Autor Thema: Klassenkämpfe im ehemaligen Ostblock  (Gelesen 145335 mal)

ManOfConstantSorrow

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Re: Klassenkämpfe im ehemaligen Ostblock
« Antwort #300 am: 15:42:17 So. 13.Oktober 2019 »
Zitat
Schulgewerkschaften drohen mit Streik

Die Schulgewerkschaften sind bereit, den eintägigen Streik an Schulen auszurufen. Sie fordern eine Aufstockung der Tariflöhne für Lehrer um zehn Prozent ab Januar 2020. Dies teilte Gewerkschaftsboss František Dobšík nach einer Sitzung des Gewerkschaftsverbands im Schulwesen am Freitag mit.

Die Gewerkschafter sind mit dem Vorschlag der Regierung nicht einverstanden. Bildungsminister Robert Plaga (parteilos) hatte ihnen eine flächendeckende Lohnsteigerung um 2700 Kronen (105 Euro) ab Januar angeboten.
https://www.radio.cz/de/rubrik/nachrichten/schulgewerkschaften-drohen-mit-streik--1
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Kuddel

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Re: Klassenkämpfe im ehemaligen Ostblock
« Antwort #301 am: 19:32:20 Sa. 14.März 2020 »
Die Zuwanderungspolitik der Bundesregierung, die allein auf (bestimmte) Facharbeiter abzielt, ist asozial und greift des Funktioneren ärmerer Länder massiv an.

Zitat
Exodus von Pflegekräften:
Wie Deutschland Osteuropa ausbluten lässt

Immer mehr Pflegekräfte verlassen den Balkan Richtung Deutschland. Die Folge: In Ländern wie Bosnien oder im Kosovo blutet das Gesundheitssystem weiter aus, weil qualifiziertes Personal vor Ort fehlt.

https://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-exodus-von-pflegekraeften-wie-deutschland-osteuropa-ausbluten-laesst-102.html

Zitat
Osteuropa entvölkert sich rasant

Die Bevölkerung in zahlreichen Staaten Mittelosteuropas schrumpft aufgrund von Geburtenarmut und Abwanderung immer mehr zusammen.
https://www.diepresse.com/5784568/osteuropa-entvolkert-sich-rasant

Ich kann es nicht oft genug wiederholen: Wir müssen Kontakt zu hier arbeitenden Osteuropäern suchen und uns gemeinsam wehren.

ManOfConstantSorrow

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Re: Klassenkämpfe im ehemaligen Ostblock
« Antwort #302 am: Gestern um 20:47:59 »
Zitat
Am größten Krankenhaus Bulgariens wird protestiert:
Polizei will Mitgliederlisten der unabhängigen Gewerkschaft SBMS und entscheiden, welche Forderungen „zulässig“ seien




Die Proteste an Bulgariens größtem Krankenhaus dauern seit 14 Monaten an - sie begannen im März 2019Bulgarien ist wohl so etwas wie der „feuchte Traum“ aller Schreibtischtäter bei Bertelsmann, IWF und an vielen Universitäten: Restlos alle Krankenhäuser des Landes sind private Unternehmen. Die zudem noch staatliche Zuschüsse bekommen, die nach unklaren Kriterien vergeben werden, mit dem naheliegenden Ergebnis verbreiteter Korruption. Der Kern des menschenfeindlichen Systems ist die Reduzierung von Menschen auf etwaigen Geldwert, denn es wird nach Patientenzahlen abgerechnet – und auch die Arbeitskraft wird nach diesem „Schlüssel“ bezahlt. Zu Jahresbeginn 2019 hatte sich aufgrund dieser Situation – und der geradezu notorischen Tatenlosigkeit der bestehenden Gewerkschaften – am größten Krankenhaus des Landes, dem Pirogov Hospital in Sofia, die unabhängige Gewerkschaft SBMS gegründet, in der neben Pflegerinnen und Pfleger auch etwa Hebammen und PhysiotherapeutInnen und weitere Berufsgruppen organisiert sind. Was im Rahmen einer regelrechten Welle von Protesten und Aktionen in zahlreichen Einrichtungen des ganzen Landes geschah – und mit dem ebenso knappen wie kurzen „Programm“ Gesundheit sei keine Ware, was sowohl das gesamte System, als auch die Bezahlung der Angestellten betreffe. Was zunächst dazu führte, dass die Mitgliedszahlen der Gewerkschaft massiv anwuchsen – und dann dazu, dass die Krankenhausleitung sich gezwungen sah, zur Verteidigung des Profitsystems aktiv zu werden – sowohl zunächst per Einschüchterungsversuche, die, da erfolglos, von Vorladungen der Polizei abgelöst wurden. In der Erklärung „Solidarity with the Bulgarian Nurses’ Union!“ vom 25. Mai 2020 externer Link (die wir hiermit zusammenfassen: http://www.laboursolidarity.org/Solidarity-with-the-Bulgarian?lang=en ) kritisiert das Alternative Gewerkschaftliche Netzwerk für Solidarität und Kampf (dem LabourNet Germany angehört) dieses polizeistaatliche Vorgehen. Es wird sowohl das Vorgehen gegen die Sprecherin der betrieblichen Organisation der SBMS am Pirogov-Krankenhaus Boyka Anastasova zurück gewiesen, als auch das Verhalten der Polizei, die von GewerkschafterInnen sowohl Mitgliederlisten haben wollte, als auch sich anmaßte zu beurteilen, welche Forderungen (und damit auch: Welche Gewerkschaften) zulässig und welche – „Erpressungen“ seien. Gemeinsam mit der SBMS fordert das Netzwerk sowohl den Rücktritt des Krankenhausdirektors Asen Baltov, als auch die Suspendierung (und ein Untersuchungsverfahren) gegen die Polizisten, die die Verfassung gebrochen haben, indem sie sich selbst zu einer Instanz des sozialen und gewerkschaftlichen Systems des Landes ernannt haben. Siehe dazu auch zwei weitere Beiträge – zur Solidarität bulgarischer Alternativ-Gewerkschaften und zur Entwicklung der Proteste im bulgarischen Gesundheitswesen:
https://www.labournet.de/?p=173058


„Statement from Bulgaria“ am 24. Mai 2020 bei der IWW-AIT
https://www.facebook.com/iwa.ait/photos/a.10151409229631883/10156861910566883/?type=3&theater

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