Autor Thema: Unruhiges Indonesien  (Gelesen 4858 mal)

ManOfConstantSorrow

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Unruhiges Indonesien
« am: 19:11:28 Sa. 22.November 2008 »
Die bürgerlichen Medien versuchen die Welt nur noch mit Meldungen über VIPs, Show und Skandal zu beschreiben. Bedeutsames kommt bestenfalls als Randnotiz vor.

Mir ist ein steigendes Niveau an Kämpfen in Indonesien aufgefallen. Deshalb eröffne ich diesen Thread.

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   Landstreit    

Makassar:
Der Versuch von Arbeitern der staatseigenen Zuckerrohrplantage PTPN XIV, die Felder zu düngen, wurde von Bauern aus der Nachbarschaft unterbunden. Seit langem schwelt ein Streit um 2000 ha, deren Besitz (bzw Nutzungsrecht) beide Parteien für sich reklamieren. Schon letzte Woche waren über 1000 ha Zuckerrohr verwüstet worden. Polizei kam, konnte aber nur noch eine Demonstration auflösen, die sich vor der Zuckerfabrik (die zur Plantage gehört) versammelt hatte. Seit dem Sturz Soehartos kommt es immer wieder zu Streit zwischen Bauern und den großen Plantagen über die Frage, wem gehört das Land?

Quelle: Media Indonesia, 8.10.08

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Bauern angeschossen    

Takalar
(bei Makassar): Polizei hat vier Bauern angeschossen, als hunderte Leute das zwischen den Bewohnern und der Staatsplantage PTPN XIV umstrittene Land besetzen wollten. Nur einer wurde dabei schwer verletzt. Nach Aussagen Beteiligter wurden die Schüsse abgegeben, als sich die Leute schon zerstreuten.

Quelle: The Jakarta Post, Ujungpandang Ekspres, Kompas, 10.10.08

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Erneut Demos gegen Pornografie-Gesetz    

Denpasar:
Erneut (6095) haben 2000 Menschen gegen den Gesetzesentwurf zu einem Verbot von Pornografie und "Pornoaktion" demonstriert. Dabei waren auch Persönlichkeiten aus anderen Landesteilen, so z.B. Gusti Ratu Hemas, die Frau des Sultans und Gouverneurs von Yogyakarta. Auch in Jayapura, Westpapua, wurde demonstriert.

Quelle: Suara Pembaruan, Liputan6, 11.10.08

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   LehrerInnen    

Padalarang
, bei Bandung: 500 HilfslehrerInnen demonstrierten gegen eine Verordnung, die das Höchstalter für eine mögliche Verbeamtung auf 35 Jahre festsetzt. Das sei nicht gerecht, schließlich gäbe es LehrerInnen, die schon zig Jahre tätig seien und jetzt im Alter von 35 bis 45.

Quelle: Galamedia, 14.10.08

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Fabrik besetzt    

Jambi:
300 entlassene ArbeiterInnen haben die Sperrholzfabrik PT Loka Rahayu Plywood (Kapital und Chef aus Taiwan) besetzt. Die Fabrik schuldet ihren Beschäftigten Teile des Lohnes, der seit 3 Jahren nicht vollständig gezahlt worden ist und die Abfindungen. Die Firma sagt, sie könne nicht zahlen, weil sie wegen Holzmangels Defizit fährt. Manager der Firma versuchten kurzzeitig, die Besetzung zu verhindern, gaben aber bald auf.

Quelle: Tempo interaktif, 15.1.0.08

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Demo gegen Zellulosefabrik    

Panguruan
, Samosir, Toba-See, Nordsumatra: Etwa 150 Menschen haben beim Kreisparlament gegen die seit Jahren umstrittene Zellstoffabrik PT Toba Pulp Lestari, früher PT Inti Indorayon Utama (siehe Hintergrundartikel, 5428), protestiert. Darunter waren VertreterInnen praktisch des ganzen lokalen Parteienspektrums. Sie forderten nichts weniger als die Schließung der Fabrik. Die würde immer mehr Wald abholzen und die Luft verpesten. Das Kreisparlament will nun den Landwirtschaftsminister auffordern, Nutzungsgenehmigungen für bestimmte Waldgebiete zu widerrufen.   

Quelle: Sinar Indonesia Baru, Liputan6, 18.10.08

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   Arbeiter, Lehrer    

Bandung
: Verschiedene Gruppen streiten sich um den Besitz der Bekleidungsfabrik PT Metro Garmin. Ein neuer Direktor hat offenbar die 5000 ArbeiterInnen angewiesen, Montag nicht mehr zur Arbeit zu erscheinen. Weil damit Gerüchte um Massenentlassungen verbunden waren, kamen dennoch, drangen in das Verwaltungsgebäude ein, mischten es auf und schmissen den neuen Direktor raus. Heute lief die Produktion wieder normal, es erschien wieder der alte Direktor. (The Jakarta Post, Pikiran Rakyat)

Pasuruan
: Etwa 400 ArbeiterInnen aus verschiedenen Fabriken (u.a. PT Panasonic) demonstrierten vor dem Büro des Arbeitsministeriums. Sie forderten vor allem, dass der Status von Beschäftigten (in unklaren Verhältnissen, z.B. Leiharbeit) klargestellt wird. (Surya)
Tegal (Zentraljawa): Tausend LehrerInnen von Privatschulen demonstrierten für eine staatliche Zulage zu ihrem Gehalt. Das würde nicht zum Leben reichen (Liputan6)

Bireuen
(Aceh) Etwa 2000 LehrerInnen demonstrierten dort gegen ihren Chef, den regionalen Sekretär für Bildung, dem sie weitgehende Unfähigkeit vorwerfen. Er würde sich weder um die Belange der Schulen noch um die Belange der LehrerInnen kümmern, was u. a. dazu führt, dass die Schulen kein Geld zugewiesen kriegen und den LehrerInnen fällige Gehaltsteile nicht überwiesen werden (Analisa)

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Arbeiterdemo    

Cimahi
, bei Bandung: 3000 ArbeiterInnen der PT Sansan Saudaratex demonstrierten dagegen, dass die Firma die Zahlung von Beiträgen an die öffentliche Krankenversicherung eingestellt hat. Nach einem Tag Streik einigte man sich darauf, dass die Krankenversorgung durch eine private Firma gesichert wird. [Nach indonesischem Recht muss jede Firma mit mehr als 10 Beschäftigten Krankenversicherungsbeiträge an die öffentliche Versicherung Jamsostek abführen. Es ist aber erlaubt, eine eigene Gesundheitsversorgung einzurichten, wenn sie vergleichbare Leistungen wie Jamsostek erbringt. Red]

Quelle: Pikiran Rakyat., 25.10.08

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   Anti-Porno-Gesetz verabschiedet    

Jakarta:
Das Parlament hat trotz monatelanger Proteste dem Anti-Pornografiegesetz zugestimmt. Zwei der 10 Fraktionen verließen aus Protest den Plenarsaal vor der Abstimmung, nämlich die PDI-P (Partai Demokrasi Indonesia, Indonesische Demokratische Partei des Kampfes, Partei der Ex-Präsidentin Megawati) und die PDS (Partai Damai Sejahtera, Friedens- und Wohlstandspartei, eine christlich-demokratische Partei). Außerdem boykottierten zwei balinesische Abgeordnete der Golkar (Regierungspartei während der Soeharto-Diktatur) die Abstimmung. Artikel 1 des umstrittenen Gesetz definiert Pornografie als Zeichnungen, Skizzen, Illustrationen, Fotos, Texte, Geräusche, Filme, Animationen, Cartoons, Poesie, Unterhaltungen, Gesten und andere Formen der Kommunikation mittels verschiedener Medien; und/oder Aufführungen in der Öffentlichkeit, die zu Obszönitäten, sexueller Ausbeutung anregen und/oder die Moral der Gemeinschaft stören können. Bei Verstößen drohen bis zu 10 Jahren Gefängnis und Geldstrafen bis zu Rp. 5 Mrd. (ca. 360 000 Euro)   

Quelle: The Jakarta Post, Yahoo! Singapore, 31.10.08

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   Arbeiterdemo    

Semarang:
Tausende ArbeiterInnen demonstrierten für den Mindestlohn. Eine Vorschrift, verabschiedet von 4 Ministerien letzten Monat sieht vor, dass in Zukunft der Mindestlohn nicht mehr durch die Regierung (bzw. die Provinzen oder andere Gebietskörperschften) festgelegt, sondern von Unternehmen zu Unternehmen einzeln ausgehandelt werden soll. Die ArbeiterInnen befürchten, dass dies die Abschaffung des Mindestlohns überhaupt bedeuten kann. Die Demonstranten fordern vom Gouverneur der Provinz Zentraljawa, den Regierungsbeschluß zu ignorieren. Eine ähnliche Demo gab es auch in Jakarta und in den letzten Tagen in vielen Städten.

Quelle: Liputan6, 4.11.08

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   Unhöflich    

Bandung:
Beschäftigte verschiedener Hotels, die in der Gewerkschaft SPM organisiert sind, demonstrierten zum Hotel Grand Aquila. Sie protestierten gegen die Suspendierung von neun Angestellten, die für dieses Hotel eine Gewerkschaft gegründet hatten. Das Hotelmanagement begründet die Bestrafung mit mangelnder Höflichkeit gegenüber Vorgesetzten.   

Quelle: The Jakarta Post, 6.11.08

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   Arbeiteraktionen    

Jakarta
: Etwa 500 ArbeiterInnen der PT Megaria Sentosa demonstrierten wegen seit drei Monaten ausstehender Löhne und willkürlichen Entlassungen.

Depok: Hunderte ArbeiterInnen der Bekleidungsfabrik PT Rajabrana demonstrierten gegen die Bangkok Bank, die die Konten der Fabrik beschlagnahmt hat. Die ArbeiterInnen fordern noch ausstehende Löhne, Jahresprämie und Abfindungen. (Liputan6)
Demonstrationen gegen einen Regierungserlass zum Mindestlohn fanden in vielen Städten statt, so in Medan (mehr als 1000), Mojokerto ("Hunderte"), Bandung (mehr als 1000) (Analisa, Surya, Galamedia)   

Quelle: div., 12.11.08

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Bäuerliche Selbsthilfe    

Tuban
, Ostjawa: Seit Wochen klagen die Bauern über fehlenden Nachschub von Düngemitteln. Entweder gibt es gar nichts oder zu horrenden Preisen. Normalerweise sorgt die staatliche Agentur BULOG für die Lieferungen. Es gab schon verschiedene, teils große Demos. Die Bewohner des Dorfes Goa Terus bei Tuban haben jetzt zur Selbsthilfe gegriffen. Sie stoppten zwei vorbeifahrende LKWs mit Düngemittel, zwangen die Fahrer das Zeug abzuladen und verteilten es. anwesende Polizei konnte die Verteilung nicht verhindern.   

Quelle: Media Indonesia, 18.11.08

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Re:Unruhiges Indonesien
« Antwort #1 am: 16:51:40 Sa. 25.September 2010 »
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Gebt uns das Land zurück!     


['Gebt uns jetzt unser Recht zurück'] Bandar Lampung, Südsumatra: 700 Bauern und Unterstützer, Männer, Frauen und Kinder demonstrierten vor dem örtlichen Büro des nationalen Grundstückamtes. Sie forderten, daß sie endlich ihren Boden zurückerhalten, dessen Nutzungsrecht 1984 für 24 Jahre an die Ölpalmenplantagenfirma PT Sahang (heißt heute PT Lambang Jaya) vergeben wurde. Dies ist eigentlich abgelaufen, aber es gibt eine behördliche Empfehlung, es zu verlängern. Die Bauern vermuten eine "Konspiration" zwischen der Firma und allen zuständigen Behörden.
Quelle: Jawa Pos, Liputan6, 24.6.10

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Hilfslehrerprotest    

Jakarta: Hunderte HonorarlehrerInnen demonstrierten vor dem Rathaus. Sie fordern, daß alle Lehrer, die bislang auf Honorarbasis beschäftigt sind, beamtet werden. Es gibt 6800 Honorarlehrer in Jakarta, nur 777 sind seit 2001 beamtet worden. Die Stadtverwaltung sagt, das entspräche ihrem Bedarf, die meisten Hilfslehrer seien bei Privatschulen beschäftigt und entsprechend sollten sie dort fest eingestellt werden.
Quelle: Kompas, 29.6.10

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Gegen Abholzung     

Kampar Halbinsel, Riau, Sumatra: Ein Protestcamp, das im November letzten Jahres von der Polizei überfallen worden ist (6618), ist von den Dorfbewohnern wieder eröffnet worden. Sie wehren sich gegen die Abholzung des Waldes, der auf wertvollem Moorboden steht. Die PT Riau Andalan Pulp & Paper hat eine Konzession des Forstministeriums, um Holz zu schlagen. Dabei werden auch mal Bauern von ihrem Land vertrieben. Eigentlich hat die Regierung kürzlich ein Zwei-Jahres-Moratorium bei der Abholzung von Regenwald angeordnet, das betrifft aber nur neue Konzessionen.
Quelle: Jakarta Globe, 1.7.10

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    Straße blockiert     

Pasuruan: Hunderte Dorfbewohner haben die wichtige nördliche Verbindungsstraße der Insel Jawa blockiert. Sie protestieren dagegen, daß die Marine die Straße zu ihrem Dorf blockiert hat. Der Streit zwischen den Bewohnern mehrerer Dörfer und der Marine dauert schon lange. 2007 waren bei einem Streit ums Land 5 Menschen erschossen worden.
Quelle: Liputan6, 1.7.10

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Streik im Zoo     

Surabaya: Zumindest ein Teil der Beschäftigten des berühmten Zoos, dem Kebun Binatang Surabaya, sind seit Tagen im Streik. Es ist wohl ein mehr symbolischer Streik, denn die Aktivitäten sind nicht beeinträchtigt. Die Beschäftigten protestieren gegen ihre Zurückstufung von Festeingestellten zu Tagelöhnern durch das neue Management. Das Forstministerium ist seit einiger Zeit für den Zoo verantwortlich und hat im Februar eine neue Leitung eingesetzt. Die Beschäftigten halten die Geschäftspolitik derzeit auch in anderer Hinsicht für problematisch. So seien die Eintrittspreise erhöht worden, die Einlaßkontrollen so automatisiert worden, daß Rollstuhlfahrer praktisch nicht mehr reinkommen usw.
   Quelle: Surabaya Post, Suara Surabaya, 11.7.10

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    Gefängnisriot     

Jayapura, Papua: Nachdem Wärter im Abepura-Gefängnis einen Gefangenen verprügelt hatten, kam es zu einem Aufstand, bei dem mehrere Wärter verletzt wurden. Die Wärter hatten in der Zelle des Geprügelten Geld gefunden (im Wert von mehr als 1000 US$) und wollten ihn zwingen, die Herkunft zu verraten.
Quelle: Jakarta Globe, 13.7.10

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Krankenhaus   

Kendari, Sulawesi: Hunderte Beschäftigte des Provinzkrankenhaus versammelten sich in der Aula, um gegen die Nichtzahlung von Zulagen zu protestieren. Die Betriebsversammlung war vollständig, einschließlich der Pflegekräfte und der Ärzte. Hunderte Patienten wurden nicht versorgt und viele verließen das Krankenhaus. Es geht um Anwesenheitsprämie, Intensivzulage und anderes; insgesamt ein erheblicher Teil der Gehälter.
Quelle: Jawa Pos, 15.7.10

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    Streik    

Cimahi/Bandung: Hunderte ArbeiterInnen der PT Judindo Sumber Prakarsa sind in Streik getreten. Sie wenden sich vor allem gegen die Arbeitsorganisation. Sie werden nämlich nur "bedarfsorientiert" beschäftigt, also nur, wenn die Fabrik sie braucht und dann auch noch nur nach Stück bezahlt. Das heißt, ihr Lohn liegt weit unter dem (gesetzlichen) Mindestlohn in Cimahi.
Quelle: Media Indonesia, 15.7.2010

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    Entschädigung her!    


Tapanuli Tengah, Nordsumatra: Weil das Kraftwerk Labuhan Angin seit neuen Jahren keine Entschädigung für das Land gezahlt hat, blockieren Einwohner des Dorfes Tapian Nauli Poriaha die Zufahrt. Ein Versuch der SatpolPP (Regionale Ordnungskräfte), sie zu vertreiben, scheiterte - umgekehrt, die Leute vertrieben die Polizisten. Sie wollen jetzt die Zufahrt so lange blockieren, bis die Entschädigung gezahlt wird.
Quelle: Liputan6, 17.7.10

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Tödliche Vertreibung     

Eine Frau ist nach der gewaltsamen Vertreibung von Leuten gestorben, die im Tanaman Nasional Way Kambas bei Lampung, Südsumatra, gesiedelt hatten. Es handelt sich um traditionelle Fischer aus verschiedenen Regionen. Forstbeamte hatten ihre Häuser niedergebrannt. Ein Sprecher einer Bauern- und Fischervereinigung sagte: "Es entbehrt jeder Grundlage zu behaupten, diese Fischer hätten den Nationalpark beschädigt. Das Gegenteil ist der Fall."
Quelle: The Jakarta Post, 20.7.10

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Abfindung her!     

Bandung: Hunderte ehemaliger ArbeiterInnen der staatseigenen Spinnerei PT Industri Sandang Nusantara (6592) demonstrierten, um die längst fälligen Restlöhne und Abfindungen einzufordern. Sie waren letztes Jahr entlassen worden, als die Firma vor dem Bankrott stand. Ihre alte Fabrik ist zwar geschlossen, aber es gibt Gerüchte, daß die Firma derzeit wieder neue Leute einstellt..
  Quelle: Galamedia, 21.7.10

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"Saatgutfälscher"    

Kediri: Kuntoro, ein kleiner Landhändler, war zu 7 Monaten Haft plus Geldstrafe verurteilt worden. Sein Vergehen: Er hatte bei Bauern Maissamen gekauft (für 6500 Rp/Kilo) und an andere Bauern weiterverkauft (für 7000 bis 7500 Rp/Kilo). Das allerdings hat der PT Benih Inti Subur Intani nicht gefallen, weil die kauft Saatgut für 3500 und verkauft es wieder für 35 000. Sie hat die Rechte auf dieses Saatgut und hat alle Produzenten der Gegend vertraglich gebunden. Bei der Entlassung Kuntoros wurde er jetzt von einer Menge Bauern und Vertretern von Bauernvereinigungen empfangen. 
Quelle: Tempo Interaktif, 24.7.10

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Streik bei Newmont     

Benete, Westsumbawa: 300 (sagt die Firma) bis 3000 (sagt die Gewerkschaft) der 7000 Beschäftigten der Batu Hijau Mine (4052) von PT Newmont Nusa Tenggara (Gold, Silber, Kupfer) (5029, 4335, 4242) sind in Streik getreten. Sie fordern Überstundenzulagen zurück, die ihnen seit Mitte 2008 vorenthalten worden sind. Es geht um etliche Millionen Dollar. Das regionale Büro des Arbeitsministeriums hat Newmont aufgefordert, die Zulagen zu zahlen, die Firma will diese Aufforderung vor Gericht anfechten.
Quelle: The Jakarta Post, The Jakarta Globe, tempo interactive, Liputan6, media Indonesia, 3.8.10

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    Keine Geologie    

Sumenep, Ostjava: Die SPE Petroleum (6764) wollte eine seismische Untersuchung machen. Damit waren die Dorfbewohner aber überhaupt nicht einverstanden, schon deshalb, weil sie vorher nicht informiert worden waren. Also zogen Hunderte zur Probebohrung, woraufhin die Arbeiter ihre Aktivitäten einstellten. 
Quelle: Media Indonesia, 4.8.10

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    Bonus her!     

Lumajang, Ostjawa: Tausende ArbeiterInnen der Zuckerfabrik PG Jatiroto demonstrierten vor dem Verwaltungsgebäude. Mit der Direktion der Staatsplantage PTPN XI (zu der die Fabrik gehört) war eine Sonderzahlung vereinbart worden, und zwar für die Festeingestellten als auch die Tagelöhner. Die 800 000 Rp hätten letzte Woche gezahlt werden sollen.
Sumbawa: Der Streik bei der Batu Hijau Mine der PT Newmont Nusa Tengara (6920) ist ohne handfestes Ergebnis beendet worden. Man einigte sich darauf, einen Gerichtsentscheid abzuwarten.
Quelle: Kompas, Liputan6, 7.8.10

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    Der Schlamm    

[Noch immer wohnen Leute behelfsmässig auf der Autobahn, die an anderer Stelle unter dem Schlamm begraben ist] Sidoarjo: Seit mehr als vier Jahren fließt der Schlamm aus der verunglückten Probebohrung (6410, s.a. 5770). Jetzt ist er über den Damm geflossen und hat die Hauptstraße vom Stadtteil Porong und die Bahnlinie nach Surabaya bedroht. Mit Sandsäcken konnte er knapp aufgehalten werden; der Damm soll jetzt abermals erhöht werden.
Weil die Entschädigungen für viele Schlammopfer immer noch ausstehen, bzw. sehr spärlich und mit jahrelanger Verspätung gezahlt werden, haben erneut Leute vor dem Regionalparlament in Sidoarjo demonstriert. Weil kein Verantwortlicher mehr da war, übernachteten sie auf der Straße vor dem Eingang.
Quelle: Jawa Pos, Surya, 7.8.10

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    Streik bei Readymix     

Jakarta: Hunderte Arbeiter der PT Jaya Readymix streiken für mehr Geld. Vor allem fordern sie die übliche Essenszulage in Höhe von 35 000 Rp (3 €) am Tag und die Angleichung an den neuen Branchenmindestlohn für Jakarta, der auch für die Zementindustrie gilt. Und die Lohnabrechnungen sollten transparent sein.
Quelle: Okezone, Australia asia worker links, 10.8.10

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Verdienstausfall     

Bekasi: Unternehmer und Angestellte aus der Vergnügungsbranche (Karaokebars, Diskotheken, Kneipen) demonstrierten bei der Bezirksverwaltung für die Zahlung von Verdienstausfall. Solche Betriebe werden während des Ramadan (der findet z.Zt. statt) zwangsweise von den Behörden geschlossen.
Quelle: Pikiran Rakyat, 13.8.10

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    Religionsfreiheit    

Jakarta: 1500 Menschen demonstrierten für "Solidarität zwischen den Religionen". Letzte Woche war es in Bekasi zu Übergriffen auf eine Gemeinde der protestantischen Batak-Kirche HKPB gekommen, wobei 20 Leute verletzt wurden. Obwohl die FPI (Front der Verteitiger des Islam) es offiziell bestreiten, waren es - nach Einschätzung der Anwohner - vor allem ihre Mitglieder, die da tätig waren. Tags zuvor hatte der Gouverneur von Jakarta zusammen mit seinem Polizeichef an einer Feierlichkeit der FPI zu ihrem 12-jährigem Bestehen teilgenommen.
Quelle: The Jakarta Post, The Jakarta Globe, Media Indonesia, Kompas, 15.8.10

Zitat
Jahresprämie    

Temanggung, Zentraljava: Die etwa 600 Arbeiter der Sperrholzfabrik PT Adistama Gemilang streiken, weil die Firma die Jahresprämie nicht zahlt. Sie sollte eigentlich, laut Gesetz, am Beginn des Ramadan gezahlt werden und beträgt 1 Monatslohn. Ausserdem hat die Fabrik in letzter Zeit grade mal ein Brötchen als Essen ausgegeben.
Quelle: Liputan6, 27.8.10

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    Zigarettenarbeiter    


Malang, Ostjava: Zwischen 150 (Surya) und 500 (Surabaya Post) ArbeiterInnen der Tabakfabrik PT Adi Bungsu demonstrierten, weil die Firma viel weniger Jahresprämie als letztes Jahr gezahlt hat. Dieses Mal wurde nur das gesetzlich vorgeschriebene Minimum, ein Monatslohn, gezahlt. Jedoch war der Streik erfolgreich: Die Fabrik will jetzt doch dasselbe zahlen wie im letzten Jahr. (Surya, Surabaya Post)
Kudus, Zentraljava: Weil der - offenbar beliebte - Chef der Produktionsabteilung plötzlich in eine andere Fabrik versetzt worden ist, gingen 2000 ArbeiterInnen der PT Djarum Kudus (5238) in Streik. Das war eine spontane Entscheidung der ArbeiterInnen, als sie merkten, daß ein neuer Chef da war. Das Management sagt, es handele sich um eine normale Rotation, nachdem ein anderer Betriebsleiter in Pension gegangen ist. Die Versetzung wird jetzt aber um ein paar Tage verschoben, um die Sache zu erklären. (Suara Merdeka)
Quelle: div, 29.8.10

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Jahresprämie u.a.     

Tangerang: 13 000 ArbeiterInnen der Schuhfabrik PT Panarub Industry (4848) machten ein Sit-In vor der Fabrik. Sie protestieren gegen die Kürzung der Jahresprämie. (The Jakarta Post)
Jakarta: 1400 ArbeiterInnen der PT Woneel Midas Leathers (Sporthandschuhe) streiken seit 3 Tagen, weil es gar keine Jahresprämie geben soll. Ja mehr noch, 4 ArbeiterInnen waren entlassen worden, weil sie für die Forderung nach der (gesetzlich vorgeschriebenen) Jahresprämie mobilisiert hatten (The Jakarta Post)
Surabaya: Zwar ist der Sinar Bintoro Supermarket vor einem Monat abgebrannt; die 50 bis 100 Beschäftigten wollen die Jahresprämie aber dennoch. Deshalb demonstrierten sie vor dem Gouverneurspalast. (Media Indonesia, Surabaya Post)
Gresik: Hunderte Arbeiter der Chemiefabrik PT Petrocentral sind in Streik getreten. Sie fordern mehr Geld in Form von Zulagen für die Ausbildung der Kinder und die Wiedereinführung des jährlichen Gesundheitschecks. Sie verdienen etwa 2,2 Millionen Rp (etwa 175 €) im Monat, aber erstens ist der Lohn seit Jahren nicht angehoben worden und zweitens verdient man in benachbarten Fabriken viel mehr. Deshalb meinte ein Streikender auch: "Wir riskieren auch, daß die Firma uns wegen dem Streik rauswirft." Eine Gewerkschaft gibt es derzeit im Betrieb nicht. (Surabaya Post, Jawa Pos)   
Quelle: div., 1.9.10

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    5 Leute bei Protest erschossen   

Buol, Zentralsulawesi: Aus Protest gegen den Tod eines Motorradtaxifahrers in Polizeigewahrsam haben gestern abend tausende Menschen das Polizeirevier der Stadt angegriffen. Der Mann hatte einen Verkehrsunfall, in dem auch ein Polizist verwickelt war. Die Protestierer waren mit Messern, Steinen und Mollies bewaffnet. Die Polizisten eröffneten das Feuer: 5 Menschen sind erschossen worden, sie haben alle Treffer im Kopf oder Kopfbereich, ebenso wie 5 weitere, die noch im Krankenhaus liegen. Die Menge antwortete damit, daß die Polizisten verprügelt worden sind, 19 von ihnen wurden verletzt, nur einer schwer mit Brandverletzungen. Auch in ihren Unterkünften wurden die Polizisten aufgetrieben. Die Polizei schickt Verstärkung, aber die Leute versuchen, die Zufahrtsstraße nach Buol mit Bäumen zu blockieren. 
Quelle: The Straits Times, Kompas, Jakarta Globe, Liputan6, Media Indonesia, 1.9.10

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    Hotelangestellte    

Bandung: Einige Dutzend Beschäftigte des Hotels Padandayan demonstrierten beim Bezirksgericht. Sie fordern die Zahlung der Löhne für die Monate Juni und Juli für 39 Angestellte. 
Quelle: Pikiran Rakyat, 2.9.10

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    Kettenverträge     

Cimahi (bei Bandung): Tausend befristet Beschäftigte der Bekleidungsfabrik PT San-San Saudara Tex Jaya demonstrierten. Sie fordern, dass die Höhe der Jahresprämie (Feiertagsbonus zum Ende des Ramadan) nicht nach der Dauer des aktuellen Arbeitsvertrags (der ist maximal 5 Monate) bemessen wird, sondern nach der Betriebszugehörigkeit. Manche der Beschäftigten arbeiten schon seit Jahren mit einem Fristvertag nach dem anderen.
    Quelle: Pikiran Rakyat, 6.9.10

Zitat
    Lohn her!    

Sukabumi, Westjawa: Tausende TextilarbeiterInnen der PT Great Apparel Indonesia sind in Streik getreten. Die Fabrik hat die Löhne für August erst zur Hälfte gezahlt und einen versprochenen Zahlungstermin verstreichen lassen. Ausserdem fordern sie bei dieser Gelegenheit auch korrekte Bezahlung der Überstundenzulage und besseren Arbeitsschutz. Bei der Aktion wurde das Personalbüro aufgemischt, Fenster zerbrochen.
   Quelle: Galamedia, 21.9.10

Zitat
Gebt uns das Land zurück!    

[Landraub 2010: 'Bekanntmachung: Die Nutzungsrechte gehören der Zuckerfabrik... Bearbeiten und Vieh weiden lassen verboten'] Takalar (bei Makassar, Südsulawesi): Hunderte Bauern aus Polong Bangkeng haben das Regionalparlament besetzt. Sie fordern das Land zurück, das ihnen vor 27 Jahren zugunsten der Staatsplantage PTPN IX, bzw ihrer Zuckerfabrik, weggenommen worden ist. Das damals vergebene Nutzungsrecht an die Staatsplantage ist eigentlich 2005 ausgelaufen; der Landrat (Bupati) hat es einseitig bis 2024 verlängert. Vor zwei Jahren war eine Demo der Bauern von Einsatzkommandos der Polizei überfallen worden, wobei 4 Leute angeschossen worden waren; erneuten Überfall gab es 2009, siehe 6501. Seitdem war es ruhig geworden und die Öffentlichkeit dachte, die Sache sei erledigt. Tatsächlich hat es einige Zeit gedauert, bis das Trauma der Polizeibrutalität überwunden war und es - mit Hilfe von StudentInnen und AktivistInnen aus Makassar - gelang, die Bauern wieder zusammen zu bringen.
Quelle: MetroTVNews, 21.10.


Zitat
Soli-Streik    

Citarum, Bandung: Wegen der Entlassung von 21 KollegInnen ist die Mehrheit der Beschäftigten der PT Indo Hasasi Textile in Streik getreten. Die Firma hieß früher PT Cahaya Mitra Damai (1969). Im Juni wurde sie von der Indo Hasasi übernommen. Bei den Streitigkeiten mit den neuen Chefs waren die 21 entlassen worden, offenbar wegen ihrer Gewerkschaftsaktivitäten. Seitdem haben sie weder Lohn noch Jahresprämie erhalten. Inzwischen sind 44 weitere ArbeiterInnen mit Entlassung bedroht.
    Quelle: Galamedia, 25.9.10





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Re:Unruhiges Indonesien
« Antwort #2 am: 16:07:29 Fr. 22.Oktober 2010 »
Zitat
   Polizei belagert    

Rambut Petung (West Lombok): Dorfbewohner griffen eine Polizeistation mit Molotovcocktails, Pfeil und Bogen an, um die Freilassung zweier Männer zu erreichen, die wegen Mordverdachts (begangen während eines Riots im Jahr 2008) verhaftet worden waren. Hunderte Polizisten (Brimob) kämpften mit Wasserwerfern, Tränengas und Warnschüssen, es gelang ihnen mit großer Mühe die Menge zu zerstreuen.
Quelle: Jakarta Globe, 1.10.10

Zitat
Anläßlich des ersten Jahrestages der zweiten Amtszeit von Präsident Soesilo Bambang Yudhoyono fanden in verschiedenen Städten gegen ihn gerichtete Demos statt.
Bogor: Bei der Demo hunderter Studenten der Ibnu Khaidun Universität kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei (Jakarta Post)
Medan: Hier gab es zwei Demos, eine von Arbeitern (Bündnis verschiedener Gewerkschaften), dann eine von Studenten. (analisa)

Zitat
Wieder gab es div. Demos anläßlich des einjährigen Jubiläums der zweiten Amtszeit des Präsidenten. Vor dem Präsidentenpalast in Jakarta versuchten hunderte bis 2000 Demonstranten (Studenten, Aktivisten und Arbeiterorganisationen) Sicherheitsabsperrungen zu überwinden. Die Polizei hinderte sie mit Wasserwerfern und Tränengas daran. Bei einer anderen Aktion in Jakarta von über 100 Studenten wurde ein Demonstrant bei einer Strassenblockade ins Bein geschossen. Ebenfalls Demonstrationen in Jakarta, Bandung, Surabaya, Palu, Bogor, Cirebon, Yogyakarta. In Makassar gab es den zweiten Tag in Folge Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei.
Quelle: Yahoo! News, Jakarta Post, 21.10.10

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Re:Unruhiges Indonesien
« Antwort #3 am: 16:42:59 Mo. 28.März 2011 »
Zitat
Medan: Hunderte Bauern aus dem Dorf Dagang Kerawan, Tanjung Morawa, demonstrierten vor dem Gouverneurspalast. Sie fordern Hilfe beim Streit ums Land. Es geht um 78 Hektar, die ihnen 1954 zugesprochen worden sind. 1965 allerdings wurde ihnen das Land einfach weggenommen, und zwar von der Staatsplantage PTPN IX, heute die PTPN II. Sie wehrten sich damals nicht, weil sie Angst hatten, als Mitglieder der PKI (Kommunistische Partei Indonesiens, bei deren Unterdrückung gerade zwischen 500 000 und 1 Million Menschen ermordet wurden) zu gelten. Das Nutzungsrecht der Plantage endete im Jahre 2000 und wurde nie verlängert. Das hinderte den Direktor der PTPN II nicht daran, das Land 2005 an eine Privatfirma zu verkaufen. Das war Unrecht, der Mann wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt (hat er bisher nicht angetreten). Dies wiederum veranlaßte wohl die Privatfirma, die das Land gekauft hatte, es an einige andere Firmen weiterzuverkaufen.
Quelle: Liputan6, The Jakarta Post, Antara Sumut, 23.2.11

Zitat
   Gegen Studiengebühren    


Bandung: Hunderte Studierende des Institut Teknologi Bandung demonstrierten gegen hohe Studiengebühren, vor allem gegen das "Eintrittsgeld" von 55 Mio. Rp (etwa 4500 €). "Diese Entscheidung ist für die Reichen. Dagegen stellt der Zugang zu Bildung ein Recht für Alle dar, vom Becakfahrer bis zum Unternehmer", so eine Erklärung der Organisatoren.
Quelle: Galamedia, 26.2.11

Zitat
   Betrogen    


[Hungerstreik] Rawasari, Zentraljakarta: 2008 waren sie von Gelände vertrieben worden, auf dem sie seit mehr als 30 Jahren gewohnt hatten. Sie waren grade dabei, Besitztitel für das Land zu beschaffen. [Nach so langer Zeit hätte ihnen das Gelände eigentlich zugestanden. In Indonesien gibt es kein Grundbuch, nur ein Teil der Fläche ist in irgendeiner Weise registriert. Deshalb gilt eigentlich seit dem Landreformgesetz von 1960 das Prinzip: "Das Land denen, die es bebauen, bzw bewohnen". Red] Die Stadtverwaltung sagte, das Gelände würde zu einem öffentlichen Park umgestaltet. Jetzt stellte sich aber heraus, daß dort (teure) Wohnungen ("Green Pramuka Residence") gebaut werden. Irgendeine Entwicklungsfirma hat einen Besitztitel aus der Tasche gezogen - "deshalb können wir nichts tun", so ein Vertreter der Stadtverwaltung. Seit einigen Tagen blockieren die ehemaligen Bewohner die Baustelle, einige führen einen Hungerstreik durch. Weil sie jetzt angeblich das Tor aufgebrochen haben, kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, drei bis fünf Leute wurden festgenommen.
http://www.umwaelzung.de/aarchiv/aaktuell7160.html


Zitat
   Landkonflikt    

Ujung Gading, Padang Lawas Utara, Nordsumatra: Seit Jahren streiten die Bauern des Dorfes mit der PT Wonorejo um 5000 ha Land, auf dem beide Parteien Palmöl anpflanzen, bzw anpflanzen wollen. Eigentlich haben Regionalparlament, Gouverneur und Landrat das Land den Bauern zugesprochen. Das hinderte die Firma aber nicht daran, in letzter Zeit schweres Gerät einzusetzen, um die fünf Jahre alten Pflanzen der Bauern zu roden und sie gleichzeitig einzuschüchtern, indem sie junge bewaffnete Schläger durch die Gegend ziehen lässt. Jetzt haben die Bauern die Schläger, die Sicherheitsleute der Firma und etliche Polizisten vom streitigen Land vertrieben.
Quelle: MetroTvNews, 1.3., Harian Global, Waspada, 26.2.11


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   Gegen Entlassung    

Pematang Siantar, Nordsumatra: Hunderte ArbeiterInnen der Zigarettenfabrik PT STTC demonstrierten vor dem Regionalparlament. Sie protestieren gegen die Entlassung von sechs KollegInnen. Die arbeiten seit mehr als 10 Jahren in der Fabrik, sllen aber noch nicht mal Abfindungen kriegen.
Quelle: Liputan6, 7.3.11

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   Straßenhändler    


Solo: Hunderte Straßenhändler demonstrierten zum Bürgermeisteramt. Sie fordern die Rücknahme von Verordnungen gegen sie. Vor allem wehren sie sich gegen Verkaufsverbote an bestimmten Stellen; gegen das Verbot gegen Händler, die laut Personalausweis nicht in der Stadt wohnen und gegen zum Teil hohe Strafgebühren.
Quelle: Liputan6, Solo Pos, 15.3.11


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Keine Lohnkürzung!    

Batam: Hunderte ArbeiterInnen protestierten gegen eine einseitige Kürzung des Lohns durch die Bekleidungsfabrik PT Ghimli. Weil das Management den Protest "verboten" hatte, kam es zu Schlägereien mit den Wachleuten der Firma.
Quelle: Liputan6, 20.3.11

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   Gefeuert    

Bandung: Hunderte ArbeiterInnen der PT Sandang Saritex sind in Streik getreten. Ein Kollege war entlassen worden, weil er die Fabrik beim Arbeitsamt wegen Behinderung der Gewerkschaftsarbeit angezeigt hatte. Die Fabrik hat ihn jetzt im Gegenzug zusätzlich wegen "übler Nachrede" bei der Polizei angezeigt.
Quelle: Media Indonesia, 22.3.11

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   Straßen blockiert    


Porong, Sidoarjo: Die unendliche Geschichte des Schlamms, der seit Jahren aus einem havarierten Bohrloch der PT Lapindo fließt, war erneut Anlaß für hunderte Betroffene, die Hauptstraße von Surabaya nach Malang für einige Zeit zu sperren. Es sind Bewohner eines Dorfes, das zwar unbewohnbar geworden ist, aber noch nicht offiziell in die Landkarte der betroffenen Dörfer aufgenommen ist. Es geht um die Frage, ob Entschädigungen gezahlt werden müssen.  (Liputan6)
Sukabumi: Hunderte Bewohner des Dorfes Titisan blockierten die Zufahrt zur Baustelle einer Schuhfabrik. Seit es die Baustelle gibt, ist ihr Dorf schon mehrmals überschwemmt worden; wenn es trocken ist, ist überall Staub. Der Investor (aus Südkorea) soll erstmal die Infrastruktur (Kanalisation) erneuern und Schadensersatz leisten, bevor er weiter baut. (Galamedia)
Purwakarta: Weil die PT Metro Pearel zwar Leute einstellt, aber vorwiegend von ausserhalb, haben Anwohner das Anwerbebüro gestürmt und an Fenstern und der Einrichtung einigen Schaden verursacht. (MetroTV)

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   Diesmal nicht    

Banda Aceh: Mal wieder sah die "Mode-Polizei", also die Einheit, die die Scharia-Bekleidungsvorschriften bei den Frauen überwacht und gegebenenfalls auch mal Frauen verhaftet und islamischen Gerichten zuführt, eine junge Frau mit engen Kleidern und ohne "Jilbab", also die vorgeschriebene Kopfbedeckung. Die Frau wurde ins Auto verfrachtet, um sich auf der Wache einer "Beratung" zu unterziehen. Diesmal allerdings tauchten 20 Männer auf Mopeds auf, blockierten das Auto, und zwangen die Modepolizisten, die Frau aussteigen zu lassen. Ein Polizist wurde verletzt, das Auto ramponiert. Die Frau entkam mit einem der Mopedfahrer.
Quelle: Jakarta Globe, 24.3.11

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Re:Unruhiges Indonesien
« Antwort #4 am: 13:18:55 Sa. 23.April 2011 »
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   PflegerInnen    

Garut, Westjawa: Etwa 800 PflegerInnen des Öffentlichen Krankenhauses streikten für die Auszahlung von diversen Zulagen, die ihnen gesetzlich zustehen. Seit Juli 2010 wurde nicht mehr bezahlt. (Galamedia, detikNews, Liputan6)
Jayapura, Westpapua: Am 14.3.11 waren 1500 PflegerInnen und Hebammen im Öffentlichen Krankenhaus in Streik getreten, nachdem die Provinzverwaltung eine Lohnkürzung angekündigt hatte. Die Polizei verhaftete daraufhin 9 Frauen in ihren Wohnungen. Sie sind offenbar noch in Haft (Scoop (Neuseeland), 18. und 30.3.11)

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   100 Jahre Palmöl, 100 Jahre Unterdrückung    


Medan, Nordsumatra: Die Palmölindustrie feiert 100 Jahre Ölpalmenanbau in Indonesien mit einer Konferenz unter dem Motto "Die Palme als Freund des Volkes". Dagegen haben 200 Menschen demonstriert und eine Gegenkonferenz organisiert (siehe Diskussionspapier auf Englisch http://www.kpsmedan.org/index.php?option=com_content&view=article&id=235&lang=en ). Sie erinnerten daran, daß die Ölpalme von der holländischen Kolonialmacht eingeführt wurde, seitdem immer mehr Fläche raubt und gleichzeitig die Bewohner zu Kulis oder Tagelöhner macht. Bei der Demo selbst kam es zu kurzen Auseinandersetzungen mit Wachleuten des Hotels.
Quelle: detikNews, Harian Sumut Pos, Liputan6, 30.3.11

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    Öl, Gummi statt Wald    

Allein in der Provinz Ostkalimantan hat das Areal der Plantagen von 2009 auf 2010 von 712 000 ha auf 830 000 ha zugenommen. Dabei nahm die Anbaufläche für Palmöl  innerhalb des Jahres um mehr als 23 % auf 660 000 ha zu, die Fläche für Gummi um 6,5 %.
Quelle: Metro TV, 31.3.11


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   Mindestlohn    


Bandung: Hunderte Gewerkschafter aus Tangerang (bei Jakarta) demonstrierten vor dem obersten Verwaltungsgericht. Die Arbeitgebervereinigung klagt gegen die Festsetzung des Mindestlohns auf 1,2 Mio. Rp (nicht ganz 100 €).
Quelle: Pikiran Rakyat, 7.4.11


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     Blockade gegen Militär    

Urut Sewu, Kebumen, Zentraljawa: Tausende von Bauern wehren sich gegen die Pläne der indonesischen Landstreitkräfte, auf einer Länge von 22,5 km und 500 Meter Breite am Meer einen Schießübungsplatz einzurichten. Sie haben mehrere Zufahrtswege blockiert. Das Militär sagt, es sei Land in Staatsbesitz. Die Bauern dagegen sagen, es sei ihr gemeinsamer Besitz, was sie mit Steuerunterlagen aus der Kolonialzeit belegen können. Eine bereits geplante Schießübung wurde abgesagt.
Quelle: VHR Media, 13.4., Primair Online, 11.4.11


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   Soldaten schießen auf Bauern    


[Demo vom 14.4.11] Urut Sewu, Kebumen: Der Streit um das Land, das die Landstreitkräfte als Schießübungsplatz nutzen wollen, ist eskaliert. Etwa 30 Leute hatten Gräber von Angehörigen besucht, die 1997 bei der Explosion eines Blindgängers ums Leben gekommen waren . Sie wollten anschließend die Blockade besuchen, die auf der Zufahrtsstraße errichtet worden war. Daraufhin kamen 50 Soldaten angestürmt, schossen Gummikugeln und schlugen auf die Bauern ein. Angeblich sollen die Blockierer in das Gelände eingedrungen sein. Es gab mindestens 13 Verletzte. Anschließend zogen die Soldaten durch das Dorf. Heute haben erneut hunderte Anwohner vor der Kaserne demonstriert.
Quelle: Tempo interaktif, Detik.News, Liputan6, Surya, Media Indonesia, Kompas, 17.4.11


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Re:Unruhiges Indonesien
« Antwort #5 am: 15:44:19 Mo. 13.Juni 2011 »
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   Textilarbeiterinnen    

Bandung: Tausend Beschäftigte, vor allem Frauen, der PT Matahari Sentosa (3255, 3051, 1728, 1552) sind in Streik getreten. Sie fordern mehr Geld (bisher liegt ihr Lohn "unter dem Standard") und weniger Überstunden.
Quelle: Liputan6, 6.5.11


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Textilarbeiterinnen    

Solokanjeruk bei Bandung: 150 Arbeiterinnen aus der Näherei der PT Micro Garment (7074) haben erneut vor dem Fabriktor demonstriert. Sie fordern vor allem die Angleichung ihrer Löhne an den Regionalen Mindestlohn und das Ende der Vertragsarbeit, bzw Outsourcing. Das Problem ist nämlich, daß viele nur als Tagelöhner beschäftigt sind, die jederzeit rausgeschmissen werden können. Die deshalb leicht Opfer der Willkür des Managements sind. So verdienen sie weniger, es gibt willkürliche Strafen und Abzüge vom Lohn, Schwangerschaftsurlaub wird nicht bezahlt, Überstunden willkürlich angeordnet.
Quelle: Galamedia, 7.5.11


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Streik bei Coca-Cola    

Jakarta/Bekasi: In zwei Abfüllbetrieben von Coca-Cola in Bekasi und Süd-Jakarta sind tausende Arbeiter in Streik getreten. Die Tarifverhandlungen sind gescheitert. Es geht um den Grundlohn. Die Gewerkschaft SPSI lehnt ein Angebot für eine Einmalzahlung ab.
Quelle: Pikiran Rakyat, 9.5.11


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   Toleranzfrei    

Bandung: Daß die FPI (Front Pembela Islam, Front der Verteidiger des Islam) einen Film nicht mögen, der für Pluralismus und Toleranz eintritt, ist keine Überraschung. 100 von ihnen demonstrierten kürzlich vor dem Kultur- und Tourismusamt in Bandung gegen die Aufführung des Films. Jetzt hat die Stadtverwaltung die örtlichen Kinos angewiesen, die Aufführung des Films zu stoppen. Hunderttausende haben den Film schon gesehen. er ist eine der erfolgreicheren einheimischen Produktionen.
Quelle: The Jakarta Post, 12.5.11


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Solidemo    

Purwakarta, s.a. 6871, 6838: Ca 2000 Mitglieder der Metallarbeitergewerkschaft Federasi Serikat Pekerja Metal Indonesia (FSPMI) aus Bandung, Tangerang, Bekasi, Karawang und Purwakarta demonstrierten zur Staatsanwaltschaft. Sie fordern die erneute Überprüfung des Falles zweier Gewerkschafter, die bei der PT Sumi Indo Wiring System angestellt waren. Das Unternehmen macht ihnen zum Vorwurf, dass sie im Zusammenhang mit der Gründung einer Gewerkschaft das Firmenlogo, den Garuda (ein mythischer Vogel des Hinduismus und Buddhismus, Wappentier und Nationalsymbol in Indonesien), verwendet haben.
Quelle: Pikiran Rakyat, 16.5.11


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REDD in Kraft    

Der Präsident hat ein Abkommen mit Norwegen unterzeichnet, nach dem ein zweijähriges Moratorium für die Abholzung von Urwäldern in Kraft tritt. Das Abkommen ist Teil des UN- Programmes REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation - Verminderung von Emissionen, die aus Abholzung und Waldschädigung resultieren). Tatsächlich sollen nur keine neuen Lizenzen ausgegeben werden; es sind aber noch Lizenzen für 41 Millionen Hektar offen (The Jakarta Post, 16.11.10). Darüber hinaus fällt "Sekundärwald" nicht unter die Regelung und Indonesien behält sich vor, Wald weiterhin für "vitale" Interessen (etwa Gas- und Ölfelder, Reisanbau, Zuckeranbau) des Landes zu nutzen. Norwegen will eine bestimmte Summe für jede Tonne CO2 zahlen, die durch die Maßnahmen eingespart wird - Indonesien rechnet mit bis zu einer Milliarde US$.
Quelle: Yahoo! News Singapore, Jakarta Globe, The Jakarta Post, 19, 20.5.11


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   SexarbeiterInnen protestieren    

Blitar, Zentraljawa: 500 SexarbeiterInnen aus dem Regierungsbezirk Blitar demonstrierten gegen die Absicht der Bezirksverwaltung, die Prostitution zu verbieten. (In Indonesien gibt es kein nationales Gesetz zur Prostitution, Red.) Die Bezirksregierung will alle Bordells und sonstigen Plätze, wo die SexarbeiterInnen arbeiten, schließen. Ein Angebot, ihnen Entschädigungen von bis zu 10 Millionen Rp (~830 €) zu zahlen, haben die allermeisten SexarbeiterInnen schon abgelehnt.
Quelle: Liputan6, 24.5.; Okezone, 6.5.11


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Landstreit    

Mesuji, Lampung, Sumatra: Tausende Bauern demonstrierten vor dem Regionalparlament. Sie fordern 7000 ha Ölpalmengelände zurück, die derzeit von der PT Barat Selatan Makmur Investindo bewirtschaftet werden.
Quelle: Liputan6, 27.5.11; Koran Lampung, 23.11.10


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Zementarbeiter    

Bogor, bei Jakarta: Tausende Arbeiter der Indocement demonstrierten vor der Fabrik. Sie fordern Lohnerhöhungen von bis zu 50 %, da die Löhne bei Indocement weit unter denen anderer Zementfabriken liegen.
Quelle: MetroTV, Liputan6, 27.5.11


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Goldmine abgefackelt    

Siabu, Mandailing Natal (Madina), Nordsumatra: 500 Leute aus der Nachbarschaft der Goldmine PT Sorik Mas Mining zogen zur Mine. Die wurde von der Mobilen Einsatztruppe der Polizei bewacht. Die war aber in der Minderzahl und gab Warnschüsse ab. Eine Frau wurde getroffen, woraufhin die Menge ihr mitgebrachtes Benzin und Holz benutzte, um mehrere Wohnbarracken und das Verwaltungsgebäude abzufackeln. Anlaß war der "internationale Tag gegen Bergbau) (?, Red). Aber wohl auch die bislang nicht erfüllte Forderung der Anwohner nach Entschädigung und Ersatz für Grund und Boden.
Quelle: Harian Sumut Pos, tempo interaktif, 30.5.11


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   Frauen streiken    

Bekasi, Großraum Jakarta: Hunderte ArbeiterInnen der Lautsprecherfabrik PT KGeo Electronics sind nach dem Frühstück in Streik getreten. Vor allem gegen die Diskriminierung der Frauen, die bei gleicher Arbeit und gleichlanger Betriebszugehörigkeit weniger Lohn kriegen. Ausserdem gewährt die Firma weder Urlaub, noch Freistellung bei Geburten noch den Menstruationsurlaub - alles gesetzlich vorgeschrieben.
Quelle: Pikiran Rakyat, 31.5.11


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Arbeiterprotest    

Bogor: Hunderte befristet Beschäftigte der Möbel-und Matrazenfabrik PT Cahaya Buana Intitama demonstrierten für die Festeinstellung aller Arbeiter, die seit mehr als 5 Jahren dort arbeiten. In Verlauf der Protestkundgebung stoppten sie einen Firmenzubringerbus, mit dem Kollegen zur Arbeit gebracht wurden und baten alle Passagiere auszusteigen, was diese auch taten.
Quelle: tempointeraktif, 6.6.2011


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   Arbeiterprotest    

Bandung, s.a. 7227, 7074: Hunderte Arbeiter der Textilfabrik PT Micro Garment streiken seit über einem Monat gegen die Verletzung arbeitsrechtlicher Vorschriften, z.B. Bezahlung unter Mindestlohn. Heute demonstrierten die Streikenden vor der Arbeitsbehörde, weil dort Schlichtungsgespräche wegen der abfindungslosen Entlassung von 186 Arbeiter aufgrund des Streiks stattfanden.
Quelle: Pikiran Rakyat, 8.6.2011


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Ausgepeitscht    

Langsa (Aceh), s.a. 6927,7177,7129,6594: 12 Männer erhielten eine Strafe von jeweils 6 Hieben, weil sie Lotterielose verkauft hatten. Dies ist laut dem islamischen Schariagesetz eine Form des verbotenen Glücksspiels.
Quelle: Jakarta Globe, 10.6.2011


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Gewerkschaftsdemo    

Bekasi (bei Jakarta): Mindestens 1000 in der Metallarbeitergewerkschaft FSPMI (Federasi Serikat Pekerja Metal Indonesia) organisierte Arbeiter demonstrierten im Industriegebiet Cikarang-Süd für die Rechte der Arbeiter.Vor allem ging es um die Freilassung eines Arbeiters, der vor zwei Wochen bei einer ähnlichen Demo festgenommen wurde und seitdem in Haft ist. Dabei wurde die Zufahrtsstrasse zum Industriegebiet blockiert.
Quelle: Pikiran Rakyat, tempointeraktif, 10.6.2011


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   Anti-Atom-Demo
   

[Atomkraftwerke sind ein Kontrakt mit dem Tod]
 
Jepara: Gut 600 Menschen aus dem Dorf Balong demonstrierten auf dem zentralen Platz der Stadt. Es hätten deutlich mehr sein können, aber die organisierten LKWs reichten nicht für alle. Anlass war der Fukushima-Unfall vor drei Monaten. Balong ist einer der Orte, die für den Bau eines AKWs vorgesehen sind. Seit dem Fukushima-GAU gibt die Atombehörde ziemlich viel Geld aus, um mittels TV- und Medienanzeigen für das Projekt zu werben.


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   Kontrolle    

Jakarta: Ca. 500 Arbeiter des E-Werk-Projekts Tanjungpriok protestierten gegen die ständigen Durchsuchungen durch den Werkschutz, wenn sie das Gelände verlassen. Sie verwüsteten dabei ein Werkschutzbüro.
Quelle: liputan6.com, 11.6.2011
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Re:Unruhiges Indonesien
« Antwort #6 am: 17:51:27 Mo. 13.Juni 2011 »

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Re:Unruhiges Indonesien
« Antwort #7 am: 16:24:41 Mo. 10.Dezember 2012 »
Mindestlohn    

Bogor: An die 200 000 ArbeiterInnen von 200 Fabriken demonstrierten für einen höheren Mindestlohn. Sie fordern eine Erhöhung auf 3,2 Mio Rp; derzeit sind es dort 1,2 Mio (knapp 100 €) / Monat (The Jakarta Globe)
Purwakarta: Tausende demonstrierten vor das örtliche Büro des Arbeitsministeriums und forderten 2 Mio Rp. als Mindestlohn. (Pikiran Rakyat)

Jakarta: Erneut haben tausende ArbeiterInnen vor dem Rathaus für einen deutlich höheren Mindestlohn demonstriert. Sie fordern 2,6 Mio. Rp (~200 €) im Monat für ArbeiterInnen in Jakarta. [Der Mindestlohn wird für Regionen und Branchen auf der Grundlage eines Warenkorbs festgelegt und ist tatsächlich die wichtigste Größe für den Lohn einer einfachen Fabrikarbeiterin, Red.]   Quelle: Kompas, Media Indonesia, 2.11.12

Baustelle blockiert

Tuban, Ostjawa: 300 bis 1000 Einwohner von Dörfern rund um die Baustelle des Kohlekraftwerks Awar-Awar haben die Zufahrt blockiert. Tausende Arbeiter konnten nicht rein, die Arbeiten ruhten komplett. Die Demonstranten fordern die Ablösung zweier Manager, die sich "autoritär" gegenüber den Leuten verhalten hätten. Darüber hinaus fordern sie die Einhaltung von Versprechungen, die Entsorgung des Abfalls von der Baustelle übernehmen, um etwas daran verdienen zu können.
Quelle: Surya, Media Indonesia, 3.11.12

Streik für Festeinstellung    
Batam: Mehr als 1000 ArbeiterInnen der PT Bintang Bersatu Apparel streiken seit letzter Woche für ihre Festeinstellung und die Anerkennung der Gewerkschaft.
Quelle: Batam Today, 6.11.12

Land "gesäubert"    
Simalungun, Nordsumatra: Sicherheitskräfte der Staatsplantage PTPN IV haben mit Unterstützung der Polizei ein Stückchen Land "gesäubert" - von armen Bauern, die dort gesiedelt haben. 147 Familien waren 1968 dorthin gekommen, nachdem ihnen der zuständige Landrat das Gelände zugesprochen hatte - ein Nutzungsrecht der Plantage war ausgelaufen. Trotz heftigen Widerstand der Bauern - in der Mehrzahl Frauen - gelang es, die Häuschen niederzureissen.
Quelle: Analisa, 10.11.12

Streik nach SMS    
Subang, Westjawa: Tausende ArbeiterInnen sind in Streik getreten, nachdem sie eine SMS mit unbekanntem Absender erhalten haben. Offenbar protestierte die SMS gegen die Festlegung des neuen Mindestlohns. Keine der der Polizei bekannten Gewerkschaften übernahm Verantwortung für diese Massen-SMS. Obwohl die Polizei die meisten Streikenden abfangen konnte, versammelten sich Hunderte vor dem Gebäude der Bezirksverwaltung.
Quelle: Pikiran Rakyat, 9.11.12

Mindestlohn    
Tangerang: Tausende Demonstranten forderten die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns in der Stadt auf 2,8 Mio Rp (230 €) im Monat. (Tempo interaktif)
Deutlich bescheidener waren Tausende in Cimahi; sie fordern für die Textilstadt denselben Mindestlohn wie in der Nachbarstadt Bandung.(etwa 1,3 Mio Rp). (Pikiran Rakyat)

Medan, Nordsumatra: Auch in Medan demonstrierten Tausende für einen höheren Mindestlohn. Derzeit liegt der Mindestlohn in Nordsumatra bei 1,305 Mio Rp und soll auf 1,41 Mio steigen. Etwas mehr soll es in der Stadt Medan geben. Die Demonstranten forderten 2 Mio Rp / Monat.
Quelle: Analisa, 14.11.12

Purwakarta (Westjava): Tausende Arbeiter streikten und demonstrierten für höheren Mindestlohn. Die Demonstranten zogen zu Fabriken im Industriegebiet und forderten die Arbeiter zur Teilnahme auf, sie stoppten auch Fabrikbusse, die Beschäftigte zur Arbeit bringen sollten. Viele Strassen, v.a. die zu den Industriegebieten, wurden gesperrt.
Quelle: Jakarta Globe 15.11.2012, antarabogor.com 14.11.2012

Der Kampf um den gesetzlichen Mindestlohn für das nächste Jahr geht in die Endrunde. Allgemein haben ihn die Bürgermeister oder Landräte schon festgelegt; das sind aber nur Vorschläge; endgültig festgelegt werden die Mindestlöhne von den Provinzverwaltungen. [Der gesetzliche Mindestlohn ist deshalb so wichtig, weil er tatsächlich das ist, was eine (ungelernte) Fabrikarbeiterin als Grundlohn kriegt. Er ist ziemlich unterschiedlich, je nach Lebenshaltungskosten. Red.] In Surabaya demonstrierten 10 000e ArbeiterInnen aus Gresik, Tausende u.a. in Karawang, Bandung, Tangerang, Medan.
Quelle: Pikiran Rakyat, Media Indonesia, Analisa, 20.11.12

Jakarta: Hunderte Busfahrer streiken. Vor allem die Fahrer der Metro Mini und anderer Kleinbusse, aber auch Fahrer grösserer Busse. Sie protestieren gegen eine geplante Vorschrift der (neuen) Verwaltung von Jakarta, die vorsieht, daß der Fahrzeugpark in den nächsten Jahren kontinuierlich erneuert werden muß, wobei die kleinen und mittleren Busse verschwinden sollen. Daneben sollen die Routen neu geordnet werden. Es kam vereinzelt zu Auseinandersetzungen zwischen Streikenden und Fahrenden. Mindestens eine Route der Transjakarta wurde blockiert.
Quelle: Kompas, Media Indonesia, 20.11.12

Für Jakarta hat der Gouverneur den Mindestlohn um 44 Prozent erhöht, auf Rp./Monat.2,2 Mill. In Bekasi wurde der Mindestlohn um 50 Prozent angehoben, auf Rp. 2,1 Mill.. In der Provinz Westjava wurde der Mindestlohn im Durchschnitt um 25 Prozent erhöht. In Batam (Provinz Riauinseln) gabs eine Erhöhung um Rp. 600 000 auf Rp. 2,04 Mill.
Quelle: Jakarta Globe, Jakarta Post, 21./22./23. 11.2012

Die Mindestlohnerhöhungen haben die Gewerkschaftdemos nicht beendet. In Jakarta demonstrierten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen tausende Arbeiter und Studenten gegen Outsourcing und gegen eine in zwei Jahren in Kraft tretende Gesetzesänderung, die vorsieht, dass die Arbeiter einen Beitrag zur Sozialversicherung zahlen. Bisher zahlen nur die Arbeitgeber. Ähnliche Proteste gab es auch in Semerang, Sidoarjo, Mojokerto, Gresik, Pasuran, Surabaya
Fr., 23.11.12 Quelle: div.

Jombang, Ostjawa: Hunderte ArbeiterInnen der PT Mentari International (Spielzeug aus Holz) streiken gegen die Entlassung von 222 KollegInnen. Diese hatten nur einen befristeten Vertrag, wurden aber 3 Tage vor dessen Auslaufen entlassen.
Quelle: Surya, 30.11.12

Medan: Ca. 300 Arbeiter aus dem Industriegebiet Tanjung Morawa blockierten den Zugang zum Flughafen, um damit ihrer Forderung nach höherem Mindestlohn Nachdruck zu verleihen. Sie verlangen Rp. 2,2 Mill./Monat statt der bisherigen Rp 1,4 Mill. Die Aktion führte zu Verkehrsstaus, Polizei war massiv präsent, griff aber nicht ein.
Quelle: Jakarta Globe, 6.12.2012

Palembang (Südsumatra), 6.12.: Einige tausend Arbeiter demonstrierten für höhere Löhne. Der Gouverneur hatte den Mindestlohn in der Provinz von Rp. 1,35 Mill./Monat auf Rp. 1,87 Mill erhöht, das ist den Demonstranten zu wenig. (Jakarta Post, 7.12.2012)
Jambi (Provinz Jambi), 5.12.: Dutzende Ärzte und Krankenschwestern des Abdul Manap Krankenhaus streikten wegen ausstehender Gehälter und Essenszulagen. (Jakarta Post, 6.12.2012)
Bali: Der Gouverneur hat den Mindestlohn um 20 Prozent angehoben, auf Rp. 1,181 Mill./Monat. An verschiedenen Orten der Insel gab es Proteste dagegen, die Gewerkschaft fordert eine 30prozentige Erhöhung. (Bali Daily, 6.12.2012)
Medan, 6.12.: Am zweiten Tag der Proteste für eine deutliche Erhöhung des Mindestlohns beteiligten sich tausende Arbeiter. In 25 Firmen kam deshalb die Produktion zum Erliegen. (Jakarta Globe, 6.12.)

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Re:Unruhiges Indonesien
« Antwort #8 am: 14:41:07 Do. 26.März 2015 »
Zitat
Der verzweifelte Kampf der Seafood-Sklaven

Schichten von bis zu 22 Stunden, Misshandlungen, schmutziges Wasser, Käfighaltung, kein Lohn: Versteckt auf indonesischen Inseln halten die Händler von Fisch und Meeresfrüchten Sklaven gefangen.


Die Sklaven aus Birma sitzen auf dem Boden und starren durch die rostigen Stäbe ihres Käfigs – versteckt auf einer kleinen indonesischen Insel Tausende Kilometer von ihrer Heimat entfernt. Nur ein paar Meter entfernt beladen Arbeiter Schiffe mit Fisch und Meeresfrüchten, die von den Sklaven gefangen wurden. Ziel der Ware: große Supermärkte, Restaurants und Zoohandlungen in den USA und Europa.

Hier im Dorf Benjina, in der Umgebung und auf dem Meer in der Region werden Hunderte Männer gefangen gehalten. Sie sind die Zeugen der unsäglichen Verbindung zwischen Firmen und Ländern in der Seafood-Industrie.


Die Fischer werden in Käfigen eingesperrt

Viele der Gefangenen, mit denen die Nachrichtenagentur AP sprach, stammen aus Birma, einem der ärmsten Länder der Welt. Sie wurden über Thailand nach Indonesien gebracht. Der Fisch, den sie fangen, wird nach Thailand zurückgebracht und kommt so auf den Weltmarkt. Ein Jahr lang hat die AP recherchiert, mehr als 40 gegenwärtige und ehemalige Sklaven befragt und den Weg des von ihnen gefangenen Fisches verfolgt.

Einige der Fischer riskierten ihr Leben, baten die Reporter um Hilfe. "Ich will nach Hause. Wir wollen das alle", rief einer von ihnen von einem der Boote – und seine Mitgefangenen wiederholten den Ruf. "Unsere Eltern haben seit Langem nichts von uns gehört. Ich bin sicher, dass sie uns für tot halten."

Unternehmen weisen Schuld von sich

Die großen Unternehmen, die von der AP in den USA identifiziert wurden, lehnten Interviews ab. In schriftlichen Erklärungen verurteilten sie jedoch Verstöße gegen das Arbeitsrecht. Sie gaben an, mit Menschenrechtsorganisationen zusammenzuarbeiten. Für die Verstöße seien Subunternehmer verantwortlich.

Die Sklaven berichten von Schichten zwischen 20 und 22 Stunden. Sie müssten schmutziges Wasser trinken, würden getreten, geschlagen oder mit den Schwänzen von giftigen Rochen malträtiert, wenn sie sich beschweren oder mal eine Pause einlegen. Bezahlt wird wenig bis nichts.
http://img.welt.de/img/wirtschaft/crop138798992/3430196707-ci3x2l-w780/In-this-Saturday-Nov-29-2014-image-fr.jpg
Geflohene Fischer leben in den Wäldern um Benjina


Der geflohene Hlaing Min berichtet von vielen Toten auf See. "Wenn die Amerikaner und Europäer diesen Fisch essen, sollen sie an uns denken", sagt er. "Es muss einen Berg von Knochen unter der Meeresoberfläche geben. Es sind so viele Menschenknochen, dass sie eine Insel ergeben würden."

Im kleinen Hafen von Benjina hat die Firma Pusaka Benjina Resources das Sagen. Auf dem Gelände mit dem fünfstöckigen Bürohaus steht auch der Käfig mit den Sklaven. Mehr als 90 Fischtrawler sind für das Unternehmen im Einsatz. Interviews gibt es keine.

Saubere Lieferkette ist "schwierig sicherzustellen"

In Benjina wird der Fang auf ein großes Kühlschiff verladen, das der Firma Silver Sea Reefer gehört. Dort will man nichts mit den versklavten Fischern zu tun haben. "Wir führen nur die Lieferungen aus, für die wir von unseren Kunden gemietet werden", sagte Firmenchef Panya Luangsomboon.

Die AP verfolgte das Schiff via Satellitenortung über 15 Tage. Sein Ziel war Samut Sakhon in Thailand. Dort wurde die Ware in vier Nächten auf mehr als 150 Lastwagen verladen und in Fabriken in der Umgebung gebracht.

Von dort gingen die Seafood-Waren an andere Unternehmen in Thailand und von dort unter anderem an große amerikanische Firmen, wie aus US-Zollunterlagen hervorgeht. Die Geschäftsbeziehungen wurden zumindest zum Teil auf thailändischer Seite bestätigt. Zu Fragen über die Arbeitsbedingungen wollte man sich nicht äußeren.


Der Präsident der Thai Frozen Foods Association, Dr. Poj Aramwattananont, auf einer Messe in Boston

Auch die Thai Union Manufacturing, ein Subunternehmen der größten thailändischen Seafood-Firma Thai Union Frozen Products, handelte mit Sklavenfisch. "Wir müssen alle eingestehen, dass es schwierig sicherzustellen ist, dass die Lieferkette in der thailändischen Fischindustrie zu 100 Prozent sauber ist", erklärte Thai-Union-Chef Thiraphong Chansiri in einer E-Mail.

Leichen neben dem Fisch gelagert

Nach der Veröffentlichung der ersten Erkenntnisse der AP-Recherche schickte das Unternehmen ein weiteres Statement hinterher. Darin hieß es, man habe die Geschäftsbeziehungen zu einem Zulieferer unverzüglich abgebrochen, nachdem man festgestellt habe, dass dieser mit Zwangsarbeit und anderen Verstößen zu tun haben könnte. Welcher Zulieferer das ist, wurde nicht gesagt.


Der Fisch wird auf ein Schiff verladen, das nach Thailand aufbricht

Die versklavten Fischer von Benjina hatten keine Ahnung, wohin ihr Fisch ging. Sie wussten nur, dass er zu wertvoll war, als dass sie ihn essen durften. Der verwahrloste Friedhof hat mehr als 60 Gräber, viele mit Gras überwuchert. Auf den hölzernen Markierungen sind die Namen der Sklaven und der Boote oft verfälscht. Nur ihre Freunde wissen, wer dort tatsächlich seine letzte Ruhestätte gefunden hat.

Früher hätten die Aufpasser die Leichen einfach ins Meer geworfen und die Haie damit gefüttert, sagt der ehemalige Sklave Hla Phyo. Doch dann hätten die Behörden und Firmen verlangt, dass jedes Besatzungsmitglied erfasst und wieder an Land zurückgebracht werden müsse. Daraufhin hätten die Kapitäne bis zur Rückkehr nach Benjina die Leichen einfach in den Kühlräumen neben dem Fisch gelagert.


Kyaw Naing kommt aus Birma. Er will wieder nach Hause

"Ich bekomme das Gefühl, dass ich für immer in Indonesien bleiben werde", sagt Phyo und wischt sich eine Träne aus den Augen. "Ich erinnere mich daran, dass ich mir beim Ausheben eines Grabes dachte, das ist das Einzige, was uns hier erwartet: der Tod."

Hinweis der Redaktion: Die Nachrichtenagentur AP hat die Internationale Organisation für Migration (IOM) über die in der Geschichte erwähnten Männer informiert. Die Polizei hat sie daraufhin aus Benjina in Sicherheit gebracht. Doch Hunderte Sklaven sind weiterhin auf der Insel. Und in der vergangenen Woche befanden sich auch wieder fünf von ihnen in dem Käfig.
http://www.welt.de/wirtschaft/article138798997/Der-verzweifelte-Kampf-der-Seafood-Sklaven.html

Rudolf Rocker

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Re:Unruhiges Indonesien
« Antwort #9 am: 15:27:47 Sa. 28.März 2015 »
Zitat
Niemand kennt ihre genaue Zahl, aber es sind mindestens Hunderte. Hunderte Fischer, meist aus Myanmar, die allein in Indonesien wie Sklaven auf Fischkuttern gehalten werden, dazu kommen ebenso viele, die in Thailand unter ähnlich menschenunwürdigen Bedingungen Monate oder sogar Jahre zubringen müssen.

Kurze Videosequenzen, aufgenommen im Hafen von Benjina in der indonesischen Provinz Maluku, zeigen Männer, die in Holzkäfigen sitzen und auf ihr nächstes Schiff warten. Heuer haben sie noch nie erhalten. Wer nach Hause wolle, werde mit Schlägen daran gehindert, ruft einer der Männer von einem Boot herunter: "Wir haben lange nicht mehr mit unseren Familien gesprochen. Unsere Eltern denken sicher schon, dass wir tot sind. Wir sind ja einfach verschwunden. Ich arbeite hier schon lange und habe dem Kapitän gesagt, dass ich kein Geld will, sondern nur noch nach Hause, aber ich darf nicht. Wir alle hier wollen weg."
http://www.tagesschau.de/ausland/fischer-sklaven-101.html

ManOfConstantSorrow

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Re:Unruhiges Indonesien
« Antwort #10 am: 20:57:03 Mi. 30.März 2016 »
Zitat
Verstümmelung    
Indonesien hat neben Ägypten und Äthiopien die höchste Zahl an Mädchen, deren Genitalien verstümmelt bzw beschnitten werden. Das stellt ein Bericht des United Nations Children's Fund (Unicef) dar. Etwa die Hälfte aller Mädchen unter 11 Jahren sind Opfer dieser Praxis geworden. Insgesamt wurden weltweit 200 Millionen lebender Frauen Opfer. Zwar ist die Beschneidung von Mädchen in Indonesien nicht erlaubt; es gibt aber gleichzeitig Regeln des Gesundheitsministeriums, wie sie durchzuführen sei. Deshalb fordert die Indonesische Kommission zum Schutz der Kinder, dass die Regierung als erstes mal eine eindeutige Haltung einnehmen sollte, nachdem die weibliche Beschneidung sowohl indonesischen Gesetzen als auch internationalen, von Indonesien ratifizierten, Gesetzen und Abkommen widerspricht.
Quelle: Jakarta Globe, 5.2.16

Zitat
Behandlung
Sukabumi: Hunderte demonstrierten vor der Stadtverwaltung für die Entlassung des stellvertretenden Direktors des Krankenhauses RSUD Syamsudin. Er hatte unter anderem einer Frau mit Kind die Behandlung verweigert, weil sie nicht zahlen konnte. Er soll sich aber auch bei den Beschäftigten des Krankenhauses unbeliebt gemacht haben.
Quelle: Pikiran Rakyat, 5.2., Radar Sukabumi, 4.2.16

Zitat
Demo gegen Jobabbau    
In verschiedenen Städten, darunter Jakarta, Surabaya, Medan, haben insgesamt 30 000 Gewerkschafter gegen die Pläne einiger Elektronikmultis demonstriert, Massenentlassungen durchzuführen.
Quelle: The Jakarta Post, Liputan6, 6.2.16

Zitat
Vergiftet    
Sleman bei Yogyakarta: Nach dem Genuss selbstgebrannten Whiskys (wahrscheinlich aus der Frucht Salak) sind in zwei Tagen mindestens 26 Menschen gestorben, einige weitere liegen im Krankenhaus. Was genau die Todesursache war, ist noch nicht bekannt. In Indonesien kommt es immer wieder zu Vergiftungen durch das Trinken selbst hergestellter alkoholischer Getränke, vor allem auf dem Land. Dort ist sicherer Whisky schwer zu bekommen und teuer.
Quelle: Kompas, 8.2.16

Zitat
Beamtung !
Jakarta: 20 000 Staatsbedienstete, die nur mit Vertrag beschäftigt sind, demonstrierten für ihre Einstellung als Beamte. Der Hauptunterschied ist, dass nur Beamte Aussicht auf Pension haben.
Quelle: Jakarta Globe, Detik.News, 10.2.16

Zitat
Gegen Entwohnung ohne Entschädigung    
Medan: Die staatliche Eisenbahn PT Kereta Api Indonesia will die Strecke von Medan zum Hafen Belawan zweigleisig ausbauen; dazu müssen aber hunderte Familien, die an der Strecke wohnen, ihre Häuser verlassen. Hunderte von ihnen demonstrierten jetzt vor dem Verwaltungsgebäude der PT KAI. Tatsächlich sind sie nicht unbedingt gegen den Streckenausbau, sondern verlangen angemessene Entschädigungen und Ersatzwohnungen. Eigentlich sollte der Bau schon begonnen haben, die PT KAI hat das Projekt aber auf unbestimmte Zeit verschoben.
Quelle: The Jakarta Post, Sinar Indonesia Baru, 16.2.16

Zitat
Protest gegen Kraftwerksbau
Indramayu: An die hundert Aktivisten protestierten gegen den Plan, ein neues Kohlekraftwerk in der Stadt zu bauen. Es gibt schon eines mit der Kapazität von 3x300 MW; jetzt soll ein zweites mit 2x1000 MW gebaut werden. Dass das bestehende Kraftwerk "früher" große Umweltschäden verursacht hat, ist unstrittig. Die Befürworter sagen, das neue Kraftwerk sei aber "eine ganz andere Sache". Im Oktober letzten Jahres gab es im Kraftwerk einen Brand mit 4 toten Arbeitern.
Quelle: Pikiran Rakyat, 24.2.16

Zitat
Parkwächter
Surabaya: Hunderte Parkplatzwächter demonstrierten zum Stadtparlament, um gegen die Einführung eines neuen Parksystem namens "e-parking", das die Gebühren einzieht, zu protestieren. Bisher müssen die Autofahrer direkt an die Parkwächter zahlen. Diese beklagen sich, nicht informiert worden zu sein.
Quelle: Surya, 24.2.16

Zitat
Mindestlohn
Medan, Nordsumatra: Hunderte Gewerkschafter demonstrierten vor dem Gouverneurspalast der Provinz. Sie verlangen, dass der Mindestlohn für 2016 für den Bezirk Deliserdang endlich festgelegt wird. Ausserdem protestieren sie gegen die Höhe des Mndestlohns für die Stadt Deliserdang, der auf 2 247 000 Rp. (etwa 150 €) festgelegt wurde. Sie fordern 2,7 Mio. Rp.
Quelle: Sinar Indonesia Baru, 25.2.16

Zitat
Streik auf Plantage
Buol, Zentralsulawesi: Tausende Arbeiter der Palmölplantage PT Sono Kelingi Buana streiken seit Dienstag. Festangestellte und Tagelöhner streiken gemeinsam; Lohnbauern sind auch dabei. Sie verlangen die Festeinstellung von Leiharbeitern, höhere und gleichere Löhne, Klärung der Vereinbarungen mit den Lohnbauern.
Quelle: Metro Sulawesi, 5.3.16

Zitat
Stauer
Medan: Hunderte Hafenarbeiter des Hafens Belawan demonstrierten vor dem Polizeipräsidium. Sie verlangen eine Überprüfung der Korruption in ihrer Kooperative und die Verhaftung des Ersten Sekretärs. Die Arbeiter gehen davon aus, dass Milliarden Rp. aus dem Fonds für Wohnungsbau verschwunden sind.
Quelle: Harian Sinar Indonesia Baru, 8.3.16

Zitat
Gegen Uber usw.
Jakarta: Tausende Taxifahrer, Bajaj-Fahrer und Fahrer der Kleinbusse von Metro Mini demonstrierten vor der Stadtverwaltung. Sie fordern ein Verbot aller Online-Angebote von Transportmöglichkeiten, wie Uber oder Grab (Mitfahrorganisierung).
Quelle: Liputan6, 14.3.16

Zitat
Streiks    
Sidoarjo bei Surabaya: Hunderte Arbeiter des Haushaltsartikelherstellers Maspion demonstrierten vor der Fabrik. Sie fordern einen Lohn, der dem geltenden Mindestlohn entspricht und gegen eine angemeldete Massenentlassung. (Surya, Detik News)
Jambi: 200 Arbeiter der PT Jambi Waras streiken, weil ihre Überstunden nicht bezahlt werden. (Jambi Tribun News)
Quelle: div., 17.3.16

Zitat
Bauernmarsch

Provinz Jambi, Sumatra: 600 Bauern sind auf dem 1000 km-Marsch nach Jakarta. Sie wollen die Konflikte ums Land weiterbringen. Ihre eigenen (etwa mit der Wilmar Group und der Barito Group, große Agarkonzerne), als auch auf die immer noch hohe Zahl an Auseinandersetzungen übers Land in ganz Indonesien (252 Fälle im letzten Jahr). [Siehe auch unseren Hintergrundartikel "Wem gehört das Land?" http://www.umwaelzung.info/IndArt/Landraub.html ]
Quelle: BerdikariOnline, 17. bis 19.3.16

Zitat
Gegen Kriminalisierung
Jakarta: Etwa 1000 Gewerkschafter demonstrierten vor dem Nationalen Gericht. Dort stehen 23 Arbeiteraktivisten, 2 Anwälte und ein Student nach Verhaftungen bei der großen Arbeiterdemo am 30.10.15 (9121) vor Gericht. Redner verurteilten das Verfahren, das an die Verhältnisse unter der Diktatur der "Neuen Ordnung" unter Soeharto erinnere.
Quelle: DetikNews, Kabar Buruh, 21.3.16

Zitat
Taxifahrer
Jakarta: Tausende Taxifahrer, weit mehr als am 14.3. (9265), protestierten gegen ihre Online-Konkurrenz von Uber, Grab, Go-Jek (Online-Organisation der Motorradtaxis) und ähnliche Organisationen. Der Verkehr in Zentraljakarta ist zusammengebrochen. Es kam zu Schlägereien mit Streikbrechern und Austausch von Steinwürfen mit Go-Jek-Fahrern. Verkehrspolizei gab zwei Warnschüsse ab.
Denpasar, Bali: Auch auf Bali demonstrierten tausende Taxifahrer gegen ihre neue Konkurrenz von Uber etc. Die Demonstration war friedlich.
Quelle: Yahoo! Singapore News, DetikNews, Kompas, u.a., 22.3.16

Zitat
Streiks
Surabaya: Seit 7 Tagen streiken die Arbeiter der PT MAGI. Um die Sitzblockade vor dem Tor zu beenden, setzte die Polizei auch kurz einen Wasserwerfer ein. (Koran Perdjoeangan)
Majalaya (bei Bandung): Etwa 300 ArbeiterInnen der Textilfabrik PT Terus Maju Jaya Perkasa streiken, weil der Lohn immer noch unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegt. (Tribun News Jabar)
Quelle: div., 22.3.16

Zitat
Streik
Semarang: Die ArbeiterInnen der PT Nyonya Meneer (2827, 1564, 1543) (traditionelle Heilmittel) streiken. Sie haben seit 4 Monaten keinen Lohn mehr gekriegt. Die Firma hat große Geldprobleme; sie schuldet 35 Kreditgebern mehrere Milliarden Rp.
Quelle: Tribun Pekanbaru, 25.3.16

Zitat
Gegen Beitragserhöhung
Sukabumi, Westjawa: Hunderte demonstrierten gegen eine Erhöhung der Beiträge zur öffentlichen Sozialversicherung (BPJS). Vor allem deshalb, weil es immer noch viele Krankenhäuser gibt, die Patienten mit dieser Versicherung gar nicht behandeln. Deshalb würde eine Erhöhung nur die Last der "kleinen Leute" vergrößern.
Quelle: Kompas, 28.3.16

Zitat
Schüsse auf Bauern
Sigi, Zentralsulawesi: Anlässlich des nationalen Aktionstages gegen Landraub wollten tausende Bauern und kleine Goldschürfer für ihre Rechte demonstrieren und nach Palu zum Gouverneurspalast ziehen. Im Bezirk Sigi wurde ein Teil von ihnen von Polizei aufgehalten, die mit Gummigeschossen in die Menge hielt. 14 Leute wurden zum Teil schwer verletzt.
Quelle: AGRA, Konsorsium Pembaruan Agraria, VivaNews, 29.3.16
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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Re: Unruhiges Indonesien
« Antwort #11 am: 09:02:18 Do. 26.September 2019 »
Zitat
Proteste in Indonesien
Angst vor neuem Gesetz

Wegen eines geplanten Gesetzes gingen in ganz Indonesien Menschen auf die Straße. Die Änderung würde Grundrechte beschneiden.




Am 24. September gab es bei Protesten in Indonesien mehr als 300 Verletzte, die meisten davon waren Teilnehmende. Den zweiten Tag in Folge gab es Demos gegen die Revision des Strafrechts. Diese würde demokratische, aber auch Frauen- und Minderheitenrechte einschränken.

Zehntausende, vor allem Studierende, marschierten in mehreren Städten des Inselstaats. Die meisten kamen nach Jakarta, allein 3.000 Protestierende versammelten sich vor dem Parlament. Sie forderten, mit Parlamentssprecher Bambang Soesatyo zu reden. Der hatte vorher in einer Pressekonferenz offen gelassen, bis wann das Gesetz verschoben werden soll. Das gab wohl den letzten Anstoß zu den Straßenschlachten mit der Polizei. Während einige Demonstrierende Reifen anzündeten und die Polizei mit Steinen bewarfen, konterte diese mit Tränengas und Wasserwerfern.

Unter anderem soll mit dem Gesetz außerehelicher Sex und das Zusammenleben von Paaren ohne Trauschein mit Gefängnis bestraft werden. Ein weiterer Punkt ist die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes: Wenn eine Unverheiratete schwanger wird, würde sie für eine Abtreibung bis zu vier Jahre ins Gefängnis gehen – außer sie wurde vergewaltigt oder es besteht ein medizinischer Notfall. Auch Beleidigungen des Präsidenten würden unter Strafe gestellt werden.

Letzten Freitag hatte der indonesische Präsident Joko Widodo das Gesetz nach massiver Kritik verschoben. Das Parlament hätte am Dienstag darüber abstimmen sollen.

Aktivist*innen hatten Angst, dass das Gesetz doch noch im September kommt. Am 1. Oktober wird das im April gewählte Parlament vereidigt und einige Abgeordnete könnten versuchen, es noch vor Beginn der neuen Legislaturperiode durchzubringen, so die Befürchtung.

Menschen gingen auch wegen eines Gesetzes, das letzte Woche verabschiedet wurde, auf die Straße. Dieses verbietet der Anti-Korruptionsbehörde, ohne richterliche Anordnung Telefongespräche abzuhören. Das würde den Einfluss der Behörde deutlich schwächen.

Der Indonesienexperte von Human Rights Watch Andreas Harsono schreibt, dass das Gesetz internationalem Recht widerspräche. Frauen müssten eigene Entscheidungen treffen können, ob und wann sie Kinder wollen. Dass zudem außerehelicher Sex sowie das Zusammenwohnen kriminalisiert werden soll, würde Frauen und Homosexuelle besonders treffen. Die Ehe für homosexuelle Paare gibt es in Indonesien nicht.
https://taz.de/Proteste-in-Indonesien/!5629978/

Kuddel

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Re: Unruhiges Indonesien
« Antwort #12 am: 22:10:13 Mi. 02.Oktober 2019 »
Zitat
Einst war Indonesien für seinen toleranten und weltoffenen Islam berühmt. Heute drängen konservative Kräfte auf ein Gesetz, das Sex vor der Ehe strafbar machen soll. Nicht nur die Jugend im Land ist entsetzt.



Sprechchöre, Protestgesänge, Steine prasseln auf die Schilde der Polizisten, Barrikaden brennen. Seit über eine Woche schon protestieren in ganz Indonesien die Studenten, immer wieder kommt es zu gewalttätigen Ausschreitungen. Zwei Demonstranten starben, über 300 Menschen wurden verletzt.
https://www.tagesschau.de/ausland/indonesien-proteste-jugend-101.html

Kuddel

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Re: Unruhiges Indonesien
« Antwort #13 am: 18:44:05 Di. 08.Oktober 2019 »
Zitat
Türkische Offensive in Syrien:
"Das wird ein Ethnozid"
Die Türkei will wieder in den Norden Syriens einmarschieren. Recep Tayyip Erdoğan geht es nicht nur um Schutz vor Terror, er will offenbar den Landstrich verändern.
https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-10/tuerkei-syrien-offensive-militaer-afrin