Autor Thema: Milch in den Abfluss und keinen interessierts  (Gelesen 21598 mal)

Wilddieb Stuelpner

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Milch in den Abfluss und keinen interessierts
« Antwort #60 am: 14:20:44 Do. 19.Juni 2008 »
Guter Rat, 07/2008, S. 03: "Die Politik wird um Entlastungen nicht herumkommen"

Lebensmittel - Die bitteren Folgen des Preisanstiegs

der Preisanstieg bei Lebensmitteln kam überraschend und fiel so üppig aus, dass die Hoffnungen auf mehr Ausgabenfreude der Verbraucher sich in Luft auflösten. Wer nicht weiß, wie teuer sein täglich Brot morgen ist, der überlegt sich zweimal, ob er wirklich einen neuen Fernseher oder ein neues Ato kauft. Der Ölpreis-Schock alleine verpasste der Konjunktur einen Dämpfer, gemeinsam mit dem Lebensmittelpreis-Schock holt der Konjunkturkiller zum Schlag aus - die Regierung wird früher oder später um Entlastungen für ie Verbraucher nicht herumkommen. Aber die Krise wird auch etwas Gutes haben. Wenn weltweit die Nachfrage nach Lebensmitteln steigt, bedeutet dies eine neue Chance für regionale Produkte, denn sie werden im gnadenlosen Preispoker wieder wettbewerbsfähig. Äpfel aus der Umgebung statt Kiwis aus Australien, die Kartoffeln lehmverschmiert statt in Normgröße und perfekter Rundform. Und was die Milch angeht, fällt da vielleicht jemandem auf, dass es weder ökonomisch noch umwelverträglich ist, wenn in Kiel ein LKW-Fahrer startet, um Joghurt X ins Allgäu zu fahren, während sein Kollege Joghurt Y vom Allgäu nach Kiel bringt.

Werner Zedler, Chefredakteur "Guer Rat"
werner.zedler@guter-rat.de