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Agrarstreik Argentinien

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ManOfConstantSorrow:

--- Zitat ---Argentinien: Zugeständnisse für streikende Bauern

Buenos Aires. dpa/baz. 79 Tage nach Beginn des argentinischen Agrarstreiks gegen höhere Exportsteuern hat die Regierung erstmals eingelenkt. Die Erhöhung der progressiven Ausfuhrabgaben auf Getreide und Soja solle abgemildert und Kleinbauern entlastet werden, kündigte Kabinettschefs Alberto Fernández am Donnerstag an. Die Massnahmen waren ohne Gespräche mit den Bauern getroffen worden. Die Bauernverbände äusserten sich zunächst skeptisch. "Das ist keine wirkliche Änderung, sondern nur eine Ankündigung für das städtische Publikum", sagte der Präsident der Agrar-Föderation, Eduardo Buzzi.

Die Bauern hatten ihren Streik gegen höhere Exportsteuern am vergangenen Mittwoch zum dritten Mal seit Beginn der Kampfmassnahmen wieder aufgenommen. Bis kommenden Montag wollen sie alle Exporte von Getreide und Hülsenfrüchten wie Sojabohnen verhindern. Zudem würden ab Donnerstag ebenfalls bis zum kommenden Montag keine Rinder an die Schlachthöfe geliefert.
--- Ende Zitat ---
http://www.baz.ch/news/index.cfm?ObjectID=38196E62-1422-0CEF-700CCEF100733760

ManOfConstantSorrow:

--- Zitat ---Argentiniens Landwirte kündigen neue Streiks an

Bauern-Protest in Argentinien

Buenos Aires. sda/afd. Die Landwirte in Argentinien haben eine Woche nach dem Ende ihres dreimonatigen Streiks die Wiederaufnahme des Arbeitskampfs angekündigt. Wie Führer von Bauernverbänden mitteilten, sollten die Streikaktionen aus Protest gegen eine Erhöhung der Steuern auf Soja- und Getreideexporte bis Mittwoch andauern.

Auslöser für die Streiks war ein Beschluss der Regierung vom März, in einer Zeit steigender Preise auf dem Weltmarkt, den minimalen Abgabensatz auf die Agrarexporte um neun Prozentpunkte auf 44 Prozent zu erhöhen. Der Konflikt hatte sich am Samstag durch die vorübergehende Festnahme von 19 Demonstranten, unter ihnen der bekannte Bauernführer Alfredo de Angeli, neu entzündet.

Besonders erbost sind die Bauern über die neu eingeführten "dynamischen Steuersätze", die sich nach dem jeweiligen Weltmarktpreis richten - unabhängig davon, ob die Ausgaben der Landwirte für Diesel, Dünger oder Saatgut steigen. Argentinien ist der weltgrösste Exporteur von Sojabohnenöl, der zweitgrösste Maisexporteur und der fünftgrösste Exporteur von Weizen.
--- Ende Zitat ---
http://www.baz.ch/news/index.cfm?ObjectID=8A4876A1-1422-0CEF-7025040F5C894B33

ManOfConstantSorrow:
100 Tage Streik und kein Ende
Argentiniens Bauern protestieren gegen die Landwirtschaftpolitik der Präsidentin
(...)

Als die Krise das Land ins Chaos zu stürzen drohte, bot die Präsidentin endlich Verhandlungen mit den 4 Bauern-Organisationen an. Doch Cristina Kirchner ließ sie mehrfach scheitern, weil sie zu keinerlei Konzessionen bereit war. Sie folgte der Linie, die Nestor Kirchner vorgegeben hat: "Wir müssen die Landwirte in die Knie zwingen."

Letzten Samstag versuchte Justizminister Fernández die zentrale Straßensperre in Gualeguaychú von der Polizei räumen zu lassen. Dabei wurden 19 Demonstranten festgenommen, unter ihnen Alfredo De Angeli, der Vorsitzende der Bauernorganisation der Provinz Entre Ríos. Nach 5 Stunden wurden alle wieder freigelassen, weil es aufgrund der Blockaden unmöglich war, sie in ein weiter entferntes Gefängnis zu verlegen. Alfredo De Angeli war der Held des Tages. Kurz nach seiner Freilassung erklärt er:

"Wir sind an sich friedlich und beabsichtigen keinen Staatsstreich, wie uns die Regierung unterstellt. Deshalb rufe ich Euch und das ganze argentinische Volk trotz dieser Repression zu Ruhe und Frieden auf. Denn Teile der Regierung wollen, dass wir ganz anders reagieren."

In derselben Nacht beginnen Argentinier in vielen Städten, erneut die Töpfe zu schlagen und die Straßen zu blockieren als Zeichen ihres friedlichen Widerstands. Die vier Bauernorganisationen erklären einen landesweiten, aber moderaten Streik.

"Wir protestieren und stellen die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte von Sonntag, dem 15. Juni, 0 Uhr bis Mittwoch, dem 18. Juni, 24 Uhr ein. Davon ausgenommen sind Milchprodukte und andere für die Ernährung der Bevölkerung wichtige Erzeugnisse sowie der private und öffentliche Verkehr."

Auf einer Versammlung der Vereinigung von 110.000 kleinen und mittleren Bauernbetrieben erhebt ihr Vorsitzender Eduardo Buzzi am selben Abend klare Forderungen: "Die Getreide-Exporteure dürfen sich nicht mehr auf unsere Kosten bereichern. Der Fleischexport darf nicht länger durch zwei oder drei Fabriken kontrolliert werden, die uns ausbeuten. Eine Handvoll Typen darf nicht weiterhin die Hälfte der Soja-Produktion beherrschen. Wir fordern Gesetze von der Regierung, die auch uns kleine und mittlere Landwirte begünstigen."(...)

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/einewelt/804901/

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