Autor Thema: Milch in den Abfluss und keinen interessierts  (Gelesen 21595 mal)

Sektsauferle

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #15 am: 12:54:23 Fr. 30.Mai 2008 »
hä ?(
warum kein link?

jedenfalls, prima sache :froehlich>
In Memory of Menschenrechte !!!

alfred

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #16 am: 14:13:00 Fr. 30.Mai 2008 »
Zitat
Original von Galenit
Es wird Solidarität gezeigt, die kleinen (Bauern) wehren sich gegen die grossen (Molkereien, Konzerne wie Aldi, ...) und versuchen etwas zu ändern.
Sollten wir uns nicht auch solidarisch zeigen?

Aber was lese ich hier, gerade hier?
Kaum eine Solidaritätsbekundung, die Spaltung funktioniert.  X(
Wir sind auch nicht bereit uns unter wert zu verkaufen, fordern faire Löhne, wieso wird das den Bauern abgesprochen?

Genau das waren auch meine Gedanken. Warum haben Lokführer Solidarität verdient, ein Milchbauer aber nicht? Zumal ein Streik den gemeinen Milchbauer härter trifft als einen aus der Streikkasse bezahlten Eisenbahner. Das das Produkt zurückgehalten werden muss, um genügend Druck aufzubauen ist wohl unbestritten. Schade das dieses Produkt ein verderbliches Lebensmittel ist.

Die Bauern würden sicherlich die Milch kostenlos an Tafeln abgeben, aber soweit ich weiß, darf Rohmilch in Deutschland gar nicht unbehandelt an Kunden abgegeben werden. Wer sich durch Rohmilchgenuß einmal Kolibakterien im Rachenraum eingefangen hat (gut, das war in Irland, aber trotzdem) weiß auch warum...
To be is to do (Socrates), To do is to be (Sartre), Do be do be do (Sinatra)

ManOfConstantSorrow

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #17 am: 14:30:05 Fr. 30.Mai 2008 »
Zitat
Original von Sektsauferle
hä ?(
warum kein link?

jedenfalls, prima sache :froehlich>

Hier!
http://www.shz.de/home/top-thema/article//bauern-kaufen-supermaerkte-leer.html



Ein wirklich vorbildliche Aktion!!!
Da könnten sich unsere Gewerkschaften eine Scheibe von abschneiden und bei Arbeitskämpfen für Öffentlichkeit und Sympathie bei einfachen Leuten werben. Unter einem Arbeitskampf braucht "der Bürger" keineswegs immer zu leiden. In anderen Ländern gibt es durchaus Streiks bei der Bahn oder im Nahverkehr, wo trotzdem gefahren wird, nur Fahrkarten gibt es nicht zu kaufen, der Reisende fährt umsonst. Da wird es keine aufgebrachte Öffentlichkeit gegen den bösen Arbeitskampf geben.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Werktätiger

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #18 am: 14:32:06 Fr. 30.Mai 2008 »
Auch in Rheinland-Pfalz haben nach einem Bericht vom SWR Fernsehen, Milchbauern bei Aldi die Milch aufgekauft und dann an die örtliche Tafel gespendet.

Die Frage warum die Milch so billig ist,wird von den Milchbauern darauf zurückgeführt, dass Müller- Milch als größte Molkerei ihre Marktbeherrschende Stellung gegenüber den Milcherzeugern radikal ausnutzte. Es war dann nur noch eine Frage der Zeit, bis die anderen Molkereien nachzogen.

Aber auch wir Verbraucher haben einen, wenn nicht sogar den größten Anteil an der Misere. Es muss jeder selbst wissen, was ihm ein Lebensmittel wert ist.
Ich jedenfalls zahle schon immer gern etwas mehr wenn es um ein echtes Lebensmittel geht.

alfred

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #19 am: 14:36:21 Fr. 30.Mai 2008 »
Bitte bei dieser Aktion auch bedenken, dass die Bauern mit eigenem Geld behandelte H-Milch im Supermarkt aufkaufen und weitergeben. Mit der frischgezapften Rohmilch dürfen sie das gar nicht!

Klar ist das nur eine PR-Aktion, die aus Finanzgründen überhaupt nicht flächendeckend durchgeführt werden kann, aber ein Zeichen haben die Bauern damit schon gesetzt...
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antonov

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #20 am: 14:56:36 Fr. 30.Mai 2008 »
@ Werktätiger

glaubst du wenn du mehr bezahlst das der bauer dann auch was davon hat ?

es sei denn du kaufst direkt beim bauern dann ist das was anderes  :)

Werktätiger

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #21 am: 15:13:49 Fr. 30.Mai 2008 »
ich glaube es und hoffe es, aber Wissen tue ich es nicht.
Als meine Kinder noch klein waren, habe ich meine Milch tatsächlich diekt beim Bauern gekauft. Heutzutage, wo der bedarf nur noch gering ist, kaufe ich meine Milch im Supermarkt, aber keinesfalls H-Milch.

antonov

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #22 am: 15:48:49 Fr. 30.Mai 2008 »
wenn du teure milch kaufst subventionierst du die günstigere milch oder wenn du einen joghurt kaufst auch solang das von einem grossen konzern ist

aber vielleicht hab ich da auch einen denkfehler

Werktätiger

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #23 am: 16:18:36 Fr. 30.Mai 2008 »
Soeben wird vom WDR berichtet, das Molkereien in NRW die Milch aus Polen ankarren lassen und dafür Preise bezahlen, die sie heimischen Milchbauern verweigern.
Der SWR meldet, dass in RLP die Molkereien von den Bauern blockiert werden, damit keine Milch aus dem Ausland angeliefert werden kann. Belgische Landwirte haben sich dem Aufstand angeschlossen.
Wäre doch schön wenn sich daraus ein Flächenbrand entwickeln würde, nach dem Motto: "Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will"

Wilddieb Stuelpner

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #24 am: 17:03:54 Fr. 30.Mai 2008 »
Die Milchbauern Europas haben außer
  • das Empfangen von EU-Subventionen über ihre Bauernverbände,
  • das unsinnige Stillegen von landwirtschaftlichen Nutzflächen oder
  • das Mißbrauchen dieser Flächen für die Verschwendung von schnellwachsender Biomasse wie Getreide oder Raps zur Energieerzeugung
nichts dazugelernt.

Wo anders hungern Menschen und könnten die landwirtschaftlichen Überschüsse zu ihrer Ernährung gut gebrauchen.

Einzelbauern haben bis heute nicht gelernt, gemeinschaftlich ihre landwirtschaftlichen Ausgangsprodukte weiter aufzubereiten und zu vermarkten. Dann wäre sie z.B. von den großen Molkereien und Lebensmiteldiscountern nicht in erpresserischer Weise abhängig, sondern hätten bessere Absatzchancen, wenn sie sich in der Beziehung genossenschaftlich organisieren würden und so die monopolisierenden Zwischenhändler und Molkereien wie z.B. Theo Müller und Co. links liegen lassen würden. Und für uns Verbraucher wären die Waren wegen der ausgeschalteten Zwischenhändler auch billiger.

Schraubenwelle

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #25 am: 17:10:39 Fr. 30.Mai 2008 »
@Joachimkuehnel...die Bauern gerade im Norden sind überwiegent Genossenschaftlich Organisiert.
Trotzdem ist die Bezahlung nicht besser wie anders wo...obwohl die Molkereien in Bauerhand sind.
Die Preise werden von den grossen Handelsketten Gedrückt...so nach dem Motto..gibst du mir nich die Milch für 20 Cent hole ich sie mir von wo anders.


Viele geben für Kippen oder Bier mehr Geld aus als für ein Liter Milch mal 5 oder 10 Cent mehr zahlen zu wollen.

ManOfConstantSorrow

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #26 am: 17:25:43 Fr. 30.Mai 2008 »
Schraubi, wenn es um Bauern, Ärzte und Beamte geht, kommt von JK immer die gleiche Leier. Einfach weiterscrollen und bloß nicht ärgern!
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mlawrenz

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #27 am: 17:32:30 Fr. 30.Mai 2008 »
Ich drücke den Bauern die Daumen und erkläre mich eindeutig solidarisch mit den Aktionen.
Endlich setzt jemand Raffkies, wie den Aldi-Brüdern und Onkel Schwarz mit ihren mafiösen Vorgehensweisen mal etwas entgegen.

Es ist stets das gleiche Prinzip bei den großen Discountern:

erst machen sie die Lieferanten abhängig und dann erpressen sie immer niedrigere Preise.
"Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Reichen, die Krieg führt und wir sind dabei zu gewinnen'"
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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #28 am: 18:01:47 Fr. 30.Mai 2008 »
In Magdeburg kam es zu Übergriffen der Polizei, als die Bauern versuchten mit ihren Traktoren die Zufahrt zu einer Molkerei zu blockieren.
Die Polizei ging dann gegen die Protestierer wegen einer nicht angemeldeten Demonstration vor. Dabei wurde, wie in dem kurzen Filmbeitrag zu sehen war, eine Person auf dem Boden liegend von mehreren Polizisten attackiert. Eine weitere Person die dem am Boden liegenden helfen wollte, wurde durch weitere Polizisten abgedrängt.

CubanNecktie

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #29 am: 18:59:03 Fr. 30.Mai 2008 »
So wie bei uns die Milchbauern protestieren, so protestieren Fischer in Spanien/Frankreich/Portugal ... gegen den Verfall von Fischpreisen & Kraftstoffkosten ...

Zitat
»Schlimmste Krise seit 100 Jahren«
Nach wochenlangen Streiks der französischen Hochseefischer haben sich die spanischen Kollegen am Freitag dem Protest gegen hohe Treibstoffpreise angeschlossen. Zum Auftakt eines unbefristeten Ausstandes wurden während einer Demonstration in Madrid am Freitag 20 Tonnen Fisch kostenlos verteilt. Gewerkschaftsführer Javier Garat hatte die Aktion vorab angekündigt. »Wir gehen durch die schlimmste Krise seit 100 Jahren«, sagte er zur Begründung. In mehreren Häfen Spaniens waren Hunderte Fischer für mehrere Tage in den Ausstand getreten. Sie protestierten zugleich gegen den Verfall der Fischpreise. Auch in Italien und Portugal waren Protestaktionen geplant. Führend in allen Ländern waren die Hochseefischer, die von den steigenden Spritpreisen in besonderer Weise betroffen sind.
In Frankreich blockieren sie seit zwei Wochen Dutzende Häfen und Öldepots. Am Freitag legten die Fischer den Hafen von Le Havre an der Kanalküste vorübergehend lahm. Sie verlangen von der Regierung die Deckelung des Dieselpreises weit unter dem aktuellen Niveau. Die zugesagte Millionenunterstützung des Staates reicht ihnen nicht aus. Am Donnerstag hatten aufgebrachte Fischer in der Hafenstadt Lorient am Atlantik Polizisten mit brennenden Fackeln beworfen.
Nach Angaben der EU-Kommission ist der Preis für Diesel, mit dem die Fischer ihre Boote betreiben, seit 2004 um 240 Prozent gestiegen. Anstelle einer Subventionierung der Branche schlägt Brüssel die Verkleinerung der Fischereiflotten vor. Hauptgrund der Probleme sei ein »Mißverhältnis zwischen der Größe der Flotten und den Möglichkeiten nachhaltiger Fischerei«, erklärte EU-Fischereikommissar Joe Borg am Donnerstag, während auf den Straßen der belgischen Hauptstadt Mitarbeiter der Fischerei-Industrie aus mehreren EU-Staaten demonstrierten. Hintergrund des Konfliktes ist auch die neoliberale Politik der Europäischen Union: Die EU-Kommission verbietet den Mitgliedsstaaten eine unmittelbare Subventionierung von Treibstoff in der Fischerei-Industrie. Eine solche Bezuschussung würde den freien Wettbewerb verzerren, heißt es von ihrer Seite.
In Frankreich weitete sich der Streik gegen die galoppierenden Treibstoffpreise unterdessen auch auf die Transportbranche aus. Hunderte Lastwagen behinderten im Großraum Paris den Verkehr, indem sie im Schneckentempo über die Autobahn zum Flughafen Charles de Gaulle fuhren. In Deutschland hatte der ADAC am Mittwoch mitgeteilt, daß der Dieselpreis mit 1,50 Euro erstmals leicht über dem Preis für ein Liter Superbenzin lag, das mit 1,499 Euro notiert war. Nach Ansicht von Branchenexperten wird dieser Trend anhalten. Das Bundeskartellamt hat indes Ermittlungen wegen der hohen Preise aufgenommen. (AP/jW)

Nun ja, dafür haben die Fischer "während einer Demonstration in Madrid am Freitag 20 Tonnen Fisch kostenlos verteilt." Und bei uns wurde Milch weggeschüttet ... das find ich auch nicht in Ordnung
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