Autor Thema: VW - Der Kampf beginnt!  (Gelesen 3258 mal)

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VW - Der Kampf beginnt!
« am: 09:05:42 Sa. 04.Dezember 2004 »
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Regulator



Anmeldungsdatum: 21.12.2003
Beiträge: 274
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 Verfasst am: 29.10.04 um 09:49    Titel: VW - Der Kampf beginnt!  

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Erste Warnstreiks im VW-Tarifkonflikt

Hannover (dpa) - Im Tarifkonflikt bei Volkswagen hat es nach der ergebnislosen fünften Verhandlungsrunde in der Nacht erste Warnstreiks gegeben. Unmittelbar nach Ablauf der Friedenspflicht legten kurz nach Mitternacht rund 4000 Beschäftigte in den VW-Werken Hannover, Baunatal und Braunschweig für etwa eine Stunde die Arbeit nieder. Am Montag sollen die Warnstreiks bei dem Autobauer laut IG Metall fortgesetzt werden. Bei der fünften Tarifrunde hatte es zuvor keine Annäherung zwischen den Tarifparteien gegeben.

(Quelle: KN)
 

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Regulator

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Kuddel



Anmeldungsdatum: 10.03.2004
Beiträge: 122
Wohnort: Kiel
 Verfasst am: 01.11.04 um 21:12    Titel:    

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Heute wurde gemeldet 15000 hätten sich an Wanstreiks beteiligt.

Die Wut und der Kampfeswillen der Belegschaft dürfte wohl ausreichen eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu erreichen.

Es gibt zwar gewerkschaftkritische und -unabhängige Belegschaftszeitungen, aber ich befürchte, die Gewerkschaften werden die Kontrolle behalten und erstmal ein wenig Theaterdonner und Schaukampf inzenieren, anschließend wird man sich wieder hinter verschlossene Türen zum Kungeln zurückziehen. Das Ergebnis wird gesteigerte Arbeithetze sein bei weniger Geld. Dafür gibt´s aber ne "Arbeitsplatzgarantie". "Mehr war nicht drin" heißt es dann wie immer.

Man wird zwar nicht ganz so dummdreist, wie in Bochum die Politik des Managements vertreten, der Schock von selbstständig streikenden Arbeitern steckt noch in den Knochen...

Trotzdem erwarte ich nicht mehr als ein tragisches Verhandlungsergebnis!
 
 
 
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brettermeier



Anmeldungsdatum: 02.11.2004
Beiträge: 6

 Verfasst am: 02.11.04 um 22:32    Titel: Ich denke, die VW-Mitarbeiter merken einfach die Einschläge  

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...nicht, ebenso wie die Leute von Opel.

Ich glaube kaum, dass Bochum (die wilden Streiks) für den GM-Konzern irgendeinen Schock verursacht hat.

Ich denke, den Amis sind die Arbeitsplätze in D völlig egal und die ehemals Streikenden werden in den nächsten Jahren sehen, dass sie auf die Strasse gesetzt werden.

Ebenso wird es bei VW enden, wenn die Jungs da mit Ihren völlig unrealistischen Forderungen so weitermachen, werden halt ein paar Tausend gehen und Wolfsburg wird irgendwann zur Wüste.

Bei 20 Prozent über Tarif und Löhnen von knapp 3000 EUR brutto für Bandmitarbeiter kann ich irgendwelche Forderungen aber auch wirklich nicht nachvollziehen.

Die VW-Mitarbeiter gehören ja nun wirklich zur privilegierten Oberschicht der Arbeiter in D, wollen aber nichts aufgeben.

Wahrscheinlich müssen die erstmal arbeitslos werden (wobei sie im ersten Jahr immer noch mehr Arbeitslosenkohle hätten, als der Durchschnitts-Arbeitende) und auf ALG II/Sozialhilfeniveau fallen, um in die Realität zurückzufallen...
 
 
 
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Kuddel



Anmeldungsdatum: 10.03.2004
Beiträge: 122
Wohnort: Kiel
 Verfasst am: 03.11.04 um 18:53    Titel:    

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Hab ich´s nicht gesagt?

Ein so erbärmlicher Verhandlungsabschluß, daß Schröder und Clement voll des Lobes sind!

Und vorher ordentlich Theaterdonner:"Wir werden nicht davor zurückschrecken den größten Arbeitskampf zu führen, den Volkswagen je erlebt hat!", so die IGM.

Und wie sah der Kampf aus? Eine Demo auf dem Werksgelände. Warum nicht gleich am Fließband!?! Einmal in die Trillerpfeife pusten und dabei weiterarbeiten! Mit Eurer Super-Demo konntet Ihr zumindest verhindern, daß sich Leute aus anderen Betrieben oder gar Arbeitslose solidarisch zeigen.

Und ach, brettmeier, Du verbreitest hier im Forum genau das, was schon vor Tagen in der BILD stand. Aber nichts ist gefährlicher, als eine Spaltung zwischen priviligierten Stammbelegschaften von Großbetrieben, den Leuten aus Kleinbetrieben, denen aus dem "2.Arbeitsmarkt" (Leiharbeit, ABM. etc.) und den Erwerbslosen.

Wenn es den gut organisierten industriellen Facharbeitern, die sich ihrer Macht bewußt sind, an den Kragen gehen kann, müssen wir uns darauf gefaßt machen ins Bodenlose gestürzt zu werden.

Und was ist das für eine Logik, denjenigen, die noch einen halbwegs vernünftigen Lohn kriegen, zu wünschen, daß es ihnen genauso schlecht gehen soll, wie uns? Sie haben nicht nur ihren Lohn selbst erarbeitet, sondern auch die astronomischen Mangergehälter, die Gelder für die Investionen in Billiglohnländer, sie haben erheblich in den großen Gemeinschaftstopf (Steuern) eingezahlt und selbst die Aktionäre, die keinen Finger krümmen leben von den Früchten ihrer Arbeit.

Und daß GM nicht geschockt wäre von dem Wilden Streik bei OPEL ist grenzenlos entfernt von der Realität. Selbst der größte multinationale Horrorkonzern oder die Brutalste Diktatur ist völlig machtlos wenn die Arbeiter nicht mehr das tun, was man von ihnen erwartet.

Deshalb ist es nun wirklich wichtig auch ausserhalb dieser gekauften Gewerkschaften zu diskutieren, wie man mit Arbeitsbedingungen umgeht, bzw. wie man auch unbhängig eine Arbeitsniederlegung organisiert.
 
 
 
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brettermeier



Anmeldungsdatum: 02.11.2004
Beiträge: 6

 Verfasst am: 03.11.04 um 22:14    Titel: Du hast sicher teilweise recht, im letzten Teil Deines ...  

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...Postings (von wegen Konzerne/Diktaturen können nix machen, wenn die Arbeiter nicht mitspielen) liegst Du meiner Meinung nach aber falsch.

Im Zeitalter der Globalisierung ist das lediglich schöne Theorie.

Du wirst es niemals hinbekommen, dass sich Mitarbeiter eines multinationalen Konzerns (wie z.B. GM) weltweit solidarisieren, dem Bandarbeiter in Tschechien, China oder sonstwo ist es vermutlich scheissegal, wie es den Kollegen in Deutschland ergeht.

Womöglich freuen die sich sogar, wenn hierzulande Werke geschlossen werden, weil es dann dort neue Arbeitsplätze gibt.

Was kann so einem Konzern schlimmstenfalls passieren ?

Schlimmstenfalls macht er hier alle Standorte dicht und verliert gleichzeitig den kompletten Absatzmarkt in Deutschland, weil keine Sau mehr hier Opel kauft.

Na und ?

Der Konzern wird's trotzdem überleben und ist längst dabei, sich in China, etc. neue Märkte zu schaffen.

Es wäre zwar sicher für viele Konzerne schmerzlich ohne den deutschen Markt, überleben würden sie aber trotzdem, kaum ein Konzern ist mittlerweile noch extrem von Deutschland abhängig.

Beispiele gibt es genug, schau Dir an, was vor ein paar Jahren mit AEG passiert ist, schau Dir Siemens oder auch Motorola in Flensburg an.

Für die deutschen Arbeitnehmer heisst es retten, was zu retten ist und Du hast recht, dass 'eine Spaltung' der Arbeitnehmer sicher nicht hilfreich ist, dennoch gibt es diese Spaltung, bzw. sie entsteht.

Auf Dauer lassen sich gegenüber den anderen Arbeitnehmern die Privilegien der VW-Belegschaft nicht rechtfertigen, Du wirst nichtmal in D Solidarität bekommen.

Die Globalisierung ist extrem heftig und sollte nicht unterschätzt werden, stell Dir nur mal 'worst-case-mässig' vor, in D würden 'komplett die Lichter ausgehen', also D als Armutsland, kaum noch Industrie, nix als Arbeitslose, soziale Unruhen, etc...

Glaubst Du, das würde die Welt/die Grosskonzerne großartig interessieren ?

Ich denke nicht, nach Ende des kalten Krieges ist D nichtmal mehr militärstrategisch sonderlich wichtig.

Ok, das war jetzt alles sehr übertrieben dargestellt, aber man muss wohl zwangsweise 'globaler denken'/'über den Tellerrand schauen', oder ?

Will sagen, auch die Arbeitnehmer müssen flexibler werden, Kompromisse eingehen, es braucht eine vernünftige Lösung, um den Lebensstandard hier halbwegs halten zu können.

Bitte nicht falsch verstehen, ich bin sehr auf der Seite der Arbeitnehmer, aber die alten 'Arbeiter aller Länder vereinigt euch - Theorien' funktionieren meiner Meinung nach heutzutage nicht mehr und sowas wie 'wilde Streiks' werden sich als Bumerang für die Beschäftigten erweisen.
 
 
 
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ManOfConstantSorrow



Anmeldungsdatum: 17.01.2003
Beiträge: 466

 Verfasst am: 04.11.04 um 19:14    Titel:    

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Folgender Artikel über die Auseinandersetzung bei OPEL paßt auch in diese Diskussion:

http://www.labournet.de/branchen/auto/gm-opel/allg/zukunft.html
 

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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
 
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Kuddel



Anmeldungsdatum: 10.03.2004
Beiträge: 122
Wohnort: Kiel
 Verfasst am: 08.11.04 um 21:53    Titel:    

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Hallo nochmal, brettermeier!

Hier eine etwas verspätete Entgegnung meinerseits:


Zitat:
Ich denke, den Amis sind die Arbeitsplätze in D völlig egal und die ehemals Streikenden werden in den nächsten Jahren sehen, dass sie auf die Strasse gesetzt werden.


Ich sehe da nur einen Konflikt zwischen Kapital und Arbeit und nicht zwischen Nationen. (bei telepolis gibt´s nen guten Artikel dazu: http://www.heise.de/tp/deutsch/html/result.xhtml?url=/tp/deutsch/inhalt/mein/18622/1.html&words=Opel )

Abgesehen davon: In unserer Sprache wurden die Verhältnisse auf den Kopf gestellt... Arbeitgeber? Arbeitnehmer? Wir sind doch diejenigen, die unsere Arbeit geben und der Unternemer behält den Profit, der aus unserer Arbeit entstanden ist ein. Ohne unsere Arbeit ist ein Konzern ein Nichts!

Und auch bei dem Stichwort "Globalisierung" möchte ich Dir Widersprechen. OPEL ist doch das beste Beispiel dafür: Die Arbeitsniederlegung nur einiger Tausend Arbeiter in Bochum führte dazu, daß die Fließbänder in 4 Staaten stoppten. Internationalierte Just-in-Time-Produktion ist da sehr Anfällig! Ausserdem, schau dir mald das Bild der Solidarität für den Wilden Streik aus Bolivien an: (ups, ich find´s grad nicht, werd´s nochmal später schicken).

Zitat:
Will sagen, auch die Arbeitnehmer müssen flexibler werden, Kompromisse eingehen...

Ich denk, wir brauchen uns nicht vorzunehmen Kompromisse einzugehen, wir werden durch unsere Schwäche dazu gezwungen, ob wir wollen oder nicht.

Diese Welt zeigt sich von ihrer kranken und absurden Seite. Es wird ein Krieg weitergeführt, dessen angeblichen Gründe sich als Lügen entpuppt haben. Der Krieg wird gegen eine Bevölkerung geführt, die bisher mit einer Diktatur und dann mit einer Wirtschaftblockade gestraft war. Dieser Krieg wird von der westlichen und angeblich aufgeklärten und zivilisierten Welt geführt.

Ich will damit sagen: Es gibt dinge, die sind richtig und andere sind falsch. Das ist völlig unabhängig davon was gerade durchsetzbar ist und was nicht.

Das seh ich für den Krieg genauso, wie für die wirtschaftlichen Umbrüche, die jetzt auch uns betreffen. Wenn in den letzten 15 Jahren sich das Bruttosozialprodukt verdreifacht hat und uns es immer schlechter geht ist es ähnlich gelagert, wie mit der Produktion von Lebensmitteln, die 2x die Weltbevölkerung ernähren könnte, trotzdem sterben jede Minute zahllose Menschen an Unterernährung. Das Problem ist die ungerechte Verteilung!

Zitat:
aber die alten 'Arbeiter aller Länder vereinigt euch - Theorien' funktionieren meiner Meinung nach heutzutage nicht mehr

Der Kapitalismus funktioniert nicht mehr! Er hat noch nie funktioniert, auch wenn er sich mit beispielloser Macht durchgesetzt hat (mit Kriegen, Putschen, Finanzieren und bewaffnen antidemokratischer Regimes, Wirtschaftboykotts etc.). Immer tiefere Krisen und und immer weitere Verarmung der Bevölkerung gehören zur normalen kapitalistischen Entwicklung. Er funktioniert vielleicht in dem Sinne, in dem man akzeptiert, daß die Welt hin und wieder in Schutt und Asche gelegt wird und dann mit den überlebenden der ganze Mist wieder aufgebaut wird. (um irgendwann wieder an nem Punkt anzukommen, an dem wir uns befinden...)

Ich glaube, wir sollte vermeiden eine Arbeiter-Retro Veranstaltung zu inzenieren, nach Vorbild der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, wir sollten von unserem heutigen Leben ausgehen, wenn wir eigene Kampfformen entwickeln wollen.

In meinen Augen war jedenfalls der OPEL-Streik, den sich die Arbeiter leider von der IGM aus der Hand nehmen ließen, ein Schritt in die richtige Richtung!
 
 
 
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Kuddel



Anmeldungsdatum: 10.03.2004
Beiträge: 122
Wohnort: Kiel
 Verfasst am: 09.11.04 um 20:50    Titel:    

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Besagtes Foto hab ich immernochnicht gefunden, aber einen Bericht aus Kolumbien, der zeigt, daß man auch anderswo über Grenzen hinausdenkt:

E-Mail kolumbianischer Automobil-Arbeiter an die Opel-Kollegen


In einer aus dem Spanischen übersetzten E-Mail der Gewerkschaft Sintraime (Sektion Bogota), das bereits vom 28. Oktober stammt, heißt es:

Liebe Kollegen,

über eure Homepage haben wir vom historischen Streik erfahren, den vor kurzem die Arbeiter der Produktionsstätten von General Motors (Opel) in Deutschland, insbesondere in Bochum geführt haben. Wir möchten Euch davon in Kenntnis setzen, dass wir Arbeiter des Montagewerkes vom General Motors Colmotores in Kolumbien uns mit einer antigewerkschaftlichen Offensive auseinandersetzen.

Die Koordinierung der Automobilarbeiter der Welt ist von enormer Bedeutung, weshalb wir euch bitten, dass ihr uns mit den Arbeitergewerkschaften von General Motors und anderer Automobilbetriebe in Europa in Verbindung bringt.

Beiliegend schicken wir euch eine Kopie der Bekanntmachung des letzten arbeiterfeindlichen Aktes dieses "transnationalen" Unternehmens in Kolumbien.

Bogota, Kolumbien, 28. Oktober 2004


DIE EINSCHÜCHTERUNG VON GM-COLMOTORES WIRD DIE WÜRDE DER ARBEITER NICHT UNTERGRABEN KÖNNEN

Die Gewerkschaft Sintraime Sektion Bogota gibt den Bruderorganisationen und der öffentlichen Meinung bekannt, dass das Unternehmen GM-Colmotores am 26. Oktober die Kollegen ELIAS GOMEZ, ORLANDO NAVARRO und ROBERTO SILVA in despotischer Manier entlassen hat. Es handelt sich um gewerkschaftlich organisierte Arbeiter mit mehr als 25 Jahren Betriebszugehörigkeit zum Montagewerk in Bogota, die von ihren verfassungsmäßigen Rechten Gebrauch machten und Antrag auf Lohnausgleich stellten, da die Gewerkschaftsmitglieder nicht die Lohnerhöhung erhielten, die auf die Arbeiter des sogenannten "Tarifvertrags" angewandt wurden, der durch das Unternehmen am 1. Juni 2003 eingeführt wurde.

Mit diesem überheblichen Akt überschritt General Motors Colmotores die Grenzen von Gerechtigkeit und Vernunft, denn es verstößt nicht nur gegen den Gleichheitsgrundsatz, sondern beansprucht eine Rolle als Gesetzgeber. Dieses Unternehmen will das legitime Recht ersticken, das wir Arbeiter haben, mit unser Bitte um Rechtsaufsicht, wenn unsere Interessen ernsthaft bedroht oder verletzt werden. Es handelt sich um eine unerhörte Entlassung, die Bestandteil einer Kampagne ist mit dem Ziel, die Gewerkschaftsorganisation Sintraime zu liquidieren.

Die arbeiterfeindliche Haltung von General Motors scheint im direkten Wechselverhältnis zur Ausdehnung seiner Geschäfte auf nationaler und internationaler Ebene zuzunehmen. So hat z.B. die Annexion von Fiat und Daewoo durch General Motors zur Entlassung tausender koreanischer und italienischer Arbeiter geführt und die Tyrannei des Kapitals innerhalb der Werke verschärft, die das Unternehmen in Europa, den USA und Lateinamerika besitzt. Aber diese arbeiterfeindliche Hysterie prallte auf den siegreichen Arbeiterstreik, der im vergangenen Oktober in den Werken von General Motors (Opel) in Deutschland ausbrach. Das machte deutlich, dass die gefräßige Macht und Willkür der kapitalistischen Konzerne nur durch den vereinten Kampf der Arbeiter gezügelt werden kann. Einen anderen Beweis des Widerstandes gegen die Übergriffe von GM liefern wir Arbeiter von Colmotores, die in Sintraime organisiert und einer brutalen Offensive der Arbeitgeber ausgesetzt sind.

In Kolumbien vervielfachen die Geschäftsführer von GM-Colmotores ihre Machenschaften mit dem Ziel, die legitim erworbenen Rechte zu zerschlagen, die von den Arbeitern in 43 Jahren Kampf errungen wurden und die im gültigen Tarifvertrag verankert sind. In diesem Sinne richtete GM-Colmotores im Jahr 2000 die sogenannten Teilhaber-Arbeitskooperativen ein, ein System, das Tausende kolumbianische Arbeiter bis aufs Blut auspresst; dann förderte GM 2002 unter den Gewerkschaftsmitgliedern die betrügerische Methode des "freiwilligen Ausscheidens" und des "Vorruhestands". Die antigewerkschaftliche Belagerung verschärfte sich 2003, als das multinationale Unternehmen angesichts der Verhandlung über den neuen Forderungskatalog einen "Tarifvertrag" unterzeichnete, der den Zutritt der Inspektoren des Ministeriums für Arbeitsschutz verhinderte.

Andere Angriffe waren: Die Ablehnung einer Lösung zum Forderungskatalog der Gewerkschaft im Juni 2003, die Kooptation des Ministers für Arbeitsschutz, um ein obligatorisches Schiedsgericht zu erzwingen, die gesetzeswidrige Entlassung des Vorsitzenden von Sintraime Bogota, Jorge Rincón im März 2004, die Blockierung der Registrierung der Gewerkschaftsführung. All dies unter offener Missachtung der Gewerkschaftsautonomie und des Verstoßes gegen kolumbianisches Recht.

Aus diese Gründen bitten wir Euch, Briefe an GM-Colmotores zu schicken an:

PABLO ROSS und JULIO ESTÉVEZ, Präsident und Vizepräsident
Avenida Boyacá (calle 56A)
sur N 33-53 Bogota
oder per FAX 7245030 Apparat 1311

mit Kopie an die Gewerkschaft mit der Forderung nach Wiedereinstellung der Entlassenen.

Wir bitten auch um finanzielle Solidarität zur Unterstützung des Unterhaltes der Entlassenen und ihrer Familien. Überweisungen an das
Konto 019003102
Banco de Crédito
auf den Namen Sintraime
mit einer Kopie an das Fax 2708334. E-Mail: bogotasintraime@hotmail.com.

Gewerkschaftsvorstand Sintraime Sektion Bogota
 
 
 
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brettermeier



Anmeldungsdatum: 02.11.2004
Beiträge: 6

 Verfasst am: 09.11.04 um 22:56    Titel: @kuddel...  

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Du hast sicher in einigen Punkten recht und ja, es ist der immerwährende Kampf zwischen Kapital und Arbeit.

Auch muss ich dir zustimmen, dass viele Kompromisse im Prinzip erzwungen sind, weil es keine andere Wahl gibt.

Wenn ich Kapitalismus und Kommunismus gegenüberstelle, ist der Kommunismus zwar sicher die bessere Theorie, in der Praxis ist der Kommunismus aber wohl komplett gescheitert, der Kapitalismus hat überlebt, allerdings auf Kosten vieler Menschen.

Eigentlich sind beide Systeme keine akzeptable Alternative, es bleibt die Frage 'wie soll das denn dann alles gehen ?'

Ich bin auch mehr der Praktiker, brauche 'Lösungen zum Anfassen', konkrete Antworten für den Alltag.

Mein Ansatz wäre, die Arbeitnehmer viel mehr direkt an den Unternehmen zu beteiligen.

Die Arbeitnehmer müssten direkt Anteile/Aktien an Unternehmen erhalten und somit auch in die Mitverantwortung genommen werden, aber auch entsprechende Gewinnbeteiligungen erhalten.

Bei einem 10-Mann-Betrieb (Cheffe+9 Angestellte) müsste z.B. der Gewinn zu einem grossen Teil direkt den Angestellten zufliessen, bzw. wenn Du nach 1 Jahr feststellt, ich hab 100.000 EUR Reingewinn, sollten alle zusammen über mindestens 70.000 EUR demokratisch entscheiden können.

Also was soll mit diesen 70.000 EUR passieren ? Auszahlung, Lohnerhöhung, Rücklagen, oder oder oder...

Dazu wäre eine weitreichende Beteiligung, Mitbestimmung und vor allem auch Information (Zahlen/Daten/Fakten) für die Arbeitnehmer notwendig, damit sie vernünftig entscheiden können.

'Der Arbeiter' muss zum 'Mitunternehmer' werden, mit allen Rechten und Pflichten, eine Firma muss zum Grossteil den Arbeitnehmern wirklich GEHÖREN, es muss 'ein Team' entstehen, in das 'Cheffe' und 'Malocher' gleichermassen eingebunden sind.

Chef dabei sind nicht irgendwelche anonymen Aktionäre/Kapitalgeber, sondern Leute, die von der Belegschaft aufgrund der Sachkompetenz auf diesen Posten gewählt wurden.

Ich verzettel' mich grad ein wenig, hoffe aber, dass Du in etwa weisst, worauf ich hinauswill...