Autor Thema: Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein  (Gelesen 44338 mal)

Kuddel

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Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #15 am: 20:44:00 Do. 17.Juli 2008 »
Hier mal nachträglich ein Foto von unserer Plakataktion...

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Kuddel

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Re:Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #16 am: 10:54:58 Sa. 21.November 2009 »
Zitat
UKSH: Am Montag soll über den Verkauf entschieden werden

Lübeck - Überraschend schnell soll jetzt der Teilverkauf der Service GmbH und der IT-Abteilung am Uniklinikum (UKSH) über die Bühne gehen. Die Personalräte protestieren.


Bei den Personalräten herrscht Alarmstufe rot. In sechs Tagen sollen Teile des Uniklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) privatisiert werden. Betroffen davon sind insgesamt 1600 Beschäftigte.

„Es geht nur darum, 2010 eine schwarze Null zu schreiben“, kritisiert Personalrat Burkhard Heinrich. Seiner Ansicht nach soll „mit einem Einmaleffekt die Bilanz des UKSH verschönert werden“. Denn durch den Verkauf von 49 Prozent der Anteile der Service GmbH erhofft sich der UKSH-Vorstand fünf Millionen Euro an Einnahmen, die bereits in den Wirtschaftsplan eingestellt sind. Der Anteilsverkauf der IT-Abteilung soll ebenfalls noch einmal mehrere Millionen Euro in die Kassen spülen. Damit könnte das UKSH aus den roten Zahlen kommen. 2008 hatte das Uniklinikum noch 8,5 Millionen Euro Miese eingefahren. UKSH-Sprecher Oliver Grieve wehrt sich gegen den Vorwurf der schnöden Bilanzverbesserung: „Es wird eine nachhaltige Ergebnisverbesserung geben.“ Der Gewinn werde für das UKSH und die Mitarbeiter da sein.

Ver.di-Gewerkschaftssekretär Steffen Kühhirt glaubt das nicht und legt nach. „Das Verfahren ist unglaubwürdig.“ Zwar beteuere der Vorstand, dass er die Mitarbeiter des UKSH nicht verlieren wolle, dabei habe er bis vor kurzem aber Tarifverhandlungen zur Sicherung der Arbeitsplätze abgelehnt. Erst morgen hat er ein Gespräch mit Vorstandschef Professor Jens Scholz.

Kühhirt fürchtet, dass nach einem Teilverkauf die Beschäftigten zu „Billiglöhnen“ arbeiten müssen. Zwar nicht sofort, sondern nach Ablauf einer Frist. Die geplanten Verträge sehen vor, dass die betroffenen Mitarbeiter zwar zunächst beim UKSH verbleiben, sie aber an die neuen Firmen ausgeliehen werden. Dieser Personalgestellungsvertrag ist auf fünf Jahre befristet. Danach ist die Zukunft der Beschäftigten offen.

Deshalb machen die Arbeitnehmervertreter jetzt mobil. Bei einer Personalversammlung auf dem Lübecker Campus gestern im Transitorium wurden die Beschäftigten informiert, morgen gibt es in Kiel ebenfalls eine Veranstaltung.

Die Personalräte rufen zu einer aktiven Mittagspause am Montag zwischen 12 und 13 Uhr auf. Sie wollen eine Absicherung der Beschäftigten bis zur Rente, ein Rückkehrrecht ans UKSH und einen Tarifvertrag. Bis diese Dinge nicht geklärt sind, heißt die Forderung von Personalrat Heinrich an die Aufsichtsräte: dem Teilverkauf nicht zustimmen.

Der Aufsichtsrat des UKSH tagt am Montag, 16. November, um 17 Uhr in der Brunswiker Straße 10 in Kiel. Auf der Tagesordnung steht die Teilprivatisierung der Service GmbH und der IT-Abteilung. Sie soll in zwei Firmen umgewandelt werden: in „UK-SH Gf IT GmbH“ und in „UK-SH IT GmbH“. In der einen Gesellschaften werden die Sachwerte wie Computer eingebracht, in der anderen die Beschäftigten. Und es soll einen Managementvertrag für die Medizintechnik geben. Das heißt: Die Führungsebene wird von einer externen Firma gestellt, die Mitarbeiter bleiben beim UKSH.
Von Josephine von Zastrow
http://www.ln-online.de/regional/2688371


Zitat
UKSH-Mitarbeiter demonstrieren gegen Teilprivatisierung

Lübeck - Aufstand der Klinik-Mitarbeiter: Mehr als 150 Beschäftigte des Uniklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) demonstrierten heute vor dem Zentralklinikum am Campus Lübeck gegen die Teilprivatisierung.


Betroffen von dem Teilverkauf sind 1600 Mitarbeiter des UKSH, dem größte Arbeitgeber des Landes. „Der Private bringt seine eigenen Löhne mit“, fasst Ver.di-Gewerkschaftssekretär Steffen Kühhirt die Befürchtungen der Mitarbeiter zusammen.

Personalrat Burkhard Heinrich: „ Der Verkauf dient nur dazu, am 30. Juni 2010 eine schwarze Null in die Bilanz schreiben zu können.“ Er kritisiert, dass es der verkauf nur ein Einmaleffekt bedeutet, es aber keine langfristige Wirtschaftlichkeitsberechnung gibt. „Der Steuerzahler wird weiter Geld in das UKSH pumpen müssen.“

Die erst 2005 ausgegründete Service GmBH, eine 100 prozentige Tochter des UKSH, soll zu 49 Prozent verkauft werden. Auch die IT-Abteilung soll zu 49 Prozent veräußert werden - und die Medizintechnik am UKSH bekommt einen Managementvertrag mit einem privaten Unternehmen. Heute um 17 Uhr entscheidet der Aufsichtsrat des UKSH über die Teilprivatisierung. jvz
http://www.ln-online.de/regional/2691053

Zitat
Jansen: Schwarzer Tag für UKSH-Beschäftigte

Antje Jansen, Lübecker Abgeordnete der Linken im Kieler Landtag, zeigt sich über die Teilprivatisierungen an der Uniklinik empört: "Ich bin enttäuscht und wütend ­ mit einem Federstrich, werden 60 Arbeitsplätze abgebaut."


Antje Jansen geht davon aus, dass diese Teilprivatisierung der erste Schritt ist, um weitere Privatisierungen im Bereich UKSH voranzutreiben. "Hier wird ein weiteres Mal dem Lohndumping Tür und Hof geöffnet, was nicht nur auf Kosten der Beschäftigten geht. Auch die Bevölkerung wird unter schlechteren Standards in der medizinischen Versorgung leiden; Gesundheit verkommt zur Ware."

"Was hier von der CDU/FDP Koalition betrieben wird ist destruktiv, unsolidarisch und ohne Fingerspitzengefühl. Kurzum: Politik mit der Brechstange. Das haben die WählerInnen sicherlich nicht gewollt", resümiert Antje Jansen.
Antje Jansen spricht bei den Privatisierungen an der Uniklinik von Politik mit der Brechstange.   
http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=57042


Zitat
Verkauf - Aufsichtsrat des UKSH stimmt Teilprivatisierung zu
17.11.09
In den zum Verkauf stehenden Bereichen sind 650 Menschen beschäftigt, wie ein Sprecher auf ddp-Anfrage sagte Weil das UK S-H 51%Prozent der Anteile an den neuen Gesellschaften halte, seien die Mitarbeiter tariflich abgesichert.Die Beschäftigten der betroffenen Bereiche wie Küche, Technik und Gärtnerei hatten am Montag im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung gegen die Pläne protestiert Befürchtet werden Gehaltseinbußen und der Abbau von Arbeitsplätzen. Der Aufsichtsrat des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H) hat am späten Montagabend der geplanten Teilprivatisierung zugestimmt. Das Gremium billigte mehrheitlich die Vorstandspläne zum Verkauf von 49 Prozent der Anteile an der UK S-H Service GmbH und der IT-Abteilung für einen Zeitraum von fünf Jahren, wie das UK S-H in Kiel mitteilte. Neben Erlösen in Millionenhöhe erwartet das Klinikum durch einen Verkauf der Anteile Einsparungen in Höhe von rund zehn Millionen Euro.

In den zum Verkauf stehenden Bereichen sind 650 Menschen beschäftigt, wie ein Sprecher auf ddp-Anfrage sagte. Weil das UK S-H 51%Prozent der Anteile an den neuen Gesellschaften halte, seien die Mitarbeiter tariflich abgesichert.

Die Beschäftigten der betroffenen Bereiche wie Küche, Technik und Gärtnerei hatten am Montag im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung gegen die Pläne protestiert. Befürchtet werden Gehaltseinbußen und der Abbau von Arbeitsplätzen. Den Verkaufsplänen müssen noch das Wirtschafts- und das Finanzministerium zustimmen. Das UK S-H beschäftigt an den beiden Standorten Kiel und Lübeck insgesamt 10 000 Menschen.

ddp/akl/muc

Url zum Artikel: http://www.ad-hoc-news.de/verkauf-aufsichtsrat-des-uksh-stimmt-teilprivatisierung-zu--/de/Politik/20713448

Zitat
Linke strikt gegen Privatisierungen an der Uniklinik

Der geplante Verkauf der Service GmbH des UKSH empört die Linke, die einen Verkauf strikt ablehnt und die anderen Parteien ermahnt bei ihren Wahlaussagen zur UKSH zu bleiben. Am Montag entscheidet der Vorstand der Klinik über die Teilprivatisierung.

"Alle Parteien haben sich im Wahlkampf klar gegen die Privatisierung positioniert. Das fordern wir nun auch ein. Die Situation hat sich nach der Wahl nicht geändert, ein Umschwenken auf einen Privatisierungskurs ist damit nicht zu erklären. Es sein denn, es waren nur Lippenbekenntnisse der Politiker der anderen Parteien", empört sich Antje Jansen, Landtagsabgeordnete der Linken und gesundheitspolitische Sprecherin ihr Fraktion. "Wir bleiben bei unserem Wort und lehnen die Privatisierung ab. Wir spielen nicht mit den gerechten Forderungen der Beschäftigten", stellt Antje Jansen klar.

Bürgerschaftsmitglied Silke Thom solidarisiert sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen, "das ist nicht nur die Sache der Mitarbeiter der Service GmbH, sondern aller Beschäftigten im UKSH." Die Linke lehne Beschäftigungen im Billiglohnsektor zu Dumpinglöhnen ab. "Wir fordern die Einhaltung der Tarifverträge für die Beschäftigten. Ein mögliches Ausleihen der Beschäftigten auch an andere Bereiche der neuen Firma ist eine Sauerei. Hier soll offensichtlich nicht nur der Betrieb privatisiert werden, sondern die Beschäftigten werden regelrecht verkauft. Das ist nicht mehr hinnehmbar", meint Silke Thom
http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=56985

ManOfConstantSorrow

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Re:Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #17 am: 18:56:08 Mi. 26.Mai 2010 »
Zitat
Lübeck: Protest gegen Uniklinik-Privatisierung

Am Dienstag gingen in Lübeck mehr als 1.000 Klinikangestellte und Studenten auf die Straße und protestierten gegen die Pläne der Landesregierung, das Uniklinikum Schleswig-Holstein auf die Privatisierung vorzubereiten und in Zukunft keine Mediziner mehr auszubilden. Zum Protest aufgerufen hatten die Gewerkschaft Verdi und die Studentenvertretung der Uni Lübeck. Das Klinikum beschäftigt insgesamt 10.000 Menschen.
http://www.rf-news.de/2010/kw21/26.05.10-luebeck-protest-gegen-privatisierung-der-uniklinik


Zitat
Weiterbildung in Lübeck
Land will Mediziner-Ausbildung in Lübeck stoppen
Am Dienstag hat die Landesregierung ihr Sparpaket veröffentlicht: Die Uni Lübeck soll in Zukunft keine Mediziner mehr ausbilden, die Uniklinik auf ihre Privatisierung vorbereitet werden. Am Nachmittag gingen weit über 1000 Lübecker dagegen auf die Straße.



"Das Medizinstudium wird aufgrund der begrenzten Ressourcen bei der Förderung exzellenter Forschung und Lehre nach Kiel verlagert", fordert die Haushaltsstrukturkommission der Landesregierung. "Das Studienplatzangebot für Mediziner ist in Schleswig-Holstein überproportional groß gemessen an der Zahl der Studienplätze insgesamt. Ab dem Wintersemester 2011/12 werden deshalb keine neuen Studienanfänger für Medizin in Lübeck immatrikuliert. Wesentliche Haushaltsentlastungen treten ab 2015 mit ca. 24 Millionen Euro und ab 2018 mit ca. 26 Millionen Euro ein. Das Gesamtvolumen bis 2020 beträgt rund 150 Millionen Euro."

Das Präsidium der Universität Lübeck fährt am Mittwoch zur Landesregierung, um über die Planungen zu sprechen. In Lübeck hofft man, dass sich das Ergebnis noch im Rahmen der Diskussionen in den Fraktionen ändern kann. Am Donnerstag will man sich offiziell auf einer Pressekonferenz äußern. Zur Zeit wird ungefähr die Hälfte der 2600 Studenten an der Uni Lübeck in Medizin ausgebildet.

Gleichzeitig soll die Uniklinik auf die Privatisierung vorbereitet werden. "Vor dem Hintergrund der geltenden Vereinbarung zwischen dem UK S-H, dem Land und ver.di werden die rechtlichen Möglichkeiten geprüft und eine materielle Privatisierung des UK S-H vorbereitet", so die Kommission. Der Sanierungsstau in Höhe von einer Milliarde Euro soll von einem privaten Investor beseitigt werden.
http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=61281
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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Re:Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #18 am: 21:34:25 Sa. 09.Oktober 2010 »
Zitat
Uniklinik Schleswig-Holstein
Krankenhaus im Wachkoma
Eigentlich wollte die Kieler Landesregierung Ende August klarstellen, was aus dem defizitären landeseigenen Universitätsklinikum wird. Die Entscheidung wurde aber noch einmal vertagt, die erwartete Privatisierung scheint inzwischen nicht mehr so zwingend.
von Dirk Schnack

Rauf auf die Tagesordnung - und kurzfristig wieder runter: Die Zukunft des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H) ist wieder einmal vertagt worden. Eigentlich sollte die jüngste Kabinettssitzung der Kieler Landesregierung Klarheit darüber bringen, ob, wann und wie das Klinikum privatisiert wird. Doch an der Küste geht das Rätselraten weiter. Wie will man schwarze Zahlen schreiben und vor allem: Wie soll der immense Investitionsstau abgebaut werden?
Fest steht derzeit nur, dass das Land nicht das Geld hat, das defizitäre Uniklinikum wirtschaftlich zu machen, etwa zur Instandsetzung maroder Gebäude und für Neubauten, um eine über Jahrzehnte gewachsene Infrastruktur aufzubrechen. Derzeit gibt die Kieler Klinik viel aus, etwa für den Transport von Patienten und Laborproben, weil die weiten Wege von einem Klinikgebäude zum nächsten dies erfordern.

Das war anderswo lange nicht anders, in Greifswald zum Beispiel. Im Gegensatz zu Schleswig-Holstein hat die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern sich aber vor Jahren zu einem Neubau entschlossen und in Greifswald ein modernes Uniklinikum errichten lassen, ohne lange Transportwege. Die Folge ist ein wirtschaftlich geführtes Haus, das nicht am Tropf der Landeskasse hängt.

Klinikkonzerne scharren mit den Hufen

Es ist kein Geheimnis, dass wichtige Vertreter der Landesregierung Schleswig-Holstein lieber heute als morgen privatisieren möchten, um das Risiko weiterer Verluste zu vermeiden. Fest steht auch: Das Who's who der privaten deutschen Klinikkonzerne steht bereit, um den Norddeutschen aus der Klemme zu helfen. Das Universitätsklinikum mit den Standorten in Kiel und Lübeck würde bestens in das Portfolio von Rhön, Helios, Sana und Co. passen. Rhön-Chef Wolfgang Pföhler sagt: "Wenn das Land das Klinikum verkaufen möchte, könnten wir uns vorstellen, in eine Prüfung einzutreten." Er verweist auf eine Kapitalerhöhung vom vergangenen Jahr, die seinen Konzern in die Lage versetzt hat, nach Gießen/Marburg eine weitere Uniklinik zu übernehmen. "Wir haben auch die Umstrukturierungsexpertise und die Erfahrung", wirbt Pföhler.
Bei Helios mag man sich derzeit an Spekulationen zur Übernahme des UK S-H nicht beteiligen, obwohl der Konzern im Norden immer wieder als Interessent genannt wird. Helios-Chef Francesco de Meo hat mit Äußerungen in der Lokalpresse selbst dafür gesorgt. Auch Sana macht kein Geheimnis daraus, dass Universitätskliniken für das Unternehmen grundsätzlich interessant sind.

Verdi fürchtet Tarifbruch

Derzeit wird spekuliert, wann das Land das für eine Privatisierung erforderliche Interessenbekundungsverfahren auf den Weg bringt. Größtes Hindernis ist eine selbst gemachte Zusage. Nach Meinung vieler Beschäftigter und der Gewerkschaft Verdi wäre eine Privatisierung ein Tarifbruch. Steffen Kühhirt, Landesfachbereichsleiter der Gewerkschaft im Norden, verweist auf Zusagen der Landesregierung, bis 2015 weder zu privatisieren noch zu kündigen. Dafür haben die Beschäftigten seit Beginn der Sanierungsphase im Jahr 2005 auf insgesamt rund 100 Mio. Euro verzichtet. "Wir würden juristisch und politisch gegen einen solchen Tarifbruch vorgehen. Das Land muss sich an selbst unterzeichnete Verträge halten", fordert Kühhirt.

Er wirft den Politikern vor, in Sachen UK S-H jahrelang und parteiübergreifend die Hausaufgaben nicht gemacht und die Mittel für die erforderlichen Investitionen nicht bewilligt zu haben. Zugleich verweist er auf das Signal, das von einer Privatisierung des einzigen Maximalversorgers im ganzen Bundesland ausgehen würde: Die jetzt noch ausgewogene Mischung zwischen privaten, öffentlichen und freigemeinnützigen Trägern wäre in Gefahr, weil nach der UK-S-H-Privatisierung auch die anderen öffentlichen Träger wohl nicht länger mit dem Verkauf ihrer Kliniken zögern würden, vermutet Kühhirt.

Als Gewerkschaftler ist Kühhirt gegen Privatisierung, weil er Arbeitsplatzabbau, Mehrarbeit und weitere schlechtere Konditionen für die Beschäftigten fürchtet. Bestätigt sieht er sich durch Erfahrungen etwa in der Übernahme des früheren Landesbetriebs Krankenhäuser in Hamburg durch Asklepios. Auch die Konditionen für die Beschäftigten nach der Privatisierung von Gießen und Marburg stellen ihn nicht zufrieden: "Da hat Rhön kein Glanzstück hingelegt." Helios und Sana dagegen bescheinigt er faire Bedingungen in den Tarifverträgen und in der Mitbestimmung.

Der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) sieht dagegen auch Chancen in einer Privatisierung. "Mit privatem Kapital kann der Geldmangel für Investitionen zeitweilig überbrückt werden. Diese Problematik ist in Schleswig-Holstein evident", sagt VUD-Generalsekretär Rüdiger Strehl. Eine Privatisierung könnte aus seiner Sicht die Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit deutlich erhöhen - nach innen gegenüber Klinikleitern und nach außen gegenüber der Ministerialebene.

Strehl warnt aber zugleich vor den Risiken. Etwa, wenn die Privatisierung nicht radikal genug vollzogen wird, sprich bei einer privaten Beteiligung: "Jeder Partner eines privaten Investors muss sich im Klaren darüber sein, dass für Kapitaldienste und Renditeerwartungen zwischen zehn und 15 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet werden müssen." Dies setze eine Unternehmensführung voraus, die die Krankenversorgung berühren und negative Auswirkungen auf Forschung und Lehre haben könnte. Gerade in Schleswig-Holstein, wo zwei Universitäten, zwei Fakultäten und die Interventionsmöglichkeit des Ministeriums eine straffe Führung erschweren, könnte Halbherzigkeit die Wirkung einer Privatisierung rasch behindern.

Alternativkonzept: Teilprivatisierung

Dennoch verfolgt der derzeitige UK-S-H-Vorstand um den Anästhesisten Jens Scholz ein unter Verschluss gehaltenes Alternativkonzept. Damit soll eine Übernahme verhindert, aber die Beteiligung privater Firmen zugelassen werden. Mithilfe des privaten Kapitals soll die Infrastruktur so verbessert werden, dass ein wirtschaftlicher Betrieb möglich wird. Im Gegenzug wären aus den Ergebnissen die Renditeerwartungen der privaten Geldgeber zu bedienen.

Für das Konzept spricht, dass die Renditeerwartungen des Klinikums sich auf mittlere Sicht verbessern. Derzeit bekommen die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich noch die niedrigste Vergütung. Die Preise für Klinikleistungen werden aber nach und nach angeglichen, sodass auch das UK S-H bessere Erlöse erzielen wird.

Mit einer Privatisierung würde das Land nicht alle Kosten los


Warum also sollte noch privatisiert und damit gegen geltende Tarifverträge verstoßen werden, zumal, da schwarze Zahlen auch unter eigener Regie möglich scheinen? Dies fragen sich derzeit offenbar auch einige Politiker in der Landesregierung. Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU), der sich noch vor wenigen Wochen dafür ausgesprochen hatte, eine Privatisierung vor 2015 zu prüfen, wollte dies jetzt nicht mehr bestätigen.

Bei der Privatisierungsdebatte wird häufig ausgeblendet, dass das Land auch nach einem Verkauf weiter Geld aufbringen muss. Denn für Forschung und Lehre bliebe es in der Pflicht - immerhin mit einem dreistelligen Millionenbetrag jährlich. Kühhirt zeigt Sympathien für die Alternative aus dem Klinikvorstand, vermutet aber, dass die Landesregierung die Privatisierung vorzieht.
http://www.ftd.de/unternehmen/handel-dienstleister/gesundheitswirtschaft/:uniklinik-schleswig-holstein-krankenhaus-im-wachkoma/50170419.html

Kuddel

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Re:Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #19 am: 14:14:04 Mi. 06.April 2011 »
Zitat
Uni-Klinikum:
Streik ist nicht mehr ausgeschlossen

Kiel - Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) ist im Umbruch: Jetzt verhandeln ver.di und das UKSH über Lohnerhöhungen, die ver.di-Forderung liegt bei sieben Prozent. Ein Streik der UKSH-Pflegekräfte wird nicht ausgeschlossen.


Ein Streik der UKSH-Pflegekräfte werde bei ver.di nicht ausgeschlossen, wenn die Verhandlungen ins Leere laufen, erklärte die Fachbereichsleiterin Eva Schleifenbaum.

Unberührt von dem Ende des Vertrages bleibt die Vereinbarung, dass das  UKSH nicht vor 2015 privatisiert werden soll. Derzeit aber läuft das Markterkundungsverfahren, in dem ausgelotet werden soll, ob private Investoren sich für das fusionierte Klinikum interessieren und wie man die Bausubstanz trotz leerer öffentlicher Kassen mit erneuern oder ersetzen kann. Denn der Bauzustand in einigen Kliniken ist teilweise so, dass die Patientenversorgung tangiert zu werden droht.

Auch deshalb hatten Klinikdirektoren in den vergangenen Wochen aus Kiel und Lübeck bei Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) Alarm geschlagen. An einer vorderen Stelle der Forderungen, die von Ministerium, UKSH-Vorstand, Klinikchefs und den Mitarbeitern getragen werden, steht ein Zentralklinikum in Kiel.

Im Personalrat heißt es, die „Mitarbeiter gingen zum Teil auf dem Zahnfleisch“, einig ist man sich aber auf allen Ebenen, dass die Patientenversorgung aktuell noch gewährleistet sei. Bei einem Runden Tisch  mit Klinikdirektoren, den Staatssekretären für Wissenschaft, Gesundheit und Finanzen sowie Vertretern der Medizinischen Fakultäten Kiels und Lübecks forderten die Klinikchefs deutlich langfristige Planungssicherheit, um die Versorgung auch weiter sichern zu können.
http://www.kn-online.de/schleswig_holstein/landespolitik/226001-Uni-Klinikum-Streik-ist-nicht-mehr-ausgeschlossen.html

Kuddel

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Re:Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #20 am: 19:41:28 Do. 10.Mai 2012 »
Zitat
Ganztägiger Streik am Uniklinikum

Die Gewerkschaft Ver.di hat für Donnerstag zu einem ganztägigen Warnstreik am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) aufgerufen. Betroffen seien die beiden Standorte Lübeck und Kiel, teilte Ver.di am Dienstag mit. In der laufenden Tarifauseinandersetzung will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen - einen Tag bevor die Tarifverhandlungen am Freitag in Lübeck in der 5. Verhandlungsrunde fortgesetzt werden. Ver.di fordert für die rund 6500 Klinikbeschäftigten wie Krankenschwestern, Pfleger und Verwaltungskräfte sieben Prozent mehr Lohn und höhere Schichtzulagen. Zudem sollen Bereitschaftsdienste als Arbeitszeit vergütet werden. Die Arbeitgeber hätten 2,7 Prozent mehr Lohn angeboten, für 2013 dann einen Betrag in "nennenswerter Höhe" und für 2014 eine Steigerung um 1,4 Prozent. Vom Warnstreik seien alle Bereiche und Stationen des Klinikums sowie die Tochtergesellschaften und die Betriebskindergärten betroffen, hieß es. In Kiel beginnt der Streik um 5.45 Uhr, in Lübeck um 6 Uhr.
http://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article106274755/Ganztaegiger-Streik-am-Uniklinikum.html

Kuddel

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Re:Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #21 am: 20:12:32 Do. 17.Juli 2014 »
Zitat
An der Uni-Klinik droht ein Streik

Wie die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) mitteilt, hat am Dienstag die große Tarifkommission einstimmig beschlossen, das Scheitern der Verhandlungen zu erklären und die Urabstimmung im UK SH einzuleiten, nachdem gestern die 4. Verhandlungsrunde am UK SH nach einer Stunde ohne Ergebnis beendet wurde.

Damit wird die Grundlage für unbefristete Arbeitskampfmaßnahmen geschaffen. Die Urabstimmung findet vom 28. bis zum 30. Juli 2014 statt. Sollten sich mehr als 75 Prozent der ver.di Mitglieder dabei für einen Arbeitskampf entscheiden, sind dann unbefristete Streiks möglich.

"Die Arbeitgeber haben die Chance vertan, diesen Tarifvertrag vor dem Sommer in trockene Tücher zu bringen und zwingen uns nun auf diesen Weg", so Steffen Kühhirt, Verhandlungsführer von ver.di Nord.

"Wer in vier Verhandlungsrunden zu keinem Kompromiss bereit ist, muss sich gefallen lassen, dass nun auch die Beschäftigten die Samthandschuhe ablegen", so Kühhirt weiter.

Das Ergebnis der Urabstimmung wird am 31. Juli bekannt gegeben.

ver.di Nord fordert:
- Vollumfängliche Übernahme des Tarifergebnisses TVÖD 2014 / 2015
- 30 Tage Urlaub für alle
- Belastbare Regelung der Auszubildenden nach erfolgreicher Ausbildung
- Mehrjährige Beschäftigungssicherung für bedrohte Bereiche (FM).

http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=92730

Kuddel

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Re:Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #22 am: 17:53:35 Do. 31.Juli 2014 »
Zitat
UKSH-Mitarbeiter stimmen für Streik

Mitarbeiter des Universitätsklinikums in Kiel und Lübeck stimmten in einer Urabstimmung für den Streik.


Dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein drohen nach Angaben der Gewerkschaft Verdi "ab sofort" Streiks. Bei der Urabstimmung hätten rund 97,6 Prozent der Mitglieder für Arbeitsniederlegungen gestimmt, teilte Verdi-Sprecher Frank Schischefsky nach dem Auszählen der Stimmen mit. Nähere Angaben über die geplanten Arbeitskampfmaßnahmen machte der Gewerkschaftssprecher zunächst nicht. Gestern hatte der Aufsichtsrat des UKSH beschlossen, dass die Klinik in den Flächentarifvertrag der Länder zurückkehren soll. Bisher gilt ein Haustarifvertrag, der von Verdi als völlig unzureichend kritisiert wird.

Ver.di empört über Landesregierung

Über die Entscheidung des Aufsichtsrats, in dem Vertreter der Landesregierung sitzen, ist Ver.di empört. Die Gewerkschaft fühlt sich von der SPD-geführten Landesregierung hintergangen. Sie wirft ihr Einmischung in die Tarifautonomie vor. "Das ist ein Tabubruch, den ich einer sozialdemokratisch geführten Landesregierung nicht zugetraut hätte", sagte Schischefsky. Mit Verdi sei darüber nicht gesprochen worden. Er bezweifelte, dass nach dem Wechsel des Tarifsvertrags ein Streik nicht mehr zulässig sein soll. Es sei etwa noch völlig unklar, ob in Zukunft auch für die knapp 2.700 Beschäftigten in den Tochter- und Service-Unternehmen des UKSH die Arbeitsbedingungen des Flächentarifvertrags der Länder gelten sollen, sagte Schischefsky.
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/UKSH-Mitarbeiter-stimmen-fuer-Streik,uksh222.html

Kuddel

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Re:Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #23 am: 19:58:03 Mo. 04.August 2014 »
Zitat
Streik an der Uni-Klinik
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) ruft am Dienstag, 5. August 2014, zu einem Streik am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein auf. Betroffen sind die Standorte Kiel und Lübeck.


Zusätzlich wird es unter dem Motto " Wir schäumen vor Wut", eine Demonstration und Protestkundgebung gegen das Handeln der Landesregierung geben. Betroffen von der Arbeitsniederlegung sind die Schichten vom Frühdienst bis zur Spätschicht. Der Nachtdienst ist nicht betroffen. Die Streikenden aus Kiel und Lübeck treffen sich zu einem Streikfrühstück im Legienhof.

"Das ist die erste Reaktion auf die Art und Weise wie das UK-SH und die Landesregierung mit der laufenden Tarifrunde umgehen. Kein Einigungswille, Tarifdiktat, Einmischung in die Tarifautonomie durch die Regierung von Ministerpräsident Albig und das alles von langer Hand vorbereitet, dass sind Gründe genug, auch in der Sommerpause vor das Landeshaus zu marschieren, so Frank Schischefsky, Sprecher von ver.di Nord.

"Es kann durch die Streiks zu erheblichen Einschränkungen im Regelbetrieb des UK-SH kommen. Es kann auch zu Verschiebungen von Terminen kommen. Klar ist, es gibt Notdienstvereinbarungen und durch einen Arbeitskampf wird kein Mensch zu Schaden kommen", so Schischefsk weiter.

Die Protestveranstaltung beginnt um 11 Uhr vor dem Kieler Gewerkschaftshaus. Ein Demozug wird sich dann in Richtung Landeshaus in Bewegung setzen, der dort mit einer kurzen Kundgebung enden wird.
http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=93044

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Re:Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #24 am: 19:56:37 Sa. 27.September 2014 »
Mal eben den Arbeitgeberverband wechseln und damit einen Streik aushebeln, das klingt so wie wenn der Verkäufer nach einem Einkauf mal eben die AGB ohne zu fragen wechselt und dann höhere Versandkosten reklamiert.

ver.di hat angeblich so etwas “von einer sozialdemokratischen Landesregierung nie erwartet”. Näher an der Wahrheit wäre wohl eher, dass man genau so etwas insbesondere von einer SPD-Regierung erwarten muss.

http://kielkontrovers.wordpress.com/2014/08/07/uksh-das-spd-ei/

Kuddel

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Re:Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #25 am: 17:48:30 Fr. 06.Februar 2015 »
Zitat
Kiel und Lübeck : Uniklinik kündigt 1000 Krankenschwestern
vom 5. Dezember 2014
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Verträge des UKSH mit dem Roten Kreuz werden 2016 nicht verlängert. 770 Pflegekräfte und 220 Auszubildende sind betroffen. Die Vorsitzende der Schwesterschaft gibt jedoch nicht auf.

Es ist eine bittere Nachricht kurz vor Weihnachten für die Angestellten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK): 500 vollzeitbeschäftigte Pflegekräfte sollen ab 2016 nicht mehr für die DRK-Schwesternschaften im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) arbeiten. Das bestätigte gestern UKSH-Sprecher Oliver Grieve: „Wir wollen nicht mehr auf gestellte Arbeitskräfte des DRK angewiesen sein. Zum 31.12.2015 kündigen wir den Vertrag.“
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Damit geht eine langjährige Tradition zu Ende. Seit mehr als 100 Jahren arbeiten Pflegekräfte der Rotkreuzschwestern in Kiel und Lübeck für das UKSH. Für sie kam die Entscheidung der Klinik völlig unerwartet. „Zwar wurden die Verträge in der Vergangenheit immer wieder neu geschlossen, aber jetzt hat der Vorstand signalisiert, dass es keinen Verhandlungsspielraum gibt“, sagte Oberin Maria Lüdeke, Vorsitzende der DRK-Heinrich-Schwesternschaft in Kiel.

Insgesamt seien 770 Fachkräfte und 220 Auszubildende betroffen. Das UKSH kündigte an, dass letztere ihre Ausbildung über die gesetzte Frist hinaus im Klinikum beenden können. Die restlichen Pflegekräfte bleiben beim DRK beschäftigt und verteilen sich auf andere Kooperationspartner. „Viele Kliniken in Schleswig-Holstein haben mit den Schwesternschaften Gestellungsverträge“, so Lüdeke. Auch bundesweit gebe es Partner.

Für die vielen betroffenen Mitglieder neue adäquate Plätze zu finden, sei jedoch eine Herausforderung. Aber auch das UKSH stehe in Zeiten des Fachkräftemangels vor dem Problem, die entstandene Personallücke zu füllen. Maria Lüdeke hofft deshalb, dass der Vorstand einlenkt und sich auf einen Kompromiss einlässt. „Bislang haben wir immer einen Weg gefunden.“

Eine Einschätzung, die UKSH-Sprecher Oliver Grieve nicht teilt: „Wir schätzen die DRK-Mitarbeiter sehr. Aber wir bezahlen für sie bisher keine marktüblichen Preise. Verhandlungen blieben hier seit Jahren erfolglos.“ Das Universitätsklinikum entlohne die Rotkreuzschwestern nach Tarif, wie seine anderen Angestellten auch. Hinzu komme jedoch eine jährliche Verwaltungskostenpauschale des DRK in Höhe von 400.000 Euro. Zu hoch für den UKSH-Vorstand. „Wir sind dazu aufgefordert, unsere ökonomische Situation zu verbessern, nicht die des DRK“, begründet Grieve die Entscheidung.

Die finanzielle Schieflage des UKSH sorgt immer wieder für Aufsehen. Für 2014 erwartet das Unternehmen mit etwa 12.440 Angestellten ein Minus von über 30 Millionen Euro. Der Schuldenberg des Klinikums würde damit auf mehr als 250 Millionen Euro anwachsen. Gleichzeitig steht mit der Sanierung der Standorte Kiel und Lübeck ein Großprojekt an.

Der UKSH-Vorstandsvorsitzende Jens Scholz sei bei den Sparbemühungen jetzt über das Ziel hinausgeschossen, kritisierte der Fraktionsvorsitzende der Piraten Torge Schmidt. „Wie der UKSH-Vorstand nach der Kündigung des Gestellungsvertrags mit dem DRK den Wegfall von Pflegekräften kompensieren will, ohne dass es zu einer weiteren Arbeitsverdichtung für das verbleibende Personal kommt, muss Herr Scholz erklären.“

Diese Kritik weist Oliver Grieve vehement zurück: „Die Stellen werden eins zu eins neu besetzt – nur nicht über die teuren DRK-Verträge. Wir freuen uns über motivierte Bewerber.“ Entsprechende Stellenausschreibungen seien in Vorbereitung.

Zwar sei die Mitgliedschaft bei den DRK-Schwesternschaften freiwillig, Oberin Maria Lüdeke will davon jedoch nicht sprechen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kooperation beendet wird“, sagt sie. Die Oberin will sich deshalb heute noch einmal mit dem Vorstand des UKSH treffen.
http://www.shz.de/schleswig-holstein/politik/uniklinik-kuendigt-1000-krankenschwestern-id8375761.html

Zitat
Lübeck
DRK legt neue Zahlen vor
Die Kündigung der Schwestern sei teurer fürs UKSH.




Lübeck. Der Streit um die Kündigung der Rot-Kreuz-Schwestern am Uniklinikum (UKSH) geht weiter. UKSH-Chef Jens Scholz hat den knapp 1000 DRK-Schwestern zum Ende des Jahres gekündigt. Er will dadurch 400 000 Euro im Jahr sparen und die Schwestern direkt am Klinikum anstellen. Doch die Oberinnen der DRK-Schwesternschaften wehren sich - und legen jetzt Zahlen vor. „Mehrkosten von mindestens 250 000 Euro im Jahr werden auf das UKSH zukommen“, sagt Oberin Maria Lüdeke. Das habe eine unabhängige Unternehmensberatung errechnet.

„Man kann Ersparnisse, Gewinne und Kosten nicht in der verkürzten Form wiedergeben, wie Herr Scholz dies tut“, kritisiert Lüdeke. Ihre Rechnung: Das UKSH müsste die Schwestern selbst verwalten und mehr Personal einstellen (300000 Euro). Die Altersversorgung werde teurer (230000 Euro). Das UKSH müsste Pauschalsteuern zahlen, die das DRK als Verein nicht entrichten muss (110000 Euro).



Einsparen würde das UKSH die Verwaltungspauschale an die DRK-Schwestern von 390000 Euro. Das macht Mehrkosten von 250000 Euro für das UKSH. „Ist die Kündigung der DRK-Verträge nur ein Vorwand oder hat sich Herr Scholz verrechnet?“, fragt Lüdeke.

Ein UKSH-Sprecher bezeichnet die Rechnung als falsch. Wären die Schwestern beim Klinikum angestellt, fiele für die Personalverwaltung kein Cent zusätzlich an. Es werde keine neuen Verhandlungen mit dem DRK geben.
http://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/DRK-legt-neue-Zahlen-vor



Zitat
DRK-Schwestern machen ihrem Ärger Luft

Der Konflikt um die Kündigung der sogenannten Gestellungsverträge für 1.000 Pflegekräfte des DRK durch das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) hält an. Mehr als 150 Schwestern demonstrierten am Donnerstag vor dem Kieler Landeshaus erneut für eine Wiederaufnahme von Verhandlungen. Parallel dazu befasste sich der Sozialausschuss des Parlaments mit dem Thema. Unter dem Strich kamen beide Seiten nicht auf einen Nenner.


UKSH: Kündigung wegen hoher Kosten

Das UKSH hatte die Kündigung mit hohen Kosten begründet. Bisher sind die Schwestern Mitglieder in den Vereinen des Deutschen Roten Kreuzes und werden von diesen bezahlt. Das Klinikum will die Schwestern direkt bei sich anstellen, um damit Kosten zu senken und leichteren Zugriff auf das Personal zu haben.

Schwestern wollen Perspektive

Nach Angaben der DRK-Schwesternschaften gehen bei ihnen täglich neue Jobangebote norddeutscher Kliniken und Träger ein. Dem Uni-Klinikum drohten damit große Engpässe, weil der Markt qualifizierter Pflegekräfte leer sei, hieß es. Mit Losungen auf Transparenten wie "Wo bleibt die Perspektive?", machten die Schwestern ihren Unmut deutlich.

Weiter viele offene Fragen

Für die Landtagsabgeordneten blieben auch nach der Sitzung des Sozialausschusses Fragen offen. Anita Klahn von der FDP verwies darauf, dass UKSH Chef Scholz kein eigenständiger Unternehmer ist, sondern für das Land die Geschäfte führt. Ihrer Meinung nach sollte sich daher der Landtag mit der Frage befassen, ob es richtig ist, in dieser Form mit dem DRK umzugehen. Von der CDU wurde die Forderung laut, den Gestellungsvertrag fortzuführen und alle an einen Verhandlungstisch zu setzen. Das UKSH müsse sein Versprechen einhalten, dass alle Schwestern zu gleichen Bedingungen übernommen werden können, forderte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Heinemann.
http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/DRK-Schwestern-machen-ihrem-Aerger-Luft-,drkschwestern100.html

Fritz Linow

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Re:Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #26 am: 23:45:19 Fr. 08.Mai 2015 »
Auch die Azubis an der UKSH Akademie sind abgenervt. In diesem Filmchen wird ganz gut beschrieben, was so die Probleme sind. Besonders schön ist das Gespräch mit der Pressebirne von Jens Scholz, dem Oberfuzzi vom UKSH. (Außerdem erklärt es irgendwie, warum der SDAJ, der verantwortlich für den Film ist, sich mittlerweile im DGB-Gewerkschaftshaus unter den Fittichen von ver.di trifft und auch so recht präsent am 1.Mai war.) Trotzdem informativ und gut gemacht:

https://www.youtube.com/watch?v=_HWYdQJvMFw  

Fritz Linow

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Re:Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #27 am: 11:20:28 Do. 12.November 2015 »
Am UKSH stehen die Zeichen auf Streik bei den Servicekräften, zumindest wenn man der Gewerkschaft der Servicekräfte (GDS) Glauben schenken mag:

Zitat
Nachdem am gestrigen Montag die nächste Verhandlungsrunde zur Beschäftigungssicherung und Altersteilzeit in Kiel stattgefunden hat, wurde der nächste Verhandlungstermin für den 11.11.2015 abgesagt.
 
 Die Arbeitgeberseite bewegte sich kaum und unterbreitete uns zwar ein neues Angebot, welches sich aber kaum vom vorherigen Vorschlag unterschied.
 
Zeitnah wird nun die Tarifkommission der GDS zusammenkommen und darüber beraten, ob die Verhandlungen als gescheitert zu betrachten sind! Dies würde bedeuten, dass in Kürze Arbeitskampfmaßnahmen eingeleitet werden.
 
Die Verantwortung dafür trägt allein die Arbeitgeberseite - die in den Verhandlungen zur Beschäftigungssicherung nur ihre Ansichten durchsetzen möchte! Auch die Zusage - auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten - reicht nicht, wenn durch die Hintertür ein Arbeitsplatzabbau durch Arbeitszeitverkürzungen stattfinden wird.

http://gds-kiel.de/g-d-s/149-tarifrunde-2015-zukunftssicherung-tarifinformation-n%C2%B0-10.html

Kuddel

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Re:Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #28 am: 10:29:06 Do. 26.Mai 2016 »
Belegschaft der Unikliniken Kiel und Lübeck

Stimmen aus der Gesundheitsindustrie


https://uksh-blog.netzwerkit.de/

xyu

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Re:Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #29 am: 04:34:06 Sa. 10.Dezember 2016 »
in einem berliner betriebsflugblatt heisst es:

“Personalmangel kann tödlich sein

Was haben das Universitätskrankenhaus Kiel und die Charité gemeinsam? Personalmangel. Leider kann ein kleiner Patient mit einer sehr seltenen Krankheit nicht von der Charité nach Kiel, zum einzigen Spezialisten deutschlandweit, verlegt werden. Der Grund: „Kapazitätsengpässe“. Was sollen wir dazu noch sagen?”

Quelle: http://sozialistische-arbeiterstimme.org/spip.php?article1249