Autor Thema: Hilfe bei Mobbing  (Gelesen 7161 mal)

resistance

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Hilfe bei Mobbing
« am: 13:53:54 Mo. 18.Februar 2008 »
Mobbing ist heute leider in vielen Firmen an der Tagesordnung. Viele mussten bereits Mobbing in der eigenen Firma über sich ergehen lassen. Daher stellt sich nun die Frage: "Was mache ich, wenn ich gemobbt werde?" Hier im Beitrag habe ich versucht die grundlegenden Fragen zum Thema Mobbing zu erläutern.

Was ist Mobbing?
Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Mobbing kann so vielfältig sein, wie die Menschen die es betrifft. Was für den einen schon Mobbing ist, kann der andere noch als "Scherz der Kollegen" ansehen. Hier jedoch einige Anhaltspunkte wie Mobbing aussehen kann:
1. Angriffe auf die Möglichkeiten, sich mitzuteilen
  • Der Vorgesetzte schränkt die Möglichkeiten ein, sich zu äußern
  • Man wird ständig unterbrochen
  • KollegInnen schränken die Möglichkeiten ein, sich zu äußern
  • Anschreien oder lautes Schimpfen
  • Ständige Kritik an der Arbeit
  • Ständige Kritik am Privatleben
  • Telefonterror
  • Mündliche Drohungen unter vier Augen
  • Schriftliche Drohungen (sind selten- wegen des Beweises)
  • Kontaktverweigerung durch abwertende Blicke oder Gesten
  • Kontaktverweigerung durch Andeutungen, ohne dass man etwas direkt ausspricht.
2. Angriffe auf die sozialen Beziehungen
  • Man spricht nicht mehr mit dem/der Betroffenen.
  • Man lässt sich nicht ansprechen.
  • Versetzung in einen Raum weitab von den KollegInnen.
  • Den ArbeitskollegInnen wird verboten, den/die Betroffene(n) anzusprechen.
  • Man wird "wie Luft" behandelt
3. Angriffe auf das soziale Ansehen
  • Hinter dem Rücken des/der Betroffenen wird schlecht über ihn/sie gesprochen.
  • Man verbreitet Gerüchte.
  • Man macht jemanden lächerlich.
  • Man verdächtigt jemanden, psychisch krank zu sein.
  • Man will jemanden zu einer psychiatrischen Untersuchung zwingen.
  • Man macht sich über eine Behinderung lustig.
  • Man imitiert den Gang, die Stimme oder Gesten, um jemanden lächerlich zu machen.
  • Man greift die politische oder religiöse Einstellung an.
  • Man macht sich über das Privatleben lustig.
  • Man macht sich über die Nationalität lustig.
  • Man zwingt jemanden, Arbeiten auszuführen, die das Selbstbewusstsein verletzen.
  • Man beurteilt den Arbeitseinsatz in falscher oder kränkender Weise.
  • Man stellt die Entscheidungen des/der Betroffenen in Frage.
  • Man ruft ihm/ihr obszöne Schimpfworte oder andere entwürdigende Ausdrück nach
  • Sexuelle Annäherungen oder verbale sexuelle Angebote.
4. Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation
  • Man weist dem/der Betroffenen keine Arbeitsaufgaben zu.
  • Man nimmt ihm/ihr jede Beschäftigung am Arbeitsplatz, so dass er/sie sich nicht einmal selbst Aufgaben ausdenken kann.
  • Man gibt ihm/ihr sinnlose Arbeitsaufgaben
  • Man gibt ihm/ihr Aufgaben weit unter seinem/ihren eigentlichen Können
  • Man gibt ihm/ihr ständig neue Aufgaben
  • Man gibt ihm/ihr "kränkende" Arbeitsaufgaben
  • Man gibt dem/der Betroffenen Arbeitsaufgaben, die seine/ihre Qualifikation übersteigen, um ihn/sie zu diskreditieren
5. Angriffe auf die Gesundheit
  • Androhung körperlicher Gewalt
  • Anwendung leichter Gewalt, zum Beispiel um jemandem einen "Denkzettel" zu verpassen
  • Zwang zu gesundheitsschädlichen Arbeiten
  • Körperliche Misshandlung
  • Man verursacht Kosten für den/die Betroffene, um ihm/ihr zu schaden
  • Man richtet physischen Schaden im Heim oder am Arbeitsplatz des/der Betroffenen an
  • Sexuelle Handgreiflichkeiten.
Wo bekomme ich Hilfe, wenn ich gemobbt werde? Bei Mobbing sollte als erstes immer der Betriebsrat hinzugezogen werden. Ist kein Betriebsrat vorhanden oder man bekommt von dort keine Hilfe, gibt es noch verschiedene Organisationen die Hilfe bei Mobbing anbieten. HIER findet man eine Liste der Organisationen die zum Teil auch Telefonhotlines anbieten!
Was kann ich gegen Mobbing tun?
Leider muss man in Deutschland beweisen, dass man ein Mobbingopfer ist. Dies ist sicherlich recht schwierig, da man unter den Kollegen nicht den Rükhalt bekommen kann, den man sicht wünscht. Die Kollegen sind in den meisten Fällen zu sehr vom eigenen Job abhängig und werden im Zweifel vor dem Arbeitsgericht keine Aussage zu gunsten von Dir geben. Daher ist es am besten ein "Mobbing-Tagebuch" zu führen, in dem man minutiös alles festhält. Dies kann vor dem Arbeitsgericht wirklich hilfreich sein.