Autor Thema: Bauern-Streik: Jetzt wird die Milch knapp | Höherer Grundpreis soll erzwungen werden  (Gelesen 35382 mal)

regenwurm

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Die deutschen Milchbauern wollen mit einem Liefer-Boykott einen höheren Grundpreis bei den Molkereien erzwingen. Experten warnen vor Engpässen bei Milch und Joghurt.

Der Bundesverband der Deutschen Milchviehhalter (BDM) hat damit begonnen, seine 32.000 Mitgliederbetriebe über einen möglichen Boykott der Molkereien abstimmen zu lassen. Der BDM repräsentiert rund 50 Prozent der deutschen Milchproduktion. Die Bauern wollen durch den Protest ihren Forderungen nach höheren Milchpreisen in den laufenden Vertragsverhandlungen Nachdruck verleihen.

Für fair hält der BDM 43 Cent pro Liter. Der Marktpreis pendele dagegen zwischen 30 und 38 Cent – Tendenz fallend. Gleichzeitig stiegen die Produktionskosten der Bauern. Sollten rund 75 Prozent der Mitglieder für einen „unbefristeten“ Streik stimmen, werde man den Boykott in die Wege leiten, so der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber: "Wir sind zuversichtlich, dass sich die Mitglieder für den Boykott entscheiden."

Der Streik könne einige Tage, aber auch mehrere Wochen dauern, erklärte Schaber. Die Milch werde dann an die Tiere verfüttert oder schlicht entsorgt. Einen Zeitpunkt für den Beginn eines möglichen Protestes wollte Schaber gestern aber noch nicht nennen.

Ein Boykott würde sich schnell in den Supermärkten bemerkbar machen. „Die Vorräte wären in kürzester Zeit aufgebraucht“, sagt Schaber voraus. Beim Lebensmitteleinzelhändler Edeka nimmt man die Drohung ernst. Man verfolge die weitere Entwicklung genau, sagte ein Firmensprecher.

Auch der Agrarexperte des Münchener Ifo-Instituts, Manfred Schöpe, hält Engpässe bei der Milch für möglich: "Es ist aber zu bezweifeln, dass wirklich alle Bauern teilnehmen. Sie würden ja ihr eigenes Kapital vernichten."

Aus diesem Grund sieht der Deutsche Bauernverband, in dem ein Teil der Milchviehhalter organisiert ist, einen Boykott auch kritisch. "Wir teilen die Forderungen des BDM, halten das Vorgehen aber nicht für richtig", sagte ein Sprecher. Der Milchindustrieverband erklärte, notfalls weniger Milchpulver zu produzieren, um Engpässe bei der Frischmilch abzupuffern.

Sollte der BDM ernst machen, könne das letztlich auch zu Preissteigerungen für den Kunden führen, so Ifo-Experte Schöpe.

Quelle


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Pinnswin

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Der Milch Boykott wird schon seid ein paar Jahren in Aussicht gestellt. Wie oft hab ich schon die Schilder an dder Landstraße kommen und verschwinden sehen: Milch Boykott Jetzt.

Es hat bis jetzt aber noch nie hingehauen. Fakt ist, das so´n Bauern n Haufen Schulden und Vieh mit Hunger hat und ein Streik da sehr schnell ins Eingemachte geht. Die Regierung läßt vllt. ihr Volk hungern, so ein Bauer macht datt mit seinem Vieh aber eher ungerne, auch wenn ...

... z.Bspl. so ein kleines frischgeborenes Ferkel nur einen realen Wert von 18 Cent hat und es eigendlich nicht mal lohnt, einen Tierarzt kommen zu lassen, sollte es erkranken.

Gruß
Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
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Kuddel

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  • Fischkopp
Zitat
Discounter
Aldi drückt den Milchpreis um zehn Cent


In der Milchindustrie diktiert Aldi die Preise: Ab Montag kostet die Milch bei Aldi-Nord zehn Cent weniger - und andere Händler werden nachziehen. Der Bauernverband ist empört.

http://www.sueddeutsche.de/,ra3m1/wirtschaft/artikel/511/170016/

geschfreak

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Zitat
Original von Kuddel
Zitat
Discounter
Aldi drückt den Milchpreis um zehn Cent


In der Milchindustrie diktiert Aldi die Preise: Ab Montag kostet die Milch bei Aldi-Nord zehn Cent weniger - und andere Händler werden nachziehen. Der Bauernverband ist empört.

http://www.sueddeutsche.de/,ra3m1/wirtschaft/artikel/511/170016/

Das wird wieder ein Preiskrieg werden! Und anschließemd, wenn die Milch (und die -produkte) ins "Bodenlose" gefallen sind, dann steigt wieder der Preis!
MFG

geschfreak

ManOfConstantSorrow

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Ketten wie Lidl, Aldi und Rewe haben die Preise für einen Liter Milch von 73 auf 61 Cent gesenkt. Dagegen haben in Bayern gestern über 1.000 Bauern vor den Supermärkten demonstriert. Denn die Preissenkung geht voll auf ihre Kosten. Sie rechnen mit einer Senkung der Erzeugerpreise von etwas über 40 auf 35 Cent den Liter. Die Proteste sollen auf andere Bundesländer ausgeweitet werden.
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Pinnswin

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Die Bauern ham sich das leider schon viel zu oft gefallen lassen und inzwischen können sie nichts mehr machen, haben sich sozusagen ausgeliefert, an die Milchmultis. Die Agrarbetriebe sind recht unbewegliche Riesen geworden.

Ist schon echt blöd gelaufen, wenn man sein eigenes Grab schaufelt um des schnöden Mammoms willen, um dann festzustellen, das man Ausgeliefert und am Arsch ist. Die Kleinen Betriebe sind kaputt geschrumpft worden, mit Hilfe der Politik, der Bürokratie und der großen Landwirtschaften und nun ist guter Rat teuer.

Gerade war wieder so ein Fall, wo in einem großen Stall die Kühe verhungert sind, verrekt, die Schweine sich gegenseitig aufgefressen haben und der Bauer heulend und letargisch im Keller saß und nicht mehr weiter wusste. Die Familie war schon länger ausgezogen. Man kann nun mal nur 24 Stunden/Tag arbeiten.

Gruß
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ManOfConstantSorrow

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Die deutschen Bauern können bei ihrem Kampf für höhere Preise auf Unterstützung ihrer europäischen Kollegen - etwa aus Österreich oder der Schweiz - zählen. Der Lieferboykott hat nach Ansicht der Bauern bereits erste Auswirkungen.
http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmen/:Lieferboykott-Der-Milchprotest/621828.html
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ManOfConstantSorrow

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Milchbauern rufen Lieferstreik aus
Deutscher Protest greift auf Österreich über - Europaweiter Kampf um höhere Preise - Hamsterkäufe in Deutschland
http://derstandard.at/?id=3352600

Zitat
Die erste Molkerei steht still
 
Keine Milch mehr, die Produktion der Bayernland Molkerei in Fürth steht offenbar still. Dennoch geben sich die Lebensmittelhändler noch unbeeindruckt. Bei den Milchhändlern sieht das schon anders aus. Und: Der Boykott weitet sich offenbar aus. [/B]
http://www.handelsblatt.com/News/Politik/Deutschland/_pv/_p/200050/_t/ft/_b/1435750/default.aspx/die-erste-molkerei-steht-still.html
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ManOfConstantSorrow

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Die deutschen Milchbauern erhalten bei ihrem Lieferboykott zunehmend Unterstützung aus dem Ausland. In der Schweiz sind inzwischen 400 Milchviehwirte in den Ausstand getreten. Der Preis sei nicht mehr kostendeckend, sagte ein Sprecher der Bauernvereinigung "Uniterre" im Schweizer Fernsehen. Im Elsass blockieren Bauern aus Solidarität mit den protestierenden deutschen Kollegen die Zufahrt zu einer Molkerei in Straßburg. Man wolle verhindern, dass Milch von dort aus nach Deutschland geliefert werde, erklärte ein Vertreter der französischen Milchproduzenten.
dlf-nachrichten 30.5.08
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ManOfConstantSorrow

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Milchpreiserhöhung: 2 Cent mehr für die Bauern?

Nach dem zehntägigen Lieferboykott für Milch setzten die Lebensmitteldiscounter wie Aldi den Milchpreis um 10 Cent herauf. Bei den Milchbauern als Erzeugern kommen davon höchstens 2 Cent an. Jetzt schaltete sich das Bundeskartellamt ein. Es ermittelt jedoch nicht gegen die Handelskonzerne, sondern gegen die Bauern, die sich erfolgreich für höhere Erzeugerpreise eingesetzt haben.
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ManOfConstantSorrow

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Neuer Milch-Streik droht

Die Preiserhöhungen des Handels nach dem letzten Lieferstopp gehen den Milchbauern nicht weit genug. Deshalb drohen sie nun erneut mit Streik. Und warnen: Diesmal könnte es deutlich schlimmere Engpässe geben.


http://nachrichten.rp-online.de/article/wirtschaft/Neuer-Milch-Streik-droht/6608
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ManOfConstantSorrow

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Eine Woche Streik für einen Cent
Lieferstopp der Bauern hat kaum etwas bewirkt / Existenzen bedroht


http://www.nw-news.de/nw/news/wirtschaft/regionale_wirtschaft/?cnt=2473826
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Terrorkind

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Wie wenig mich als Veganer das interessiert *lach*
Bitte streikt weiter bis die Leute es mal kapieren...
~Quis custodiet ipsos custodes? ~

Pinnswin

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kritikus.at

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Die Milchbauern sind sauer, sie bekommen zu wenig für ihre Milch. Und das, obwohl wir in den Geschäften, so wie bei allen Lebensmitteln, immer mehr für Milchprodukte bezahlen. Nun gibt es innerhalb der Bauernschaft Bestrebungen, die Molkereien zu boykottieren und keine Milch mehr abzuliefern. Milchstreik - sozusagen... Milchbauern sind ebenso selbstständige Geschäftsleute und somit die einzigen, die durch einen Milchstreik einen finanziellen Schaden hätten...
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Kuddel

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  • Fischkopp
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Französische Bauern protestieren für höhere Milchpreise
Dienstag, 26. August 2008

Rennes (Reuters) - Französische Milchbauern haben aus Protest gegen die Preispolitik von Europas größtem Emmentaler-Hersteller Straßenblockaden errichtet.

Die Landwirte steckten am Montag Reifen in Brand und versperrten eine Auslieferungsstelle des Käse-Fabrikanten Entremont-Alliance. Das Unternehmen, das auch Butter und Milchpulver produziert, will den Bauern ab Juli zwar mehr für ihre Milch zahlen. Die geplante Erhöhung von 30 Euro liegt jedoch deutlich unter den Erwartungen der Landwirte, die eine Anhebung um 49 Euro fordern.

Die Gewerkschaften wollen die bereits seit mehreren Tagen andauernden Proteste nun so lange fortsetzen und verstärken, bis Entremont-Alliance sich zu Preisverhandlungen bereit zeigt. Für Donnerstag ist ein Treffen zwischen Bauern und Unternehmensvertretern geplant.

http://de.reuters.com/article/worldNews/idDEHUM61998420080826