Sozial & Gesundheitswesen > Soziale Einrichtungen

Die Kirche als Arbeitgeber

<< < (2/12) > >>

ManOfConstantSorrow:
„…Die Diakonie ist damit nicht nur einer der größten Arbeitgeber überhaupt, sondern auch einer der größten Niedriglohn-Arbeitgeber. Für Arbeitsplätze in den W-Gruppen dürfte es jetzt schon so sein, daß das Netto-Gehalt kaum attraktiver ist als SGB-II-Leistungen. Fachkräfte wie Krankenschwestern, Altenpflegerinnen oder Erzieherinnen werden zwar noch relativ gut bezahlt im diakonischen Dienst. Aber auch für sie ist in allen Ländern eine Diskussion über die Absenkung der kirchlichen Tarifgehälter im Gange, im Bereich der Landeskirche Hessen-Nassau wurde sie schon umgesetzt. Deshalb könnte die Befürchtung schon zutreffen, daß man bald keine motivierten Bewerber mehr finden kann, falls die Hartz-IV-Leistungen nicht deutlich gesenkt werden…“

http://www.tacheles-sozialhilfe.de/forum/thread.asp?FacId=429230

Magnus:
Ich habe den nicht ganz unbegründeten Verdacht, dass die Kirche Arbeitsleistung am liebsten als Spende entgegennehmen würde.
Und auch die Vermögensverhältnisse der Kirche gehen sowieso niemanden was an...
Wieso eigentlich nicht? ?(

ManOfConstantSorrow:
"An die Synodalen: Denkt daran, der liebe Gott sieht alles!"

So stand auf einem Transparent der 4500 Demonstrationsteilnehmer, die sich gestern in Stuttgart trafen, um gegen einen geplanten Lohnraub der evangelischen Diakonie zu protestieren. Mit der Übernahme der Bundes-Arbeitsvertragsrichtlinien soll eine Öffnung geschaffen werden, um die Löhne und Gehälter der Angestellten zu senken. Es war eine tolle Stimmung unter den Demonstranten. Die Teilnehmer waren aus ganz Württemberg gekommen. So wird von der evangelischen Kirche angestrebt, nicht mehr entsprechend der Ausbildung zu bezahlen, sondern nur noch nach Tätigkeitsmerkmalen. Ähnlich wie bei ERA in den Metallbetrieben. Neuregelung auch beim Weihnachts- und Urlaubsgeld. 50% sollen im November ausbezahlt werden, der Rest im Juli. Aber nur, wenn das Betriebsergebnis positiv ist. Nach Angaben der AG Mitarbeitervertretung sind Lohnkürzungen bis 400,00 Euro monatlich im Gespräch. Besonders betroffen sind v.a. die weniger qualifizierten Berufe: Küche, Putzfrauen usw. Aufruf einer Rednerin: "Nicht schlucken, Feuer spucken" .

(rf-news)

Strombolli:
Meine Frau ist seit Sept 06 arbeitslos. Ehemals Gemeindepädagogin.
Ihre Arbeit wird mehr schlecht als recht von einer oftmals kranken ehemaligen Kollegin übernommen.
Sparzwang, Mobbing und Einbeziehung der Pfarrersfrauen führten zur "betriebsbedingten Kündigung".
Resultat: Umzug, Trennung von den Kindern, Sozialtransfer, Ärger...

Wohin ich auch sehe. Immer wieder die gleichen Muster: Sparzwang, Entlassung, Verlagerung der Erarbeitung des Unterhaltes zu Sozialtransfer,
Verwaltung bleibt weitestgehend bestehen Unternehmen wird insgesamt als erfolgreich hingestellt und die kleinen Mitarbeiter fallen hinten herunter.

Das (eigentlich) unternehmerische Risiko wird an den Staat weitergereicht, dem man dann selbst auch weniger Steuern zahlen will.

Das kann alles auf Dauer nicht gut gehen!

Kater:
lese gerade einen Artikel über das Mitbestimmungsrecht von Personalräten bei der Einstellung von Ein-Euro-Jobbern und stoße dabei auf folgende Institution  8o (lese ja viel, aber davon habe ich noch nie was gehört):


--- Zitat ---im November hatte der katholische Arbeitsgerichtshof der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn ein Mitbestimmungsrecht für Ein-Euro-Jobber bei der katholischen Kirche und der Caritas abgelehnt.
--- Ende Zitat ---

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln