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Klassenkämpfe im ehemaligen Ostblock

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ManOfConstantSorrow:
Wir sollen unser Leben anpassen an das der Länder, in denen billiger produziert werden kann. Und so sieht es dort aus:


--- Zitat ---Original von rf-news

Armut in Polen breitet sich aus

Das Europäische Anti-Armutsnetzwerk EAPN schätzt, dass in Polen 300.000 bis 500.000 Menschen obdachlos sind. Schulkinder werden im Unterricht ohnmächtig vor Hunger. In grenznahen deutschen Städten melden sich immer häufiger Polen zu Blutspenden gegen eine geringe Summe Bargeld.
--- Ende Zitat ---

Klassenkämpfer:
Erfolgreicher Streik in Baku  

Zweimal in zwei Wochen haben azerische ArbeiterInnen des US Konzerns McDermott (Ölplattformen - Bau) in Baku gestreikt. Während beim ersten Mal (am 22.November) die Unternehmensleitung zunächst daruf bestand, es hätten nur rund 800 der etwa 2.000 azerischen Beschäftigten gestreikt, und erst im Laufe des Tages zugegeben wurde, dass alle sich am Streik beteiligten, war es eine Woche später von Beginn an klar, dass die ganze - einheimische - Belegschaft in Streik trat. Nachdem die Unternehmensleitung der Presse den Zugang verwehrte, eskortierten mehrere hundert Arbeiter die Journalisten aufs Werksgelände. Am 29. November hat die Gewerkschaft der staatlichen azerischen Ölgesellschaft SOCAR die Forderungen der Mc Dermott-Belegschaft aufgenommen und darauf verwiesen, dass die Arbeiter nicht versichert sind, obwohl beispielsweise die Nachtschichten ausgedehnt worden seien. Streik, Gewerkschaften und öffentliches Echo haben dann zu einer Reihe von Zugeständnissen der Unternehmensleitung am 30. November geführt. Der redaktionelle (englische) Bericht "SOCAR Trade Union Submits Proposals Regarding to Strike in US Company"  vom 30. November 2005 bei "Baku Today

Kater:

--- Zitat ---Personal gesucht auf Polens Baustellen
Freitag 25. August 2006, 06:30 Uhr
von AFP  

Bauwirtschaft leidet unter Arbeitskräfte-Mangel

Schon immer haben Polen in der Fremde Arbeit und ein besseres Leben gesucht. Seit dem EU-Beitritt des einstigen Ostblock-Staates aber hat der Wegzug in den Westen ungeahnte Ausmaße angenommen. Polens Baustellen gehen langsam die Handwerker aus. Vor allem Beschäftigte der Bauindustrie - Maurer, Maler und Klempner - verließen zu Zehntausenden ihre Heimat und suchten in den reichen EU-Altstaaten ihr Glück. Der polnischen Bauwirtschaft stößt das inzwischen sauer auf, denn ihr gehen die fähigsten Beschäftigten verloren. Qualifizierter Ersatz ist nicht einfach zu finden.

"Das Problem hat in diesem Frühjahr begonnen", sagt Jaroslaw Olesinski, Inhaber eines kleinen Maurergeschäftes in Warschau. "Auf einen Schlag habe ich die Hälfte meiner Belegschaft verloren. Meine Besten sind ins Ausland gegangen, um dort zu arbeiten", beklagt sich Olesinski. Von 30 Mitarbeitern seien ihm gerade mal 15 geblieben. Selbst die Kündigungsfristen hätten sie nicht eingehalten und stattdessen Strafgelder gezahlt, fährt er fort. Olesinski kennt die Arbeit als Gastarbeiter nur zu gut. Er selbst hat elf Jahre lang in Österreich gearbeitet, zu Zeiten, als der eiserne Vorhang noch Europa durchschnitt.

Schon immer waren polnische Arbeiter international gut angesehen, auch weil sie bereitwillig schwarz arbeiteten. Der EU-Beitritt Polens im Mai 2004 hat die Arbeitsemigration beträchtlich beschleunigt. Nach Angaben der Gewerkschaft Budowlani gingen seitdem 100.000 Polen auf Jobsuche ins Ausland. Beliebteste Ziele sind Irland und Großbritannien, die beide den neuen Mitgliedsstaaten ungehinderten Zugang zu ihren Arbeitsmärkten einräumten. Auch in Deutschland arbeiten viele Polen - hier allerdings sehr viel häufiger am Finanzamt vorbei.

Was die Polen ins Ausland zieht, ist natürlich das Geld. In Olesinskis Unternehmen As-Bud, das für polnische Verhältnisse sehr gut zahlt, beträgt der Nettoverdienst umgerechnet etwa 500 Euro im Monat. Auf den britischen Inseln liegt der Verdienst fünf Mal höher. Hinzu kommt, dass sich viele polnische Bauarbeiter kaum an ihr Unternehmen gebunden fühlen, denn zum Wintereinbruch werden sie üblicherweise hinausgeworfen.

Als die irische Arbeitsagentur FAS in einem Warschauer Hotel eine Börse für 400 freie Stellen veranstaltet, kommen fast 8000 Interessierte. "Man kann mit dem Geld hier leben, aber es ist nicht einfach, einen guten Lebenstandard zu haben", sagt einer von ihnen in der Schlange. Wie die meisten Polen will er nicht für immer ins Exil gehen. "Ich will nur ein bisschen mehr Geld verdienen, um damit zurückzukehren."

Bei solch einem Andrang kann es sich die irische Agentur erlauben, nur die besten Kandidaten herauszupicken. Für die polnischen Arbeitgeber ist das ein gewaltiges Problem: "Die die bleiben, sind wenig qualifiziert", sagt Chefmaurer Olesinski. "Das sind häufig Alkoholiker. Mir ist es ein paar Mal passiert, dass einer, nachdem er sein Monatsgehalt erhalten hatte, nicht mehr wiedergekommen ist."

In der Not stellen die polnischen Firmen häufig Arbeiter aus der benachbarten Ukraine ein. Dort ist der Lebensstandard niedriger als in Polen. Die Gewerkschaft hat noch eine andere Lösung in petto: Sie schlägt vor, dass die polnischen Bauwirtschaft ein in anderen europäischen Länder bewährtes System übernimmt: Die Arbeiter arbeiten demnach im Sommer unbezahlt Mehrstunden, bleiben dafür aber auch während der auftragsarmen Wintermonate in Lohn und Brot.
--- Ende Zitat ---

http://de.news.yahoo.com/25082006/286/politik-personal-gesucht-polens-baustellen.html

dragonmaster:
Tja irgendwann ist halt schluß mit dem Lohndumping, vielleicht sollte Polen mal seine Lohnstruktur wenigstens ansatzweise an Westeuropäische Verhältnisse anpassen. Mitleid habe ich nicht.

besorgter bürger:
nicht nur die bauarbeiter auch die (bei uns) jährlich durchs dorf getriebenen erntehelfer werden knapp


--- Zitat ---Polen möchte so schnell wie möglich den Arbeitsmarkt für Erntehelfer aus der Ukraine öffnen. Die polnische Wirtschaft kämpft in zunehmendem Maße mit einem Manko an Arbeitskräften. Das ist die Folge der massiven Arbeitsmigration von Polen nach West-Europa, seitdem Polen im Mai 2004 EU-Mitglied wurde.

--- Ende Zitat ---

http://www.fruchtportal.de/news/2006/25aug/polen.html

aber eins verstehe ich dann doch nicht:


--- Zitat ---Die Arbeitslosenrate in Polen ist im Juni um 0,3 % auf 15,7 % gefallen, so das Zentrale Statistikbüro.
--- Ende Zitat ---

http://www.emfis.de/global/global/nachrichten/beitrag/id/Arbeitslosigkeit_in_Polen_faellt_weiter_ID31738.html

warum freuen die sich nicht? 15,7% ist ja immer noch ein kleines stück von der vollbeschäftigung entfernt.

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