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Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

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Bowie:
hmmmm, wasndas hier alles?
Ein klassischer Gewerkschaftslinker, der versucht neue Gewerkschaftsmitglieder zu rekrutieren? Nein, ich finde das alles auch nicht so gut, aber mit diesen Kollegen war einfach nicht mehr drin!?! Jetzt werden wir gemeinsam die Gewerkschaft unterwandern und die Kollegen auf den richtigen Kurs bringen und so weiter und so fort....
So klang das schon vor 20 Jahren und so wird das auch in 20 Jahren klingen. Nur ändern wird das nix.

harry.hacker:
Also, zum einen gibt es durchaus andere Gewerkschaften, als die Bestehenden...der Unterwander-Quatsch ist also gar nicht nötig...
zum anderen wäre es schön, wenn Du mal einen Gegenvorschlag machen könntest...
Die Verhältnisse zu akzeptieren scheint mir auch nicht gerade eine erfolgversprechende Strategie...andererseits zwingt Dich ja auch keiner bei diesen Überlegungen mitzumachen...ziemlich sinnfreier Beitrag insgesamt...

meilenstein:
Der Kollege 1968 hat mit seinen Äußerungen über die Verdi vollkommen recht, aber was bitte soll man jetzt tun???
Ich habe diesen Tarifvertrag jedenfalls nicht gewollt und dagegen gestimmt und ich kenne eigentlich niemanden der ihn wollte. Die Verdi behauptet 80% wären dafür gewesen, dass kann ich mir absolut nicht vorstellen.
Die Abstimmung wurde extra schlecht vorbereitet und am letzten Tag kursierten sogar Gerüchte das die Abstimmung unnötig sei, da die Landesregierung und der Vorstand diesen Vertrag ohnehin nicht unterzeichnen würden. Das stinkt doch alles!!! Auf der letzten Mitgliederversammlung wurden kritische Wortmeldungen unterbrochen, man wurde sogar bedroht. Eine schlecht vorbereitete Versammlung und anschließend sollte gleich abgestimmt werden. Nur über was abgestimmt werden sollte, war niemanden klar. Ich fühle mich durch die Verdi nicht vertreten und vom Personalrat in den Stich gelassen und der Vorstand scheint durch und durch korrupt zu sein.
Wer kontrollierte eigentlich diese Abstimmungen des Verdi? Eines ist klar, es gab nur einen Gewinner und das ist die Gewerkschaft selbst, durch steigende Mitgliederzahlen.
Vielleicht kann diese Seite nützlich sein um korrupte Geschichten an den Pranger zustellen.
Wir brauchen unseren eigenen Berufsverband, die Ärzte haben den Marburger Bund und kassieren ganz gut dabei.
Die Verdi braucht Konkurrenz, vielleicht kann die neu gegründete Komba diesen Part übernehmen.
Die Komba gründet am UK-SH einen eigenen Betriebsverband und wird künftig bei Tarifverhandlungen dabei sein, heißt es jedenfalls. Da sie sich erst in Gründung befindet kann man doch evtl. hoffen einiges mitzugestalten. Beim Verdi war dieses jedenfalls nicht erwünscht! Dort möchte man unter sich bleiben, genauso wie beim Personalrat.
Verdi hat uns nicht nur durch das schlechte Ergebnis geschädigt, mangelnde Information, eine schlechte Streikvorbereitung werden dazu führen das viele austreten. Warum sind wir eigentlich nicht zum Landeshaus gegangen? Nach ein bisschen Demo. Kaffee und belegten Broten sollten dann die Streikenden auf dem Sofa weiterstreiken.  Sicherlich müssen wir uns solidarisieren und vielleicht können wir hier Kontakte knüpfen.
Weiß jemand wie man einen Berufverband gründet?

Kuddel:
Ich hatte schon längst hier etwas schreiben wollen. Wollte noch n Foto reinstellen, aber die Kamera stellt sich quer, na und lauter solcher Ausreden....

Also, wir haben den Text von Kollege1968 genommen, Überschrift fett gemacht, http://www.chefduzen.de untergeschrieben und ausgedruckt. Im Copyshop 40 Plakate von gemacht. Es war nur ein paar Tage nachdem der Text hier im Forum veröffentlicht hat, also brandaktuell. Wir waren dann auf dem Gelände der Kieler Unikliniken und haben zu zweit auf dem gesamten Gelände plakatiert. Hat kaum 20 Minuten gedauert und war ein Mordsspaß. Man kommt an den Plakaten einfach nicht vorbei. Hat wohl mehr gebracht, als ein paartausend Flugblätter zu verteilen. Die Plakate sind wochenlang hängengebleiben. Nur das Plakat vor der Tür vom Personalrat war sofort abgepult worden.

Auf der Maidemo dann nen alten Bekannten getroffen, der damals in der Linken Szene unterwegs war, und sich jetzt bei Verdi an den Unikliniken engagiert. Der war ordentlich gepestet von dem Plakat. Er sagte, die Kollegen wären nach dem Abschluß ziemlich über verdi hergezogen, und sie hätten durchweg argumentiert, wie Kollege1968. Er sagte, es sei halt die einzige Möglichkeit mit einer Gewerkschaft zu kämpfen. Ich erzählte von einem einwöchigen Bummelstreik am Städtischen Krankenhaus Kiel und einer Großdemo des Personals, die völlig an der Gewerkschaft vorbei organisiert waren, un am Ende sorgar erfolgreich.

Das war lange her. "Das waren andere Zeiten!", sagte mein Bekannter. Schon wahr, doch halte ich die Zeiten heute für so etwas keineswegs schlechter. Damals wehte uns auch ein strenger Wind entgegen. Man hielt uns für verrückt, sowas zu versuchen. Der Verdiaktivist will nun zum nächsten Chefduzen Stammtisch kommen.

Kuddel:
Der Verdi Kollege ist zum Stammtisch dann doch nicht aufgetaucht. Dafür aber einer aus dem Städtischen Krankenhaus, der bei den gewerkschaftsunabhängigen Aktivitäten, die ich oben erwähnte, sehr aktiv war. Ich muß nochmal einen nachschieben dazu: Es war damals eine andere Zeit, die alles andere, als offen für unsere Pläne war. Man nannte Arbeiter einfach "Zombies", die ja freiwillig ein Leben mit Ausbeutung und Bildzeitung fristeten. "Klassenkampf" gab es angeblich nicht mehr. Deshalb erfanden die Autonomen den Begriff "Politische Klasse". Auf der einen Seite gab es Bonzen, Militärs, Politiker und auf der anderen Seite die Revoluzzer. Ein Proletariat kam in dem Denken einfach nicht vor.

Das sieht heute ganz anders aus. Die soziale Frage stellt sich heute  zwangsläufig, Ausbeutung ist für jeden spürbar und nicht nur etwas aus verstaubten Büchern.

Deshalb erstaunt es wenig, wenn einige Autonome von früher mit etwas Verspätung die "Klasse" wiederentdeckt haben. So hat man sich auch bei AVANTI dem Konflikt bei den Unikliniken SH entdeckt:
http://www.avanti-projekt.de/p_antikap/pdf/UKSH_071123.pdf
Das Flugblatt ist nicht schlecht.
Ihnen waren die Möglichkeiten (bzw. die Erfahrungen) einer unabhängigen Organisation betrieblicher Kämpfe wohl nicht bekannt, so versuchten sie es mit/bei verdi. Sie wunderten sich dann ein wenig von verdi bei den Verhandlungen über den Tisch gezogen worden zu sein. Aber sie machten dann noch ein AVANTI Flugblatt (das nicht auf der Website zu finden ist und ich hab es gerade nicht parat) und sie versuchten den Abschluß darin noch schönzureden. Sorry, das ist wirklich erbärmlich. Ich traf einige Tage später noch einen AVANTI Aktivisten. Mit dem hab ich mich dann auch gleich gestritten. Er sah es als kleinen Sieg, daß man die Privatisierung zurückgeschlagen hat, da muß man die Arbeitszeitverlängerung schon schlucken. Sorry, das ist mir einfach zu doof.
1.) war die Kampfbereitschaft groß und wurde nicht genutzt!
2.) Ist es eine billige Masche von Arbeitgeberseite 2 Schweinerein anzukündigen. Wenn sie eine davon durchsetzen gibt's noch von der Gewerkschaftseite Applaus, weil sie ja die andere glorreich verhindert haben.


Ich werde mich nochmal zum Thema außern, hoffe aber, daß sich zwischendurch auch mal wieder jemand aus den Belegschaften aus Lübeck oder Kiel zu Wort meldet.

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