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USA: Der Untergang

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ManOfConstantSorrow:
Ich bin heilfroh, daß nicht Hillary Clinton gewählt worden ist, so wie das "liberale Amerika" (und unsere Medien) es gehofft hatte(n).

Ich muß aber zugeben, daß meine Hoffnungen auch nicht erfüllt worden sind. Ich bin davon ausgegangen, daß mit Trump die Scheiße richtig hochkochen würde. Mit ihm würden die politischen Widersprüche und die Klassenkonflikte offen liegen ohne Zuckerguß und Versprechungen eines kleineren Übels. Ich bin davon ausgegangen, daß es knallt, daß die sozialen Konflikte einfach explodieren. Trump ist offen rassistisch, sexistisch, stellt sich auf Seiten der Ölkonzerne, der Autoindustrie, der Waffenlobby und allem anderen, was mächtig und schrecklich ist und bisher scheint er damit durchzukommen.

Keine Massenproteste, keine Riots, kein Bürgerkrieg, die Menschen verlieren ihre Häuser, ihre Farmen, ihre Gesundheitsversorgung, leben von Lebensmittelgutscheinen, knallen sich voll mit Selbstgebranntem, mit Meth und Opiaten, singen America you Beautiful und wählen wieder Trump.

Von Black Lives Matter habe ich schon länger nichts gehört. Die letzte große und erfreuliche Bewegung war die der prekären Beschäftigten, die einen Mindestlohn von 15$ erkämpft haben.

Jetzt scheint es vorsichtige Anzeichen für ein gewisses Erstarken einer Arbeiterbewegung zu geben.

--- Zitat ---Am Ende legten im Jahr 2018 in den Vereinigten Staaten so viele Menschen ihre Arbeit nieder wie zuletzt vor mehr als 30 Jahren. Laut Daten des US-Arbeitsministeriums waren 2018 knapp 485.000 Beschäftigte an Streiks beteiligt – so viele wie seit 1986 nicht mehr. In diesem Jahr wird weiter gestreikt: Anfang des Jahres legten die Lehrer in Los Angeles und Oakland die Arbeit nieder. Auch in anderen Branchen gab es in diesem Jahr prominente Ausstände. Der Streik als Mittel des Arbeitskampfs erfährt in den USA derzeit eine Renaissance.



Das Streikjahr 2019 steuert derweil auf einen neuen Höhepunkt zu. Die Mitarbeiter des Versicherungs- und Krankenhauskonzerns Kaiser Permanente wollen im Oktober streiken, sie werfen der Konzernleitung vor, nur auf Profit zu setzen. Knapp 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könnten ihre Arbeit niederlegen. Es wäre der größte Streik der USA seit mehr als 20 Jahren.
--- Ende Zitat ---
https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-09/streiken-arbeiterbewegung-usa-gewerkschaften-demokraten/komplettansicht

tleary:

--- Zitat von: ManOfConstantSorrow am 18:23:14 So. 15.September 2019 ---Von Black Lives Matter habe ich schon länger nichts gehört. Die letzte große und erfreuliche Bewegung war die der prekären Beschäftigten, die einen Mindestlohn von 15$ erkämpft haben.

--- Ende Zitat ---
Und das auch nur in Seattle, und sonst nirgendwo. Dort ist man mit weniger als 15 $ ohnehin obdachlos, weil man die horrenden Mieten und sonstigen Lebenshaltungskosten dann nicht bezahlen kann. Die 15 $-Forderung ist nur so eine Art Durchsetzung des deutschen Mindeslohns in einem kleinen Teil der USA gewesen. Mehr nicht. Noch dazu nicht mit Gewerkschaften durchgesetzt, sonder (bundes-)staatlich verordnet.
Ein wirkliches Rebellieren der unteren Schichten sehe ich in den USA nicht. Vermutlich tun da Polizeistaat, die allgemeine Hoffnungslosigkeit der Armen, deren täglicher Überlebenskampf, der kaum Zeit für politischen Kampf und Organisation lässt und nicht zu vergessen die permanente Propaganda der dem Kapital gehörenden Medien ihr Werk.

An den USA als das am weitesten entwickelte kapitalistische Land kann man schön sehen, wohin die Reise auch hierzulande gehen wird: Eine autoritäre, Migranten abweherende, den Polizeistaat ausbauende, die unteren Schichten weiter verarmende und kapitalfreundliche Regierung ist auch das, was hier wohl als nächstes kommt.

Das "freieste Land der Welt" ist dieser Staat schon lange nur noch auf dem Papier - und noch bei Sonntagsreden der sich selbst beweiräuchernden Politiker.

ManOfConstantSorrow:

--- Zitat von: tleary am 16:28:22 Fr. 27.September 2019 ---
--- Zitat von: ManOfConstantSorrow am 18:23:14 So. 15.September 2019 ---Von Black Lives Matter habe ich schon länger nichts gehört. 
--- Ende Zitat ---
Und das auch nur in Seattle, und sonst nirgendwo.

--- Ende Zitat ---

Das stimmt so nicht.
https://blacklivesmatter.com/chapters/

Oder meinst du den Mindestlohn? Der startete in New York und soll auf weitere Bundesstaaten ausgeweitet werden.
https://fightfor15.org/

Our movement is truly global! German fast-food workers held an inspiring meeting in Ulm recently to fight for fair wages and union rights. Check it out:

https://fightfor15.org/german-fast-food-workers-fightfor15/

Kuddel:
Die USA sind irgendwie komisch.
Die sind/waren ja nicht nur führend in kapitalistischen Entwicklungen, in Imperialismus und Kriegstreiberei, in den 60ern waren sie eine Inspiration für Gegenkultur, Hippiebewegung und politische Proteste weltweit. Diese Inspiration wirkte rund um den Globus, selbst im Ostblock und auch die IRA begann mit einer Reorganisation ihres Vereins nach einem USA Besuch.

Heute guckt man eher kopschüttelnd dahin, sieht, wozu die Macht von Drecksmedien und Religiösität führen kann. Es blüht die Idiotie und statt Massenunruhen und einer Revolution sieht man, wie die einfachen Menschen sich gegenseitig bekämpfen oder mit den Drogen totmachen, die ihnen das Schweinesystem verkauft.

Black Lives Matter tauchen in den deutschen Medien nicht mehr auf. Von nennenswerten Unruhen hört man nichts.

Eine positive Überrschung stellt jedoch der Anstieg der Arbeitskämpfe dar. Erst die Hotelbeschäftigten. Dann die aus den Burgerbratereien. Alles prekär Beschäftigte.

Die Autoindustrie galt ja als fast gewerkschaftsfrei. Der überraschend heftige Streik (trotz problematischer Rolle der Gewerkschaft) bei General Motors kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel.
--- Zitat ---GM-Streik: Das Selbstbewusstsein der Arbeiter hat sich enorm entwickelt

Bis kommenden Freitag stimmen die Arbeiter bei General Motors in den USA darüber ab, ob sie das Verhandlungsergebnis der Führung der Automobilarbeitergewerkschaft UAW mit GM von vergangener Woche annehmen. Während der Abstimmung geht der Streik weiter.
--- Ende Zitat ---
https://www.rf-news.de/2019/kw43/gm-streik-das-selbstbewusstsein-der-arbeiter-hat-sich-enorm-entwickelt

Die Lehrer, besonders im Osten der USA, scheinen besonders gut organisiert und kämpferisch zu sein. Seit Jahren taten sie sich mit beachtlichen Arbeitskämpfen hervor. Im Moment ist es spannend, daß man auch für politische Forderungen kämpft und die Community in den Arbeitskampf mit einbezieht.


--- Zitat ---Seit vier Tagen hat fast ganz Chicago schulfrei. Der Grund: 25.000 Lehrer an öffentlichen Schulen streiken für mehr Personal und bessere Bezahlung. Ein Ende der Proteste scheint nicht in Sicht.

--- Ende Zitat ---
https://www.spiegel.de/karriere/chicago-zehntausende-lehrer-streiken-fuer-bessere-bedingungen-a-1292679.html


--- Zitat ---Wohnen ist ein sehr wichtiges Thema in Chicago. 17.000 Schülerinnen und Schüler sind obdachlos, besonders afro-amerikanische Familien sind von Segregation betroffen und leben in finanziell schwachen Gemeinden. Steigende Mieten triffen sie besonders. “Wir meinen ernst“, unterstrich der Vize Präsident der CTU Stacy Davis Gates, „wir müssen die soziale Ungleichheit überwinden“. Die Gewerkschaften haben bisher alle Angebote abgelehnt, die nur Gehaltserhöhungen beinhalten.
--- Ende Zitat ---
https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/lehrerstreik-in-chicago/

Das ist beeindruckend.

counselor:

--- Zitat ---USA - Bergarbeiter in Kentucky erringen einen Sieg

Die streikenden Bergarbeiter in Harlan County im Staat Kentucky in den USA haben einen Sieg errungen. Die mehr als 1.000 Bergarbeiter, die in Juli entlassen wurden, erhalten 5,47 Millionen Dollar an ausstehenden Löhnen, zusammen mit Kollegen aus Blackjewel-Minen in West Virginia und Virginia.

--- Ende Zitat ---

Quelle: https://www.rf-news.de/2019/kw44/bergarbeiter-in-kentucky-erringen-einen-sieg


--- Zitat ---USA - GM-Streik beendet: Große Solidarität, wichtige Lehren und fauler Kompromiss

Nach 40 Tagen ging der landesweite Streik von fast 50.000 General Motors Automobilarbeitern in den USA zu Ende. 57 Prozent stimmten für das Verhandlungsergebnis.

--- Ende Zitat ---

Quelle: https://www.rf-news.de/2019/kw44/gm-streik-beendet-grosse-solidaritaet-wichtige-lehren-und-fauler-kompromiss

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