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Mäcces Abi?

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zweimal:

--- Zitat ---Original von Paul Brömmel





Sonst merkt es keiner.





--- Ende Zitat ---

LOL

admin:

--- Zitat ---Manager statt Pädagogen

Das hessische Kultusministerium startet ein ausgefeiltes Qualifikationsmodell für künftige Schulleiter. Bei Gewerkschaften, Personalrat und dem Verband der Oberstudiendirektoren ist man darüber alles andere als glücklich.

Immer mehr Aufgaben sind es, die Schulleiter zu beherrschen haben. Budget verwalten, Personal entwickeln, Schule mit dem Umfeld vernetzen, den Unterricht verbessern. Längst sind sie nicht mehr primus inter pares, sondern Führungskraft. Klar, dass sie darauf vorbereitet werden müssen.

Nun hat das hessische Kultusministerium ein ausgefeiltes Qualifikationsmodell für künftige Schulleiter und Schulleiterinnen gestartet – doch bei Gewerkschaften, Personalrat und dem Verband der Oberstudiendirektoren, wo die Leiter der Gymnasien organisiert sind, ist man alles andere als glücklich.

Warum das?

32 Männer und Frauen sind dieser Tage in die Qualifikation gestartet. Sie stammen aus verschiedenen Schulformen, sind unbefristet im hessischen Schuldienst beschäftigt, unterrichten seit mindestens drei Jahren – und interessieren sich dafür, Schulleiter bzw. -leiterin zu werden. Im Bereich der weiterführenden Schulen müssen sie zudem mindestens ein Jahr der Schulleitung angehört haben.

Über ein Jahr hinweg werden sie darauf vorbereitet, eine Schule erfolgreich zu führen. Dafür werden sie je rund 17 Tage vom Unterricht freigestellt. Die Schulen erhalten dafür laut Ministerium einen Ausgleich in Form von Geld für Vertretungskräfte.

„Natürlich brauchen wir eine vernünftige Qualifizierung von Schulleitern“, sagt Elisabeth Waldorff, die Vorsitzende der Vereinigung der Oberstudiendirektoren. „Das fordern wir schon lange.“ Doch das jetzige Modell stellt sie keineswegs zufrieden. Vor allem drei Punkte bemängelt sie. „Anfänger und erfahrene Lehrkräfte werden gleichbehandelt, in den Assessmentcentern spielen Erfahrung und Motivation eine zu geringe Rolle“, moniert sie. Gerade aber diese Eigenschaften seien besonders wichtig, um ein guter Schulleiter zu werden.

Qualifikation kommt zu kurz

Zweitens komme bei der Qualifikation die Pädagogik zu kurz, es gehe zu sehr um Management. Hier kritisiert Waldorff auch, dass sich das Ministerium mit der Heraeus-Bildungsstiftung einen Partner aus der Wirtschaft geholt habe. Zudem stört sich Waldorff daran, dass der Oberstudiendirektoren-Verband nicht in die Entwicklung eingebunden gewesen sei. „Noch zwei Tage vor Start des Modells hatten wir unsere Verbandstagung, und selbst dort hat der Vertreter des Kultusministeriums kein Wort davon gesagt, dass es jetzt losgehen soll“, empört sich die Verbandschefin.

Den Vorwurf mangelnder Partizipationsmöglichkeiten weist Stefan Löwer, Sprecher des Kultusministeriums, von sich. So seien über zweieinhalb Jahre zahlreiche Vertreter/innen von Schulen und Schulverwaltung in Arbeitsgruppen eingebunden gewesen, zudem führende Personen aus Lehrerverbänden. Auch habe der 2015 eingerichtete Beirat aus Schulleiterinnen und Schulleitern regelmäßig an der Entwicklung des Modells mitgewirkt.

Doch auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE) übt Kritik. „Zentrale Begriffe wie Inklusion oder individuelle Förderung werden nicht erwähnt“, sagt VBE-Vorsitzender Stefan Wesselmann. „Mit Pädagogik hat das nichts zu tun.“ Das Konzept atme stattdessen den Geist von

Unternehmensberatungen. Offenbar gehe es dem Ministerium darum, künftig über die Schulleitungen „bis in den Unterricht hinein durchzuregieren“, vermutet Wesselmann.

Lehrkräfte als Untergebene

„In einer der Präsentationen, die wir gesehen haben, war mit Blick auf die Lehrkräfte sogar von Untergebenen die Rede“, berichtet Angela Scheffels, Vorsitzende des Hauptpersonalrats der Lehrer, der in einem Beteiligungsverfahren eingebunden war. Vieles sei ungeprüft aus der privaten Wirtschaft übernommen worden, die Inhalte seien zu wenig auf Pädagogik und die Arbeit mit Menschen bezogen. Damit könne man kaum Lehrkräfte dazu motivieren, selbst Schulleiter zu werden.

Darum geht es aber auch. Neben der Qualifikation sollen auch mehr künftige Schulleiter gewonnen werden. Denn diese fehlen an Hessens Schulen. Zum 1. Juni 2016 waren knapp 60 Stellen unbesetzt. Eine gezielte Vorbereitung gebe diesen mehr Handlungssicherheit, sie könnten ihren Berufsweg besser planen und verfügten nach Abschluss des Modells über ein klares Kompetenzprofil, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. Vom Jahr 2020 an soll das Absolvieren der Qualifizierung dann verpflichtend für künftige Bewerber werden.

Ministeriumssprecher Löwer verteidigt die Kooperation mit der Heraeus-Bildungsstiftung. Diese besitze Kompetenzen in diesem Fortbildungsbereich. Es gehe nicht darum, Manager auszubilden, betont er. Auch künftig sollten Schulleiter ausgebildete Pädagogen sein, versichert er. Wie gut das Modell funktioniere, solle im Frühjahr 2017 evaluiert werden.
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http://www.fr-online.de/rhein-main/schule-manager-statt-paedagogen,1472796,34842452.html

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