Autor Thema: Bauern-Streik: Jetzt wird die Milch knapp | Höherer Grundpreis soll erzwungen werden  (Gelesen 35381 mal)

Pinnswin

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Milchbauern kündigen Wahlprotest bei Bundestagwahl an
« Antwort #15 am: 08:24:47 Mo. 10.November 2008 »
http://www.direktbroker.de/news-kurse/details/Marktberichte/Milchbauern+k%FCndigen+Wahl/19820904

Zitat
Berlin (ddp) Angesichts des dramatischen Preisverfalls bei Milch wächst unter den Milchbauern die Verärgerung über die Politik.
Berlin (ddp). Angesichts des dramatischen Preisverfalls bei Milch wächst unter den Milchbauern die Verärgerung über die Politik. Der Chef des Bundesverbands Deutscher Milchviehalter (BDM), Romuald Schaber, kündigte in der «Bild»-Zeitung (Mittwochausgabe) einen Wahlprotest für die Bundestagswahl 2009 an. Bei anhaltend prekärer Situation würden die Landwirte, ihre Familienangehörigen und ihre Mitarbeiter im September 2009 nicht mehr für CDU/CSU und SPD stimmen und statt dessen Oppositionsparteien wählen.

Schaber sagte, die Verärgerung und Enttäuschung der Milchbaue
rn werde den Regierungsparteien empfindlich wehtun. «Ich gehe davon aus, dass den Regierungsparteien dadurch zwei bis drei Prozentpunkte fehlen werden», sagte Schaber der Zeitung. Union und SPD würden damit die Quittung für ihren fehlenden Einsatz im Kampf für höhere Milchpreise bekommen.

Zu Wochenbeginn hatten zahlreiche Handelsketten die Preise für Milch deutlich gesenkt. Sie verschlechtern damit laut BDM die wirtschaftliche Situation der Milchbauern erheblich.
ddp.djn/mar


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Kuddel

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Milchbauern protestieren bei Bauernverband
« Antwort #16 am: 18:50:03 Mo. 17.November 2008 »


17.11.08 - Rund 2.000 Milchbauern haben am Samstagabend vor dem Hof von Gerd Sonnleitner, Präsident des Bauernverbandes, mit Kuhglocken, Trommeln und Ratschen demonstriert. Die Milchbauern sind sauer, weil sie der Bauernverband nicht unterstützt in ihrem Kampf um höhere Milcherzeugerpreise.

WeckerWeg

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Hallo,
kurze Meldung vom BDM (Bundesverband Deutscher Milchviehhalter), kann man ja mal vorbei schauen:

Zitat
"Die Milchpolitik raubt uns Bäuerinnen den Schlaf"

Von Montag, 6. April ab 15 Uhr auf Dienstag, 7. April machen die Bäuerinnen mit einer Übernachtungsaktion vor den Staatskanzleien in vier Bundesländern auf die schwierige Situation ihrer Betriebe aufmerksam. In Düsseldorf, München, Stuttgart und Kiel demonstrieren die Landwirtinnen und fordern die Regierungschefs auf, sich für einen Milchkrisengipfel unter Federführung von Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel einzusetzen.

Ort in Kiel: Düsternbroker Weg 104
Andere Orte: http://www.bdm-verband.org/userfiles/file/pdf_presse/Einladung%20Medienpartner%20Baeuerinnenaktion.pdf?PHPSESSID=3400078b8ff6473d0bda2a48f59bb5fb
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Pinnswin

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Es ist schon erstaunlich, der Milchpreis ist immer noch im Keller, und kein Bauer muckt rum. Oder doch?
Mediensperre, Phlegmatismuss (= es ändert sich ja doch nix) oder durch anderweitigen Geldsegen mundtot gemacht?

Die Grünlandprämie für den Winter (zbsp) ist wohldurchdacht, von den Politischen. Nun, im Frühjahr, wird das ertragreiche (=Subvention) Wintergrünland flächendeckend totgespritzt (roundup). Falls ihr mal nach draußen kommt, das Gelbe, was da so am Horizont schimmert, sind keine Rapsfelder, sondern totgespritzte Grasflächen.
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ManOfConstantSorrow

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Zitat
Es ist schon erstaunlich, der Milchpreis ist immer noch im Keller, und kein Bauer muckt rum. Oder doch?

  17.04.09 - Milchbauern demonstrieren vor Molkereien

Gestern abends haben in Deutschland bis zu 15.000 Milchbauern an mehr als 70 Standorten vor Molkereien für einen höheren Milchpreis demonstriert. Laut dem Bundesverband Deutscher Milchviehhaltenr erhalten die Milchbauern zur Zeit zum Teil nicht einmal mehr 20 Cent pro Liter Milch. Unter anderem machen die Bauern die Ersetzung von Milch durch billige Ersatzstoffe in Fertigprodukten, z.B. bei Käse, für den sinkenden Milchpreis verantwortlich.


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ManOfConstantSorrow

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Milchbauern kündigen neuen Streik an

18. April 2009

Nachdem die Milchbauern in den vergangenen Tagen auf Grund der neuen Preise demonstrierten, kündigten sie nun bereits einen weiteren an.

Die Proteste der Milchbauern werden als ein Kampf ums Überleben angesehen. Schon jetzt berichten einzelne Höfe von einem Einkommensverlust von über 2000 Euro im Monat. Der BDM rechnet damit, dass der Milchpreis auch in den kommenden Wochen fallen wird. So laufen aktuell die Verhandlungen zwischen den Molkereien und den dem Einzelhandel hinsichtlich des Preises der Trinkmilch. Bezugnehmend auf die Angaben der Medien möchte der Einzelhandel erneut eine Preissenkung von zwei bis drei Cent pro Liter. Infolge der aktuellen Entwicklungen droht der BDM nun mit neuen Protesten.

Neben dem sinkenden Milchpreis handelt es sich aber auch bei der Überproduktion um einen wichtigen Grund für die Proteste. So möchten die Milchbauern künftig die Menge der vorhandenen Milch selbst regulieren. Doch bisher sind sich die Milchbauern nicht sicher, ob sie durch weitere Proteste zu einem Erfolg kommen werden. Ilse Aigner stellt den Bauern auf Grund der Entwicklungen derzeit eine frühere Auszahlung der EU - Prämien in Aussicht. Somit sollen sie zunächst die Krise überbrücken können. (dtn/nf/Pixelio/sigrid-rossmann)

http://www.die-topnews.de/milchbauern-kuendigen-neuen-streik-an-347210
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Kuddel

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Stuttgart
Bauern-Proteste gegen niedrigen Milchpreis

Rund 30 Milchbauern haben gestern in der Nähe des Stuttgarter Landtags ihrem Ärger über niedrige Milchpreise Luft gemacht. Zuvor hatten die Landwirte aus Protest die Landtagstribüne während der Debatte über die Zukunft der Milchwirtschaft verlassen.



Obwohl die Bauern 40 Cent pro Liter Milch benötigen, um ihre Kosten zu decken, erhalten sie eigenen Angaben zufolge nur gut 20 Cent. Der CDU/FDP-Landesregierung werfen sie Untätigkeit vor. "Wir müssen uns dauernd anhören, die Politik kann uns nicht helfen, weil sich die Preise nun einmal am Markt bilden", sagte Maria Heubuch aus dem Allgäu. Doch genau bei jener Preisbildung könne die Position der Milchbauern gestärkt werden. "Wir wollen die rechtlichen Rahmenbedingungen bekommen, mit denen wir mit unseren Molkereien auf Augenhöhe verhandeln können", forderte Heubuch.
Bauern sind schwächstes Glied in der Kette

Das Problem sei, dass die knapp 100.000 deutschen Milchbauern an etwa 300 Molkereien lieferten, die ihrerseits wiederum nur mit zehn großen Einzelhandelsketten verhandelten. Die Bauern als schwächstes Glied in dieser Kette hätten immer das Nachsehen, hieß es. Abhilfe schaffen könne die gesetzliche Erlaubnis, die Menge der produzierten Milch flexibel steuern zu dürfen, um so die Preise zu beeinflussen.
Vor allem kleinere Höfe sind gefährdet

Die Debatte im Landtag über den Milchpreis war geprägt von einer hitzigen Atmosphäre. "Sie betätigen sich tatsächlich als Sensenmann und Totengräber", warf der Verbraucher-Experte der Grünen, Reinhold Pix, Agrarminister Peter Hauk (CDU) vor. Gefährdet seien vor allem kleinere Höfe, die in hohen Lagen wie im Schwarzwald auf schwierigen Böden wirtschafteten. Laut Hauk ist es ein Teil der Wahrheit, dass im vergangenen Jahr der Milchverbrauch in Deutschland um 1,5 Prozent eingebrochen ist. Die Milchbauern müssten sich daran gewöhnen, "dass Angebot und Nachfrage und sonst nichts den Preis reguliert". Die Existenznöte der Milchbauern erkenne er an, so Hauk. Allerdings könne die Politik lediglich Wettbewerbsnachteile ausgleichen.

http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=4765816/1gd3sqr/

Kuddel

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40.000 Milchbauern protestieren europaweit für höhere Erzeugerpreise
« Antwort #22 am: 12:37:34 Sa. 02.Mai 2009 »
30.04.09 - Mit der größten Bauerndemonstration in der Geschichte Baden-Württembergs haben über 8.000 Landwirte am Mittwoch in Stuttgart gegen die Politik der Quotenerhöhungen für die Milchproduktion in Europa und den Verfall der Erzeugerpreise demonstriert. Die Milchbauern waren in einem Sternmarsch mit 160 Traktoren zum Ministerium gezogen. Gleichzeitig protestierten etwa 3.000 Milchbauern aus mehreren anderen Bundesländern vor dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium in Hannover.

Diese Demonstrationen waren Teil einer europaweiten Aktion von 40.000 Milchbauern in 14 Ländern, die deutlich höhere Milcherzeugerpreise fordern. In Österreich versammelten sich z.B. über 1.500 Milchbauern mit 300 Traktoren am Wiener Heldenplatz.

Trotz des Preisverfalls hat die EU ab April eine weitere Quotenerhöhung um ein Prozent beschlossen. Bis 2015 soll die Quote EU-weit sogar auslaufen. Die Landwirte befürchten, dass die Preise für Milch dann ins Bodenlose fallen könnten. Die Politik der Quotenerhöhungen und des Verfalls der Erzeugerpreise dient einzig und allein den monopolisierten Nahrungsmittel- und Handelskonzernen und einer kleinen Zahl von Großagrariern. Rednerin Lucia Egner, Milchbäuerin aus Bayern, rief in Stuttgart den Bauern zu: "Es geht nicht um die Milch. Es geht um das System der Konzerne." Knapp 100.000 deutsche Milchbauern seien von nur zehn großen Einzelhandelsketten abhängig.

Die bürgerlichen Politiker kündigen für in Not geratenen Bauern Kredite und Bürgschaften aus einem so genannten "Milchfonds" an, in den 90 Millionen Euro aus dem EU-Konjunkturpaket fließen. Das löst aber die Probleme nicht, zumal finanzielle Zuschüsse an Bauern strikt abgelehnt wurden. In einem "Spitzengepräch" von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) mit den Handelsketten waren erst am Tag zuvor sogar weitere Preissenkungen für Trinkmilch, Joghurt und Quark festgelegt worden.

Die Bauern auf den Demonstrationen waren äußerst wütend über das "dumme Geschwätz" der Agrarminister und und machten das durch Buhrufe und Pfiffe während ihrer Reden deutlich. In Sprechchören forderten sie in Stuttgart "Hauk muss weg!" - gemeint war der Agrarminister des Landes, Peter Hauk. Als dieser auch noch die Bauern aus Bayern gegen die aus Baden-Württemberg gegeneinander ausspielen wollte, drehten sie sich demonstrativ von ihm weg, bis er nur noch Rückseiten vor sich hatte. Der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, machte klar, dass die Milchbauern sich in diesem Jahr nicht mit leeren Versprechungen abspeisen lassen werden.

postbox2000de

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Seltsam – folgt man der Argumentation der Milchbauern, sie benötigten ca. 40 Cent pro Liter Milch um kostendeckend zu produzieren, so müssten an sich schon sehr viele Milchbauern pleite gegangen sein. Denn wer beim Produzieren seine eigenen Kosten nicht reinholt, ist rasch ein Fall für die Insolvenzstatistik.

Gingen aber viele Milchbauern pleite, so würde das das Angebot an Milch deutlich verknappen und die verbleibenden Bauern könnten höhere Preise durchsetzen.

Irgendwas erscheint mir an der Milchpreisdebatte faul. Hätten die Bauern recht, wären die meisten von ihnen inzwischen pleite und der Rest hätte ein auskömmliches Einkommen.

Ich glaube da wird viel gelogen und gefakt.

ManOfConstantSorrow

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Milchbäuerinnen wollen Protest fortsetzen

Berlin (dpa) - Die Milchbäuerinnen wollen ihren Protest vor dem Kanzleramt fortsetzen. «Die Bäuerinnen sind fest entschlossen, dass sie weiter dableiben und ein deutliches Signal einfordern, damit die Milch Chefsache wird», sagte der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter, Romuald Schaber, heute der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Er kündigte an, die Proteste gegen die niedrigen Milchpreise auf die europäische Ebene auszuweiten. Die Milchbäuerinnen fordern ein Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Merkel hatte gestern Verständnis für die Bäuerinnen gezeigt und «unfaire Preise» kritisiert.

© Die Welt

erschienen am 13.05.2009 um 12:20 Uhr
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Pinnswin

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Seltsam – folgt man der Argumentation der Milchbauern, sie benötigten ca. 40 Cent pro Liter Milch um kostendeckend zu produzieren, so müssten an sich schon sehr viele Milchbauern pleite gegangen sein. Denn wer beim Produzieren seine eigenen Kosten nicht reinholt, ist rasch ein Fall für die Insolvenzstatistik.

Gingen aber viele Milchbauern pleite, so würde das das Angebot an Milch deutlich verknappen und die verbleibenden Bauern könnten höhere Preise durchsetzen.

Irgendwas erscheint mir an der Milchpreisdebatte faul. Hätten die Bauern recht, wären die meisten von ihnen inzwischen pleite und der Rest hätte ein auskömmliches Einkommen.

Ich glaube da wird viel gelogen und gefakt.

An der Milchpreisdebatte ist nichts faul, die ist ganz real und globalisiert.

Die meisten Landwirte sind pleite und betreiben Schuldenwirtschaft, was die Milchwirtschaft betrifft, sowieso. Da haben viele schon Aufgegeben/Konkurs gemacht. Der Milch-Landwirt hat (bestenfalls) auch noch andere Standbeine  (Agrarwirtschaft, Energiewirtschaft, Mastviehaltung, Umlagen, etc.) und kann aber die Verluste aus der Milchwirtschaft nicht ewig ausgleichen. Was sich in der Milchproduktion noch ein bisschen rechnet, sind große Agrarfarmen mit wenig Personal.

Je größer der Betrieb, desto eher kommt er mit schwierigen Wirtschaftslagen zurecht. Die kleinen Milchvieh Halter sind schon alle kaputt gemacht worden oder gehen neben ihrer Milchviehwirtschaft noch als Lohnunternehmer arbeiten um über die Runden zu kommen. Milchviehwirtschaft als Hobby (oder Ehrenamt?  :-X ) , sozusagen.

Wenn viele Milchbauern in Deutschland ihren Betrieb aufgeben, heißt das nicht, dass die Milch teurer wird. Eher das Gegenteil. Wenn einheimische Absatzmärkte wegbrechen, wird die Milch woanders zugekauft, aus Polen, Rumänien, Brasilien etc. Das sieht der Verbraucher aber nur, wenn er sich mit dem Thema ein bisschen auseinandersetzt und mal auf das Kleingedruckte (soweit vorhanden) guckt, was auf Trockenmilch, Fertigteigmischungen und Zusatzmilch Produkten steht.

Die Landwirtschaft ist globalisiert.

In Deutschland gibt’s keine billigen Käfighuhn Eier mehr, kein Problem, woanders gibt’s sie und als billige Trockeneiprodukte finden sie überall einen Weg auf den Markt. Genau wie die Milch. Nur nützt das uns nichts und der Umwelt sowieso nicht. Lange Transportwege, Regenwaldrodung für Rinderherden, noch mehr Arbeitslose, etc. pp.

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Kuddel

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Polizei ermittelt nach Bauernprotesten

Crivitz/Schwerin (dpa) - Bei Protesten von Milchbauern ist am Mittwochnachmittag eine 26 Jahre alte Feuerwehrfrau auf der B 321 bei Crivitz (Landkreis Parchim) verletzt worden. Milchviehhalter hatten etwa 100 Reifen auf die Fahrbahn geworfen und angezündet, wie die Polizei am Donnerstag in Schwerin mitteilte.

Die Straße wurde beschädigt und ist derzeit nur unter Einschränkungen einspurig befahrbar. Die Polizei prüft nach eigenen Angaben, ob gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr, Nötigung, Sachbeschädigung und mehrerer Umweltdelikte vorliegen. Der Leiter der Polizeidirektion Schwerin, Knut Abramowski, rief zur Mäßigung auf: „Friedlicher Protest ja, Rechtsverstöße werden nicht geduldet.“

Der Landesverband der Milchviehhalter (BDM), der am als Reaktion auf den Preisverfall für Milch zu einer Traktor-Demonstration vor der Schweriner Staatskanzlei aufgerufen hatte, hat sich von den unfriedlichen Protesten distanziert. „Uns geht es um die sachliche Auseinandersetzung, die wir direkt mit den Politikern im Gespräch machen. Diese Art der Proteste ist nicht unser Weg“, sagte Rainer Beste vom Milchbauernverband dem Radiosender Antenne Mecklenburg-Vorpommern.

Etwa 100 Bauern hatten in der Schweriner Innenstadt demonstriert. Auch dort waren Strohballen und Reifen in Brand gesetzt, aber rasch gelöscht worden. Die Polizei hatte verhindert, dass alle Bauern mit ihren Traktoren zu der genehmigten Demonstration zur Staatskanzlei vordrangen. Der Fahrzeugverkehr war über Stunden erheblich behindert. Auf Grund der Straßenblockaden und der brennenden Reifen prüft
http://www.ostsee-zeitung.de/nachrichten/brennpunkt/index_artikel_komplett.phtml?SID=a58481b17d38dc9a2f22137307bcb354&param=news&id=2474130

Kuddel

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Wütender Protest: Milchbauern blockierten die Staatskanzlei

Kiel – Der Protest der Milchbauern gegen den Preisverfall wird immer heftiger. Gestern musste die Polizei in Kiel die Staatskanzlei vor den wütenden Landwirten schützen. Etwa 60 von ihnen hatten vom Morgen an mit ihren Treckern die Straße vorm Haus blockiert und mitgebrachte Kanister in Brand gesteckt, skandierten „Steh auf, wenn Du ein Bauer bist“ und „Hast Du ’ne Kuh, wähl’ nicht CDU“.

Als sie erfuhren, dass Ministerpräsident Peter Harry Carstensen zu diesem Zeitpunkt schon lange auf dem Weg nach Kopenhagen war, versuchte ein Teil der Demonstranten, in die Regierungszentrale einzudringen. Die Polizei versperrte ihnen den Weg. „Dann bleiben wir hier, bis er zurückkommt“, hieß es. Man verdiene mit der Landwirtschaft ja sowieso kein Geld mehr. Erst als Carstensen am Nachmittag über seinen Sprecher zusagte, in der kommenden Woche ein Gespräch mit ihnen zu führen, rückten die Landwirte ab.

Derweil hat der Handel die Preise für Milch erneut gesenkt. Mehrere Discounter verbilligten Käse um bis zu 14 Cent und Joghurt um sieben Cent. Ein Landwirt wetterte: „Da wird solange an Kosten und Qualität gespart, bis es wie in China die ersten Toten durch gepanschte Lebensmittel gibt.“wh

http://www.ln-online.de/news/schleswig_holstein/2618289

Kuddel

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Konflikt - Bauernverband erwartet neue Proteste gegen niedrige Milchpreise
27.02.10 | 10:18 Uhr

In dem seit Jahren währenden Konflikt um niedrige Milchpreise schließt der Landesbauernverband von Sachsen-Anhalt für das Frühjahr neue Proteste gegen den Handel und Molkereien nicht aus. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp in Magdeburg nannte Hauptgeschäftsführer Fritz Schumann das «Frust- und Konfliktpotenzial» bei diesem Thema «enorm groß».

Nach positiven Zeichen im Herbst 2009 seien die Bauern jetzt mehr als enttäuscht.


Schumann sagte, die Produzenten erhielten gegenwärtig etwa 27 Cent je Liter Milch. 32 Cent wären aber notwendig, um wirtschaftlich und vor allem kostendeckend zu arbeiten. Die Marktmacht des Handels sei zu groß, er diktiere nach wie vor die Konditionen. Auch bei den Molkereien lasse sich kein Sinneswandel erkennen. Dieses Vorgehen bezeichnete Schumann als «sehr kurzsichtig».

Nach seiner Ansicht würden die Verbraucher durchaus reelle Preise akzeptieren. Bei den Landwirten regiere schon lange Zeit «das Prinzip Hoffnung». Die 120 000 Milchkühe im Bundesland könnten nicht einfach für ein Jahr stillgelegt werden, um auf bessere Bedingungen zu warten. Viele Betriebe lebten in erster Linie von der Milchproduktion. Sie hätten seit der Wende erheblich in Technik und Gebäude investiert. Dieses Geld müsse wieder erwirtschaftet werden.

Angekündigte Fördermittel und Liquiditätshilfen kämen zu spät, erklärte der Hauptgeschäftsführer. Sie könnten zudem nur über eine Durststrecke helfen, aber nicht das Problem im Kern lösen.

Magdeburg (ddp-lsa)
http://www.ad-hoc-news.de/konflikt-bauernverband-erwartet-neue-proteste-gegen--/de/Wirtschaft-Boerse/21089810

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Hessen: Bald nur noch 1.000 aktive Milcherzeuger?
« Antwort #29 am: 17:26:29 Mi. 03.März 2010 »
http://www.topagrar.com/index.php?option=com_content&task=view&id=16857&Itemid=521

Zitat
... Derzeit melken noch etwa 4.400 Landwirte insgesamt 151.000 Kühe. "Allein von 1991 bis 2007 ist die Anzahl der Milcherzeuger bereits um 74 % und die Anzahl der Milchkühe um 34 % gesunken", so Mawick. Und dieser Trend werde anhalten. Denn gerade einmal 900 Betriebe (17 %) würden mehr als 60 Kühe halten. "Wenn zukünftig die durchschnittliche Bestandsgröße auf 100 bzw. 150 Kühe ansteigt, verteilt sich die gleiche Kuhzahl nur noch auf 1.000 bis 1.500 Betriebe", prognostizierte Mawick.

Besonders betroffen vom Strukturwandel werden nach Aussage der Beraterin die Nebenerwerbsbetriebe sein. Mit 67 % aller landwirtschaftlichen Betriebe hat Hessen die höchste Nebenwerwerbs-Quote von allen Bundesländern. Milcherzeuger, die im Nebenerwerb wirtschaften, halten derzeit gerade einmal 10 Kühe im Schnitt.

Die niedrigen Milchpreise haben auch die Gewinne der hessischen Landwirte einbrechen lassen: So sind die Gewinne der Futterbaubetriebe von 81.000 € im Jahr 07/08 auf 45.000 € im Jahr 08/09 abgestürzt. Für das laufende Jahr rechnet Mawick mit einem weiteren Minus von 20 %...


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Vom Agrarstaat zum Industrie- und Dienstleistungsland
http://www.agrar.de/aktuell/

Zitat
RLV: Rasanter Wandel in der Landwirtschaft
Bonn (agrar.de) – Die Landwirtschaft in Deutschland hat in den vergangenen 100 Jahren einen rasanten Strukturwandel hinter sich....

Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) mitteilt, habe zu Beginn des vorigen Jahrhunderts der Anteil der in der Landwirtschaft Erwerbstätigen bei 38 % gelegen. Mit zunehmender Industrialisierung und mit der Entwicklung des Dienstleistungssektors sei der landwirtschaftliche Erwerbstätigenanteil fast kontinuierlich gesunken und habe Anfang der 50er Jahre 24 % und Anfang des 21. Jahrhunderts nur noch gut 2 % betragen...
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