Autor Thema: Die Lügen der Content-Mafia  (Gelesen 24715 mal)

Troll

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Re:Die Lügen der Content-Mafia
« Antwort #90 am: 10:24:25 Di. 26.September 2017 »
Zitat
Auswirkungen von Raubkopien: EU-Kommission unterdrückt Piraterie-Studie

Der Konsum von illegal kopierten Inhalten hat kaum Wirkung auf den Erwerb der Inhalte, stellt eine Studie im Auftrag der EU-Kommission fest. In der aktuellen Copyright-Debatte hält die Europäische Kommission ihre Studie aber noch immer unter Verschluss.

Die EU-Kommission plant das Urheberrecht zu verschärfen. Doch eine 2015 in ihrem Auftrag erstellte wissenschaftliche Studie gibt dazu keinen Anlass. Bei der Untersuchung von Verdrängungseffekten durch illegale Downloads bei Filmen, Musik, Büchern und Computerspielen seien "keine tragfähigen statistischen Beweise für die Verdrängung von Verkäufen durch Urheberrechtsverletzung" gefunden worden, heißt es in der Zusammenfassung der Studie – mit einer Ausnahme: Blockbuster-Filme.
...

Quelle: heise.de

Warum die Studie zurückgehalten wurde und wird steht ja dabei "Die EU-Kommission plant das Urheberrecht zu verschärfen." die EU-Kommission ist ein reines Sprachrohr der Industrie, nicht weniger.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
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Kuddel

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Re: Die Lügen der Content-Mafia
« Antwort #91 am: 13:26:11 Do. 14.Januar 2021 »
Der Krieg ums "geistige Eigentum" (haha!) im Netz tobt. Es geht erst richtig los.
Es ist lächerlich, wie sich die Argumente wiederholen. Immer heißt es, man wolle die Rechte der armen Künstler schützen. Ein Zusatzargument lautet, man müsse sich mit gesetzlichen Regeln gegen die Macht der Tech-Konzerne schützen.

Fürn Arsch! Nen Scheißdreck interessiert ihr euch für arme Künstler und deren Lebenssituation!
Es geht allein um Profitinteressen der Konzerne und nicht um die Interessen von Kulturinteressierten (bzw. schlichtweg Musikhörern) oder die Rechte von Kulturschaffenden.

Es gab in Anfangszeiten des Internets einen Hauch von Anarchie im Netz, heute werden dort Eigentumsrechte abgesteckt. Der Kapitalismus erklärt alles zum Eigentum. Boden, Land, Rechte an lebenswichtigen Medikamenten, selbst an Saatgut und Genen gibt es Eigentumsrechte. Jetzt werden Herrschafts- und Eigentumsrechte im Netz klargemacht.

Zitat
Bob Dylan: Sich das Familiensilber vergolden lassen
Berühmte Musiker verkaufen ihre Songrechte um Unsummen an große Musikverlage.


Universal Music soll für 600 Songs 300 Millionen Dollar bezahlt haben.
Bestätigt ist diese Zahl nicht, möglicherweise liegt sie weit höher. Sony Music hat 2016 aus dem Nachlass des Michael Jackson die von ihm gehaltenen 50 Prozent des Beatles-Katalogs um 750 Millionen Dollar gekauft, wobei der Deal noch die Rechte von Marvin Gaye und ein paar anderen Größen mehr umfasste. Andererseits wurden eben die Rechte von Taylor Swift für kolportierte 300 Millionen Dollar verkauft – sehr zu ihrem Missvergnügen. Auch sie hätte zuerst lesen und dann signieren sollen. Derlei Shoppingtouren zählen zum gängigen Geschäftsgebaren der Musikverlage. Je größer deren Katalog ist, desto lukrativer ist dessen Vermarktung. Aufwendig gestaltete Wiederveröffentlichungen verkaufen sich oft besser als Werke neuer Acts.

Zitat
Die Pandemie steigert den Wert von Popmusik
Der Handel mit Songrechten boomt. Musik wird dank Spotify billiger, aber die Verlage zahlen immer mehr.
https://www.tagesspiegel.de/kultur/neil-young-verkauft-songrechte-die-pandemie-steigert-den-wert-von-popmusik/26781446.html

Zitat
Liebling, sie kaufen unser Lied
Investmentgesellschaften erwerben die Rechte an Hits von Neil Young, "Blondie" oder "Fleetwood Mac". Sind Popsongs die Geldanlage der Zukunft?
https://www.sueddeutsche.de/kultur/pop-geldanlage-neil-young-1.5168654?reduced=true

Zitat
EU-Netzpolitik
Ein Recht für Urheber

Die Regeln sind ein Geschenk an Google, Facebook, Twitter und Co. Sie sind ein Attentat auf deutsche Rechteinhaber.


Die EU-Urheberrechtsreform soll den Internetgiganten Paroli bieten. Berlin aber macht daraus ein Geschenk für Google – ein Attentat auf deutsche Rechteinhaber.
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eu-urheberrechtsreform-deutschland-mach-google-ein-geschenk-17144734.html