Autor Thema: Ägypten: Stark ansteigende Streikzahlen  (Gelesen 23559 mal)

regenwurm

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3536
  • Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.
Ägypten: Stark ansteigende Streikzahlen
« am: 12:55:22 Fr. 11.Mai 2007 »
Seit Monaten andauernde Streikwelle hat zunehmend soziales Eskalationspotenzial

Ausgegangen sind die – wilden, das heißt vom Gewerkschaftsverband nicht unterstützten – Streiks von den Textilarbeitern.
Längst haben sie sich auch auf andere Bereiche ausgedehnt, etwa auf die Lebensmittelindustrie, sie betrifft aber auch Bereiche wie U-Bahn und Müllabfuhr in Kairo.
Neues, aber sie beschränkten sich früher auf die staatlichen Industrien. Jetzt ist der private Sektor betroffen, wobei es sich oft um im Rahmen der teilweise erfolgreichen Wirtschaftsreformen privatisierte Firmen handelt.

Etwa 6000 Arbeiter traten in den Streik und erzwangen die Erfüllung von Zugeständnissen: Dividenden wurden nachbezahlt, und soziale Verschlechterungen (wie Streichung von Krankengeld) rückgängig gemacht.
 In der Konfektionsfabrik Mansura-Spain-Company dauern die Proteste seit April an und sind, laut der linken Zeitung Al-Wafd, in Gefahr zu eskalieren: Die Arbeiter und Arbeiterinnen wollen in den Hungerstreik treten.
 Die Fabrik schuldet ihnen Gehaltszahlungen und Prämien seit 1995 und soll nun verkauft werden.

Quelle
Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 7040
Ägypten: Stark ansteigende Streikzahlen
« Antwort #1 am: 11:22:26 So. 13.Mai 2007 »
Ägypten erlebt die größte Streikwelle seit dem Ende des II. Weltkriegs. Für 2006 wird die Zahl der Streiks, Hungerstreiks und Demonstrationen auf landesweit 222 geschätzt. In diesem Jahr gab es praktisch jeden Tag einen Arbeitskampf. Die Streiks hatten in der Textilindustrie begonnen und sich auf die Bauindustrie, die U-Bahn in Kairo, die Müllabfuhr, Bäcker, Nahrungsmittelindustrie usw. immer mehr ausgedehnt.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 7040
Ägypten: Stark ansteigende Streikzahlen
« Antwort #2 am: 11:48:40 Mi. 13.Februar 2008 »
Nach einer Studie von Mostafa Bassiouni und Omar Said (Center of Socialist Studies) haben sich im Zeitraum zwischen Dezember 2006 und September 2007 in Ägypten rund 198.400 Arbeiter an 650 Streiks beteiligt. Nicht enthalten sind die Beteiligten an Sit-ins oder Demonstrationen. Durch die Streiks fielen in den neun Monaten schätzungsweise 647.133.600 Arbeitsstunden aus. Da Streiks und Demonstrationen in Ägypten nicht erlaubt sind, können die Zahlen nur geschätzt werden.  

Die Streikwellen sind nicht nur groß, sondern sie zeigen auch beachtliche Nebeneffekte. Es kämpfen Männer und Frauen gemeinsam und auf Demos lief man mit christlichen und muslimischen Fahnen nebeneinander. Die Spaltungen an sexistischen und religiösen Linien werden in den Kämpfen aufgehoben. Grund genug öfter auf die Entwicklungen in Ägypten zu schauen.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 7040
Ägypten: Stark ansteigende Streikzahlen
« Antwort #3 am: 14:29:31 Mo. 25.Februar 2008 »
Streiks erschüttern den Alliierten der USA - Arbeiter rufen: „Nieder, nieder Mubarak! Deine Herrschaft ist Scheiße!"Zehntausende Arbeiter fordern den Diktator heraus

Arbeiter der Ghazl el-Mahalla Tuchfabrik in Ägypten führten am vergangenen Sonntag eine Massendemonstration durch. Sie forderten ein Ende des US-gestützten Regimes von Hosni Mubarak. Die Tuchfabrik ist die größte ihrer Art im Mittleren Osten. Die 27.000 Arbeiter der Fabrik waren bereits in der Vergangenheit daran beteiligt, das Regime zu wirtschaftlichen Zugeständnissen zu zwingen…

http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=4182&Itemid=214
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 7040
Ägypten: Stark ansteigende Streikzahlen
« Antwort #4 am: 18:23:58 Mi. 26.März 2008 »
26.03.08 - 12.000 Arbeiter der Helwan Steel Mills in Ägypten sind in den Streik getreten. Sie verlangen höhere Löhne und Bonuszahlungen.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 7040
Ägypten: Stark ansteigende Streikzahlen
« Antwort #5 am: 23:01:44 So. 30.März 2008 »
Die Streikwelle geht weiter: Bankangestellte, Universitäten, Ärzte...

Während der Ärztestreik am 15. März nach den Angriffen des Premierministers, der über alle ägyptischen Sender hatte verlautbaren lassen, dieser Streik sei illegal, sich in eine heftige innere Debatte der Ärztegewerkschaft verwandelte (die Gruppierung "Ärzte ohne Rechte" machte eine Sitzblockade vor dem Gewerkschaftsbüro, weil der Vorstand nach der Regierungsattacke den Streik einstweilen ausgesetzt hatte) nimmt der Streik der 2.000 Universitätsprofessoren geradezu historische Dimension an, weil erstmals voll befolgt. Trotz ständiger Spekulationen der Regierung über weitergehende Streikverbote, wird der gleichzeitige Streik der Stahlarbeiter von Helwan in der Öffentlichkeit bereits als "normal" betrachtet. Und die diversen Streikaktionen von Bankangestellten haben jetzt auch Abgeordnete dazu gebracht, öffentlich festzustellen, dass die ofizielle Gewerkschaft - die von den streikenden Bankern auf eine Stufe mit dem Vorstand des Bankenverbandes gestellt werden - seien "tot"...
http://arabist.net/arabawy/2008/03/25/unions-in-a-dire-state-says-mp-as-more-workers-protest/


Warum sich niemand um die Drohungen der Regierung kümmert...

Bei jedem neuen Streik der inzwischen schon über ein Jahr andauernden Welle wird der Ton der Regierung hysterischer - stets mit Verweis auf angebliche Illegalität. Es ist die reale Entwicklung im Lande selbst, die die Menschen dazu führt, sich nicht um diese Drohungen zu kümmern. "In der vergangenen Woche wurden laut Medienberichte bei Zusammenstössen in einem Armenviertel von Kairo zwei wartende Kunden getötet. 100 Gramm subventioniertes Brot kosten in Ägypten in der Regel fünf Piaster (gut einen Rappen). Ohne staatliche Unterstützung liegt der Preis bei mindestens dem Zehnfachen" - über die Teuerung beim Brot und die Notmaßnahmen der Regierung berichtet der ap-Artikel "Mubarak schaltet sich in Brot-Krise in Ägypten ein"
http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/mubarak_schaltet_sich_in_brot-krise_in_aegypten_ein_1.690512.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 7040
Ägypten: Stark ansteigende Streikzahlen
« Antwort #6 am: 20:56:21 Fr. 29.August 2008 »
29.08.08 - Etwa 1.000 Zementarbeiter veranstalteten in Helwan und Tebbin südlich der ägyptischen Hauptstadt Kairo Sitzstreiks auf der Straße. Sie verlangen die Auszahlung der von Präsident Mubarak angekündigten 30-prozentigen Lohnerhöhung, eine Unterstützung für die Einschulung ihrer Kinder und eine Bezahlung der Überstunden.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 7040
Streiks in mehreren Textilfabriken in Ägypten
« Antwort #7 am: 14:52:37 Sa. 07.März 2009 »
07.03.09 - In verschiedenen Teilen Ägyptens kam es diese Woche zu Streiks und Sit-Ins vor allem in Textilbetrieben. Der Protest der Arbeiter richtet sich vor allen gegen Lohn- oder Bonuskürzungen. An den Protesten in mindestens fünf Betrieben beteiligten sich jeweils zwischen 150 und 3.000 Menschen.

http://www.rf-news.de/2009/kw10/07.03.09-streiks-in-mehreren-textilfabriken-in-aegypten
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kater

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 7112
Blogger in Ägypten wegen Streik-Unterstützung festgenommen
« Antwort #8 am: 10:55:04 Mo. 06.April 2009 »
Zitat
Blogger in Ägypten wegen Streik-Unterstützung festgenommen

In Ägypten ist ein Internet-Blogger festgenommen worden, weil er Aufrufe zu einem Generalstreik unterstützt hat. Er sei am Sonntag in seiner Wohnung in Fajjum südlich von Kairo in Gewahrsam genommen, hieß es in dem Blog von Abderrahman Fares. Er sei daraufhin in den Hungerstreik getreten. Ein Vertreter der Sicherheitsbehörden bestätigte die Festnahme von Fares.

Wegen Unterstützung des für Montag geplanten "Tages der Wut" der Opposition wurden innerhalb von knapp einer Woche 32 Menschen in Ägypten festgenommen. Mit einem Generalstreik will die Opposition einen höheren Mindestlohn durchsetzen.

http://de.news.yahoo.com/2/20090406/tde-blogger-in-aegypten-wegen-streik-unt-4cfbaad.html

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 7040
RETA: Erste Unabhängige Gewerkschaft anerkannt
« Antwort #9 am: 10:53:27 Mi. 29.April 2009 »
Erstmals seit mehr als 50 Jahren gibt es mit der RETA - Gewerkschaft der kommunalen Finanzangestellten - eine, seit dem 21. April, offiziell zugelassene unabhängige Gewerkschaft: Ergebnis einer der längsten der vielen Streikbewegungen der beiden letzten Jahre. Am 24. April wurde sie in die PSI aufgenommen, der Internationale der öffentlichen Dienste im ITUC.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 7040
Verletzte bei Protesten wütender Schweinezüchter
« Antwort #10 am: 20:17:29 Mo. 04.Mai 2009 »

Protestierende Schweinebauern treffen auf ägyptische Polizei (Foto: AP)[Bildunterschrift: Steine und Tränengas: Bei den Protesten der Schweinebauern in Kairo kam es zu schweren Ausschreitungen. ]
Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen wütenden Schweinezüchtern und Sicherheitskräften sind in Ägypten mindestens 12 Menschen verletzt worden. 14 Personen wurden wegen der Auseinandersetzungen im Großraum Kairo festgenommen.

Angesichts der massiven Proteste gegen die von der Regierung angeordnete Schlachtung aller rund 250.000 Schweine in Ägypten kündigten die Behörden Entschädigungen in Höhe von bis zu 35 Euro pro Tier an.

http://www.tagesschau.de/ausland/aegypten140.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 7040
Re:Ägypten: Stark ansteigende Streikzahlen
« Antwort #11 am: 17:22:35 Do. 26.November 2009 »
Zitat
Streiks in Ägypten
Von Johannes Stern
24. November 2009

"Es ist wie eine Zeitbombe - man weiß nicht, wann es zur Explosion kommen wird." Mit diesen Worten beschreibt der ägyptische Politikwissenschaftler Hassan Nafaa die Streik- und Protestwelle, die Ägypten in diesem Jahr erfasst hat. Nach verschiedenen Zählungen hat es bereits mehr als 600 Streiks und Sit-Ins gegeben. In den Monaten September und Oktober wurden fast täglich Proteste von Arbeitern gemeldet, und insgesamt legten Tausende ihre Arbeit nieder, um gegen schlechte Arbeitsbedingungen und geringe oder nicht ausgezahlte Löhne zu protestieren. Ägyptische Blogger und Zeitungen haben regelmäßig von den Protesten berichtet.


Am 17. September gingen 3.500 Textilarbeiter der ‚Abu Sabae‘-Fabrik in der Industriestadt Mahalla al-Kubra auf die Straße. Sie zogen vor das Haus des Besitzers der Fabrik, Ismail Abu Sabae, um dort für eine halbe Stunde ihren Lohn einzufordern und gegen einen zweiwöchigen, unbezahlten Zwangsurlaub zu demonstrieren. Später setzten die Arbeiter ihren Protestzug Richtung Stadtverwaltung fort und legten den Verkehr auf der al-Bahr Hauptstraße lahm, bis sie von Sicherheitskräften gestoppt wurden. Der Blogger Mohammed Maree, der über den Protest berichtete, wurde von den Sicherheitseinheiten mit Arrest und der Konfiszierung seines Materials bedroht. Er war bereits nach den großen Demonstrationen in Mahalla am 6. und 7. April 2008 für drei Monate inhaftiert worden, als er ebenfalls über die Proteste schrieb.

Nach einem Bericht der unabhängigen Tageszeitung al-Masry al-Youm traten Anfang Oktober 1.200 Arbeiter der privatisierten ‚Telephones Equipment Company‘ in Helwan, einem Stadtteil im Süden von Kairo, in einen zwölftägigen Streik. Die Arbeiter nahmen die Geschäftführung als Geiseln. Sicherheitseinheiten, die die Fabrik umstellten, waren nicht in der Lage, die Arbeiter zur Beendigung der Geiselnahme zu bewegen. Die Geiseln wurden erst wieder frei gelassen, nachdem die Ministerin für Arbeit und Migration, Aisha Abdel Hadi, die sofortige Auszahlung der Löhne und Bonuszahlungen offiziell zugesichert hatte.

Im selben Zeitraum hatten 1.500 Arbeiter der ‚Misr-Iran Spinning and Weaving Company‘ in Mahalla al-Kubra ihre Arbeit niedergelegt und ebenfalls Teile der Firmenleitung festgesetzt. Das Management hatte die Lohnzahlungen an die Arbeiter mit der Begründung eingestellt, dass diese nach einem Rückgang der Verkäufe schlicht nicht möglich seien.

Am 12. Oktober begannen Arbeiter einen weiteren Streik in einer Textilfabrik der industriellen Freihandelszone ‚10th of Ramadan‘. Hier verweigerte das Arbeitsministerium die Auszahlung der Löhne. Die Arbeiter beendeten am 19. Oktober ihren Streik, nachdem das Ministerium versprochen hatte, die Löhne aus einem Sonderfonds zu bezahlen.

Am gleichen Tag organisierten 1.200 Arbeiter von ‚Misr Spinning and Weaving‘ in Mahalla nach Beendigung der Frühschicht ein Sit-in, nachdem das Management die Auszahlung eines zusätzlichen Monatsgehalts verweigert hatte, die das Ministerium für Investitionen allen Arbeitern im nationalen Wirtschaftssektor zugesichert hatte. Nur vier Tage zuvor hatten bereits Arbeiter einer Teppichfabrik in Mahalla aus demselben Grund protestiert. Der Geschäftsführer von ‚Spinning and Weaving‘ bot den Arbeitern lediglich einen Drittel des ihnen zustehenden Gehalts an. Kurz darauf wurde dann auch dieses Angebot wieder zurückgezogen.

Am 22. Oktober berichtete die Zeitung al-Youm al-Sab’a, Sicherheitskräfte hätten einen Protest von Arbeitern von ‚Nasr Glass and Crystal Company‘ in Shubra (ein Arbeiterviertel im Norden von Kairo) unterdrückt. Die Arbeiter hatten gegen drohende Massenentlassungen nach der geplanten Privatisierung der Firma demonstriert.

Am 26. Oktober gingen erneut Sicherheitskräfte gegen Arbeiter vor. Sie umzingelten in Tanta, einer Stadt 100 Kilometer nördlich von Kairo, den Betrieb ‚Tanta Flex and Oil‘, wo sich 1.000 Arbeiter seit mehr als fünf Monaten im Streik befanden. Die Arbeiter sollten davon abgehalten werden das Firmengelände zu verlassen und vor dem Kabinett in Kairo zu protestieren.

Auch die Gewerkschaft der Textilarbeiter trat als offene Gegnerin der Streikenden auf und weigerte sich, die Löhne aus der Streikkasse zu bezahlen. Die Arbeiter hatten mit großer Mehrheit gegen ein Abkommen zwischen der Gewerkschaft und der Unternehmensleitung gestimmt und eine Fortführung des Streiks beschlossen.

Anfang November handelte die Gewerkschaft ein neues Abkommen aus, das am 10. November in Kraft treten sollte, falls die Arbeiter den Streik beenden würden. Da das Abkommen nichts weiter vorsah, als rückwirkende Lohnzahlungen und eine geringe Anhebung des Essensgeldes, lehnten es erneut viele Arbeiter ab. Am 5. November besetzten sie die Fabrik und zwangen Sicherheitskräfte und Mitglieder des Managements das Firmengelände zu verlassen.

In Ägypten demonstrieren und streiken dieser Tage nicht nur Industriearbeiter, sondern auch Lehrer, Angestellte im öffentlichen Dienst und Müllsammler. Breite Schichten der Bevölkerung spüren die Auswirkungen der neoliberalen Reform- und Privatisierungspolitik, die das autoritäre Mubarak-Regime während der letzten Jahre verfolgt hat. Sie werden nun durch die Weltwirtschaftskrise noch verschärft. Schätzungen zu Folge wird das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr etwas über vier Prozent betragen, was einen Rückgang um ca. drei Prozent bedeutet.

Das Wirtschaftswachstum lag in den Jahren zuvor konstant bei ungefähr sieben Prozent. Ägypten wurde vom Internationalen Währungsfond und von neoliberalen Ökonomen wegen seinen "Reformen" und Strukturanpassungsprogrammen als Musterland gefeiert. Das dieses relativ hohe Wachstum erstens sehr brüchig ist und zweitens nur die Reichsten des Landes profitieren lässt, wird immer deutlicher.

"Dem Durchschnittsbürger kam das Wachstum nicht zugute", stellt der Wirtschaftsprofessor der American University in Cairo, Ahmed Kamaly, fest. Er ist einer der Autoren des jüngsten Berichts der "General Authority for Investment" (GAFI), einer Behörde der ägyptischen Regierung, die für die Regulierung und Erleichterung von Investitionen zuständig ist.

Der Bericht zeigt auf, dass die Politik der "offenen Tür" und der Privatisierungen der letzten beiden Jahrzehnte die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter geöffnet hat. Lediglich die zehn obersten Prozent der Bevölkerung haben von den hohen Wachstumsraten profitiert. Die ausländischen Investitionen, die in den letzten Jahren in Ägypten getätigt wurden, sind vor allem in den Finanzsektor und in die Sektoren Öl und Gas geflossen, wo so gut wie keine neuen Arbeitsplätze entstanden.

Seitdem der Internationale Währungsfond Ägypten im Jahr 1991 ein Strukturanpassungsprogramm aufgezwungen hat, ist es zu einer dramatischen Verarmung der ägyptischen Bevölkerung gekommen. Lebten zu Beginn der Strukturanpassung 20 Prozent von weniger als zwei Dollar am Tag, sind es heute 44 Prozent. Im letzten Jahrzehnt, also genau in der Zeit, in der die Wachstumsraten am höchsten waren, stieg die absolute Armut von 16,7 auf mittlerweile fast 20 Prozent.

Weiterhin geht aus dem Bericht hervor, dass die ägyptische Regierung den Anstieg von privaten Investitionen als Möglichkeit betrachtete, Ausgaben bei Sozialleistungen wie Bildung und Gesundheit zusammenzustreichen. Darüber hinaus werden Korruption, die unterentwickelte Infrastruktur, niedrige Alphabetisierungsraten und ein Mangel an professioneller Ausbildung angeprangert.

Insgesamt ist der GAFI-Bericht ein Schlag ins Gesicht all jener neoliberaler Propagandisten, die die Mär verbreitet haben, hohe Wachstumsraten brächten einen Anstieg des Lebensstandards der Bevölkerung mit sich. Er ist eine Abrechnung mit der ägyptischen Regierung, die alles dafür getan hat, die Forderungen des Internationalen Währungsfonds und des amerikanischen Imperialismus umzusetzen. Nach den letzten Wahlen im Jahre 2004 hatte die Mubarak-Regierung den Spitzensteuersatz von 42 auf 20 Prozent gesenkt, was bedeutet, dass ein mehrfacher Millionär genau so viele Steuern zahlt wie ein Arbeiter, der im Monat weniger als 50 Euro verdient. Der Mindestlohn, der in Ägypten seit 25 Jahren bei 35 LE (weniger als 5 Euro) im Monat liegt, wurde benutzt, um Löhne niedrig zu halten und immer weiter zu senken.

Trotz der enormen Zunahme an sozialer Ungleichheit will die regierende Nationaldemokratische Partei (NDP) die neoliberale Agenda der letzten Jahre weiter verschärfen. Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak verkündete Anfang November auf dem diesjährigen 6. Kongress der NDP den weiteren Anstieg ausländischer Investitionen und das Ziel, das Wirtschaftwachstum um 6 Prozent zu erhöhen.

Diese Politik, von der lediglich eine schmale und korrupte Schicht an der Spitze der Gesellschaft profitiert, wird zu immer heftigeren sozialen Auseinandersetzungen in Ägypten führen. Amr Hashem Rabie, ein Politikexperte des ‚Al-Ahram Centre for Political and Strategic Studies‘ kommentierte den Kongress der NDP gegenüber der Nachrichtenagentur IPS mit den Worten: "Die öffentliche Wahrnehmung der NDP war noch niemals schlechter. Die offensichtliche Verkupplung von Reichtum und Herrschaft beschädigt das Image der Partei als Hüterin des Allgemeinwohls."
http://www.wsws.org/de/2009/nov2009/aegy-n24.shtml
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 15130
  • Fischkopp
Re:Ägypten: Stark ansteigende Streikzahlen
« Antwort #12 am: 18:59:59 Di. 29.Juni 2010 »
Zitat
Polizeigewalt in Ägypten
Jenseits der roten Linie

Proteste nach dem Tod eines jungen ägyptischen Mannes zeigen die Bedeutung des Internets für Oppositionelle in ganz Arabien – aber auch seine Grenzen.
VON KARIM EL-GAWHARY


Gegen Polizeiwillkür: Ein Demonstrant in Alexandria vor dem Foto des
getöteten Said. Foto: ap


Wahrscheinlich sind es die beiden Bilder nebeneinander, die zu dieser Reaktion geführt haben. Der junge Ägypter Khaled Said blickt freundlich und zuversichtlich in die Kamera. Er sieht so aus, wie sich eine ägyptische Schwiegermutter ihren Schweigersohn erträumt. Und dann das zweite: Seine Leiche: er ist kaum mehr wiederzuerkennen mit seinem gebrochenen Kiefer und seinem vollkommen entstellten Gesicht.

Es sind zwei Fotos, die man nicht mehr vergisst, wenn man sie gesehen hat. Und sie kursieren im Internet hundertfach, auf YouTube, im Netzwerk Facebook oder auf den Seiten ägyptischen Blogger. "Dein Blut wird nicht billig sein", heißt es in einer Internetnotiz. Mehrere hunderttausende Male ist diese virtuelle Anklage gegen die Polizeigewalt in Ägypten inzwischen angeklickt worden. Dort wurden zwei Facebookseiten in Gedenken an Khaled und zur weiteren politischen Mobilisierung eingerichtet. Auf einer der beiden mit dem Titel "Ich heiße Khaled Said" sind bisher fast 220.000 Menschen registriert, um Neuigkeiten im Fall Khaled zu erfahren. Einer weiteren mit dem Titel "Wir sind alle Khaled Said" folgen fast 130.000 Menschen.
Anzeige

Die Nachricht des 28-jährigen Khaled, der von zwei Polizisten in Alexandria auf offener Straße totgeprügelt wurde, verbreitete sich schnell im Netz. "Er stirbt, ,Hört auf!', sollen Passanten noch geschrien haben." Warum es die Polizisten ausgerechnet auf Khaled abgesehen hatten, ist noch unklar. Laut dem Innenministerium soll er drogenabhängig gewesen sein und sich geweigert haben, sich gegenüber Zivilpolizisten auszuweisen. Gestorben sei er an den Drogen, die er beim Auftauchen der Polizisten heruntergeschluckt habe.

Das Bild seiner geschundenen Leiche lässt andere Interpretationen zu. Augenzeugen erzählen, dass Khaled zuerst von den beiden Polizisten in einem Internetcafé geschlagen wurde, dass sein Gesicht an einer Marmorplatte aufgeplatzt sei. Nach Protest des Cafébesitzers hätten die beiden den jungen Mann dann mit nach draußen genommen und dort so lange geprügelt, bis sie seinen leblosen Körper abtransportiert haben. Später wurde die Leiche in der Nähe abgelegt.

Khaleds Eltern haben inzwischen gegen den Innenminister und die staatlichen Medien, die die Version von den heruntergeschluckten Drogen verbreitet haben, eine Verleumdungsklage erhoben. Sie behaupten, die Polizei habe es auf Khaled abgesehen, weil er im Besitz eines Videos war, das die Polizisten beim privaten Aufteilen konfiszierter Drogen zeigen soll. Auch dieses Video kursiert inzwischen auf YouTube, inzwischen 240.000 Male angeklickt.

Währenddessen werden die Ägypter über Facebook immer wieder zu neuen Aktionen aufgerufen, um gegen den Tod Khaleds und gegen fast 30 Jahre Notstandgesetze und Polizeiwillkür zu protestieren. Sowohl in Kairo als auch in Alexandria kam es zu Demonstrationen. In Alexandria waren die Menschen letzten Freitag aufgerufen, sich schwarz zu kleiden und an die Uferpromenade am Mittelmeer zu stellen. Hunderte folgten dem Aufruf, viele saßen an der Promenade und lasen den Koran. Die Polizei blieb machtlos und rief die Menschen vereinzelt auf, weiterzugehen. Und auch diese Aktion fand wenige Stunden später mit Fotos und Videos auf Facebook, in Blogs und auf YouTube ihren Niederschlag.

Das Internet ist in Ägypten zum Oppositionsführer geworden. Gerade Facebook wird nicht nur in Ägypten, sondern überall in der arabischen Welt zu einem wichtigen Kommunikationsmittel, jenseits der staatlichen Zensur und der roten Linien, an die sich auch die unabhängige Presse halten muss. In der arabischen Welt gibt es inzwischen, laut einer Studie der "Spot on Public Relation"-Agentur in Dubai, mehr Facebook-Nutzer als Zeitungsleser. Danach nutzen 15 Millionen Menschen in der arabischen Welt das soziale Internet-Netzwerk Facebook, verglichen mit der Auflage von etwas weniger als 14 Millionen Zeitungen, die auf Arabisch, Englisch und Französisch in der Region erscheinen.

"Facebook und andere soziale Internet-Plattformen beginnen nun zu definieren, wie Menschen Informationen entdecken und teilen und wie sie sich eine Meinung bilden", sagt Carington Malin, Vorstand der Spot On Public Relation. Fünf arabische Länder stellen 70 Prozent der arabischen Facebook-Nutzer: Ägypten, Marokko, Tunesien, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Allein 3,5 Millionen neue Teilnehmer kamen dazu, seit Facebook auch die arabische Schrift unterstützt. Allerdings benutzen laut der Studie 50 Prozent der Menschen in der arabischen Welt Facebook auf Englisch, die andere Hälfte teilen sich Französisch und Arabisch. Ägypten steht mit 3,5 Millionen Facebook-Nutzern an der Spitze.

Der ägyptische Internet-Blogger Hossam al-Hamalawy ist einer der Aktivisten, die hinter der Internet-Kampagne in Ägypten stecken. Es dauert, bis er seine Haustür in Kairo öffnet. Er läuft an Krücken. Bei einer Demonstration zum Fall Khaled war er im Gerangel mit der Polizei verletzt worden. Er trägt es mit Fassung.

"Die Blogger und die neue Medien, die spielen eine sehr wichtige Rolle. Jemand setzt dort eine Nachricht hinein, jemand anderes sieht das und verbreitet sie weiter. Seht, was dort passiert ist, heißt es überall. Das verbreitet sich wie ein Virus", sagt Hossam. Er erklärt auch, wie der Mechanismus mit den offiziell unabhängigen Medien funktioniert.

Die können zunächst nicht einfach über den Fall Khaled berichten, stattdessen schreiben sie über die Blogger oder über die Bewegungen auf Facebook, und schon ist der Fall Khaled auch in Zeitungen und Rundfunk. Dann bekommen die traditionellen Medien wieder einen Maulkorb verpasst, aber die Blogger tragen den Fall weiter, bis die traditionellen Medien wieder darüber berichten können.

Die Regierung hat wenig Handhabe. Sie versucht die Blogger zu diskreditieren, behauptet, dass sie lügen, dass sie vom Ausland bezahlt würden. Und manchmal wird auch der ein oder andere bedroht oder verhaftet. Aber, sagt Hossam, Ägypten, das sei nicht der Iran.

Webseiten wurde bisher nicht dichtgemacht. "Das liegt nicht daran, dass wir eine aufgeklärte Regierung haben", sagt er. "Wir haben eine Regierung, die sich als freundlich gegenüber den elektronischen Medien präsentieren möchte, für die multinationalen Firmen", erläutert er. "Sie konkurrieren mit anderen Ländern der Dritten Welt, als billiges Land für das Outsourcen von IT-Arbeiten. Wenn man also die Firmen Microsoft und Google anlocken will, dann kann man nicht gleichzeitig anfangen, das Internet zu zensieren, das wäre alles andere als geschäftsfreundlich", sagt er. Aber Hossam ist auch realistisch, was die Blogger und Internet-Aktivisten erreichen können: "Dieses System wird weder durch Twitter noch durch Blogs, noch durch Facebook geändert werden. Das wird nur reformiert, wenn die Leute auf die Straße gehen."

Das Internet und die neuen Medien, das seien Instrumente, aber am Ende werden nicht sie es sein, die einen Wechsel des Regimes hervorbringen.

Trotzdem hallt die Mobilisierung im Internet inzwischen auch auf die Straße nach. Mehrere tausend Leute folgten am letzten Freitag einem Aufruf auf Facebook in Alexandria gegen die Polizeigewalt im Fall Khaled zu demonstrieren. In einem Land, in dem man fürchten muss, von der Polizei mitgenommen zu werden, wenn sich mehr als fünf Leute versammeln, ist das viel. Zu dem Protest aufgerufen hatte der Friedensnobelpreisträger und ehemalige Chef der Atomenergiebehörde Muhammad El-Baradei, der möglicherweise bei den nächsten Präsidentschaftswahlen den seit fast 30 Jahren regierenden Husni Mubarak herausfordern will.

Auch er mobilisiert seine Anhänger durch die neuen Medien. Seine Facebookseite hat inzwischen mehr als eine Viertelmillion Anhänger.
http://www.taz.de/1/politik/afrika/artikel/1/jenseits-der-roten-linie/

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 7040
Re:Ägypten: Stark ansteigende Streikzahlen
« Antwort #13 am: 19:14:14 Fr. 07.Januar 2011 »
Wir werden bombardiert mit Meldungen über den Terroranschlag gegen koptische Christen in Ägypten. Es wird eine Veränderung der Entwicklungshilfe gefordert, eine andere Asylpolitik gegenüber Christen und überhaupt wird der Nahe Osten wieder zu einem Ort eines Religionkonflikts zusammengelogen.

Bei "Terroranschlägen" gibt es doch eine Faustregel: Wer von der Aktion profitiert, der war's!

Kleiner Rückblick: Im gesamten Nahen Osten und in Nordafrika gährt's. Die Bevölkerung läßt sich Verarmung und Entrechtung immer weniger gefallen. Die Protete in der Region haben immer weniger zu tun mit Religion und den albernen politische Gruppierungen, von denen die West-Medien so gern berichten. Die Menschen wehren sich gegen Ausbeutung und Unterdrückung seitens der korrupten Regierungen, der Wirtschaft und der Mullahs. In den Protesten einten sich Moslems, Christen und Atheisten (von denen es dort mehr gibt, als man ahnt).

Was wäre in einem solchen Moment hilfreicher, als so ein Bombenanschlag? Plötzlich geht es nicht mehr um die sozialen und politischen Probleme, sondern um religiösen Scheiß? Plötzlich geht es nicht mehr um den Konflikt zwischen Bevölkerung und Regierung, zwischen Arm und Reich?

Wenn der Anschlag tatsächlich von irgendwelchen religiösen Irren durchgeführt worden sein sollte, dann war er ein Geschenk an die Regierungen und Geheimdienste der Region und des Westens.

Ich glaub' es aber nicht.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 15130
  • Fischkopp
Re:Ägypten: Stark ansteigende Streikzahlen
« Antwort #14 am: 18:50:22 Di. 25.Januar 2011 »
Zitat
Tausende protestieren am „Tag des Zorns“
Inspiriert vom Umsturz in Tunesien gehen in Kairo und anderen ägyptischen Städten tausende Demonstranten auf die Straßen. Sie fordern die Absetzung von Präsident Mubarak. Die Polizei reagiert mit einem Großaufgebot und Wasserwerfern.


Von Rainer Hermann, Riad

Bei den größten Demonstrationen in Ägypten seit Jahrzehnten haben mehr als 10. 000 Demonstranten gegen den seit 1981 amtierenden Staatspräsidenten Hosni Mubarak protestiert. Auf den Transparenten war zu lesen: „Tunesien ist die Lösung!“ Die Demonstranten skandierten „Nieder mit Hosni“ und „Mubarak, Saudi-Arabien wartet auf dich“. Sie sangen die Nationalhymne und trugen die ägyptische Flagge. Es gab kaum Zusammenstöße zwischen den Demonstranten und den massiv aufgebotenen Sicherheitskräften, die bereits Stunden vor dem Beginn der Proteste Aufstellung bezogen hatten. Von fünf verletzten Demonstranten war die Rede. Der größte Protestzug zog zum Sitz der Staatspartei NDP. Die Sicherheitskräfte griffen nicht ein. Demonstrationen fanden in mehreren Vierteln Kairos und in sechs weiteren Städten Ägyptens statt.

Zu dem „Tag des Zorns“, der mit dem staatlichen „Tag der Polizei“ zusammenfiel, hatte eine Facebook-Gruppe mit 87.000 Mitgliedern aufgerufen. Die lebhaften Internet-Aktivisten sind in den vergangenen Jahren die entschiedensten Gegner des Regimes geworden. Die Veranstalter bezeichneten die Proteste als einen „Tag der Revolution gegen Folter, Armut, Korruption und Arbeitslosigkeit“. Sie sollten auch das Ende der Passivität einleiten. Muhammad ElBaradei, der frühere Chef der IAEA, unterstützte die Initiative. 40 Prozent der Ägypter leben mit weniger als 2 Dollar am Tag unter der Armutsgrenze.


Volkes Zorn und Tränengas: Bei Demonstrationen in der Stadtmitte von Kairo kommt es zu Zusammenstößen zwischen Polizei und DemonstrantenVolkes Zorn und Tränengas: Bei Demonstrationen in der Stadtmitte von Kairo kommt es zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten

Innenminister Habib Adli hatte vor dem Beginn der Proteste mit der Verhaftung der Aktivisten gewarnt. In einem Interview mit der Zeitung al-Ahram räumte er ein, dass der Impuls zu den Kundgebungen von der Jugend komme. Als „Propaganda“ tat er die Aussage ab, der Fall von Tunesiens Ben Ali sei ein Modell. Der Sicherheitsapparat werde dafür sorgen, dass die Straßenproteste der Jugend ohne Wirkung blieben, kündigte er an. Lediglich kurze Proteste würden für eine kurze Zeit geduldet. Nach dem ägyptischen Gesetz müssen Kundgebungen genehmigt werden. Genehmigungen werden selten erteilt, so dass Kundgebungen meist illegal sind.
http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E7245E4B39E4D4FBB918A905F5F8F852B~ATpl~Ecommon~Scontent.html