Autor Thema: Proteste gegen Kohlekraftwerk  (Gelesen 46434 mal)

Kuddel

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Re: Proteste gegen Kohlekraftwerk
« Antwort #105 am: 10:44:11 Mo. 24.Juni 2019 »
Ausschnitte aus einer Meldung:
Zitat
Im rheinischen Braunkohlerevier sorgen Anti-Kohle-Blockierer für Stillstand von Baggern und Bahn. Sie durchbrechen Polizeiabsperrungen. Es gibt Verletzte auf beiden Seiten.

Die Bagger stehen still im Tagebau Garzweiler. Ihre Schaufelräder graben keine Braunkohle in der riesigen Schlucht.

Die ganze Nacht über waren Polizeitransporter im Pendelverkehr unterwegs, um die Blockierer von dort wegzubringen.

Insgesamt waren es mehr als 1000 Personen, die am Samstagnachmittag – meist mit dem charakteristischen weißen Papieroverall bekleidet, der sie anonym macht – den Tagebau Garzweiler gestürmt haben. Sie durchbrachen Polizeiabsperrungen, stiegen gegenüber der Aussichtsplattform die helle Abbruchkante herunter, auch ein Bagger wurde besetzt, wie ein Polizeisprecher am Sonntagmittag auf der Aufsichtsplattform am Tagebau erzählt.

Mehrere Polizisten wurden verletzt, ebenso einige der Störer. Der Energiekonzern RWE beklagt zudem Brandanschläge auf eine Pumpstation, auf Schaltschränke und Fahrzeuge und spricht von einem unverantwortlichen und widerrechtlichen Eindringen.

„Ende Gelände“ demonstriert und sabotiert seit Jahren immer wieder die Arbeit in den Tagebauen, und dieses Jahres haben sie unerwartet Unterstützung bekommen.

Zeitgleich mit den Demo- und Blockadetagen von „Ende Gelände“ veranstaltete die Schüler- und Jugendbewegung „Fridays for Future“ eine Demonstration zum Klimaschutz mit etwa 40.000 Teilnehmern in der nahe gelegenen Stadt Aachen. Die Polizei hatte im Vorfeld Sorge, dass sich beide Bewegungen vermischen, dass sich die bisher friedlich protestierenden Schüler von den zum Teil gewaltbereiten Aktivisten mitreißen lassen könnten. Deshalb schickte die Polizeibehörde Schreiben an die Schulen in Aachen, warnte vor strafbaren Handlungen.

Wie stark sich beide Gruppen vermischt haben am vergangenen Wochenende, ist unklar. Luisa Neubauer, Sprecherin von „Fridays for Future“, hatte sich ausdrücklich mit „Ende Gelände“ solidarisiert. Man sehe „Ende Gelände“ als „großen Partner in einem Kampf gegen die Klimakrise und Regierungen, die nicht handeln wollen“.

Es gibt auch Meldungen darüber, dass Menschen über Stunden von Polizeikräften eingekesselt worden seien, weil die Abtransporte viel Zeit in Anspruch nehmen. „Die Aktivistis sind 11 Stunden im Polizeikessel #Garzweiler. Die Polizei hat keine Busse mehr, die Menschen in Gewahrsam zu nehmen. Menschen brechen zusammen. Keine Verhältnismäßigkeit mehr und Gefahr für die Gesundheit von Vielen“, twitterte der Grünen-Europaabgeordnete Michael Bloss.

Das rheinische Braunkohlerevier bleibt ein politisch hart umkämpftes Gebiet.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article195770273/Proteste-in-Garzweiler-Straftaten-im-Namen-des-Klimaschutzes.html

aus der taz:
Zitat
Sie stellen die Systemfrage

Solange Dörfer vernichtet werden, damit Konzerne Profite maximieren, werden die jungen Menschen keine Ruhe geben.


https://taz.de/Kommentar-Ende-Gelaende-und-FFF/!5602205/

Kuddel

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Re: Proteste gegen Kohlekraftwerk
« Antwort #106 am: 14:38:02 Di. 25.Juni 2019 »
Zitat
„Ende Gelände“ erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei

Nach den dreitägigen Klimaprotesten im rheinischen Braunkohlerevier hat die Initiative „Ende Gelände“ schwer Vorwürfe gegen Einsatzkräfte der Polizei erhoben.


Sie hätte unverhältnismäßig hart eingegriffen, teilte das Bündnis mit. Mehrere Braunkohlegegner hätten dadurch Knochenbrüche erlitten und mindestens einer einen Kieferbruch. Im Internet kursierten Aufnahmen, die zeigen sollen, wie Beamte gewaltsam gegen Aktivisten vorgegangen sind. Die Aachener Polizei will die Anschuldigungen nun prüfen. Bei den Einsätzen wurden aber auch Polizisten verletzt, und die Beamten warfen Demonstranten ebenfalls Gewalt vor. RWE als Betreiber des Tagebaus Garzweiler kündigte rechtliche Schritte gegen alle an, die sich an einer Besetzung des Tagebaus Garzweiler beteiligten.

Obwohl die Aktionen von „Ende Gelände“ am Sonntag offiziell beendet waren, besetzten andere Aktivistinnen am frühen Montagmorgen einen Bagger im Tagebau Hambach. Die Aktion sei nicht von „Ende Gelände“ organisiert worden, sagte eine Sprecherin. Nach Angaben der Aachener Polizei holten Einsatzkräfte die sieben Aktivistinnen am Mittag von dem Bagger und nahmen sie in Gewahrsam.

Nach Angaben der Initiative „Ende Gelände“ waren von Freitag bis Sonntag rund 6000 Menschen an den Blockaden des Tagebaus Garzweiler und von Bahnlinien zu zwei Braunkohlekraftwerken beteiligt. Am Freitag hatte die Bewegung Fridays for Future eine friedliche Demonstration mit laut eigenen Angaben 40 000 Teilnehmern in Aachen organisiert. Am Samstag waren bei einer weiteren Demonstration nach Angaben der Initiatoren 8000 Menschen dabei. Die Aachener Polizei äußerte sich nicht zu Teilnehmerzahlen.
Nachrichten
https://www.deutschlandfunk.de/braunkohle-proteste-ende-gelaende-erhebt-schwere-vorwuerfe.1939.de.html?drn:news_id=1020786

counselor

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Re: Proteste gegen Kohlekraftwerk
« Antwort #107 am: 20:50:24 Di. 25.Juni 2019 »
Zitat
Protestbewegung gegen Braunkohle - Jetzt kommt die Abrechnung

Die Aktivisten von Ende Gelände werfen der Polizei unverhältnismäßige Gewalt vor. Gegner machen im Netz indes Stimmung mit einem gefakten Müll-Bild.

KÖLN taz | Als die letzten der 40.000 Kids von Friday for Future Aachen am Sonntag wieder verlassen hatten, staunten alle nicht schlecht: den Abfall selbst weggeräumt; vorbildlich, hieß es von der Stadt. Im Internet aber wurde ein Bild verbreitet mit tonnenweise Müll am Straßenrand der Demostrecke. Die üblichen Empörungsreflexe kamen prompt: Dreckskids, Schweinerei. Indes: Das Bild war geklaut und stammte vom letzten Rosenmontagszug. Tataaa.

Quelle: https://taz.de/Protestbewegung-gegen-Braunkohle/!5602348/
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re: Proteste gegen Kohlekraftwerk
« Antwort #108 am: 12:28:22 Di. 16.Juli 2019 »
Zitat
Protest gegen Heizkraftwerk
Klimaschützer ketten sich vor dem Münchner Rathaus an


Aktivisten der Gruppe "Extinction Rebellion" protestieren gegen den Plan der Stadt, den mit Steinkohle betriebenen Block des Heizkraftwerks Nord noch mehrere Jahre weiterlaufen zu lassen.
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-klimanotstand-demo-kohlekraftwerk-1.4525730