Autor Thema: 7,5 t LKW ohne Tachoscheibe fahren  (Gelesen 20934 mal)

Irrlichtprojektor

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7,5 t LKW ohne Tachoscheibe fahren
« Antwort #15 am: 21:05:14 Di. 05.August 2008 »
Für dich kann das Schaublatt ein guter Nachweis über deine Arbeitszeit sein. Aufgezeichnet werden "Lenkzeit" (Arbeitszeit), "Ruhezeit", "Bereitschaft" (Arbeitszeit) im inneren der Scheibe mittels schwarzem kreisförmigen Balken. Mitführen mußt du mindestens die Scheiben der laufenden Woche sowie des letzten Arbeitstages der vergangenen Woche. Besser für 14 Tage aber zu meiner Zeit wollte die niemand sehen, sondern nur die "laufende".

gruß irrlicht

Woki

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7,5 t LKW ohne Tachoscheibe fahren
« Antwort #16 am: 00:29:57 Mi. 06.August 2008 »
Zitat
Sicher ist sicher aber wie überzeuge ich meinen Chef,den ich doch schon zugestimmt habe,das ich keine Tachoscheibe brauche?
Wo ist das Problem? Eure Absprache ist ganz einfach ungültig, weil gegen geltendes Recht verstoßen würde. Punkt - darüber muss man nicht weiter diskutieren.

Und nur schnell eine Tachoscheibe einzulegen, wenn die Grün-Weißen dich anhalten, reicht nicht. Das müsstest du jetzt aber begriffen haben.
Und wenn dein Chef nicht völlig verblödet ist, wird er auch einsehen, dass er dich - und vor allen Dingen sich selbst, in Teufels Küche bringen kann, wenn du ohne Scheibe fährst.
Zumindest der Umstand, dass er selber Ärger kriegen kann, sollte ihn zum Einlenken bewegen.
Fullquote ist ganz schlechter Stil...  :P

Irrlichtprojektor

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7,5 t LKW ohne Tachoscheibe fahren
« Antwort #17 am: 01:32:29 Mi. 06.August 2008 »
Zitat
Original von sindbad
?(,am besten eine Tacho Scheibe einlegen,wenn die Bullen mich anhalten solten?.

Vielleicht noch mal en bisschen erläutert.

Ich tue mich etwas schwer damit das dein Chef dir sagt du bräuchtest keine Scheibe wenn er selbst vom Gegenteil überzeugt wäre. Ich weiß nicht wie blöd (Chef) man da sein muß aber ok, es gibt durchaus Dinge die man nicht versteht auf Anhieb und erst beim näheren hinsehen nachvollziehbar werden könnten. Ich kann mir ebenso nicht erklären warum ausgerechnet der Gartenbau keinen Nachweis führen sollte. Da gibt es für mich nichts logisch erklärendes. Wenn selbst Tiertransporte sich daran halten müssen, warum sollte ausgerechnet der Transport von Blumen davon ausgeschlossen sein. Das macht alles kein Sinn.

Ich würde da an deiner Stelle bei der BAG anrufen und nachfragen ohne irgendwelche Namen zu nennen. Die sollten eigentlich schon Auskunft geben.

Bis dahin würde ich auf jeden Fall einen ordentlichen Nachweis mittels Schaublatt führen. Du legst die Scheibe mit Arbeitsbeginn gut leserlich ausgefüllt (Name, Datum, Kilometerstand, Kennzeichen) in das Kontrollgerät ein und nimmst sie Abends wieder raus und trägst ebenso die entsprechenden Daten ein. Da du im Tagespendelbereich arbeitest solltest du die Scheibe nicht durchlaufen lassen, also über Nacht im Kontrollgerät belassen. Sieht man gar nicht gern bei evtl. Kontrolle.

Von so ne Geschichten wie Scheibe kurz vor der Kontrolle schnell einlegen oder wechseln rate ich dir dringend ab. Ebenso andere Art von Manipulation, da gibt es die wildesten Sachen und sind alle samt pure Scheiße. Denn letztendlich (selbst mit der ausgefeiltesten Manipulation die es durchaus gibt) bescheißt du dich damit selbst und kann unter Umständen verdammt teuer für dich werden. Auch wenn dein Chef mit sowas ankommt...nix da.

Deine Schichtzeit (Bereitschaft+Lenkzeit) darf 16h/Tag nicht überschreiten. Das ist die Zeit vom einlegen der Scheibe bis abends das heraus nehmen der Scheibe zum Feierabend. ....alles gekippt, schau mal hier:

Zitat
Neue Lenk- und Ruhezeiten für Lkw-Fahrer

auto-reporter.net - 29. März 2007. Ab 11. April 2007 gelten innerhalb der Europäischen Union neue Lenk- und Ruhezeiten für Lkw-Fahrer. Die EU-Mitgliedsländer hatten sich darauf bereits im Dezember 2005 geeinigt. Erst jetzt legte die Bundesregierung jetzt einen eigenen Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Verordnung in deutsches Recht vor. Danach beträgt die wöchentliche Lenkzeit maximal 56 Stunden - bisher waren bis zu 74 Stunden erlaubt, wie der wie der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) mitteilt.

Die neuen Lenkzeiten erlauben neun Stunden täglich und zweimal wöchentlich zehn Stunden hinter dem Steuer. Nach spätestens 4,5 Stunden muss eine Pause von mindestens 45 Minuten eingelegt werden. Von den täglich elf Stunden Ruhezeiten müssen neun statt bisher acht Stunden am Stück eingehalten werden. Diese Vorschrift gilt auch, wenn in doppelter Besetzung gefahren wird. Die Gesamtlenkzeit innerhalb von zwei aufeinander folgenden Wochen darf maximal 90 Stunden betragen. Jeder Fahrer muss innerhalb von zwei Wochen mindestens 45 Stunden pro Woche am Stück pausieren oder eine regelmäßige und eine verkürzte Ruhezeit von mindestens 24 Stunden einhalten.

Künftig dürfen Lkw-Fahrer zudem innerhalb von vier Monaten im Schnitt nicht mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten. Die Einhaltung der neuen Lenk- und Ruhezeiten nimmt fortan nicht nur die Fahrer, sondern auch Unternehmen, Verlader, Spediteure, Haupt- und Unterauftragnehmer sowie Fahrervermittlungsagenturen in die Pflicht. Eine Übersicht über alte und neue Regelungen liefert die Adresse http://www.truckonline.de/printable/info/lenkruhezeiten/tabelle.php im Internet. (ar/os)

gruß irrlicht

Irrlichtprojektor

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7,5 t LKW ohne Tachoscheibe fahren
« Antwort #18 am: 01:54:47 Mi. 06.August 2008 »
Zitat
Original von Irrlichtprojektor
Für dich kann das Schaublatt ein guter Nachweis über deine Arbeitszeit sein. Aufgezeichnet werden "Lenkzeit" (Arbeitszeit), "Ruhezeit", "Bereitschaft" (Arbeitszeit) im inneren der Scheibe mittels schwarzem kreisförmigen Balken. ---auch überholt-

gruß irrlicht

Zitat
Lenk- & Ruhezeiten

Übersicht zum Ausdrucken

Die EU hat sich im Dezember 2005 auf neue Lenk- und Ruhezeiten geeinigt. Diese sind am 11. 04. 2007 in Kraft getreten.
Was sich geändert hat, habe ich hier zusammengestellt. Das neue Gesetz sieht für Berufskraftfahrer kürzere Arbeitszeiten vor:

    * Die wöchentliche Lenkzeit beträgt maximal 56 Stunden (bisherige Höchstgrenze: 74 Stunden)
    * Die neuen Tageslenkzeiten erlauben neun Stunden täglich und zweimal wöchentlich zehn Stunden hinter dem Steuer
    * Nach spätestens 4,5 Stunden Lenkzeit muss eine Pause von mindestens 45 Minuten eingelegt werden.
    * Von den täglich elf Stunden Ruhezeiten müssen neun statt bisher acht Stunden am Stück abgefeiert werden
    * Die Gesamtlenkzeit innerhalb von zwei aufeinander folgenden Wochen darf maximal 90 Stunden betragen
    * Jeder Fahrer muss innerhalb zwei Wochen mindestens 45 Stunden am Stück pausieren

Mitführpflicht von Schaublättern

Mit Einführung des digitalen Kontrollgerätes verlängert sich die Frist zum Mitführen von Schaublättern bzw. Fahrerkartendaten und den dazugehörigen Ausdrucken (EG-Sozialvorschriften: Änderung von Artikel 15 Abs. 7 der Verordnung (EWG) Nr. 3821/85).
Ab dem 1. Mai 2006 müssen die Schaublätter der laufenden Woche sowie der vorausgegangenen 15 Tage mitgeführt werden. Die bis dahin geltende Regel, die Unterlagen der laufenden Woche zuzüglich dem letzten Fahrtag der vorangegangenen Woche vorzuzeigen, entfällt.
Im Einzelfall bedeutet dies:

Fall A:
Lenkt der Fahrer zum Zeitpunkt der Kontrolle ein Fahrzeug, das noch mit einem herkömmlichen (analogen) Schaublattgerät ausgerüstet ist, so muss er den Kontrollbeamten auf Verlangen jederzeit Folgendes vorlegen können:


1) Die Schaublätter für die laufende Woche und die vom Fahrer in den vorausgegangenen 15 Tagen verwendeten Schaublätter,
2) die Fahrerkarte, falls er Inhaber einer solchen Karte ist,
3) alle während der laufenden Woche und der vorausgehenden 15 Tage erstellten handschriftlichen Aufzeichnungen und
4) zusätzlich die Ausdrucke aus dem digitalen Kontrollgerät für den vorangegangenen Zeitraum für die Tage, an denen er ein Fahrzeug mit digitalem Kontrollgerät geführt hat.

Fall B:
Lenkt der Fahrer zum Zeitpunkt der Kontrolle ein Fahrzeug, das mit einem digitalen Kontrollgerät ausgerüstet ist, so muss er den Kontrollbeamten auf Verlangen jederzeit folgendes vorlegen können:

1) Die Fahrerkarte, falls er Inhaber einer solchen Karte ist,
2) alle während der laufenden Woche und der vorausgehenden 15 Tage erstellten handschriftlichen Aufzeichnungen und Ausdrucke und
3) die Schaublätter für den vorgenannten Zeitraum, falls er in dieser Zeit ein Fahrzeug gelenkt hat, das mit einem analogen Schaublattgerät ausgerüstet ist.
Am 1. Januar 2008 wurde der nachweispflichtige Zeitraum auf den laufenden Tag und die vorausgehenden 28 Tage verlängert.
Die Regelung wird 20 Tage nach Veröffentlichung der neuen Verordnung im EU-Amtsblatt in Kraft treten. Voraussichtlich wird dies also ab dem 1. Mai 2006 der Fall sein.
Wichtig:

Verordnung (EG) Nummer 561/2006 des Europäischen Parlaments und Rates vom 15. März 2006 zur Harmonisierung bestimmter Sozialvorschriften im Strassenverkehr und zur Änderung der Verordnungen (EWG) Nr. 3821/85 und EG Nr. 2135/98 des Rates, sowie zur Aufhebung der Verordnung EWG Nr. 3821/85 des Rates.