Autor Thema: Ausgebrannt und selbst schuld,die 2.  (Gelesen 2220 mal)

Agent0815

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Ausgebrannt und selbst schuld,die 2.
« am: 09:06:46 Mi. 10.September 2008 »
Hatte das hier zwar schonmal geschrieben,aber da es mir sehr wichtig ist und ich dringend einen rat brauche von Euch,mach ich damit noch mal einen eigenen Thread auf.
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Ein Psychiater ist die richtige Anlaufstation, und keine Angst, so leicht wird man nicht eingewiesen.  
Und der Psychodoc kann auch recht lange krankschreiben und dir sogar bei der Kündigung helfen, daß du keine Probleme mit der Agentur kriegst.
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Hallo Leute.
Der Thread heisst ja "ausgebrannt und selber schuld dran"
ich hoffe also,ich bin hier richtig,denn der hätte auch von mir sein können.
Also ich habe ein ähnliches Problem.
Seit 2 Monaten (einige wissen ja hier,ich arbeite im callcenter) geht es mir richtig schlecht.
Ich bin seitdem laufend müde,ich bin traurig,ich habe keine Geduld,ich werde schnell wütend,wenn ich auf der Arbeit bin kriege ich plötzlich Halsschmerzen und Fieber,sobald ich zu Hause bin und mich hinlege gehts mir plötzlich besser.
Manchmal ist es so schlimm auf der Arbeit,da kann ich nach 2 Stunden auf einmal nicht mehr telefonieren,ich muss mich dann mit grosser Anstrengung dazu zwingen weitere Kunden anzurufen,könnte dann einfach so losheulen.Es ist wie eine innerliche Barriere ich kann und will dann keinen Ton mehr sprechen und mache dadurch zu lange Pause weshalb ich wieder eins auf den Deckel kriege bei meinen Vorgesetzten.
ier ist es in letzter Zeit sehr unangenehm auf der Arbeit geworden,und mittlerweile haben sie es geschafft das der Job,der mir jahrelang eigentlich meist Spaß gemacht hat,mich fertig macht.
Ich bringe den ganzen Stress und Ärger auch leider wenn ich ehrlich bin oft mit nach Hause,bin dann schnell genervt,agressiv,streitsüchtig(sagt mein Freund)
Leider finde ich in ihm keine grosse Hilfe da er der Meinung ist,ich hätte keine psychischen Probleme,ich würde ja eh den ganzen Tag nur herumsitzen und dafür Geld bekommen,er sagt,meine Probleme wären gar keine.Langsam denke ich,ich bilde mir das alles nur ein und bin einf ach zickig und scheisse,weil ich nunmal so bin.So ähnlich sagt er es.
Meine Familie sagt,ich solle mir mal langsam "was richtiges" suchen zum arbeiten,mein Freund sagt,ich steiger michda in was rein,mein Arzt,bei dem ich gestern war,sagt,ich hätte ein Burnout,was immer das ist,ich solle zum Psychologen gehen,er würde mich auch dorthin überweisen.
Der Psychoarzt soll mir dann bestätigen fürs Arbeitsamt das ich nicht mehr fähig bin meine tätigkeit auszuüben.ha ha sehr witzig,und was soll dann passieren? Von 351 € hartz 4 leben weil ich nichts kann? Mit 27??
ich habe mal eine Ausbildung gemacht und diese dann abgebrochen,ich bin 27 jahre alt,das Einzige was ich kann ist verkaufen,und jetzt kann ich nicht mal mehr das,denn meine Leistungen rutschen in den Keller und ich war in letzter zeit oft krank.
Wobei mir körperlich nix wehgetan hat,sondern eher seelisch.
ich möcht Euch ja nicht zutexten und vollheulen,aber ich kann nicht mehr,weiss nicht mehr weiter.meine Freundin sagt,ich höre mich seit Wochen schlecht an.ich soll mir doch was anderes suchen.
Verdammt,ich kann doch nichts ausser n scheiss abgefuckter Agent zu sein.
Wenn auf der Arbeit alles scheisse ist und wenn man nach hause kommt auch,wenn man da sitzt und nur noch heulen möchte,und keiner einen fragt warum man eigentlich weint,wie nennt man das dann?
ich weiss,viele von Euch mögen callcenteragnets nicht bzw den Job im Grossen und ganzen.
Aber ich mache das nunmal seit 7 Jahren weil ich Geld verdienen muss um über die Runden zu kommen.
ich will mich manchmal nur noch einbuddeln und kann mich selbst nicht mehr leiden weil ich in meiner Wut und Verzweiflung zu anderen ungerecht bin und fies.Weil ich nicht mehr weiss wann ich das letzte mal gute laune hatte und glücklich war.ich habe Angst vor dem was kommt und das ich alles allein nicht mehr packe.
meine Familie nimmt das alles nicht für voll,schon gar nicht mein freund.ich dachte zwar das gerade er,der selber mal n jahr ein Agent war,das verstehen müsste.
Er sagte nur,wenn ich n problem habe soll ich doch mal zum Psychologen gehen,mehr nicht.
Sogar jetzt könnte ich schon wieder losflennen.
Ich bin überfordert und enttäuscht von mir selber,das ich nicht mal die Kraft habe und den Mut mich selber aus der Scheisse zu ziehen.

Agent0815

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Ausgebrannt und selbst schuld,die 2.
« Antwort #1 am: 09:10:42 Mi. 10.September 2008 »
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achso ,es ist nicht so,das ich nicht sehr lange versucht hätte mir selber zu helfen.ich habe sehr lange versucht mich immer wieder selber zu motivieren,für meinen job.
Aber irgentwann ging das nicht mehr,und dann nahm ich 4 wochen Uralub und hatte gehofft,es würde danach besser sein.
Es wurde danach noch viel,viel schlimmer,so das ich morgen um 6 beim aufstehen schon Tränen in den Áugen hatte und mir überlegt habe,wie ich den tag überstehen soll.Dazu kamen die dauernden streits und das Unverständnis,was ich zu hause bekam/bekomme.
Wenn sogar mein Arzt sagt,das was ich tue,das wäre ja keine richtige Arbeit,verdammt,WAS HABE ICH DANN 7 JAHRE AM STÜCK GEMACHT bis zum umfallen????????????
Ich bin auf dem Arbeitsmarkt nichts wert,meine arbeit ist auch nichts wert,ich frage mich,was ich eigentlich hier noch mache.

Danke @ Jobless0815,für deinen rat,wg dem Psychologen.Nur frage ich mich,inwieweit das "Burnout" was mein Arzt feststellte,mich dazu zwingt mich behandeln zu lassen?Wie schlimm kann so etwas denn unbehandelt werden?
Ich hab einfach Angst davor da hin zu gehen.

Anjouli

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Ausgebrannt und selbst schuld,die 2.
« Antwort #2 am: 17:16:51 Mi. 10.September 2008 »
Hallo Agent0815,

ich war schon immer der Auffassung, daß der Körper einem irgendwo Grenzen setzt, auch wenn der Kopf das gern anders hätte!

Du hast ja schon richtig erkannt, daß du nicht mehr kannst und der Arzt hat es dir ebenfalls bestätigt. Du solltest unbedingt darauf hören! Ansonsten wirst du unweigerlich mit der Zeit schwere Depressionen bekommen.

Es ist unwichtig, was andere von dem Job halten oder nicht. Irgendwas wird da schon sein, sonst würde sich deine Psyche nicht dermaßen wehren.

Warum nimmst du dir nicht erstmal eine Auszeit? Wenn du 7 Jahre gearbeitet hast, kriegst du doch erstmal das normale Arbeitslosengeld. Und dann überlegst du, was du wirklich willst. Du bist doch in der glücklichen Lage, noch keine abgeschlossene Ausbildung zu haben. Damit hast du die besten Chancen, über das AA eine entsprechende Förderung zu bekommen und eine Ausbildung zu machen, die dir wirklich liegt.

Bei Leuten wie mir, die eine abgeschlossene Ausbildung haben und hinterher feststellen, daß das nicht das Richtige für sie war, ist das wesentlich schwieriger, weil dir dann kein Amt mehr hilft und du keine Chance mehr hast, den Irrtum zu korrigieren.

Deine Beziehung würde ich auch mal überdenken. Hört sich für mich nicht so an, als würdest du da die Unterstützung bekommen, die du eigentlich von deinem Partner erwarten könntest.

Es gibt einen schönen Spruch: Wenn irgendwo eine Tür zu geht, öffnet sich dafür eine andere!

Ich habe in meinem Leben fest gestellt, daß da was Wahres dran ist.

Kopf hoch! Mach einen neuen Anfang.
Wenn Freiheit wirklich etwas bedeutet, dann vor allen Dingen das Recht, anderen Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen. (George Orwell)

Sung

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Ausgebrannt und selbst schuld,die 2.
« Antwort #3 am: 18:49:17 Mi. 10.September 2008 »
Natürlich ist ein Callcenterjob Arbeit, und wie! Wenn du nicht mit dem Job an sich Probleme hast, sondern eher mit deinem jetztigen Arbeitgeber, dann versuch doch in einem anständigen Inhouse-Callcenter was im Inbound zu bekommen. Mit 7 Jahren CC-Erfahrung solltest du die besten Chancen haben, was entsprechendes zu finden. Ansonsten wirklich mal bei der Arbeitsagentur wegen einer Umschulung anfragen, wie Anjouli schon vorgeschlagen hat. Wenn du flexibel und abenteuerlustig genug bist, hör dich doch einfach mal um, was in anderen europäischen Ländern (oder darüber hinaus) gefragt ist. Gerade im handwerklichen Bereich werden in einigen Ländern nämlich ziemlich gute Löhne bei ziemlich entspannter Arbeit gezahlt.

jobless0815

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Ausgebrannt und selbst schuld,die 2.
« Antwort #4 am: 22:38:48 Do. 11.September 2008 »
Zitat
 ...Danke @ Jobless0815,für deinen rat,wg dem Psychologen.Nur frage ich mich,inwieweit das "Burnout" was mein Arzt feststellte,mich dazu zwingt mich behandeln zu lassen?Wie schlimm kann so etwas denn unbehandelt werden?
Ich hab einfach Angst davor da hin zu gehen.

Ob Burnout oder sonstwas, gegenwärtig bist du offensichtlich am Ende (deiner Kräfte), kanst dich nur noch unter Qualen zur Arbeit schlepen. Wie unpräzise die Defintion Gesundheit auch immer ist, gesund bist du meiner Meinung auf jeden Fall nicht. Es gibt viele, die glauben, wenn sie sich mit diesen und jenen, obwohl deutlich spürbaren Symptomen noch zur Arbeit schleppe können, nutzen sie noch irgendjemand damit.

Und das ist Unsinn, am Ende wird die "Rechnung höher.

Derjenige/diejenige, die/der rechtzeitig die Situation erkennt und handelt, tut sich UND dem Ag (Mal abgeshen, ob der es verdient hat) den größten Gefallen.

In erste Linie bis du für dich selbst verantwortlich, grade dann, wenn andere zu unsensibel sind, Handlunsgbedarf zu erkennen.

Burnout, ob nun treffend diagnostiziert oder nicht (eine differenzieret Dianose muss chon her, ggfs zum facharzt (Psychologe/Neurologe, dein  Hauarzt soll dich da beraten und überweisen), ist ein ernsthafter Zustand, der - wie auch immer - behandelt werden sollte. Es gibt Leute, die ihre Symptome lange ignoriert  oder unterschätzt haben und dann jahrelang ua. arbeitsunfähig waren. Manche kamen nie wieder zurück in die Arbeit aber auch nicht mehr ins Leben, jedenfalls nicht mehr "richtig".

Will heissen: du musst die Anzeichen, deinen Zustand ernst nehmen und handeln. Dein Arzt ist verpflichtet dir zu helfen. Wenn er Burnout diagnostiziert, kann er dich nicht zur Arbeit schicken (Ansonsten würde ich gern dier Bergündung hören). Punkt.

Aber es ist wohl eher an dir, nun zur Tat zu schreiten, einzugestehen: hier ist (Be-) Handlungsbedarf,.

Dein Arzt soll enstcheiden, aber ich denke du musst mal runterkommen. GGfs wäre auch mal 3-4 Wochen in einer psychosomatischen Klinik angeraten, fernab von zu Hause (ich weiss manche haben Horror davor,so lange weg, aber wenn zu Hause und auf Arbest die Kacke am Dampfen ist, macht es durchaus Sinn, auch geographisch Abstand zu nehmen.) ;  zur Initialzündung.

Warte nicht zu lange, Zeit ist ein wichtiger Faktor um wieder auf die Beine zu kommen

blackbear

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Ausgebrannt und selbst schuld,die 2.
« Antwort #5 am: 02:07:32 Fr. 12.September 2008 »
@0815

Du hast als einer im Amt verständnis dafür.

der SB vor ort leider meist nicht.
so bescheuert es klingt, man muß dafür sorgen das man gekündigt wird.

Und zwar am besten ne Kündigung in der steht aus betrieblichen Gründen, aus allem anderem wird einem zu 90% nen strick gedreht.


Du bist Im AG service, und dadurch siehst du vieles durch ne andere Brille,
aber auch der AG Service hat seine Schattenseiten.
 ich bin beim AG service verzweifelt!

Mein chef der wintersaison hat mich gebeten doch noch 2 Leute für unser Team zu suchen,
Anforderung: nicht zu jung nicht zu alt
( anforderung eins entfällt wenn der Kandidat extrem gut ist)
soll aus Thüringen sein
( chef hat mit Thüringern gute erfahrungen)
tja und beim AG service: sind sie der Personalchef?
nö bin ich nicht#
tja dann können wir ihnen nicht helfen!
Ähm sorry ich hab den Auftrag von meim chef, kucken und aussuchen!
haben sie das schriftkich?
nö warum?
wenn sie nichts schriftlich haben, dann können wir maximal die daten der Firma aufnehmen, und das da personal gesucht wird.
Ähmm wir suchen nicht einfach Personal wir suchen 2 leute, einmal für xyz einmal für zui.  Sie sind weder Personalchef noch chef, also sucht ihre Firma nur Personal.

jobless0815

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Ausgebrannt und selbst schuld,die 2.
« Antwort #6 am: 11:52:32 Fr. 12.September 2008 »
Hallo blackbear, das was ich hier zum Thema geschrieben habe, hat rein gar nichs mit meiner von dir angesprochen Tätigkeit zu tun. So denke ich in diesem Fall grundsätzlich. Natürlich mag das bei anderen aus dem Amt anders laufen, bis zum völligen Unverständnis. Aber ich weiss, das ich nicht der Einzige bin, über Zahlenverhältnisse kann ich nix sagen.

Zu deinen konkreten Erfahrungen bei der Stellensuche: ja das ist blöd gelaufen, da war jemand sehr kleinlich (Arbeitabwehrverhalten oder stures sinnloses Befolgen von Anordnungen). Hier wäre dir das vermutlich nicht passiert. Manchmal habe ich den Eindruck, dass solche Reaktionen von Leuten, die schon vorher (DDR) in einer Behörde gearbeit haben typisc sind: oft extrem unfreundlich und von oben herab. da steckt noch der alte Wurm drinnen... . Mein Eindruck.

Dennoch gebe ich dir recht, dass, wenn man es schafft, sich betriebsbedingt kündigen zu lassen, das meist die elegantere Version ist . Obwohl, wenn ich mich recht erinnere, wird dann teilweise auch nachgeforscht, von wegen betriebsbedingt gekündigt, aber auch um zu überprüfen, ob sich der AG auf Kosten der SV seiner Arbeitnemer entledigt.

Aber zurück zum Fall: hier liegt- die Wahhaftigkeit der Infos vorausgesetzt, Arbeitsunfähigkeit vor: Basta. Also Ktankmeldung, gelber Schein. Ursachenfosrchung. Liegts an der Arbeit, dann raus da, wenn die Bedingunge sich nicht ändern lassen, liegts an was anderem, dann solange AU, bis das geklärt und wieder Arbeitsfähigkeit besteht.