Autor Thema: [Ärtzte] Petzen  (Gelesen 4740 mal)

Alles-tut-weh!

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[Ärtzte] Petzen
« am: 19:27:57 Mi. 08.Januar 2003 »
Wer hätte das gedacht!?!
Eine GRÜNE Ministerin ruft Patienten auf ihre Ärzte anzuschwärzen, die für den Erhalt des Gesundheitswesen kämpfen.

Marie

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[Ärtzte] Petzen
« Antwort #1 am: 19:58:33 Mo. 27.Januar 2003 »
Diese Herren Weißkittel kämpfen meist nicht für den Erhalt des Gesundheitswesen, sondern für den Erhalt Ihrer Pfründe und dafür ist ihnen jedes Mittel recht. (Ausnahmen soll es ja Gott sei Dank geben)

Marie

Dr.Mabuse

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[Ärtzte] Petzen
« Antwort #2 am: 23:57:50 Mo. 27.Januar 2003 »
Ach, es ist so einfach Menschen gegeneinander auszuspielen.
Der Neid auf diejenigen, denen es etwas besser geht, als einem selber ist einfach das Leichteste.

Das Bodenpersonal gegen die Piloten...

Die angestellten gegen die Beamten...

Erst kämpfte das Krankenhauspersonal für bessere Bedingungen. Jetzt die Ärzte. Als nächstes die Patienten. Am Ende, wenn das Gesundheitssystem heruntergewirtschaftet ist wird man merken, daß ALLE die Verarschten sind. Und vielleicht gibt es dann die Einsicht, daß es damals GEMEINSAME Interessen waren.

Gast

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[Ärtzte] Petzen
« Antwort #3 am: 14:09:10 Mi. 29.Januar 2003 »
Ich meine, jede Kritik immer nur als Neid abzutun, ist wirklich zu einfach. Wenn ich von geldgierigen Ärzten spreche, dann ist es, weil ich im Laufe meines Lebens viele schlechte Erfahrungen gemacht habe. Z. B. wurden mir die Mandeln entfernt, obwohl ich niemals eiternde Mandeln hatte. Dass ein Arzt eine Operation anordnen könnte, die nicht notwendig ist, konnte ich in meiner Jugend noch nicht wissen. Hätte mich damals jemand auf die Geldgier von Ärzten aufmerksam gemacht, so hätte ich eine solche Anschuldigung weit von mir gewiesen, doch nach meiner zweiten Erfahrung war mir klar, dass es so etwas wirklich gibt. Ein Frauenarzt hatte mir gesagt, ich müsse unbedingt in die Klinik, um ein Myom entfernen zu lassen. Ich war in großer Aufregung, da ich zum damaligen Zeitpunkt als Dolmetscherin zur Messe nach Paris fahren sollte, und so fragte ich ihn, ob ich mit der Operation nicht ein wenig warten könnte. Er bejahte das und verschrieb mir Tropfen.
Nun hatte ich das Glück am nächsten Tag in einer Fernsehsendung zu erfahren, dass Myome viel zu häufig operiert würden und ich beschloss, noch einen anderen Arzt um Rat zu fragen. Zu meiner großen Überraschung sagte der mir, er könne kein Myom entdecken. Nach Rückkehr von der Messe ging ich in meiner Verunsicherung noch zu einem dritten Spezialisten, der mir ebenfalls bescheinigte, dass kein Myom vorhanden sei. Diese Geschichte ist nun schon Jahre her und weit und breit kein Myom in Sicht.

Auch von Zahnärzten könnte ich ähnliche Geschichten erzählen.

Worüber ich mich auch immer ärgere:
Ärzte nehmen sich keine Zeit zuzuhören, wenn Patienten ihre Probleme schildern wollen. Würden sie nicht sofort den Rezeptblock zücken, sondern sich einen Überblick über die Gesamtsituation verschaffen, so könnten viele Medikamente eingespart werden. Auch sind die Packungen oft viel zu groß und sie liegen dann ungenützt im Medikamentenschrank herum.

Was ich zum Schluß noch sagen möchte ist: Ärzte sind keine schlecht verdienende Berufsgruppe (ca. 87.500 Euro im Jahr). Sie haben eine große Verantwortung und sollen natürlich auch gut bezahlt werden, doch wenn alle anderen Berufsgruppen in schlechten Zeiten zurückstecken müssen, so müssen auch sie einsehen, dass der Weg zur Villa eben ein wenig länger wird.

Dr.Mabuse

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[Ärtzte] Petzen
« Antwort #4 am: 21:49:11 Mi. 29.Januar 2003 »
Marie,
ich wollte Dir nicht über den Mund fahren. Meine Kritik war zu einfach formuliert. Ich könnte aus eigenen Erfahrungen dieses Forum mit einer ganzen Liste an Fehldiagnosen und Fehlbehandlungen vollschreiben (vielleicht sollte ich das auch mal tun!?!).

Das Problem ist doch, daß alles im Gesundheitswesen Zwängen wie Kosten und Profit unterworfen ist, und das betrifft jeden, der dort arbeitet wie auch den Patienten.

Ich habe eine Geschichte gehört, von der ich nichteinmal weiß, ob sie wahr ist, aber der Gedanke der Geschichte ist Bedenkenswert:
In China soll es einmal Ärzte gegeben haben, die von jeden im Dorf einen kleinen Beitrag erhielt, solange er Gesund war. Wurde er krank brauchte er den Arzt nichtmehr zu bezahlen. Diese Ärzte waren rein ökonomisch daran interessiert, daß die Bevölkerung gesund blieb.
Finanziell gesehen sind bei Ärzten hier die Interessen entgegengesetzt.

Aber nocheinmal: Soziale Absicherungen und Arbeitsbedingungen werden angegriffen während die Wirtschaft weiter wächst (nur nicht so schnell wie erhofft), und die Ärmsten Schweine (die es am meisten trifft) lassen sich das gefallen, solange nur denen auch was genommen wird, denen es etwas besser geht. Es geht darum sich gegen das Prinzip der Kürzungen  zu stellen und manchmal muß man es auch gemeinsam mit Leuten tun, die man nicht sehr mag.

Die meisten von uns machen sich noch garkein Bild von dem Abgrund in den sich unser Gesundheitswesen bewegt.

Besserwisser

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[Ärtzte] Petzen
« Antwort #5 am: 20:09:39 Sa. 28.Februar 2004 »
GKV ist doch geil! Der einzige Nulltarif der nur 6000,- EUR kostet. Wo sonst gibts so wenig, so günstig?

Easyman

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[Ärtzte] Petzen
« Antwort #6 am: 22:42:36 Sa. 28.Februar 2004 »
"Was ich zum Schluß noch sagen möchte ist: Ärzte sind keine schlecht verdienende Berufsgruppe (ca. 87.500 Euro im Jahr). Sie haben eine große Verantwortung und sollen natürlich auch gut bezahlt werden, doch wenn alle anderen Berufsgruppen in schlechten Zeiten zurückstecken müssen, so müssen auch sie einsehen, dass der Weg zur Villa eben ein wenig länger wird."

Und die Stammtischdiskussion zieht weitere Kreise...................... :evil: !
87.500 € im Jahr???
Erzähle das mal einem Assistenarzt im Krankenhaus (der nach BAT IIa bezahlt wird, wie ein angestellter Sek.2 Lehrer!). Der würde bei so einem Gehalt Luftsprünge machen. Oder, waren etwa die Chefärzte gemeint??? Ach ja, ne eigene Praxis kostet ja auch nix. :roll: