]
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Re:Die Lügen der Content-Mafia
« Antwort #22 am: 19:08:18 Do. 02.Februar 2012 »
ACTA ist undemokratisch


SemperVideo-Youtubekanal: http://www.youtube.com/user/SemperVideo?feature=sub_widget_1
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Re:Die Lügen der Content-Mafia
« Antwort #23 am: 09:44:20 Fr. 03.Februar 2012 »
Ich sehe es ein bißchen zwiespältig. Gerade in der Adult-Entertainment Branche haben viele Einbußen durch das Filesharing.

Auf der anderen Seite hat man natürlich sehr gute Pläne wahrscheinlich zertreten, eine auch für Musiker attraktive Plattform - Megavideo - anzubieten, wo für jedes abgerufene Streaming eines Titels dem Künstler wirkliches Geld (nur kleine Beträge, aber die Masse machts) einbringt

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Megaupload-EFF-sammelt-Beschwerden-FBI-Ermittlungen-werfen-Fragen-auf-1425821.html

Da war dann wohl auch Youtube angesäuert.

Am schlimmsten ist, denke ich, daß da ohne einen Urteilsspruch nach einem Gerichtsverfahren ein gigantisches Unternehmen ruiniert wurde.

Schon ein deutliches Signal.

PS:

Im Grunde könnten wir den Kim Schmitz zum Kieler Stammtisch einladen, der kommt aus Kiel :D

Rudolf Rocker

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Re:Die Lügen der Content-Mafia
« Antwort #24 am: 10:37:34 Fr. 03.Februar 2012 »
Das mit den "Einbußen" ist ja so´ne Sache!

Diese "Einbußen" würde es ja nur geben, wenn sich die Leute den Scheiß auch wirklich kaufen würden.
Die wenigsten kaufen sich aber eine CD oder DVD für 30 oder 40 €, nur um sich den Film einmal anzuglotzen und dann in den Schrank zu stellen.
Desshalb gucken sie den Film im Stream oder ladern ihn runter und gucken in dann.

Früher haben alle Leute die Filme die im Fernsehen liefen auf Video aufgenommen und kein Arsch hat es interessiert.

Außerdem sind es eben nicht die "Künstler" die davon profitieren sondern außschließlich die Unterhaltungsindustrie!


Siebdruck

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Re:Die Lügen der Content-Mafia
« Antwort #26 am: 10:23:42 So. 12.Februar 2012 »
Sagt der Foerster zu einem Jungen, der Pilze sammelt:
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Eivisskat

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Re:Die Lügen der Content-Mafia
« Antwort #27 am: 13:55:51 So. 12.Februar 2012 »



Im Mittelalter wurden die Wissens-Verweigerer in der Hexenverfolgung eingesetzt...

 >:(

Rudolf Rocker

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Re:Die Lügen der Content-Mafia
« Antwort #28 am: 16:21:22 So. 12.Februar 2012 »
Proxtube als Add-on für den Feuerfuchs! ;)

Eivisskat

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Re:Die Lügen der Content-Mafia
« Antwort #29 am: 18:20:29 So. 12.Februar 2012 »
Danke! Das scheint bei Opera nicht zu funktionieren...

Außerdem finde ich es schon irgendwie absurd, diese Tricks anwenden zu müssen, weil ausgerechnet Jörg Kachelmann & Konsorten mir vorschreiben will, was ich mir ansehen kann und was nicht.

Und das ganze neuerdings immer häufiger, Acta läßt grüssen...

 ::)