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Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

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Kuddel:
Hier mal nachträglich ein Foto von unserer Plakataktion...

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Kuddel:

--- Zitat ---UKSH: Am Montag soll über den Verkauf entschieden werden

Lübeck - Überraschend schnell soll jetzt der Teilverkauf der Service GmbH und der IT-Abteilung am Uniklinikum (UKSH) über die Bühne gehen. Die Personalräte protestieren.

Bei den Personalräten herrscht Alarmstufe rot. In sechs Tagen sollen Teile des Uniklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) privatisiert werden. Betroffen davon sind insgesamt 1600 Beschäftigte.

„Es geht nur darum, 2010 eine schwarze Null zu schreiben“, kritisiert Personalrat Burkhard Heinrich. Seiner Ansicht nach soll „mit einem Einmaleffekt die Bilanz des UKSH verschönert werden“. Denn durch den Verkauf von 49 Prozent der Anteile der Service GmbH erhofft sich der UKSH-Vorstand fünf Millionen Euro an Einnahmen, die bereits in den Wirtschaftsplan eingestellt sind. Der Anteilsverkauf der IT-Abteilung soll ebenfalls noch einmal mehrere Millionen Euro in die Kassen spülen. Damit könnte das UKSH aus den roten Zahlen kommen. 2008 hatte das Uniklinikum noch 8,5 Millionen Euro Miese eingefahren. UKSH-Sprecher Oliver Grieve wehrt sich gegen den Vorwurf der schnöden Bilanzverbesserung: „Es wird eine nachhaltige Ergebnisverbesserung geben.“ Der Gewinn werde für das UKSH und die Mitarbeiter da sein.

Ver.di-Gewerkschaftssekretär Steffen Kühhirt glaubt das nicht und legt nach. „Das Verfahren ist unglaubwürdig.“ Zwar beteuere der Vorstand, dass er die Mitarbeiter des UKSH nicht verlieren wolle, dabei habe er bis vor kurzem aber Tarifverhandlungen zur Sicherung der Arbeitsplätze abgelehnt. Erst morgen hat er ein Gespräch mit Vorstandschef Professor Jens Scholz.

Kühhirt fürchtet, dass nach einem Teilverkauf die Beschäftigten zu „Billiglöhnen“ arbeiten müssen. Zwar nicht sofort, sondern nach Ablauf einer Frist. Die geplanten Verträge sehen vor, dass die betroffenen Mitarbeiter zwar zunächst beim UKSH verbleiben, sie aber an die neuen Firmen ausgeliehen werden. Dieser Personalgestellungsvertrag ist auf fünf Jahre befristet. Danach ist die Zukunft der Beschäftigten offen.

Deshalb machen die Arbeitnehmervertreter jetzt mobil. Bei einer Personalversammlung auf dem Lübecker Campus gestern im Transitorium wurden die Beschäftigten informiert, morgen gibt es in Kiel ebenfalls eine Veranstaltung.

Die Personalräte rufen zu einer aktiven Mittagspause am Montag zwischen 12 und 13 Uhr auf. Sie wollen eine Absicherung der Beschäftigten bis zur Rente, ein Rückkehrrecht ans UKSH und einen Tarifvertrag. Bis diese Dinge nicht geklärt sind, heißt die Forderung von Personalrat Heinrich an die Aufsichtsräte: dem Teilverkauf nicht zustimmen.

Der Aufsichtsrat des UKSH tagt am Montag, 16. November, um 17 Uhr in der Brunswiker Straße 10 in Kiel. Auf der Tagesordnung steht die Teilprivatisierung der Service GmbH und der IT-Abteilung. Sie soll in zwei Firmen umgewandelt werden: in „UK-SH Gf IT GmbH“ und in „UK-SH IT GmbH“. In der einen Gesellschaften werden die Sachwerte wie Computer eingebracht, in der anderen die Beschäftigten. Und es soll einen Managementvertrag für die Medizintechnik geben. Das heißt: Die Führungsebene wird von einer externen Firma gestellt, die Mitarbeiter bleiben beim UKSH.
Von Josephine von Zastrow
--- Ende Zitat ---
http://www.ln-online.de/regional/2688371



--- Zitat ---UKSH-Mitarbeiter demonstrieren gegen Teilprivatisierung

Lübeck - Aufstand der Klinik-Mitarbeiter: Mehr als 150 Beschäftigte des Uniklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) demonstrierten heute vor dem Zentralklinikum am Campus Lübeck gegen die Teilprivatisierung.

Betroffen von dem Teilverkauf sind 1600 Mitarbeiter des UKSH, dem größte Arbeitgeber des Landes. „Der Private bringt seine eigenen Löhne mit“, fasst Ver.di-Gewerkschaftssekretär Steffen Kühhirt die Befürchtungen der Mitarbeiter zusammen.

Personalrat Burkhard Heinrich: „ Der Verkauf dient nur dazu, am 30. Juni 2010 eine schwarze Null in die Bilanz schreiben zu können.“ Er kritisiert, dass es der verkauf nur ein Einmaleffekt bedeutet, es aber keine langfristige Wirtschaftlichkeitsberechnung gibt. „Der Steuerzahler wird weiter Geld in das UKSH pumpen müssen.“

Die erst 2005 ausgegründete Service GmBH, eine 100 prozentige Tochter des UKSH, soll zu 49 Prozent verkauft werden. Auch die IT-Abteilung soll zu 49 Prozent veräußert werden - und die Medizintechnik am UKSH bekommt einen Managementvertrag mit einem privaten Unternehmen. Heute um 17 Uhr entscheidet der Aufsichtsrat des UKSH über die Teilprivatisierung. jvz
--- Ende Zitat ---
http://www.ln-online.de/regional/2691053


--- Zitat ---Jansen: Schwarzer Tag für UKSH-Beschäftigte

Antje Jansen, Lübecker Abgeordnete der Linken im Kieler Landtag, zeigt sich über die Teilprivatisierungen an der Uniklinik empört: "Ich bin enttäuscht und wütend ­ mit einem Federstrich, werden 60 Arbeitsplätze abgebaut."

Antje Jansen geht davon aus, dass diese Teilprivatisierung der erste Schritt ist, um weitere Privatisierungen im Bereich UKSH voranzutreiben. "Hier wird ein weiteres Mal dem Lohndumping Tür und Hof geöffnet, was nicht nur auf Kosten der Beschäftigten geht. Auch die Bevölkerung wird unter schlechteren Standards in der medizinischen Versorgung leiden; Gesundheit verkommt zur Ware."

"Was hier von der CDU/FDP Koalition betrieben wird ist destruktiv, unsolidarisch und ohne Fingerspitzengefühl. Kurzum: Politik mit der Brechstange. Das haben die WählerInnen sicherlich nicht gewollt", resümiert Antje Jansen.
Antje Jansen spricht bei den Privatisierungen an der Uniklinik von Politik mit der Brechstange.   
--- Ende Zitat ---
http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=57042



--- Zitat ---Verkauf - Aufsichtsrat des UKSH stimmt Teilprivatisierung zu
17.11.09
In den zum Verkauf stehenden Bereichen sind 650 Menschen beschäftigt, wie ein Sprecher auf ddp-Anfrage sagte Weil das UK S-H 51%Prozent der Anteile an den neuen Gesellschaften halte, seien die Mitarbeiter tariflich abgesichert.Die Beschäftigten der betroffenen Bereiche wie Küche, Technik und Gärtnerei hatten am Montag im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung gegen die Pläne protestiert Befürchtet werden Gehaltseinbußen und der Abbau von Arbeitsplätzen. Der Aufsichtsrat des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H) hat am späten Montagabend der geplanten Teilprivatisierung zugestimmt. Das Gremium billigte mehrheitlich die Vorstandspläne zum Verkauf von 49 Prozent der Anteile an der UK S-H Service GmbH und der IT-Abteilung für einen Zeitraum von fünf Jahren, wie das UK S-H in Kiel mitteilte. Neben Erlösen in Millionenhöhe erwartet das Klinikum durch einen Verkauf der Anteile Einsparungen in Höhe von rund zehn Millionen Euro.

In den zum Verkauf stehenden Bereichen sind 650 Menschen beschäftigt, wie ein Sprecher auf ddp-Anfrage sagte. Weil das UK S-H 51%Prozent der Anteile an den neuen Gesellschaften halte, seien die Mitarbeiter tariflich abgesichert.

Die Beschäftigten der betroffenen Bereiche wie Küche, Technik und Gärtnerei hatten am Montag im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung gegen die Pläne protestiert. Befürchtet werden Gehaltseinbußen und der Abbau von Arbeitsplätzen. Den Verkaufsplänen müssen noch das Wirtschafts- und das Finanzministerium zustimmen. Das UK S-H beschäftigt an den beiden Standorten Kiel und Lübeck insgesamt 10 000 Menschen.

ddp/akl/muc
--- Ende Zitat ---

Url zum Artikel: http://www.ad-hoc-news.de/verkauf-aufsichtsrat-des-uksh-stimmt-teilprivatisierung-zu--/de/Politik/20713448


--- Zitat ---Linke strikt gegen Privatisierungen an der Uniklinik

Der geplante Verkauf der Service GmbH des UKSH empört die Linke, die einen Verkauf strikt ablehnt und die anderen Parteien ermahnt bei ihren Wahlaussagen zur UKSH zu bleiben. Am Montag entscheidet der Vorstand der Klinik über die Teilprivatisierung.

"Alle Parteien haben sich im Wahlkampf klar gegen die Privatisierung positioniert. Das fordern wir nun auch ein. Die Situation hat sich nach der Wahl nicht geändert, ein Umschwenken auf einen Privatisierungskurs ist damit nicht zu erklären. Es sein denn, es waren nur Lippenbekenntnisse der Politiker der anderen Parteien", empört sich Antje Jansen, Landtagsabgeordnete der Linken und gesundheitspolitische Sprecherin ihr Fraktion. "Wir bleiben bei unserem Wort und lehnen die Privatisierung ab. Wir spielen nicht mit den gerechten Forderungen der Beschäftigten", stellt Antje Jansen klar.

Bürgerschaftsmitglied Silke Thom solidarisiert sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen, "das ist nicht nur die Sache der Mitarbeiter der Service GmbH, sondern aller Beschäftigten im UKSH." Die Linke lehne Beschäftigungen im Billiglohnsektor zu Dumpinglöhnen ab. "Wir fordern die Einhaltung der Tarifverträge für die Beschäftigten. Ein mögliches Ausleihen der Beschäftigten auch an andere Bereiche der neuen Firma ist eine Sauerei. Hier soll offensichtlich nicht nur der Betrieb privatisiert werden, sondern die Beschäftigten werden regelrecht verkauft. Das ist nicht mehr hinnehmbar", meint Silke Thom
--- Ende Zitat ---
http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=56985

ManOfConstantSorrow:

--- Zitat ---Lübeck: Protest gegen Uniklinik-Privatisierung

Am Dienstag gingen in Lübeck mehr als 1.000 Klinikangestellte und Studenten auf die Straße und protestierten gegen die Pläne der Landesregierung, das Uniklinikum Schleswig-Holstein auf die Privatisierung vorzubereiten und in Zukunft keine Mediziner mehr auszubilden. Zum Protest aufgerufen hatten die Gewerkschaft Verdi und die Studentenvertretung der Uni Lübeck. Das Klinikum beschäftigt insgesamt 10.000 Menschen.

--- Ende Zitat ---
http://www.rf-news.de/2010/kw21/26.05.10-luebeck-protest-gegen-privatisierung-der-uniklinik



--- Zitat ---Weiterbildung in Lübeck
Land will Mediziner-Ausbildung in Lübeck stoppen
Am Dienstag hat die Landesregierung ihr Sparpaket veröffentlicht: Die Uni Lübeck soll in Zukunft keine Mediziner mehr ausbilden, die Uniklinik auf ihre Privatisierung vorbereitet werden. Am Nachmittag gingen weit über 1000 Lübecker dagegen auf die Straße.



"Das Medizinstudium wird aufgrund der begrenzten Ressourcen bei der Förderung exzellenter Forschung und Lehre nach Kiel verlagert", fordert die Haushaltsstrukturkommission der Landesregierung. "Das Studienplatzangebot für Mediziner ist in Schleswig-Holstein überproportional groß gemessen an der Zahl der Studienplätze insgesamt. Ab dem Wintersemester 2011/12 werden deshalb keine neuen Studienanfänger für Medizin in Lübeck immatrikuliert. Wesentliche Haushaltsentlastungen treten ab 2015 mit ca. 24 Millionen Euro und ab 2018 mit ca. 26 Millionen Euro ein. Das Gesamtvolumen bis 2020 beträgt rund 150 Millionen Euro."

Das Präsidium der Universität Lübeck fährt am Mittwoch zur Landesregierung, um über die Planungen zu sprechen. In Lübeck hofft man, dass sich das Ergebnis noch im Rahmen der Diskussionen in den Fraktionen ändern kann. Am Donnerstag will man sich offiziell auf einer Pressekonferenz äußern. Zur Zeit wird ungefähr die Hälfte der 2600 Studenten an der Uni Lübeck in Medizin ausgebildet.

Gleichzeitig soll die Uniklinik auf die Privatisierung vorbereitet werden. "Vor dem Hintergrund der geltenden Vereinbarung zwischen dem UK S-H, dem Land und ver.di werden die rechtlichen Möglichkeiten geprüft und eine materielle Privatisierung des UK S-H vorbereitet", so die Kommission. Der Sanierungsstau in Höhe von einer Milliarde Euro soll von einem privaten Investor beseitigt werden.

--- Ende Zitat ---
http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=61281

Kuddel:

--- Zitat ---Uniklinik Schleswig-Holstein
Krankenhaus im Wachkoma
Eigentlich wollte die Kieler Landesregierung Ende August klarstellen, was aus dem defizitären landeseigenen Universitätsklinikum wird. Die Entscheidung wurde aber noch einmal vertagt, die erwartete Privatisierung scheint inzwischen nicht mehr so zwingend. von Dirk Schnack

Rauf auf die Tagesordnung - und kurzfristig wieder runter: Die Zukunft des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H) ist wieder einmal vertagt worden. Eigentlich sollte die jüngste Kabinettssitzung der Kieler Landesregierung Klarheit darüber bringen, ob, wann und wie das Klinikum privatisiert wird. Doch an der Küste geht das Rätselraten weiter. Wie will man schwarze Zahlen schreiben und vor allem: Wie soll der immense Investitionsstau abgebaut werden?
Fest steht derzeit nur, dass das Land nicht das Geld hat, das defizitäre Uniklinikum wirtschaftlich zu machen, etwa zur Instandsetzung maroder Gebäude und für Neubauten, um eine über Jahrzehnte gewachsene Infrastruktur aufzubrechen. Derzeit gibt die Kieler Klinik viel aus, etwa für den Transport von Patienten und Laborproben, weil die weiten Wege von einem Klinikgebäude zum nächsten dies erfordern.

Das war anderswo lange nicht anders, in Greifswald zum Beispiel. Im Gegensatz zu Schleswig-Holstein hat die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern sich aber vor Jahren zu einem Neubau entschlossen und in Greifswald ein modernes Uniklinikum errichten lassen, ohne lange Transportwege. Die Folge ist ein wirtschaftlich geführtes Haus, das nicht am Tropf der Landeskasse hängt.

Klinikkonzerne scharren mit den Hufen

Es ist kein Geheimnis, dass wichtige Vertreter der Landesregierung Schleswig-Holstein lieber heute als morgen privatisieren möchten, um das Risiko weiterer Verluste zu vermeiden. Fest steht auch: Das Who's who der privaten deutschen Klinikkonzerne steht bereit, um den Norddeutschen aus der Klemme zu helfen. Das Universitätsklinikum mit den Standorten in Kiel und Lübeck würde bestens in das Portfolio von Rhön, Helios, Sana und Co. passen. Rhön-Chef Wolfgang Pföhler sagt: "Wenn das Land das Klinikum verkaufen möchte, könnten wir uns vorstellen, in eine Prüfung einzutreten." Er verweist auf eine Kapitalerhöhung vom vergangenen Jahr, die seinen Konzern in die Lage versetzt hat, nach Gießen/Marburg eine weitere Uniklinik zu übernehmen. "Wir haben auch die Umstrukturierungsexpertise und die Erfahrung", wirbt Pföhler.
Bei Helios mag man sich derzeit an Spekulationen zur Übernahme des UK S-H nicht beteiligen, obwohl der Konzern im Norden immer wieder als Interessent genannt wird. Helios-Chef Francesco de Meo hat mit Äußerungen in der Lokalpresse selbst dafür gesorgt. Auch Sana macht kein Geheimnis daraus, dass Universitätskliniken für das Unternehmen grundsätzlich interessant sind.

Verdi fürchtet Tarifbruch

Derzeit wird spekuliert, wann das Land das für eine Privatisierung erforderliche Interessenbekundungsverfahren auf den Weg bringt. Größtes Hindernis ist eine selbst gemachte Zusage. Nach Meinung vieler Beschäftigter und der Gewerkschaft Verdi wäre eine Privatisierung ein Tarifbruch. Steffen Kühhirt, Landesfachbereichsleiter der Gewerkschaft im Norden, verweist auf Zusagen der Landesregierung, bis 2015 weder zu privatisieren noch zu kündigen. Dafür haben die Beschäftigten seit Beginn der Sanierungsphase im Jahr 2005 auf insgesamt rund 100 Mio. Euro verzichtet. "Wir würden juristisch und politisch gegen einen solchen Tarifbruch vorgehen. Das Land muss sich an selbst unterzeichnete Verträge halten", fordert Kühhirt.

Er wirft den Politikern vor, in Sachen UK S-H jahrelang und parteiübergreifend die Hausaufgaben nicht gemacht und die Mittel für die erforderlichen Investitionen nicht bewilligt zu haben. Zugleich verweist er auf das Signal, das von einer Privatisierung des einzigen Maximalversorgers im ganzen Bundesland ausgehen würde: Die jetzt noch ausgewogene Mischung zwischen privaten, öffentlichen und freigemeinnützigen Trägern wäre in Gefahr, weil nach der UK-S-H-Privatisierung auch die anderen öffentlichen Träger wohl nicht länger mit dem Verkauf ihrer Kliniken zögern würden, vermutet Kühhirt.

Als Gewerkschaftler ist Kühhirt gegen Privatisierung, weil er Arbeitsplatzabbau, Mehrarbeit und weitere schlechtere Konditionen für die Beschäftigten fürchtet. Bestätigt sieht er sich durch Erfahrungen etwa in der Übernahme des früheren Landesbetriebs Krankenhäuser in Hamburg durch Asklepios. Auch die Konditionen für die Beschäftigten nach der Privatisierung von Gießen und Marburg stellen ihn nicht zufrieden: "Da hat Rhön kein Glanzstück hingelegt." Helios und Sana dagegen bescheinigt er faire Bedingungen in den Tarifverträgen und in der Mitbestimmung.

Der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) sieht dagegen auch Chancen in einer Privatisierung. "Mit privatem Kapital kann der Geldmangel für Investitionen zeitweilig überbrückt werden. Diese Problematik ist in Schleswig-Holstein evident", sagt VUD-Generalsekretär Rüdiger Strehl. Eine Privatisierung könnte aus seiner Sicht die Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit deutlich erhöhen - nach innen gegenüber Klinikleitern und nach außen gegenüber der Ministerialebene.

Strehl warnt aber zugleich vor den Risiken. Etwa, wenn die Privatisierung nicht radikal genug vollzogen wird, sprich bei einer privaten Beteiligung: "Jeder Partner eines privaten Investors muss sich im Klaren darüber sein, dass für Kapitaldienste und Renditeerwartungen zwischen zehn und 15 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet werden müssen." Dies setze eine Unternehmensführung voraus, die die Krankenversorgung berühren und negative Auswirkungen auf Forschung und Lehre haben könnte. Gerade in Schleswig-Holstein, wo zwei Universitäten, zwei Fakultäten und die Interventionsmöglichkeit des Ministeriums eine straffe Führung erschweren, könnte Halbherzigkeit die Wirkung einer Privatisierung rasch behindern.

Alternativkonzept: Teilprivatisierung

Dennoch verfolgt der derzeitige UK-S-H-Vorstand um den Anästhesisten Jens Scholz ein unter Verschluss gehaltenes Alternativkonzept. Damit soll eine Übernahme verhindert, aber die Beteiligung privater Firmen zugelassen werden. Mithilfe des privaten Kapitals soll die Infrastruktur so verbessert werden, dass ein wirtschaftlicher Betrieb möglich wird. Im Gegenzug wären aus den Ergebnissen die Renditeerwartungen der privaten Geldgeber zu bedienen.

Für das Konzept spricht, dass die Renditeerwartungen des Klinikums sich auf mittlere Sicht verbessern. Derzeit bekommen die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich noch die niedrigste Vergütung. Die Preise für Klinikleistungen werden aber nach und nach angeglichen, sodass auch das UK S-H bessere Erlöse erzielen wird.

Mit einer Privatisierung würde das Land nicht alle Kosten los

Warum also sollte noch privatisiert und damit gegen geltende Tarifverträge verstoßen werden, zumal, da schwarze Zahlen auch unter eigener Regie möglich scheinen? Dies fragen sich derzeit offenbar auch einige Politiker in der Landesregierung. Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU), der sich noch vor wenigen Wochen dafür ausgesprochen hatte, eine Privatisierung vor 2015 zu prüfen, wollte dies jetzt nicht mehr bestätigen.

Bei der Privatisierungsdebatte wird häufig ausgeblendet, dass das Land auch nach einem Verkauf weiter Geld aufbringen muss. Denn für Forschung und Lehre bliebe es in der Pflicht - immerhin mit einem dreistelligen Millionenbetrag jährlich. Kühhirt zeigt Sympathien für die Alternative aus dem Klinikvorstand, vermutet aber, dass die Landesregierung die Privatisierung vorzieht.
--- Ende Zitat ---
http://www.ftd.de/unternehmen/handel-dienstleister/gesundheitswirtschaft/:uniklinik-schleswig-holstein-krankenhaus-im-wachkoma/50170419.html

Kuddel:

--- Zitat ---Uni-Klinikum:
Streik ist nicht mehr ausgeschlossen

Kiel - Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) ist im Umbruch: Jetzt verhandeln ver.di und das UKSH über Lohnerhöhungen, die ver.di-Forderung liegt bei sieben Prozent. Ein Streik der UKSH-Pflegekräfte wird nicht ausgeschlossen.

Ein Streik der UKSH-Pflegekräfte werde bei ver.di nicht ausgeschlossen, wenn die Verhandlungen ins Leere laufen, erklärte die Fachbereichsleiterin Eva Schleifenbaum.

Unberührt von dem Ende des Vertrages bleibt die Vereinbarung, dass das  UKSH nicht vor 2015 privatisiert werden soll. Derzeit aber läuft das Markterkundungsverfahren, in dem ausgelotet werden soll, ob private Investoren sich für das fusionierte Klinikum interessieren und wie man die Bausubstanz trotz leerer öffentlicher Kassen mit erneuern oder ersetzen kann. Denn der Bauzustand in einigen Kliniken ist teilweise so, dass die Patientenversorgung tangiert zu werden droht.

Auch deshalb hatten Klinikdirektoren in den vergangenen Wochen aus Kiel und Lübeck bei Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) Alarm geschlagen. An einer vorderen Stelle der Forderungen, die von Ministerium, UKSH-Vorstand, Klinikchefs und den Mitarbeitern getragen werden, steht ein Zentralklinikum in Kiel.

Im Personalrat heißt es, die „Mitarbeiter gingen zum Teil auf dem Zahnfleisch“, einig ist man sich aber auf allen Ebenen, dass die Patientenversorgung aktuell noch gewährleistet sei. Bei einem Runden Tisch  mit Klinikdirektoren, den Staatssekretären für Wissenschaft, Gesundheit und Finanzen sowie Vertretern der Medizinischen Fakultäten Kiels und Lübecks forderten die Klinikchefs deutlich langfristige Planungssicherheit, um die Versorgung auch weiter sichern zu können.
--- Ende Zitat ---
http://www.kn-online.de/schleswig_holstein/landespolitik/226001-Uni-Klinikum-Streik-ist-nicht-mehr-ausgeschlossen.html

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