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Bauern-Streik: Jetzt wird die Milch knapp | Höherer Grundpreis soll erzwungen werden

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regenwurm:
Die deutschen Milchbauern wollen mit einem Liefer-Boykott einen höheren Grundpreis bei den Molkereien erzwingen. Experten warnen vor Engpässen bei Milch und Joghurt.

Der Bundesverband der Deutschen Milchviehhalter (BDM) hat damit begonnen, seine 32.000 Mitgliederbetriebe über einen möglichen Boykott der Molkereien abstimmen zu lassen. Der BDM repräsentiert rund 50 Prozent der deutschen Milchproduktion. Die Bauern wollen durch den Protest ihren Forderungen nach höheren Milchpreisen in den laufenden Vertragsverhandlungen Nachdruck verleihen.

Für fair hält der BDM 43 Cent pro Liter. Der Marktpreis pendele dagegen zwischen 30 und 38 Cent – Tendenz fallend. Gleichzeitig stiegen die Produktionskosten der Bauern. Sollten rund 75 Prozent der Mitglieder für einen „unbefristeten“ Streik stimmen, werde man den Boykott in die Wege leiten, so der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber: "Wir sind zuversichtlich, dass sich die Mitglieder für den Boykott entscheiden."

Der Streik könne einige Tage, aber auch mehrere Wochen dauern, erklärte Schaber. Die Milch werde dann an die Tiere verfüttert oder schlicht entsorgt. Einen Zeitpunkt für den Beginn eines möglichen Protestes wollte Schaber gestern aber noch nicht nennen.

Ein Boykott würde sich schnell in den Supermärkten bemerkbar machen. „Die Vorräte wären in kürzester Zeit aufgebraucht“, sagt Schaber voraus. Beim Lebensmitteleinzelhändler Edeka nimmt man die Drohung ernst. Man verfolge die weitere Entwicklung genau, sagte ein Firmensprecher.

Auch der Agrarexperte des Münchener Ifo-Instituts, Manfred Schöpe, hält Engpässe bei der Milch für möglich: "Es ist aber zu bezweifeln, dass wirklich alle Bauern teilnehmen. Sie würden ja ihr eigenes Kapital vernichten."

Aus diesem Grund sieht der Deutsche Bauernverband, in dem ein Teil der Milchviehhalter organisiert ist, einen Boykott auch kritisch. "Wir teilen die Forderungen des BDM, halten das Vorgehen aber nicht für richtig", sagte ein Sprecher. Der Milchindustrieverband erklärte, notfalls weniger Milchpulver zu produzieren, um Engpässe bei der Frischmilch abzupuffern.

Sollte der BDM ernst machen, könne das letztlich auch zu Preissteigerungen für den Kunden führen, so Ifo-Experte Schöpe.

Quelle


Pinnswin:
Der Milch Boykott wird schon seid ein paar Jahren in Aussicht gestellt. Wie oft hab ich schon die Schilder an dder Landstraße kommen und verschwinden sehen: Milch Boykott Jetzt.

Es hat bis jetzt aber noch nie hingehauen. Fakt ist, das so´n Bauern n Haufen Schulden und Vieh mit Hunger hat und ein Streik da sehr schnell ins Eingemachte geht. Die Regierung läßt vllt. ihr Volk hungern, so ein Bauer macht datt mit seinem Vieh aber eher ungerne, auch wenn ...

... z.Bspl. so ein kleines frischgeborenes Ferkel nur einen realen Wert von 18 Cent hat und es eigendlich nicht mal lohnt, einen Tierarzt kommen zu lassen, sollte es erkranken.

Gruß

Kuddel:

--- Zitat ---Discounter
Aldi drückt den Milchpreis um zehn Cent

In der Milchindustrie diktiert Aldi die Preise: Ab Montag kostet die Milch bei Aldi-Nord zehn Cent weniger - und andere Händler werden nachziehen. Der Bauernverband ist empört.
--- Ende Zitat ---

http://www.sueddeutsche.de/,ra3m1/wirtschaft/artikel/511/170016/

geschfreak:

--- Zitat ---Original von Kuddel

--- Zitat ---Discounter
Aldi drückt den Milchpreis um zehn Cent

In der Milchindustrie diktiert Aldi die Preise: Ab Montag kostet die Milch bei Aldi-Nord zehn Cent weniger - und andere Händler werden nachziehen. Der Bauernverband ist empört.
--- Ende Zitat ---

http://www.sueddeutsche.de/,ra3m1/wirtschaft/artikel/511/170016/
--- Ende Zitat ---

Das wird wieder ein Preiskrieg werden! Und anschließemd, wenn die Milch (und die -produkte) ins "Bodenlose" gefallen sind, dann steigt wieder der Preis!

ManOfConstantSorrow:
Ketten wie Lidl, Aldi und Rewe haben die Preise für einen Liter Milch von 73 auf 61 Cent gesenkt. Dagegen haben in Bayern gestern über 1.000 Bauern vor den Supermärkten demonstriert. Denn die Preissenkung geht voll auf ihre Kosten. Sie rechnen mit einer Senkung der Erzeugerpreise von etwas über 40 auf 35 Cent den Liter. Die Proteste sollen auf andere Bundesländer ausgeweitet werden.

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