Autor Thema: Bauern-Streik: Jetzt wird die Milch knapp | Höherer Grundpreis soll erzwungen werden  (Gelesen 35378 mal)

Kuddel

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Gewerkschaft kündigt weitere Streiks in der Milchwirtschaft an

München (dapd-bay). Im Tarifkonflikt der bayerischen Milchwirtschaft erhöht die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) den Druck. Bis zur dritten Verhandlungsrunde am 20. Oktober würden die Mitarbeiter 15 weiterer Betriebe zum Streik aufrufen, sagte der NGG-Landesbezirksvorsitzende Hans Hartl am Sonntag in München. Der Branche gehe es wirtschaftlich gut. Daher erwarteten die Beschäftigten eine anständige Lohnerhöhung, sagte er.

Bereits in der vergangenen Woche hatten zahlreiche Molkerei-Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Bislang sind zwei Verhandlungsrunden für die über 14.000 Beschäftigten der bayerischen Milchwirtschaft ohne Ergebnis geblieben. Die Gewerkschaft fordert in der Tarifauseinandersetzung unter anderem eine Entgelterhöhung von fünf Prozent, eine dauerhaften Übernahme der Auszubildenden für zwölf Monate und einen Tarifvertrag zur Altersteilzeit.
http://nachrichten.t-online.de/gewerkschaft-kuendigt-weitere-streiks-in-der-milchwirtschaft-an/id_43094668/index

Kuddel

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Frühschicht legt die Arbeit nieder

13.10.2010  Von: Josef Hofbauer

Warnstreik Bei der Bayerischen Milchindustrie in Ebermannstadt traten am Mittwochmorgen 20 Mitarbeiter der Frühschicht für vier Stunden in den Ausstand. Die Beschäftigten fordern mehr Lohn und die Übernahme der Auszubildenden.


Die mehrheitlich gewerkschaftlich organisierten Bediensteten
der BMI Ebermannstadt traten gestern für vier Stunden in Streik.
Den Beschäftigten im Zweigwerk Ebermannstadt der Bayerischen Milchindustrie (BMI) reichts. Am gestrigen Mittwoch folgten rund 20 der insgesamt 63 Bediensteten des Unternehmens dem Aufruf der Streikleitung, in den Ausstand zu treten. Die zum größten Teiol gewerkschaftlich organisierte Belegschaft legte in der Früpphschicht von 4 bis 8 Uhr die Arbeit nieder.

Keine Alternative zum Streik


Damit, so Michael Grundl von der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG in Bayreuth) hat der bayernweit angesetzte Warnstreik der Gewerkschaft auch Oberfranken erreicht. Nach zwei erfolglosen Verhandlungsrunden für die über 14.000 Beschäftigten der bayerischen Milchwirtschaft habe die NGG keine Alternative zu einem mehrstündigen Warnstreik gesehen.

Den nötigen Druck aufbauen


Bisher habe es von der Arbeitgeberseite keine konkreten Angebote zu den Forderungen der NGG nach einer Entgelterhöhung von fünf Prozent mehr Lohn und der dauerhaften Übernahme der Auszubildenden für mindestens zwölf Monate und einem Tarifvertrag zur Altersteilzeit gegeben. In Ebermannstadt würden derzeit drei Auzszubildende von einer Übnernahme in ein festes Arbeitsverhältnis profitieren, erklärt Betriebsratsvorsitzender Christian Meier. NGG-Geschäftsführer Michael Grundl setzt auf den Druck der Beschäftigten. Die Arbeitgeber müssten sehen, dass es die Beschäftigten ernst meinten, mit ihren Forderungen. Nur so könne genug Druck aufgebaut werden, um bei den nächsten Verhandlungen am 20. Oktober zu einem Abschluss zu kommen. Ob es weitere spontane Streiks geben wird, hänge von der Streikleitung in München ab.
http://www.infranken.de/nachrichten/lokales/forchheim/streik-Fruehschicht-Bayerische-Milchindustrie-Ebermannstadt-Lohnforderung-Fruehschicht-legt-die-Arbeit-nieder;art216,90206,B

Kuddel

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Bis zum Hals im Wasser:
Milchbauern schlagen Alarm



Rostock - Dutzende Milchbauern standen am Donnerstag am Strand von Warnemünde bis zum Hals im Wasser. Ihr Hilferuf: Wir gehen baden, wenn die Politik nicht hilft.

Hilferufe aus der Ostsee: Die Landwirtschaft geht "baden", wenn sich an der Politik nichts ändert. Das wollten Dutzende Milchbauern mit einer Protestaktion vor der Agrarministerkonferenz am Donnerstag am Strand von Rostock-Warnemünde der Öffentlichkeit vor Augen führen.

Mit Latzhose und Transparenten gingen sie in die Fluten und machten - wie schon Berufskollegen am Vortag - deutlich, dass ihnen das Wasser bis zum Hals steht. Der Bauernverband und der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) haben alten Zwist begraben und demonstrierten gemeinsam. Sie fordern eine Reduzierung der Milchmenge, weil das Überangebot die Preise so weit in den Keller drückt, dass die Bauern ihre Kosten nicht mehr decken können.

Auf die Hilferufe hin kam der Chef der Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern, Mecklenburg-Vorpommerns Ressortchef Till Backhaus (SPD), an den Strand und nahm sich Zeit für Gespräche. Ihm sei klar: "Wenn wir hier nicht die Weichen stellen, wird das der bäuerlichen Landwirtschaft in Deutschland das Ende bereiten." In der Milchwirtschaft werde für ganz Europa ein Instrument zur obligatorischen Mengenkürzung gebraucht. Der Markt alleine werde es nicht regeln, der Staat müsse eingreifen, forderte Backhaus. Er hoffe auf einen Beschluss der Agrarminister der Länder, dass die Bundesregierung in diesem Sinne tätig werde.

Die niedrigen Milchpreise sind nach Ansicht des BDM ein gesellschaftlicher Skandal und nicht nur ein Desaster für die Bauern. Der Bundesvorsitzende Romuald Schaber sagte, die deutschen Milchbauern hätten in der aktuellen Krise rund vier Milliarden Euro verloren. "Der geringste Teil davon kommt in Form von billigen Lebensmitteln bei den Verbrauchern an. Die Milliarden bleiben bei den Konzernen hängen", sagte er. Von der fehlenden Liquidität der Milcherzeuger seien auch Tierärzte, Futtermittelhersteller und Liefernaten betroffen. Er forderte Verträge der Molkereien mit den Bauern, in denen Mengen und Preise festgelegt sind. Bisher erfahren die Bauern erst nach Wochen, was sie für die Milch bekommen.
http://www.merkur.de/wirtschaft/hals-wasser-milchbauern-schlagen-rostock-warnemuende-alarm-zr-6730123.html

ManOfConstantSorrow

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Ich habe mir mal die Pressemeldungen zum Thema angesehen.
Üble Propaganda. Die Bauern kämpfen für eine Quote, für eine Begrenzung der Produktion, denn die Überflutung des Marktes sorgte für den Preisverfall.
Aber das wäre ja Planwirtschaft, Teufelswerk.
Man bietet ihnen nun Subventionen aus Steuergeldern an, nur damit sie endlich Ruhe geben und aufhören zu kämpfen.

Die Medien behaupten dreist mehrheitlich, die Bauern würden für Subventionen kämpfen.
Das ist einfach nicht wahr.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Rudolf Rocker

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  • Waldkauz (8>
Milchquoten gab es ja schon mal! Die großen Abgreifer der Subvetionen waren aber bisher eh immer die großen Agrarindustrien und nicht die Kleinbauern.