Autor Thema: Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein  (Gelesen 47019 mal)

Fritz Linow

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Re:Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #30 am: 20:15:59 Mi. 19.Juli 2017 »
Die Gewerkschaft der Servicekräfte am UKSH, GdS, überlegt, Arbeitskampfmaßnahmen einzuleiten. Sollte es tatsächlich so weit kommen, wäre das das erstemal seit ihrem Bestehen, ca. 2010:

Zitat
Tarifverhandlungen sind gescheitert!

Die Tarifkommission der Service Stern Nord GmbH hat in ihrer mehrstündigen Sitzung am Mittwoch, den 12. Juli 2017, noch einmal den gesamten Verlauf der derzeitigen Tarifverhandlungen sowie das letzte Angebot des Arbeitgebers kritisch geprüft und ist zu dem Ergebnis gelangt, dass die Tarifverhandlungen gescheitert sind.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Tarifkommission wird in den nächsten Tagen erneut zusammenkommen und den Antrag an den Vorstand unserer Gewerkschaft stellen, Arbeitskampfmaßnahmen einzuleiten.

Diese Verhandlungen werden die längsten sein, die wir bisher zu bestreiten hatten. Jetzt kommt es auf den Zusammenhalt aller Beschäftigten der Service Stern Nord GmbH für mehr Geld in der Tasche an.
http://gds-kiel.de/g-d-s/171-tarifinformation-n%C2%B0-10-2017.html

Kuddel

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Re:Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #31 am: 12:34:12 Di. 23.Januar 2018 »
Die Finanz- und Personalpolitik von Land und Klinikum spotten jeder Beschreibung.

Zitat
Klinikmanagement
Land greift Uniklinik zinslos unter die Arme


KIEL. Das Land Schleswig-Holstein entlastet das Uniklinikum (UKSH) durch ein zinsloses Darlehen über 40 Millionen Euro. Mit dem Geld soll das UKSH Kredite bedienen, die dieses Jahr fällig werden und dabei weniger Zinsen bezahlen müssen. Damit folgt die Landesregierung einem 2016 gefassten Landtagsbeschluss, der solche Unterstützungsmaßnahmen in Aussicht gestellt, aber an Bedingungen geknüpft hatte.

Hierzu zählen ein positives operatives Ergebnis und keine weitere Arbeitsverdichtung für das Personal. Beide Punkte sieht das Land offensichtlich als erfüllt an. Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) kündigte an, dass sie beabsichtigt, dem UKSH auch in den beiden folgenden Jahren mit zinslosen Krediten zu helfen.
https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gesundheitswirtschaft/article/955911/klinikmanagement-land-greift-uniklinik-zinslos-arme.html

Zitat
Am Universitätsklinikum (UKSH) müssen angehende Ärzte bis zu einem Jahr lang unbezahlt arbeiten.
http://www.kn-online.de/Nachrichten/Schleswig-Holstein/Politik-fordert-Geld-fuer-angehende-Aerzte-am-UKSH

Kuddel

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Re:Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #32 am: 15:43:10 So. 18.Februar 2018 »
Das hätte man auch in der Rubrik "Witz des Tages" posten können:
Zitat
UKSH erneut unter besten Arbeitgebern

Bereits zum sechsten Mal hat das Nachrichtenmagazin „Focus“ die „Besten Arbeitgeber“ ermittelt. Erneut wurde das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) unter die Top Arbeitgeber Deutschlands in der Gesundheits- und Sozialbranche gerankt.
http://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/UKSH-erneut-unter-besten-Arbeitgebern

Irgendwie muß der Focus ja sein Geld machen.

Kuddel

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Re:Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #33 am: 13:46:33 Mo. 26.Februar 2018 »
Zitat
Der Bau wird mit preisgünsigen osteuropäischen Arbeitskräften, meist aus Rumänien, hochgezogen. Günstig, genügsam und belastbar:

  "Im Schnitt sind momentan 160 Arbeiter rund 15 Stunden auf der Baustelle der Superlative"

schwärmte die SHZ. (https://www.shz.de/regionales/kiel/mitten-in-kiel-liegt-europas-groesste-krankenhaus-baustelle-id16052291.html) Wenn sie einen so langen Tag arbeiten, sollen sie es nicht so weit zu ihrer Matratze haben. So hat man ihnen Wohnzellen in Containerform auf dem Baustellengelände gestapelt.

Auf die würdelose Unterbringung in Containern angesprochen, redete man sich damit heraus, die Container würden nur Büros beherbergen. Wir haben aber Berichte und Fotos von Kollegen in Lübeck, die belegen, wie schlecht man sich da herausgeredet hat. Die Bewohner haben Satellitenschüsseln auf den Containern angebracht, um zumindest ein paar bunte und bewegte Bilder in ihre triste Behausung zu bringen.

https://uksh-blog.netzwerkit.de/2018/02/25/legebatterie-am-uksh/

Fritz Linow

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Re: Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #34 am: 02:04:39 Fr. 29.November 2019 »
Beschäftigte des UKSH fordern einen Tarifvertrag "Entlastung" und sprachen mit dem Aufsichtsrat. Dieser hörte eifrig zu:


https://www.facebook.com/verdi.kiel.gesundheit.soziales/videos/vb.464423273744957/535133447059939/?type=3&theater

Es bleibt spannend, ob der Vorsitzende und Bruder des SPD-Finanzministers den Unmut ebenfalls mit faschistischem Fingerspitzengefühl in die gefälligen Bahnen lenken wird.

(Das dumme Arschloch nimmt tatsächlich nicht einmal die Hände aus den Hosentaschen, aber so lange es läuft, ist wohl Eierkraulen angenehmer)

Kuddel

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Re: Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #35 am: 14:04:06 Sa. 30.November 2019 »
Zitat
UKSH:
Verdi ist streikbereit

Keine Überstunden mehr, mehr Freizeit für die Pflegekräfte: Das fordert die Gewerkschaft Verdi vom UKSH-Vorstand. Der hat Entlastungen zugesagt. Wird dadurch ein Streik abgewendet?
https://uksh-blog.netzwerkit.de/2019/11/30/streikbereit/#more-978

Fritz Linow

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Re: Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #36 am: 15:19:38 Mo. 27.Januar 2020 »
Zitat
27.1.20
Operation Streik

Die Krankenpfleger eines Kieler Krankenhauses klagen über Stress. Sie planen einen Streik auf allen Stationen. Wie weit darf Arbeitskampf gehen?
(...)
https://www.zeit.de/arbeit/2020-01/krankenpflege-streik-klinik-kiel-ueberlastung-arbeitsbedingungen

Kuddel

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Fritz Linow

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Re: Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #38 am: 22:16:54 Fr. 07.Februar 2020 »
Zitat
7.2.20
Uniklinik Schleswig-Holstein will Tarifeinigung mit Personalräten

Nach dem Scheitern von Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi über eine Ent­lastung der Pflegekräfte strebt das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) nun eine Verständigung mit den Personalräten an.
(..)
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/109240/Uniklinik-Schleswig-Holstein-will-Tarifeinigung-mit-Personalraeten

Was hat der dem Betriebsfrieden verpflichtete Personalrat da jetzt zu suchen?

Kuddel

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Re: Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #39 am: 14:05:36 Sa. 08.Februar 2020 »
Das klingt ja absolut bitter.
Die bisher einfach nur überarbeitete und lethargische Belegschaft ist endlich mal in Wallungen gekommen, da wird der Kampf gleich wieder ins Leere geführt.
Es wäre der Moment, mit einem unbefristeten Streik zu reagieren.

Fritz Linow

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Re: Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #40 am: 09:20:55 Di. 11.Februar 2020 »

Fritz Linow

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Re: Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #41 am: 16:24:52 Di. 18.Februar 2020 »
Zitat
18.2.20
Grüne regen Schlichtung bei UKSH-Verhandlungen an
(...)
https://www.kn-online.de/Nachrichten/Schleswig-Holstein/Gruene-regen-Schlichtung-bei-UKSH-Verhandlungen-an

Staatstragend und ohne Not untergraben die Grünen die Urabstimmung zum Streik und entsolidarisieren sich mit den streikbereiten Beschäftigten. Die Grünen sind ein Hort des Bösen.

NachbarArsch

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Re: Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #42 am: 19:46:11 Do. 27.Februar 2020 »
...
Staatstragend und ohne Not untergraben die Grünen die Urabstimmung zum Streik und entsolidarisieren sich mit den streikbereiten Beschäftigten. Die Grünen sind ein Hort des Bösen.
Ja seh ich auch so, aber hat nicht geklappt.
97,5 % Stimmten bei der Urabstimmung für Streiks...

Zitat
UKSH: Mitarbeiter stimmen für unbefristeten Streik

Am UKSH in Kiel und Lübeck stehen die Zeichen auf Streik. Verdi-Mitglieder stimmten in einer Urabstimmung für den unbefristeten Ausstand. Sie fordern Entlastung durch mehr Personal. Landesregierung und UKSH wollen eine von Verdi gesetzte Frist für Gespräche nutzen.
https://www.kn-online.de/Kiel/Urabstimmung-bei-Verdi-Mitarbeiter-stimmen-fuer-unbefristeten-Streik

Kuddel

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Re: Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #43 am: 09:47:14 Sa. 14.März 2020 »
Zitat
97,5 % Stimmten bei der Urabstimmung für Streiks

Interessierte die Gewerkschaft aber nicht:

https://uksh-blog.netzwerkit.de/2020/02/27/der-streik-nach-dem-warnstreik/#more-1065

Fritz Linow

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Re: Tarifsituation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
« Antwort #44 am: 23:31:58 Fr. 15.Mai 2020 »
Es gibt halt nicht nur Pflege und Ärzteschaft im Krankenhaus. Die Gewerkschaft der Servicekräfte (GdS) ist auch am UKSH vertreten und hat nun einen offenen Brief geschrieben:

Zitat
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Vorstand unserer Gewerkschaft hat sich heute mit offenen Briefen an die Bundeskanzlerin, die Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie den Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein gewandt.

Das Schreiben möchten wir Euch natürlich nicht vorenthalten und veröffentlichen es deshalb auf verschiedenen Kanälen.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin, sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
in diesen Tagen, die von der Corona-Pandemie und deren weitreichenden Konsequenzen für uns alle geprägt sind, wird den Pflegekräften in den Kliniken endlich die Wertschätzung zuteil, die sie schon immer verdient hätten. Dies nehmen wir wohlwollend und solidarisch zur Kenntnis.
Aktuell wird offen darüber diskutiert, ob den Kolleginnen und Kollegen in dieser Berufsgruppe eine einmalige Prämie gezahlt werden soll. Wir begrüßen diese Art der Wertschätzung ausdrücklich.
Leider müssen wir feststellen, dass ein weiterer großer und wichtiger Teil der Arbeitnehmerschaft in der KRITIS, ohne die ein geordneter Betrieb undenkbar wäre, wie immer völlig unbeachtet und unerwähnt bleibt. Die Rede ist von der Logistik, die in jeder dieser Einrichtungen unabdingbar ist.
Die in den dortigen Servicegesellschaften und rückwärtigen Diensten tätigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sorgen schon immer dafür, dass der Betrieb und die Abläufe in diesen Einrichtungen reibungslos funktionieren, dass Nachschub jeglicher Art geliefert und transportiert wird, dass Blutproben in die Labore gelangen, Patienten und Personal versorgt und befördert werden, Sterilgut fachlich versiert aufbereitet, Abfälle entsorgt und die gesamte Infrastruktur stets in einem sauberen, hygienischen und keimarmen Zustand gehalten werden, um nur einige Fachbereiche zu erwähnen.
Wir fordern die Bundesregierung und die Landesregierungen daher auf, sich für diese Berufsgruppe ebenso stark zu engagieren, wie sie es derzeit für die in der Pflege tätigen Kolleginnen und Kollegen machen. Auch die von uns vertretenen Kolleginnen und Kollegen haben mindestens die gleiche Wertschätzung verdient, weil sie dem gleichen Risiko ausgesetzt sind wie die Pflegekräfte und Ärzte. Ohne deren Tätigkeiten könnte ein regulärer Betrieb der KRITIS nicht aufrechterhalten werden.
Über eine kurzfristige Rückäußerung würden wir uns, natürlich auch im Namen der von uns vertretenen Kolleginnen und Kollegen, sehr freuen.

Mit den Briefen erhöhen wir den Druck, das unwürdige Lohndumping in den rückwärtigen und ausgelagerten Diensten der kritischen Infrastruktur endlich zu unterbinden.

Das Schreiben stellt den Auftakt zu weiteren Forderungen unserer Gewerkschaft dar.

Derzeit befinden wir uns in Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der DMS Klinikum Itzehoe GmbH und der Servicezentrum Greifswald GmbH. Im Sommer laufen die Verhandlungen für die Beschäftigten der Service Stern Nord GmbH an den Standorten des UK S-H in Kiel und Lübeck an. Wir werden unsere Ziele an die Systemrelevanz der Berufsgruppen entsprechend anpassen und die Forderungen danach ausrichten.

Wir halten Euch auf dem Laufenden!
https://xn--gewerkschaft-der-servicekrfte-qqc.de/