Autor Thema: Ist nun die Regierung für gesetzliche Rahmenbedingungen oder für Tarifverhandlungen ihrer ...  (Gelesen 911 mal)

Wilddieb Stuelpner

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... Wählerklientel im Ärztebereich zuständig?

RP-Online vom 29.08.2008:Anstieg von 0,28 Prozent erwartet - Honorarerhöhung für Ärzte bedeutet Mehrkosten für Versicherte

Die bessere Bezahlung der Kassenärzte kostet die Versicherten mehr Geld: Der Beitragssatz werde vermutlich um 0,28 Prozentpunkte steigen, sagte KBV-Chef Andreas Köhler am Freitag voraus. Die gegen den Willen der Kassen beschlossene Honoraranhebung macht nach seinen Worten mehr als 2,7 Milliarden Euro aus. ...

... Die Neuerungen für die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten heben unter anderem die Budgetierung auf und setzen die einzelnen Leistungen in Euro und Cent statt bisher in Punktwerten fest. Sie müssen vom Gesundheitsministerium noch förmlich gebilligt werden und sollen zum 1. Januar in Kraft treten.

Zuschlag für Ost-Ärzte

Nach langem Ringen hatten Ärzte und Schlichter am Donnerstagabend die Kassen überstimmt und eine Anhebung der Honorare um über zehn Prozent beschlossen. Zunächst hatte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) von einem Honorarzuwachs von mindestens 2,5 Milliarden Euro gesprochen. Dazu kommen nach Angaben von KBV-Chef Köhler unter anderem noch 200 Millionen Euro, um die Vergütung der Ärzte in Ostdeutschland auf 94 Prozent des Westniveaus anzuheben. ...

... Kritik an Politik

Während sich die KBV mit dem Ergebnis zufrieden zeigte, kritisierte der Spitzenverband der Krankenkassen die Honorarerhöhung als "überzogen" und rügte die Rolle der Politik. Sie habe durch ihre öffentlichen Zusagen den Verhandlungsspielraum der Kassen auf ein kaum erträgliches Maß eingeschränkt, erklärte Verhandlungsführer Johann-Magnus von Stackelberg. "Es muss das erste und letzte Mal gewesen sein, dass die Politik so massiv in die Verhandlungen zwischen Ärzten und Krankenkassen eingegriffen hat." Er forderte von der Bundesregierung, den Einheitsbeitrag so festzusetzen, dass die Versorgung der Versicherten ohne Zusatzprämien finanziert werden könne.

Aufgrund des Honorarbeschlusses klettere das durchschnittliche Brutto-Einkommen eines niedergelassenen Arztes nach Abzug aller Praxiskosten von bisher schon über 120.000 Euro um rund 15.000 Euro pro Jahr, rechnete Stackelberg vor. Die Ärzte sollten nun wenigstens einen Teil des zusätzlichen Geldes in eine bessere Praxisorganisation stecken, damit die langen Wartezeiten kürzer würden.

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Jetzt in den Nachrichten kündigte Frau Gesundheitsministerin Ulla Schmidt an, das von ihrer Seite aus jährlich so eine Honorarerhöhung für Ärzte angeorgnet werden soll.

Und was hatte diese Tante vor Jahren bei Einführung Ihrer Gesundheitsreform dem Volk versprochen?

Die Beiträge würden für die Versicherten sinken!!!

Aber genau das Gegenteil erleben wir jetzt. Ihre Ausrede: Schuld ist der medizinische und wissenschaftlich-technische Fortschritt, der auch mehr Geld kostet.

Nur gegen die Profitgier ihrer Wähler- und Lobbyistenklientel unternimmt sie nichts:

Nicht gegen die Tricks, kriminellen Machenschaften und Abzockerallüren der Pharmaindustrie, der medizintechnischen Industrie, der Ärzteverbände, der Apotheker. Andererseits läßt sie Dumpinglöhne der christlichen Gewerkschaften im Bereich des Pflegepersonals und bei den Rettungsdiensten zu.

Gleichzeitig wurden AG von Ihren Beitragsanteilen zur Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung erheblich befreit, das Gesundheits-, Pflegewesen und die Krankenkassen sollen weiter privatisiert werden. Damit entledigt sich das Gesundheitsministerium seiner hoheitlichen Mitsprache-, Gestaltungs- und Kontrollrechte.

Wenn das so weiter geht mit der Privatisierung auf allen Gebieten, dann können wir uns der Pappfiguren aus Politik und öffentlichen Verwaltung auch entledigen. Sie machen sich selbst überflüssig.

Was geblieben ist? Der wirtschaftliche Aufschwung, der bei einen Großteil der Bevölkerung nicht ankommt, steigende Lebenshaltungskosten, sinkende Realeinkommen, zunehmende Kinder- und Altersarmut. --> Die Errungenschaften einer Sozial- und christlichen Demokratie.

flipper

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Zitat
Original von joachimkuehnel
... Wählerklientel im Ärztebereich zuständig?

Die Ärzte sollten nun wenigstens einen Teil des zusätzlichen Geldes in eine bessere Praxisorganisation stecken, damit die langen Wartezeiten kürzer würden.

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Jetzt in den Nachrichten kündigte Frau Gesundheitsministerin Ulla Schmidt an, das von ihrer Seite aus jährlich so eine Honorarerhöhung für Ärzte angeorgnet werden soll.

SPD ministerin für neue porsche für die wettbewerbsunfähigen deutschen quacksalber, die amerikanisch verdienen wollen bei beamtenkommunistischer leistung  X(
"Voting did not bring us further, so we're done voting" (The "Caprica Six" Cylon Model, BSG)

topol

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Ja, so in etwa habe ich das gestern Morgen in der BILD-Zeitung gelesen.
Cui bono?
Ich vermute mal, einfach nur vorbereitende Propaganda zunutzen einschlägiger Krankenkassen, welche die schon beschlossenen Beitragserhöhungen demnächst verkünden und realisieren wollen.