Autor Thema: Milch in den Abfluss und keinen interessierts  (Gelesen 21594 mal)

Kakerlake

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« am: 19:32:24 Do. 29.Mai 2008 »
Man mag ja zu den (Milch) Bauern stehen wie man will, aber als Subverntionsempfänger kassieren sie nebenbei genug vom Steuerzahler für die Milch aber davon reden sie nicht,
Ganz nebenbei stehen tausende von Menschen schlange vor den Tafeln und niemanden juckt es ob hier zich Liter Milch im Abfluss landen.

Hier geht es einzig und allein um Gewinnmaximierung!

Was soll dieser Scheiß?

Warum verteilen sie die Milch nicht einfach kostenlos an die Verbraucher? Damit würden sie doch hr Ziel wahrscheinlich schneller erreichend und es würden keine Lebensmittel vernichtet werden.

Ist das die Zukunft eines Arbeiter und Bauern Staates? Der Arbeiter zahlt und die Bauern kassieren.

Strombolli

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #1 am: 20:25:46 Do. 29.Mai 2008 »
Es ist wirklich schwierig mitanzusehen, wie Nahrungsmittel vernichtet werden.

1. Subventionierung widerspricht dem sonst so hoch und heilig geglaubten "Freien Markt"

2. Verschenken von Ware widerspricht den Gesetzen des Kapitalismus (und außerdem kostet der Transport oder Zwischenlagerung Geld)

3. Nur drastische Mittel bringen Riesen ins Wanken.

4. Auslöffeln wird die Suppe die Allgemeinheit.

denn, die Konzerne lassen sich ihre Marge nicht kürzen.

Bleiben wir nur bei Punkt 1 und schon weiss man, wo der Fuchs pfeift.
Anspruch und Wirklichkeit, Theorie und Praxis klaffen weit auseinander!
Das Systemmotto: "Gib mir Dein Geld! - Jetzt, Du dreckiges Opfer !!!! - Und habe immer ANGST VOR DEM MORGEN !!!"

"Hört auf, Profite über Menschen zu stellen!" Occupy
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Pittiplatsch

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #2 am: 20:35:56 Do. 29.Mai 2008 »
Zitat
Original von Strombolli
Anspruch und Wirklichkeit, Theorie und Praxis klaffen weit auseinander!

Na zum Glück ist die Illusion noch lebendig. Gruß Pitti
black hole sun
won't you come
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(Soundgarden)

momo13

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #3 am: 22:06:27 Do. 29.Mai 2008 »
einfach so weg zu kippen, finde ich eine Schweinerei!!!!!
Aber einfach aus dem Stall an Menschen verteilen, geht auch nicht. In meinem Landkreis hatte ein Bauer einer Schulklasse, die den Hof besichtigten, Rohmilch von der Kuh gegeben, und alle wurden krank, teilweise mit Krankenhausaufenthalt. Die Milch muß also erst behandelt werden.
Ich meine, das die Bauern kein Recht zu solchen Massnahmen haben, sie bekommen genügend Subventionen, ich habe hier im Umkreis keinen Bauern, der drauf legt. Sie bekommen ja auch Strom und Kraftstoff viel billiger als wir.
Ich weiß wirklich nicht, warum die solch einen Aufstand machen.
Und angesichts der hungernden Menschen in anderen Ländern  eine riesige Schweinerei-------------------haben die denn kein Gewissen?
Ne, wahrscheinlich nicht.
momo13 :aggressiv>

Kakerlake

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #4 am: 01:59:14 Fr. 30.Mai 2008 »
Zitat
Original von momo13
... Aber einfach aus dem Stall an Menschen verteilen, geht auch nicht. In meinem Landkreis hatte ein Bauer einer Schulklasse, die den Hof besichtigten, Rohmilch von der Kuh gegeben, und alle wurden krank, teilweise mit Krankenhausaufenthalt. Die Milch muß also erst behandelt werden...
Hab auch mal irgendwo gehört, man sollte Milch frisch von der Kuh mindestens einen Tag stehen lassen bevor man sie trinkt, ob das so stimmt?
Ich glaube es lag eher am Magen der Kinder, denn an Milch muß man den Magen etwas gewöhnen, sonst rennt man standig aufs Klo.
Die Verbraucher könnten auch Butter daraus machen, eine Wachmaschine hat doch fast jeder. :)

BakuRock

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #5 am: 03:52:03 Fr. 30.Mai 2008 »
Zitat
Original von Kakerlake
Zitat
Original von momo13
... Aber einfach aus dem Stall an Menschen verteilen, geht auch nicht. In meinem Landkreis hatte ein Bauer einer Schulklasse, die den Hof besichtigten, Rohmilch von der Kuh gegeben, und alle wurden krank, teilweise mit Krankenhausaufenthalt. Die Milch muß also erst behandelt werden...
Hab auch mal irgendwo gehört, man sollte Milch frisch von der Kuh mindestens einen Tag stehen lassen bevor man sie trinkt, ob das so stimmt?
Ich glaube es lag eher am Magen der Kinder, denn an Milch muß man den Magen etwas gewöhnen, sonst rennt man standig aufs Klo.
Die Verbraucher könnten auch Butter daraus machen, eine Wachmaschine hat doch fast jeder. :)

Als Kind habe ich die Kuh gemolken (im thueringischen, auf dem Bauernhof) und die Milch aus dem Krug sofort (noch Leiberwarm) getrunken - Mir hat[ nicht geschadet.

Nach den ganzen "Aufwachsmitteln" der juengeren Generationen (Milsana, Milchpulver, Oettkers, Milchschnitten usw.) kann ich mir gut vorstellen, dass die Maegen und Organismen heute nicht mehr in der Lage sind, solche naturbelassenen Molken zu verkraften. Das muss also behandelt werden.

In der Molkerei, in der ich so um 1980 gearbeitet habe (habe mit dem Tanker die Milch von den Hoefen geholt) wurde die Milch "geschleudert". Dort haben sie die Sauermilchbakterien heraus geholt. Danach wurde die Milch (oder was davon uebrig geblieben ist) mit Kakao oder vanille veredelt, in Flaschen abgefuellt. Ich habe dann mit einem LKW die Flaschen ( 0,25 Liter) an die Schulen gebracht. Die hatten eine sog. Milchpause. Dort bekam jedEr SchuelerIN eine Flasche kostenlos. Das hat niemenschen geschadet.

Erst viele Jahre spaeter kam so ein Wort (Begriff) wie Laktose auf. In welcher Form die Milch heute aus den Kuehen gezogen wird, kann ich nicht sagen. Aber es kann wohl nicht dolle Qualitaet sein, wenn die Erzeuger die Molke auf[ Feld kippen.

Fuer mich war jedenfalls damals Milch ein (fast) heiliges Gut. Und die Kinder auf dem Schulhof mochten die Vanille-oder Schokomilch auch. Und wenn ich mir die Kinder von damals heute anschaue, sind sie alle gesund.

Ob die Menschen heute diese Milch wirklich noch brauchen, die von den Bauern aufs Feld gekippt wird, kann ich nicht sagen. Aber ich glaube, die Bauern wuerden gesuender leben, wenn sie die Milch erzeugen wuerden, die die Menschen gesund erhalten wuerden. .........
Ich habe das Gefuehl, dass diese Worte boese Worte sein koennten.

Im Fazit: Lassen wir doch die Zwischenhaendler weg, lassen wir die Umwege ueber die Molkereien weg, holen wir uns (oder lassen wir uns bringen) die gesunde Milch, die jeder Bauer in der Lage ist zu erzeugen (jaja, die Kuh macht das, aber der Bauer streichelt sie dafuer, was der Bertha wiederum gut tut).

Erklaeren wir unseren Kindern, dass es die Landwirte sind, die sie ernaehren, und nicht Lidl, Kaufland, Netto, oder sowelche........... Dann koennte auch Verstaendnis aufkommen fuer die Probleme der landwirte.......
---
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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #6 am: 07:50:15 Fr. 30.Mai 2008 »
@bakurock

Wie du das so schreibst. Ja da werden längst vergangene Errinerungen wach. Die Hofpause. Lecker Milch trinken. Mein Favorit war natürlich Schokomilch. Aber wer nicht schnell genug war, der hatte Pech. Dann gabs nur noch Erdbeere. Trotzdem lecker.
 :]
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Sektsauferle

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #7 am: 08:14:59 Fr. 30.Mai 2008 »
ich bin da auch sehr gespalten.

ob es nicht andere wege gäbe, als alles wegzuschütten?

man hätte sich doch mit tafeln, schulen usw zusammenschließen können.

es ist einfach ein grausames bild, bei allem verständnis, wenn auf der ganzen welt menschen hungern, und die leeren so ein wichtiges lebensmittel in den gulli.
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Schraubenwelle

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #8 am: 09:24:14 Fr. 30.Mai 2008 »
Das Problem ist die Milch muss behandelt werden...von wegen Keimen und Bakterien...wenn man sie so verschenken will.
Ich kann die Bauern teilweise ja schon verstehen..du stehst um 4 Uhr morgens auf und melkst die Kühe...die Mädels(Kühe );) auf die Weide treiben..Futter anmischen..usw usw.....und das alles Kostet Geld für Strom Diesel..und dann bekommst du für 1 Liter Milch gerade 35 Cent..hast aber Herstellungskosten von 38-39 Cent.
Und du hast nichts verdient...Versetzt euch mal in die Lage..wie lange würdet ihr das dann noch mit machen ??

Galenit

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #9 am: 10:03:34 Fr. 30.Mai 2008 »
Es wird Solidarität gezeigt, die kleinen (Bauern) wehren sich gegen die grossen (Molkereien, Konzerne wie Aldi, ...) und versuchen etwas zu ändern.
Sollten wir uns nicht auch solidarisch zeigen?

Aber was lese ich hier, gerade hier?
Kaum eine Solidaritätsbekundung, die Spaltung funktioniert.  X(
Wir sind auch nicht bereit uns unter wert zu verkaufen, fordern faire Löhne, wieso wird das den Bauern abgesprochen?

Solange von den Konzernen nichtmal der Herstellungspreis gezahlt wird, Milch kaum mehr kostet als Wasser, sollte man den Kampf unterstützen.
Zumal erst ein reeller Preis, von dem ein Bauer leben kann, die Grundlage für einen Abbau der Subventionen ist.
G.S. ehemaliger Bundeskanzler der B(ananen) R(epublik) D(eutschland):
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unkraut

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #10 am: 10:42:21 Fr. 30.Mai 2008 »
Mich würd mal interessieren was ein Liter Milch wirklich kostet bevor er im Laden ist .
Der ganze technische Aufwand des Bauern , der Unterhalt des Stalls , seine Zeit , die Kuh selbst , Tierarzt und was noch alles ... ?
Lebensmittel werdn aus Profitgier vernichtet .
Es kommt der Tag , da wird sich aber kaum noch einer Milch leisten können . Bei Fleisch geht schon los ...
MfG
Noch Fragen Hauser ? Ja Kienzle , wer ist eigentlich Unkraut ?

Wir wagen es nicht weil es schwierig ist sondern es ist schwierig weil wir es nicht wagen .

Mein Buchtip als Gastautor :  Fleißig , billig , schutzlos - Leiharbeiter in Deutschland  > ISBN-10: 3771643945

Galenit

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #11 am: 11:53:24 Fr. 30.Mai 2008 »
Zitat
Stand 2007
Der Landwirt erhalte davon rund. 51% (bzw. 31,5 Ct pro Liter), die Molkerei rd. 36% (bzw. 22 Ct pro Liter incl. Abgabe Grüner Punkt) und der Handel rund 13%, heißt es in der Studie.
...
Schließlich orientieren sich die Kraftfutterpreise an den Getreidepreisen, die derzeit noch in Bewegung sind. Hinrichs rechnet für eine 8.000-Liter-Kuh, die zwei Tonnen Kraftfutter pro Jahr benötigt, mit Mehrkosten von rund 160 € pro Jahr. Je Liter Milch sind das immerhin 2 Ct.

Quelle

Zitat
Stand 2004
Nur Kühe mit 15kg Milchleistung je Tag haben eine Kostendeckung, im Durchschnitt geben die Kühe 11,4Kg Milch.
Quelle



Siehe auch hier


Zitat
43 Cent pro Kilo Milch, das sei der Herstellungspreis
Ein Bericht über einen Bauern


Ich wette, das wenn die Bauern faire Preise bekommen, das heisst etwa 10Cent mehr pro Liter, wir im Laden 20Cent mehr zahlen müssen, so das die Molkereien und Handelsketten nebenbei ihren Gewinn nochmal steigern können.  :evil:
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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #13 am: 12:25:54 Fr. 30.Mai 2008 »
Ich bin echt auf die Milch angewiesen. Müsli mit Milch. Kaffe mit Milch.Tee mit Milch. Das schlägt sich bei 0,55 Euro per Tetra Pack x 30 Tagen negativ in der Kasse wieder, toll und dann beim Brot genau das selbe.

Hab' Null Einfluß auf die Preispolitik und auf die Verpackung.

Milch ist ein Grundnahrungsmittel und ein Baustoff des Lebens.
Daher können die Preistreiber und andere Kapitalisten in selbiger Milch ersaufen, denn weil wer Grundnahrungsmittel verteuert und die Bauern schlecht bezahlt ist kein Vertreter des Volkes. Wozu bezahlen die Leute Steuern, soll die Milch doch von den Steuern befreit werden Punkt

Zitat
Käpt’n Kuck an Eltern, Lehrer, Hausmeister und Schüler:  

  Schulmilch ist ein wichtiger Bestandteil der täglichen Pausenverpflegung. Sie ist damit ein bedeutsamer Beitrag zur Gesundheitserziehung in der Schule. Dieser Aspekt gewinnt zunehmend an Bedeutung, da immer häufiger Schüler ohne morgendliches Frühstück zum Unterricht erscheinen.  

  Gerade Schulkinder benötigen eine ausreichende Versorgung mit Calcium. Aktuelle Studien zeigen auf, dass es insbesondere bei Mädchen eine deutliche Unterversorgung mit Calcium gibt. Bei den Jungen erreicht die Calcium-Versorgung rd. 80 % des täglichen Bedarfs. Die tägliche Portion Schulmilch ist deshalb sehr wichtig, nicht zuletzt deshalb, weil hiermit Osteoporose-Erkrankungen in späteren Lebensjahren wirksam vorgebeugt werden kann.  

  Schulmilch steigert die Konzentrations- und Lernfähigkeit und hilft, den erforderlichen Flüssigkeitsbedarf der Jungen und Mädchen zu decken. Neben Calcium enthält Schulmilch außerdem eine Vielzahl wertvoller Nährstoffe wie z.B. hochwertiges Eiweiß, leicht verdauliches Fett, Milchzucker, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.    Ravensberger Käpt’n Kuck Powermilch ist für Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen ein gesunder Ernährungsbeitrag für die körperliche und geistige Fitness. Ravensberger Schulmilch bringt Power auf Dauer.
..Quelle

-Kannst auch Kühe mieten
Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.

Schraubenwelle

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #14 am: 12:36:19 Fr. 30.Mai 2008 »
Hier steht gerade ein Artikel in der Dorf Prawda...Bauern kaufen die Milch in Supermärkten komplett auf und verschenken sie dann an Altenheime,Tafeln und Kindergärten.