Autor Thema: müller milch  (Gelesen 18514 mal)

flipper

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müller milch
« am: 04:01:34 Mi. 15.Dezember 2004 »
ein besonderes beispiel eines knallharten neuen deutschen "unternehmers":

bitte vervollständigen:

- wohnsitz schweiz zur legalen steuerhinterziehung
- macht verknüpfungsgeschäfte in arbeitsverträgen

. . .
"Voting did not bring us further, so we're done voting" (The "Caprica Six" Cylon Model, BSG)

ManOfConstantSorrow

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müller milch
« Antwort #1 am: 12:17:35 Do. 16.Dezember 2004 »
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

gadget

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müller milch
« Antwort #2 am: 21:48:19 Sa. 05.November 2005 »
hab ich in einen Forum gefunden dachte passt hier her
Zitat
Thema: Eine schöne Geschichte über Herrn Müller..........

... Sowas kommt nie bei der Sendung mit der Maus. Schade!! ..
Eine schöne Geschichte über Herrn Müller
Das hier, das ist der Herr Müller. Der Herr Müller kommt aus
Aretsried, das liegt in Bayern, also ganz im Süden.
Der Herr Müller ist ein Unternehmer und das, was in den Fabriken von
Herrn Müller hergestellt wird, habt ihr sicher alle schon mal gesehen,
wenn ihr im Supermarkt wart. Der Herr Müller stellt nämlich lauter
Sachen her, die aus Milch gemacht werden. Naja, eigentlich stellen die
Kühe die Milch her, aber der Herr Müller verpackt sie schön und sorgt
dafür, daß sie in den Supermarkt kommen, wo ihr sie dann kaufen könnt.
Die Sachen, die der Herr Müller herstellt sind so gut, daß sogar der
Herr Bohlen dafür Werbung gemacht hat. Weil der Herr Müller ein
Unternehmer ist, hat er sich gedacht, er unternimmt mal was und baut
eine neue Fabrik. Und zwar baut er sie in Sachsen, das ist ganz im
Osten.
Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel
zu viele davon gibt, und diese viel zu viele Milchprodukte produzieren,
aber der Herr Müller hat sie trotzdem gebaut.
Und weil die Leute in Sachsen ganz arm sind und keine Arbeitsplätze
haben, unterstützt der Staat den Bau neuer Fabriken mit Geld.
Arbeitsplätze hat man nämlich im Gegensatz zu Milchprodukten nie
genug. Also hat der Herr Müller einen Antrag ausgefüllt, ihn zur Post
gebracht und abgeschickt.
Ein paar Tage später haben ihm dann das Land Sachsen und die Herren
von der Europäischen Union in Brüssel einen Scheck über 70 Millionen
Euro geschickt.
70 Millionen, das ist eine Zahl mit sieben Nullen, also ganz viel
Geld. Viel mehr, als in euer Sparschwein passt.
Der Herr Müller hat also seine neue Fabrik gebaut und 158 Leute
eingestellt. Hurra, Herr Müller. Nachdem die neue Fabrik von Herrn
Müller nun ganz viele Milchprodukte hergestellt hat, hat er gemerkt,
daß er sie gar nicht verkaufen kann, denn es gibt ja viel zu viele
Fabriken und Milchprodukte.
Naja, eigentlich hat er das schon vorher gewußt, auch die Herren vom
Land Sachsen und der Europäischen Union haben das gewußt, es ist
nämlich kein Geheimnis. Das Geld haben sie ihm trotzdem gegeben.
Ist ja nicht ihr Geld, sondern eures. Klingt komisch, ist aber so.
Also was hat er gemacht, der Herr Müller? In Niedersachsen, das ist
ziemlich weit im Norden, hat der Herr Müller auch eine Fabrik. Die
steht da schon seit 85 Jahren und irgendwann hatte der Herr Müller sie
gekauft. Weil er jetzt die schöne neue Fabrik in Sachsen hatte, hat der
Herr Müller die alte Fabrik in Niedersachsen nicht mehr gebraucht, er
hat sie geschlossen und 175 Menschen haben ihre Arbeit verloren.
Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, dann habt ihr sicher schon
gemerkt, daß der Herr Müller 17 Arbeitsplätze weniger geschaffen habt,
als er abgebaut hat. Dafür hat er 70 Millionen Euro bekommen.
Wenn ihr jetzt die 70 Millionen durch 17 teilt, dafür könnt ihr ruhig
einen Taschenrechner nehmen, dann wißt ihr, daß der Herr Müller für
jeden vernichteten Arbeitsplatz über 4 Millionen Euro bekommen hat.
Da lacht er, der Herr Müller. Natürlich nur, wenn niemand hinsieht.
Ansonsten guckt er ganz traurig und erzählt jedem, wie schlecht es ihm
geht.
Aber der Herr Müller sitzt nicht nur rum, sondern er sorgt auch dafür,
daß es ihm besser geht. Er ist nämlich sparsam, der Herr Müller.
Sicher kennt ihr die Becher, in denen früher die Milch von Herrn
Müller verkauft wurden. Die schmeckt gut und es passten 500 ml rein,
das ist ein halber Liter. Seit einiger Zeit verkauft der Herr Müller
seine Milch aber in lustigen Flaschen, nicht mehr in Bechern. Die sind
praktisch, weil man sie wieder verschließen kann und sehen hübsch aus.
Allerdings sind nur noch 400 ml drin, sie kosten aber dasselbe. Da
spart er was, der Herr Müller. Und sparen ist eine Tugend, das wissen
wir alle.
Wenn ihr jetzt fragt, warum solche ekelhaften Schmarotzer wie der Herr
Müller nicht einfach an den nächsten Baum gehängt werden, dann muß ich
euch sagen, daß man so etwas einfach nicht tut.
Wenn ihr aber das nächste mal im Supermarkt seid, dann laßt doch
einfach die Sachen vom Herrn Müller im Regal stehen und kauft die
Sachen, die daneben stehen. Die schmecken genauso gut, sind meistens
billiger und werden vielleicht von einem Unternehmer hergestellt, für
den der Begriff "soziale Verantwortung" noch eine Bedeutung hat.
Weiterleiten !!!!

Spätlese

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müller milch
« Antwort #3 am: 09:30:46 Di. 08.November 2005 »
Auch so eine exzessive Unternehmerausgeburt:

MÜLLER-MILCH
 
Der Polterpatriarch

Dem Steuerasylanten Theo Müller wurde es in der Schweiz zu langweilig. Er kam zurück und vertrieb die Topmanager reihenweise. Der Starrsinn des Joghurt-Moguls droht sich gegen sein Lebenswerk zu richten. Der Alleingesellschafter des Joghurtimperiums Müller-Milch (Molkerei Alois Müller, Weihenstephan, Sachsenmilch) greift schon mal höchstpersönlich Fotografen an, wenn sie Demonstranten vor seinem Firmengelände aufnehmen.

Er beglückwünscht seine Werkschützer, wenn sie mit dem Strahl aus einem Feuerwehrschlauch ein paar "Schurken von Greenpeace" einnässen. (Eigene Anmerkung: Die haben sich bestimmt gefreut, zum ersten Mal seit Wochen wieder kostenlos zu duschen. :-) )

Textauszug - die komplette Müller-Milch Story hier:

http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,346791,00.html

(Freilich liest man hier nichts wirklich kritisches über die mehr als fragwürdige Personalpolitik)
Alle von mir getätigten Aussagen/Antworten/Kommentare entsprechen lediglich meiner persönlichen Meinung und stellen keinerlei Rechtsberatung dar.

Troll

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müller milch
« Antwort #4 am: 10:46:39 Do. 21.Dezember 2006 »
Zitat
Molkerei Müller verliert Gerichtsstreit
Begriff "Gen-Milch" erlaubt
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace erzielt einen juristischen Teilerfolg gegen die Molkerei Müller - und darf Müller-Milch weiterhin als Gen-Milch bezeichnen.

Quelle und mehr: SZ
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Wilddieb Stuelpner

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müller milch
« Antwort #5 am: 12:58:52 Do. 21.Dezember 2006 »
Sächsische Zeitung vom Donnerstag, 30. November 2006: Der Müller und der Müll



Die Molkerei der Sachsenmilch AG in Leppersdorf. Der Plan, Abfall zur Energiegewinnung einzusetzen, stößt auf Widerstand in der Bevölkerung.Foto: André Wirsig

Die Molkerei in Leppersdorf läuft 24 Stunden rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr. Etwa 900 Bauern liefern jährlich zirka 1,4 Milliarden Kilogramm Milch. Sachsenmilch produziert etwa 310 Millionen Liter H-Milch, 70 000 Tonnen Käse, 40 000 Tonnen Butter und zwei Milliarden Joghurt-Becher pro Jahr.

Der Standort Leppersdorf benötigt elektrische Energie, aber vor allem Wärmeenergie. Geplant ist deshalb ein sogenanntes Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerk mit zwei Verbrennungsöfen, das ausschließlich der Versorgung des Werkes dienen soll. Es könnte 2010 in Betrieb gehen.

Gefeuert wird mit der heizwertreichen Fraktion von Abfall, der in sogenannten mechanisch-physikalischen Sortieranlagen (MPS) anfällt. Dort wird Müll getrennt. Solche Anlagen sind unter anderem in Chemnitz und Berlin entstanden.

Eine in Betrieb befindliche Verbrennungsanlage für heizwertreiche Bestandteile aus Haushalts- und ähnlichen Abfällen ist in Sachsen nicht bekannt. Es gebe einen Entsorgungs-Engpass, so das sächsische Umweltministerium. Genehmigt wird eine solche Anlage nach der 17. Bundesimmissionsschutz-Verordnung, die die Abgas-Werte vorschreibt.

In Thüringen wird in Meuselwitz ein Ersatzbrennstoffkraftwerk betrieben (45 000 t/a), zwei weitere Anlagen sind geplant. In Sachsen-Anhalt werden in Amsdorf 73 000 t/a Ersatzbrennstoffe eingesetzt. In Premnitz/Brandenburg steht eine Anlage mit einer Kapazität von 100 000 t/a. (SZ)

Von Frank Tausch

Leppersdorf. Die einen sagen Heizwerk, die anderen Müllofen. Bürger stimmen über eine Investition von etwa 120 Millionen Euro ab.

Wenn die Dämmerung hereinbricht, springen die modernen Peitschenlampen in Lomnitz an. Alle. Entlang der Lomnitzer Hauptstraße leuchtet es heller als in vielen anderen Gemeinden, die aus Spargründen nur noch jede zweite ihrer Straßenlampen Dämmerlicht verbreiten lassen. Das Dorf Lomnitz, gelegen zwischen Radeberg und Pulsnitz, gehört zur Gemeinde Wachau. Die ist nicht reich, aber auch nicht ganz arm, wofür vor allem ein zweiter Ortsteil sorgt. Auch in Leppersdorf springen die Lampen an und lassen am größten Betrieb auf dem Gemeindeterritorium die silberglänzenden Tanks und den großen, deutschlandweit bekannten Schriftzug leuchten: „Müller“.

Als sei ein Riesen-Ufo neben der Autobahn Dresden-Bautzen niedergegangen, liegt der riesige Komplex inmitten ländlicher Idylle. In Leppersdorf steht die nach eigenen Angaben größte Molkerei Europas, die Sachsenmilch, die zum Imperium von Milchmogul Theo Müller gehört. Eine Molkerei der Superlative. 1700 Beschäftigte arbeiten hier, täglich wird ein Milchsee von über vier Millionen Litern verarbeitet.

Kein Pappenstiel

Das Verhältnis zwischen Müllers Reich und der Region war nie besonders eng – Arbeitskräfte kommen von weit her, Milch kommt von noch weiter. Doch nun braucht der Europameister die Dörfler, braucht die Stimmen der Leppersdorfer und Lomnitzer, der Wachauer, der Seifersdorfer und der Leute aus Feldschlößchen. 3768 Wahlberechtigte leben hier. Sie sollen am zweiten Advent in einem Bürgerentscheid darüber befinden, ob der Bebauungsplan der Gemeinde geändert werden soll im Sinne Müllers. Oder ob nicht. Es geht um eine 120-Millionen Euro-Investition. Kein Pappenstiel.

Einige Bürger der Gemeinde machen mobil gegen den Milch-Mogul. Die Differenzen werden schon daran deutlich, wie einer das Bauvorhaben mit Namen versieht. „Wir planen ein Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerk“, sagt Thomas Höring, der Vorsitzende der Geschäftsleitung in Leppersdorf. „Die wollen eine Müllverbrennungsanlage bauen“, sagt Matthias Rangics, Sprecher der Interessengemeinschaft „Gesunde Zukunft – keine Müllverbrennung bei Müllermilch”, die sich im Sommer gegründet hat.

Bettlaken gegen PR-Agentur

Es könnte ein Kampf David gegen Goliath sein. Das Müller-Imperium gegen ein paar Rebellen, die vom Wohnzimmer ihres Sprechers aus operieren. Sachsenmilch hat sich der Dienste einer professionellen PR-Agentur versichert, allen Haushalten eine 26-seitige Broschüre auf blütenreinem Papier zukommen lassen, einen Offenen Brief der Mitarbeiter verteilt, einen vierseitigen Bürgerbrief nachgeschoben und eine Akzeptanz-Untersuchung mit repräsentativer Telefonumfrage – durchschnittliche Interviewdauer 20 Minuten – durchführen lassen. Deren erstaunliche Botschaft: Eine Mehrheit sei für den Bau.

Die Gegner der Anlage aber geben sich lange nicht geschlagen. Sie kämpfen nicht nur mit einem Bettlaken an einem Leppersdorfer Zaun: „Müllverbrennung – nein Danke“. Die Interessengemeinschaft bezog Stellung an einem Tisch vor dem Bierzelt beim Dorffest und sammelte auch Unterschriften. Auch sie beklagt sich nicht über mangelnde Zustimmung. Auch sie verteilt Faltblätter, professionell gedruckt, sie kontert die Internetseite pro Heizwerk mit einer contra Müllverbrennung, hielt wie Sachsenmilch auch Informationsveranstaltungen ab und ist rührig. Sie hat einen mächtigen Verbündeten: Die Abneigung vieler Bürger gegen eine wie auch immer benannte Müllverbrennungsanlage in der Nachbarschaft. Etliche sind erst nach der Wende hinausgezogen aus der Stadt ins Grüne und besonders sensibel, wenn ihre Lebensumwelt bedroht erscheint.

300 000 Tonnen Abfall im Jahr

So führt die Interessengemeinschaft die Luftverschmutzung ebenso ins Feld wie die Verkehrsbelastung, die Angst vor Wertverlust der Grundstücke genauso wie das Misstrauen, was alles im Müllofen landen könnte. Sogar die Sorge, die Verbindung von Müll und Milch sei nicht gerade imagefördernd, treibt die ansonsten Müller-kritische Bürgerinitiative. „Wenn die Molkerei irgendwann abwandern sollte, dann bleibt die Müllverbrennung“, fürchtet Matthias Rangics. Firmen-Patriarch Müller genießt spätestens nach seinem steuerlich begründeten Weggang in die Schweiz nicht gerade den Ruf eines Patrioten.

Das geplante Heizkraftwerk ist groß dimensioniert – wie eigentlich alles bei Sachsenmilch. 300 000 Tonnen würde es jährlich verschlingen. Die Müllverbrennungsanlage in Lauta bei Hoyerswerda, die den Siedlungsmüll der halben Lausitz schluckt, kommt auf eine Kapazität von 225000 Tonnen.

„Wir steigen nicht ins Müllgeschäft ein“, versichert Höring. Der Bau ist so wichtig, dass sich der Manager die Zeit nimmt, selbst alles zu erläutern – ruhig, sachlich, verbindlich. Es geht um Millionen Euro Einsparpotenzial jährlich. Die Molkerei brauche Strom, aber vor allem Dampf. 75 Tonnen in der Stunde. Über Wärmetauscher wird nicht nur die Milch erhitzt, mit heißem Dampf werden Leitungen und Maschinen sterilisiert. Der Energieverbrauch dürfte dem einer Kleinstadt entsprechen.

26 Millionen Euro zahlt Sachsenmilch für die benötigte Energie jährlich. Und die Preise steigen rasant. Eine eigene Energieversorgung sei ein wichtiger Standortvorteil, führt Höring ins Feld, Einsparungen würden der Wettbewerbsfähigkeit und weiteren Investitionen zugute kommen. Ein Kohle-Kraftwerk gleicher Leistung würde 800 000 Tonnen pro Jahr schlucken, hat Sachsenmilch errechnet. So kam die Firma auf einen besonderen Brennstoff, für dessen Abnahme es sogar Geld gibt: die sogenannte heizwertreiche Fraktion von Abfall. Das sind Kunststoffe, Holz, Papier – aller Abfall, der gut brennt. Er fällt in Abfall-Sortieranlagen an, in denen der Müll der Haushalte getrennt wird. Metalle hierhin, Glas dahin, Bio dorthin. Heizwertreiches, getrocknet und gepresst, könnte später unter anderem zu Sachsenmilch.

Die Sortiererei hält Ulrich Heine, Geschäftsführer des Lausitzer Abfall-Zweckverbandes Ravon zwar für ökonomisch zweifelhaft, der Müllersche Plan aber käme der öffentlich-rechtlichen Hand nicht ins Gehege. Der Ravon verbrennt in Lauta Unsortiertes und hat langfristige Verträge. Seit Abfall in Deutschland nicht mehr einfach auf Deponien geschüttet werden darf, sind Behandlungsanlagen gesucht. Sachsenmilch hat vorgefühlt, man würde Brennmaterial aus den neuen Bundesländern beziehen können. „Wir können mehrjährige Verträge unter Dach und Fach bringen“, sagt Höring.

Wenn die Bürger zustimmen. „Wie ein Messer durch die Butter“ seien alle Wünsche von Sachsenmilch bisher durch den Gemeinderat geflutscht. „Nun ist Schluss“, sagt Rangics. Klammheimlich habe die Firma ihr Anliegen betrieben, „bis wir es an die Öffentlichkeit gezerrt haben,“ reklamiert der 44-jährige Ingenieur. „Den Schuh muss ich mir anziehen, unsere Pläne in der ersten Phase nicht ausreichend kommuniziert zu haben“, räumt Höring ein und gelobt Besserung. Die derzeitige Charme-Offensive zählt er schon zur geläuterten Informationspolitik. Dass kurz vor dem Bürgerentscheid ein Werksverkauf mit verbilligten Milch-Produkten öffnet, kann zumindest auch nicht schaden.

Je weiter weg, je gelassener

Viele Bürger sind kritisch. „Prinzipiell“ sei er gegen diese Luftverschmutzung, sagt ein älterer Mann. „Ich verstehe überhaupt nicht, wie Bürger dafür sein können“, sagt Jaqueline Stief. „Ich bin prinzipiell dagegen, dass der Herr Müller mit seiner großkapitalistischen Art die Umwelt schändet“, sagt Jens Stemmildt. Doch einige Kilometer weiter weg vom geplanten Großofen mit 70-Meter-Schornstein wird die Milch weit weniger heiß getrunken. „Ich gehe zum Bürgerentscheid, das ist mein demokratisches Recht“, sagt ein 24-jähriger Lomnitzer. Aber wie er abstimmen wird, das weiß er jetzt noch nicht. Die ganzen Broschüren anschauen, die im Briefkasten lagen, will ein weiterer Mann. „Dann werden die verwertet, die Kinder sammeln ja immer Altpapier“. Und eine Frau interessiert das Ganze gar nicht. „Ich weiß nicht, ob ich gehe.“

Bleiben will auf jeden Fall die Molkerei. Das macht Thomas Höring deutlich. Der Standort werde nicht nach Polen verlagert, „egal wie die Entscheidung ausfällt“. Er drohe auch nicht damit. „Das gehört sich nicht“, sagt der Manager bemerkenswerterweise. Die Lichter gehen jedenfalls nicht aus.

http://www.leppersdorf-gegen-muellverbrennung.de/wordpress/

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Wilddieb Stuelpner

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müller milch
« Antwort #6 am: 13:02:12 Do. 21.Dezember 2006 »
Leipziger Volkszeitung (LVZ) vom 08.12.2006: Sachsenmilch kauft Stimmen für Bau von Heizkraftwerk

Leppersdorf. Die Müller-Milch-Tochter Sachsenmilch in Leppersdorf bei Dresden kauft Stimmen für den Bau eines umstrittenen Heizkraftwerkes auf ihrem Firmengelände. Für ein positives Votum beim Bürgerentscheid werde jedem Haushalt für die Dauer von drei Jahren ein Energiekostenzuschuss von jährlich 130 Euro offeriert, bestätigte das Unternehmen am Donnerstag ein Rundschreiben an die Bürger. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, ein überdimensioniertes Heizkraftwerk zu planen. Über eine Änderung des Bebauungsplanes entscheiden am Sonntag rund 3700 Wahlberechtigte der Gemeinde Wachau (Landkreis Kamenz).

Mit der finanziellen Unterstützung sollen die durch den Betrieb des Heizkraftwerkes erzielten Einsparungen an die Bürger weiter gegeben werden, begründete der Vorsitzender der Geschäftsleitung von Sachsenmilch, Thomas Höring, das Angebot. "Voraussetzung ist aber dessen Inbetriebnahme." Nach Angaben der Firma hatten Bürger in den vergangenen Monaten bei der Vorstellung des Investitionsprojekts nachgefragt, was für sie dabei herauskomme.

Der Sprecher der Bürgerinitiative Gesunde Zukunft - Keine Müllverbrennung, Matthias Rangics, bezeichnete das Angebot als unverschämten Versuch, das Wahlverhalten zu beeinflussen. "Die Bürger werden als bestechlich dargestellt", sagte er. Durch den Bau des größten Heizkraftwerkes Sachsens werden Umweltbelastungen und der Verlust an Lebensqualität befürchtet.

Es müsse geprüft werden, ob unzulässiger Einfluss auf den Bürgerentscheid genommen werde, sagte die stellvertretende Sprecherin der Linksfraktion.PDS, Andrea Roth. Dem Unternehmen gehe es nicht um Partnerschaft mit den Bürgern, da es den Energiekostenzuschuss nur in der Anrainergemeinde geben solle, in der ein Bürgerentscheid durchgesetzt wurde. Beim zuständigen Landratsamt in Kamenz werden Auswirkungen des Angebots auf den Bürgerentscheid geprüft.

Die Molkerei mit rund 1700 Beschäftigten will mit dem Heizkraftwerk ab 2009 etwa 90 Prozent des Bedarfs an Strom und Wärme selbst erzeugen. Etwa 100 bis 110 Millionen Euro sollen in die eigene Energieversorgung investiert werden. Die stetig steigenden Energiekosten - von 2006 auf 2007 um rund 6 Millionen Euro - erschwerten die langfristige Planung und gefährde die Marktposition, hieß es. In dem neuen Kraftwerk sollen vorsortierter Haus- und Gewerbemüll verarbeitet werden. 30 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Internet: http://www.sachsenmilch.de

dpa

Wilddieb Stuelpner

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müller milch
« Antwort #7 am: 13:04:46 Do. 21.Dezember 2006 »
Sächsische Zeitung (SZ) vom Montag, 11. Dezember 2006: Bürger stimmen gegen Kraftwerk von Sachsenmilch

Wachau. Beim gestrigen Bürgerentscheid in Wachau (bei Radeberg) hat sich eine deutliche Zwei-Drittel-Mehrheit gegen die Baupläne von Sachsenmilch ausgesprochen. Das Unternehmen wollte für 120 Millionen Euro auf dem Firmengelände in Leppersdorf ein mit Müll betriebenes Heizkraftwerk errichten. Dem erteilten die Einwohner nun eine klare Abfuhr.

3747 Wachauer waren am Sonntag an die Wahlurnen gerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 70 Prozent. Somit kann der Gemeinderat nun drei Jahre lang keine gegenteiligen Beschlüsse fassen. Sachsenmilch gehört zur Müller-Gruppe und betreibt in Leppersdorf Europas größte Molkerei. (wei)

Wilddieb Stuelpner

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müller milch
« Antwort #8 am: 13:15:44 Do. 21.Dezember 2006 »
Theo Müller hat also keine Manieren und Ähnlichkeit mit einem adligen Prügelprinz - Ernst August (V.) Albert Paul Otto Rupprecht Oskar Berthold Friedrich-Ferdinand Christian-Ludwig Prinz von Hannover Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, der auf der Expo Hannover am türkischem Pavillion pinkelte (wohl eine christlich-demokratische Ehrerweisung für Frau Bundeskanzlerin Merkel, die auf nicht auf die Türkei gut zu sprechen ist) und mit Stockschirm auf filmende Journalisten losgeht.

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Ernst August ist mehrfach mit gewalttätigen oder beleidigenden Ausbrüchen in die Medien geraten.

Im Januar 1998 prügelte er vor Gut Calenberg mit seinem Regenschirm auf einen Kameramann ein und wurde von diesem gefilmt, was bundesweit für Schlagzeilen sorgte und ihm den Spitznamen "Prügelprinz" einbrachte. Das Landgericht Hannover verurteilte ihn, an den Kameramann 15.000 Mark Schmerzensgeld zu zahlen. Ein Strafverfahren wegen Körperverletzung wurde gegen Zahlung von 90.000 Mark eingestellt.[2]

In 1999 gab er am Rande der Salzburger Festspiele einer "Bunte"-Fotografin einen Tritt, wodurch diese einen Bluterguss bekam. In erster Instanz wurde er deshalb im Dezember 2001 vom Amtsgericht Springe zu acht Monaten Bewährungsstrafe und 500.000 Mark Geldbuße verurteilt; in zweiter Instanz vor dem Landgericht Hannover wurde das Verfahren im Hinblick auf die grösseren "Kenya" Vorwürfe (s.u.) eingestellt. [3] [4]

Auffällig wurde er auch bei der Weltausstellung 2000 in Hannover, als er an den türkischen Pavillon urinierte und dabei von einem Paparazzo fotografiert wurde, was ihm zeitweise von der Boulevardpresse den Beinamen "Pinkelprinz" einbrachte.

In Juni 2003 wurde Ernst August auf einer französischen Autobahn mit 211 km/h erwischt und deshalb in Frankreich zu einem Monat Fahrverbot und 728 Euro Strafe verurteilt. [5] Seine Klage gegen die Veröffentlichung in deutschen Zeitungen scheiterte zuletzt vor dem Bundesverfassungsgericht. [6]

Seit 2004 ist Ernst August wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestraft, weil er im Januar 2000 einen deutschen Hotelier in Kenia krankenhausreif geprügelt hatte und deshalb zu einer Geldstrafe von 445.000 Euro verurteilt wurde. Er strebt jedoch ein Wiederaufnahmeverfahren an. [7][8]

Durch die Heirat mit einer Prinzessin katholischer Religionszugehörigkeit sind er und seine Nachkommen aus dieser Verbindung von der britischen Thronfolge ausgeschlossen.

Die Punk-Band Terrorgruppe widmete ihm das Lied "Ernst August", in welchem er als "[...] Sid Vicious der Aristokratie[...]" bezeichnet wird und (satirisch) für sein gewaltätiges Verhalten gelobt wird. [9]

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_August_Prinz_von_Hannover

Aufmucker

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müller milch
« Antwort #9 am: 02:01:14 Fr. 22.Dezember 2006 »
Ich hab seit fast 25 Jahren gerne 2x die Woche Müller Milch Schoko getrunken  aber seit ich seine Berichte über seine Machenschaften gelesen habe, trinke ich das billigere Produkt der Konkurrenz. Ehrlich gesagt schmeckt es sogar besser da es nicht so süß ist.
Mal davon abgesehen kostet der 500 ml Becher von Müller Milch 0.69 Cent und merkwürdiger weise die 400 ml Plastikflasche auch.
Wie gesagt ich bleibe bei der Konkurrenz und sage nur Prost.

Wilddieb Stuelpner

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müller milch
« Antwort #10 am: 17:41:45 Di. 15.April 2008 »
ARD/BR, Report aus München vom 05.05.2008, 21:45 Uhr: Milchbaron unter Dauerbeschuss - Die Protestwelle gegen den Unternehmer Theo Müller

Autor : Ulrich Hagmann

Der bayerische Bauer Josef Nerz fürchtet um seine Existenz. Mitte letzter Woche erreicht ihn dieses Schreiben seiner Molkerei Müller Milch. Darin steht, seine Milch wird ab dem 16. April, also ab übermorgen, nicht mehr abgeholt.

Josef Nerz: „Ja, was mach ich mit meiner Milch, kann ich sie wegschütten, dann hab ich nichts mehr und ich habe gerade frisch gebaut. Ich brauch ja das Geld und bei uns in der Landwirtschaft ist es so, dass bei uns das Geld nicht im Überfluss ist, sondern wir müssen ja jeden Tag ganz genau rechnen.“

Nerz ist kein Einzelfall. Müller Milch hat zweihundertsiebzig Bauern der Milcherzeugergenossenschaft Augsburg West die Milchabholung gekündigt, weil sie es gewagt hatten gegen die Verhandlungspraktiken der Molkerei zu protestieren. Ende März marschierten Tausende Bauern zur Firmenzentrale von Müller Milch ins bayerische Aretsried. An die Spitze des Protestes stellte sich der Schauspieler Ottfried Fischer, der von einem Bauernhof stammt. Symbolisch beerdigt er die Fairness.

Ottfried Fischer, Schauspieler: „Mit den Einzelnen kann er es ja machen und wird es auch tun, wenn ihm nicht geballte Bauernpower die Grenzen zeigt.“

Die Bauern kämpfen gegen den größten Milchbaron Europas, gegen Theo Müller. Hemdsärmelig hat Theo Müller die kleine Molkerei seines Vaters zur größten Privatmolkerei Europas ausgebaut. Sein Heimatdorf Aretsried bei Augsburg wird von den gigantischen Bauwerken der Molkerei förmlich erdrückt. Sein letztes Interview gab Müller 2003 bevor der Milliardär vor dem deutschen Fiskus in die Schweiz flüchtete.

Theo Müller: „Das ist meine Heimat und die muss ich jetzt verlassen, um mein Unternehmen vor diesem Aderlass zu retten.“

Wer sich Müller in den Weg stellt wird manchmal auch grob zur Seite geräumt. Im Dezember 2004, als Greenpeace Nikoläuse vor Müller Niederlassungen Biojoghurt verteilte, ging der Chef höchstpersönlich sogar gegen Journalisten und Pressefotografen vor. Der Fotograf Thomas Einberger denkt mit Schrecken zurück.

Thomas Einberger, Fotograf: „Theo Müller hat mich geschlagen, er hat mich auf den Kopf geschlagen, er hat mich an den Haaren gezogen. Er wollte mir die Kamera entreißen mit Gewalt. Seine Bodyguards haben mich festgehalten. Er hat auf mich eingeboxt. Ich war danach im Krankenhaus und war 10 Tage krank geschrieben.“

Typisch Müller oder was? Noch immer kämpft der Fotograf im Zivilverfahren um Schadensersatz. Das Strafverfahren gegen Müller stellte die Staatsanwaltschaft Augsburg gegen Zahlung von 45.000 Euro ein. So läuft das bei Müller. Manchmal feilscht er um jeden Cent. Aber wenn es ihm nutzt, zeigt er sich großzügig.

Beispiel Leppersdorf in Sachsen: Hier betreibt Müller das größte Milchwerk Europas. Weil Energiegewinnung durch Müllverbrennung zum lukrativen Geschäft wird in Europa, will Müller ein riesiges Müllkraftwerk bauen. Um die Bürger beim Volksbegehren positiv zu stimmen, bot Müller einen Energiekostenzuschuss, für jeden Haushalt 130 Euro pro Jahr und das drei Jahre ab Inbetriebnahme des Kraftwerkes. Obwohl die Bürger der strukturschwachen Region das Geld gut gebrauchen könnten, lehnten die Sachsen Müllers Pläne ab. Sie wollten sich nicht kaufen lassen. Müller stört das aber nicht. Jetzt plant Müller sein Müllkraftwerk einfach 300 Meter weiter. Außerhalb des bisherigen Bebauungsplanes.

Eine Frau berichtet: „Man kommt sich total veräppelt vor. Wozu gibt es Bürgerentscheide, wenn dann doch darüber hinweg gegangen wird.“
Ein anderer erzählt: „Das ist nicht in Ordnung, weil die Gemeinde, die ganze Gemeinde hat das ja abgelehnt.“
Dieser Mann sagt dazu: „Das ist natürlich eine Schweinerei, ziemlich große Schweinerei, am Ende setzt er immer durch was er will. Da können wir machen was wir wollen.“

Zurück in Bayern: Vorstandsitzung der Milcherzeugergenossenschaft. 50 Millionen Liter Milch müssen die Bauern bis übermorgen an einen neuen Abnehmer verkaufen. Gleichzeitig versucht Müller mit Einzelverträgen und besseren Konditionen die Bauern aus ihrer Erzeugergemeinschaft heraus zu kaufen.

Ein Bauer sagt: „Da ist ja so massiver Druck auf jedes einzelne Mitglied. In Telefonaten, in Briefen, in Einzelgesprächen, in Drohungen. Das war noch nie da.“

Überraschend erreicht uns ein Signal der Müller Zentrale. Theo Müller will doch Stellung nehmen. Doch zum Gespräch bittet uns nicht der Alte, sondern Theo Müller junior. Wir fragen, warum er nicht wie alle anderen Molkereien die Verträge der Milchbauern unterschreibt.

Theo Müller jun., Unternehmensgruppe Theo Müller GmbH: „Wir sind nicht dafür bekannt, dass wir immer das tun was andere tun, sondern wir gehen halt unsere eigenen Wege.“

Genau und deswegen lud Müller letzten Mittwoch alle Bauern der Milcherzeugergemeinschaft Augsburg West zu einer Informationsveranstaltung, bei der er Einzelverträge vorlegte. Der Vorstand musste draußen bleiben und protestierte. Auch unsere Kamera durfte nicht hinein. Die Bauern, die heraus kamen, wirkten nicht überzeugt.

Einer von ihnen berichtet: „Die Veranstaltung war ein Witz, da gibt es noch nicht einmal eine Diskussion.“
Ein zweiter erzählt: “Gefällt mir nicht, der ganze Stil gefällt mit nicht.“

Typisch Müller oder was?

report MÜNCHEN: „Wieso stehen Sie da immer so im Rampenlicht, wieso trifft es immer nur Sie?"
Theo Müller jun., Unternehmensgruppe Theo Müller GmbH: „Das ist schwierig zu beantworten. Also, wir haben in der Vergangenheit sicherlich keine äußerst aktive Unternehmenspolitik betrieben in den...(schweigt-denkt)Warum trifft es immer uns? Gute Frage, nächste Frage."

Wilddieb Stuelpner

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müller milch
« Antwort #11 am: 17:49:38 Di. 15.April 2008 »
Und ich wette, Müller Milch ist hinsichtlich der deutschen und EU-Agrarsubventionen genau wie der große Lebensmittelkonzern Nestle ein besonderer Nutznießer.

siehe auch ARD/WDR, Sendung MONITOR Nr. 549 am 15. Juni 2006: Europas Agrarsubventionen - Geldsegen für Großkonzerne

Wilddieb Stuelpner

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Re: müller milch
« Antwort #12 am: 18:32:49 Mo. 24.November 2008 »
Videotexttafel 161, MDR, Mo 24.11.08 18:16:56
                         
Sachsenmilch fordert Schadenersatz     
                                       
Die Sachsenmilch AG hat Milchbauern und Verbände wegen der Proteste im Sommer auf Schadenersatz verklagt.           
                                       
Wie ein Sprecher des Landgerichtes Bautzen mitteilte, fordert die Müller-Milch-Tochter von mehreren Verbänden und drei unmittelbar an der Aktion Beteiligten rund 620.000 Euro. Sie hätten u.a. mit Flugblättern und im Internet "in rechtswidriger Weise" zu Blockaden aufgerufen. Die Schadenersatzforderung werde mit eigenen Ausfällen begründet.
                                       
Die Milchbauern hatten im Juni bundesweit gegen niedrige Milchpreise protestiert. U.a. blockierten sie drei Tage den Zugang zu dem Werk in Leppersdorf.

Kuddel

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Re: müller milch
« Antwort #13 am: 19:57:36 Do. 07.Mai 2009 »

07.05.2009

Müller-Milch verklagt Streik-Bauern auf Schadensersatz
von saveourseeds

Weil Sie während des Milchstreiks im vergangenen Jahr das Werk der Sachsenmilch in Leppersdorf bei Dresden blockierten, sollen jetzt drei Bauern und verschiedene Verbände mehr als 690.000 Euro Schadensersatz zahlen. Der Gerichtstermin ist im Juli. “Alles Müller oder was” scheint sich schon auf den nächsten Streik einzustellen.

Das Landgericht Bautzen teilt mit: Mit einer Zivilrechtsklage beabsichtigt die Sachsenmilch AG, es den Beklagten für die Zukunft untersagen zu lassen, das Werk in Leppersdorf zur Vermeidung eines Ordnungsgeldes bis zu 250.000 Euro zu blockieren. Weiterhin will die Klägerin festgestellt wissen, dass die Beklagten als Gesamtschuldner wegen der Blockade des Milchwerkes in Leppersdorf vom 01.06. - 03.06.2008, für sämtlichen entstandenen oder noch entstehenden Schaden einzustehen haben.
Mit einem dritten Antrag begehrte die Klägerin von den Beklagten als Gesamtschuldner ursprünglich eine Schadenssumme i. H. v. 620.409,06 Euro. Die Klage wurde zwischenzeitlich um ca. 67.000,- Euro erhöht.

Die Klage von Sachsenmilch richtet sich gegen den Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, den Landesbauernverband Brandenburg, die Erzeugergemeinschaft BDM Freie Milch AG, gegen zwei ihrer Vorstände und ein Aufsichtsratsmitglied sowie gegen drei an der Blockade beteiligte Landwirte.

Bei dem Milchpreis werden die Verklagten das ja sicher aus der Portokasse zahlen können…

http://blogs.taz.de/saveourseeds/2009/05/07/mueller-milch_verklagt_streik-bauern_auf_schadensersatz/