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Weiter Streit bei NOBAS

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Wilddieb Stuelpner:
Videotexttafel 185, MDR, Mo.27.12.04 02:24:15

Weiter Streit bei NOBAS

Im Tarifstreit beim Nordhäuser Baumaschien-Hersteller HBM NOBAS ist nach wie vor keine Einigung in Sicht.

Die IG-Metall Bevollmächtigte Schwarz-Zablinsky sagte im MDR 1 RADIO THÜRINGEN, derzeit liefen rund 100 Klagen vor Arbeitsgerichten. Grund sei, dass die NOBAS-Geschäftsführung seit August die Löhne um rund 20 Prozent gekürzt habe.

Alleingesellschafter Günther Papenburg hatte gedroht, NOBAS Ende Januar 2005 zu schließen, falls die Beschäftigten einen Lohnverzicht ablehnen. Pläne für Schließungen oder Verlagerungen seien nicht bekannt, sagte die Gewerkschafterin. NOBAS habe volle Auftragsbücher.

NOBAS Nordhausen (an der Südseite vom Harz gelegen)

Geschichte des Baumaschinenbaus bei NOBAS in der DDR alias VEB Schwermaschinenbau Nordhausen

Der Baggerbau im ehemaligen VEB Schwermaschinenbau Nobas Nordhausen

Kommunistische Internetzeitung: Zur Vergangenheit des neuen Geschäftsführers Günter Papenburg

Zwielichtiger Geschäftemacher aus Niedersachsen will im Osten Kasse machen
von Gerd Höhne

Anfang der 90er Jahre, als die Institution zum Plattmachen der DDR-Betriebe, die „Treuhand“ unter der Hamburger Bankierstochter, Ex-CDU Ministerin und späteren Schröder-Beauftragten für den Flop Expo 2000, Birgit Breuel, ganze gesunde DDR-Betriebe, mit wertvollen Immobilien und oft auch gefüllten Bankkonten für schlappe eine Deutsche Mark verhökerte, griff auch der in Niedersachsen wegen Umweltgeschichten ins Zwielicht geratene Günter Papenburg ( siehe) zu und kaufte sich (Preis nicht bekannt) in Nordhausen den VEB-Nobas ( VolksEigener Betrieb).
Dass Frau Breuel sich am Volkseigentum der DDR vergriff, hat ihre Motivation eher erhöht, denn als eingefleischte Neoliberale musste sie das eher als Grund empfinden, den Plunde loszuschlagen.

 Nun, Papenburg riss sich die Nobas unter den Nagel.Kommunisten-online schieb vor etwas einem Jahr: „Seine Beute aus der wilden Zeit der frühen 90er bringt ihm offensichtlich nicht mehr genug ein. Er droht mit Schließung, wenn z.B. sein Betrieb HBM-Nobas nicht genügend Gewinn macht. ER verlangt, dass die Löhne auf das Niveau von Arbeitslosengeld zu senken.“ ( siehe)
Papenburg verlangte damals, das Lohnniveau der Beschäftigten auf das Niveau von Arbeitslosengeld zu senken. Es kam zu Verhandlungen und „Die Stadt Nordhausen und das Land Thüringen, das damalige Arbeitsamt und auch die Arbeitnehmer zogen an einem Strick und das auch noch am gleichen Ende. Das Ergebnis: Die Nobas war gerettet, das Arbeitsamt zahlte Umschulungen, ein neues Unternehmen, der Spezialmaschinenbau wurde geboren.“ schreibt die örtliche Zeitung „nnz“.
 Gerettet, indem der Staat Staatsknete zuschoss und die Beschäftigten auf Lohn verzichteten.Die alte Weisheit aber bewahrheitete sich wieder, dass Lohnverzicht nicht Arbeitsplätze sichert. Aber Lohnverzicht steigert den Profit  und – macht die Kapitalseite noch gieriger. So auch hier.Also „beglückte“ Papenburg die Nobas-Mitarbeiter mit einer blanken Erpressung: Sie bekamen einen neuen Arbeitsvertrag zugeschickt, den sie bis Jahresende zu unterschreiben hatten. Wenn nicht: Bude dicht!- Weniger Geld;- eine Wochenarbeitszeit bis zu 46 Stunden - ohne Lohnausgleich versteht sich;- Reallohnkürzung von etwa 20 %;- Verzicht auf Urlaubsgeld und Sonderzahlungen;- für 18 Stunden Arbeitszeit kein Lohn für August;Der neue Arbeitsvertrag soll rückwirkend ab August gelten.Papenburg gibt zwar eine Arbeitsplatzgarantie bis 2007, aber die ist keinen Pfifferling wert, denn er behält sich das Recht auf Kündigung vor.Papenburg verfügt über beste Beziehungen zur Politik. So warf ihm die niedersächsische CDU – als sie noch Oppositionspartei dort war – aktive Bestechung vor. Es soll nachgeholfen haben um an eine Müllverbrennungsanlage zu kommen. Es ist jedoch anzunehmen, dass die guten politischen Kontakte auch zur CDU noch klappen, zur Schar um den ehemaligen Ministerpräsidenten in Hannover, Gerhard Schröder, dürften eh gute Beziehungen bestehen.Wenn also das Werk in Nordhausen, wenn es ausgeschlachtet und geschlossen wird, mehr einbringt, dann wird er es tun. Und er nimmt billigend in Kauf, mit Pauken und Trompeten bei den Arbeitsgerichten die Prozesse um seine Erpressungen zu verlieren. Denn das, was Papenburg jetzt versucht, ist ein glatter Verstoß gegen das geltende Recht.Jedoch: Ist der Ruf ruiniert, lebt sich’s ungestört. Als Absahner und Arbeitsplatzvernichter kam er im Osten ins Gerede, als Müllentsorger, der es mit den Gesetzen nicht so genau nimmt und auch schon mal mit Geschenken nachhilft, jenseits des Harzes, in Niedersachsen.

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