Autor Thema: Obdachlosigkeit  (Gelesen 30946 mal)

beickmann

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Obdachlosigkeit
« am: 17:05:07 Mo. 22.Dezember 2008 »
Enormer Anstieg der Obdachlosigkeit erwartet
Dank Hartz IV: Bis zu 235000 Menschen bundesweit vom Wohnungsverlust bedroht
Selbst über die Feiertage müssen rund 18000 Menschen in Deutschland auf der Straße, in Parks oder in Ruinen übernachten. Die Zahl der Obdachlosen werde sich aufgrund der schärferen Hartz-Regeln und steigender Mietpreise in nächster Zeit weiter erhöhen, warnen Experten.

»Da baut sich gerade eine Welle auf«,sagt Rolf Keichel, Vorstandsmitglied des Fachverbands Evangelische Obdachlosenhilfe. »Wir können uns gar nicht vorstellen, was es heißt, bei Minustemperaturen draußen zu leben.«Eine Nacht in klirrender Kälte bedeutet immer Lebensgefahr. Erst vor wenigen Tagen erfror ein Obdachloser in Wismar, im November ein Mann in Soest, im September ein Dresdner in seinem Nachtlager im Park.


Quelle:http://www.jungewelt.de/2008/12-22/053.php
"Bevor man die Welt verändert, wäre es vielleicht wichtiger, sie nicht zugrunde zu richten."
Paul Claudel (1868-1955)

Kater

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Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #1 am: 18:17:13 Mo. 21.Dezember 2009 »
Audimax der Uni Wien geräumt

Über zwei Monate lang hielten Wiener Studenten das Audimax besetzt und teilten es am Ende mit Obdachlosen. Kurz vor Weihnachten hat das Rektorat Österreichs größten Hörsaal räumen lassen. Die Besetzer in Wien und anderswo versprechen: Nach den Ferien geht's weiter.

Hier begann die Welle der Studentenproteste unter dem Motto "Uni brennt": Seit 22. Oktober hatten Studenten das Audimax der Universität Wien besetzt gehalten. Am Montagmorgen jedoch räumte die Polizei den größten Hörsaal Österreichs und beendete damit eine Protestaktion, die in Österreich und Deutschland viele Nachahmer unter demonstrierenden Studenten gefunden hatte. Die Wiener Studenten verließen das Audimax ohne Widerstand. Andernorts dauern die Hörsaalbesetzungen indes weiter an.

Nach Angaben eines Polizeisprechers fanden die Beamten am Morgen rund 15 Studenten und 50 Obdachlose, die dort seit Einbruch des Winters mit den Besetzern campierten.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,668430,00.html

Pinnswin

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Tödliche Kälte
« Antwort #2 am: 22:23:35 Sa. 16.Januar 2010 »
http://www.sueddeutsche.de/panorama/993/453682/text/

Zitat
... Obdachlose sind der Kältewelle schutzlos ausgeliefert. Eine Frau ist in der Nacht auf Donnerstag in ihrem Zelt erfroren.
Bei klirrendem Nachtfrost ist eine 58-jährige Obdachlose in Igel (Kreis Trier-Saarburg) in ihrem Zelt erfroren. Ihr Begleiter fand sie am Donnerstagmorgen tot vor...

Ein Fremdverschulden wurde ausgeschlossen...

Zwei Kältetote in Frankreich, mehr als 70 in Polen...

Damit Obdachlose den eisigen Temperaturen nicht ganz schutzlos ausgeliefert sind, bleiben in Berlin ab einer Temperatur von minus drei Grad einige U-Bahnhöfe auch nachts geöffnet. Geduldet werden Obdachlose während der Kältewelle auch in den Bahnhöfen der Kölner U-Bahn. In Hamburg und München sind die Stationen nachts dagegen weiter geschlossen.

(AP/dpa/AFP/hai/ihe)

Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski

Kuddel

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Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #3 am: 13:10:54 Mo. 05.Oktober 2015 »
Zitat
Zahl der Obdachlosen steigt um die Hälfte

Die Wohnungsnot in Deutschland nimmt zu. Nach Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe leben inzwischen Zehntausende auf deutschen Straßen.


In Deutschland leben immer mehr Menschen auf der Straße. Die Zahl der Obdachlosen sei in den vergangenen zwei Jahren um 50 Prozent auf rund 39.000 gestiegen, teilte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) in Berlin mit. Die Gesamtzahl der Wohnungslosen liegt noch weit höher: Insgesamt hatten der Schätzung zufolge im Jahr 2014 335.000 Menschen keine Wohnung. Zu dieser Zahl zählen neben Obdachlosen auch Menschen, die zwar nicht auf der Straße leben, aber in Notunterkünften oder Wohnheimen leben – also auch Asylbewerber in Auffangstellen.

Die BAWG erwartet bis 2018 einen weiteren Anstieg der Wohnungslosen um 61 Prozent. Knapp 540.000 Menschen werden dann keine Wohnung haben. Ursachen für die steigende Wohnungslosigkeit sind nach Ansicht des Verbands hohe Mieten und die Verarmung unterer Einkommensgruppen.

Der Verband forderte den Bau von mindestens 150.000 preiswerten Wohnungen. In Deutschland gebe es zu wenige Sozialwohnungen. Gleichzeitig nutzten zu wenig Klein- und Mittelstädte die gesetzlichen Möglichkeiten zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit.

Zwei von drei Wohnungslosen sind laut Verband alleinstehend. Meist sind Männer betroffen, etwas mehr als ein Viertel der Wohnungslosen sind Frauen. Die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen wird auf neun Prozent geschätzt. Etwa ein Drittel der Wohnungslosen habe Migrationshintergrund. Alle Angaben der Arbeitsgemeinschaft beruhen auf Schätzungen. Eine bundeseinheitliche Statistik gebe es nicht, beklagte die Wohnungslosenhilfe.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-10/deutschland-studie-obdachlosigkeit

Pappel-Max

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Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #4 am: 19:12:06 Mo. 05.Oktober 2015 »
Wohnungsnot steigt drastisch

335.000 Menschen ohne Bleibe, die Zahl der Menschen ohne Wohnung ist in den vergangenen zwei Jahren um 18 Prozent auf 335.000 gestiegen. Experten gehen davon aus, dass diese Zahl weiter steigen wird und fordern den Bau von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr.

http://www.tagesschau.de/inland/wohnungsnot-101.html
Kluge Leute lernen auch von ihren Feinden.
Aristoteles (384-322 v.Chr.)
Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.
(Johann Wolfgang von Goethe, 1749 - 1832)

dagobert

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Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #5 am: 19:56:46 Mo. 05.Oktober 2015 »
Ich verlinke mal zum "Orignial"  ;):
Zitat
Zahl der Wohnungslosen in Deutschland auf neuem Höchststand
http://www.bagw.de/de/presse/index~81.html

http://www.bagw.de/

tleary

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Arbeitsloser bei Zwangsräumung vom SEK erschossen
« Antwort #6 am: 13:09:33 Mi. 02.Dezember 2015 »
Zitat
Erfurt | Am heutigen Dienstagvormittag (01.12.2015) gegen 11.20 Uhr kam es in Erfurt zu einem größeren Polizeieinsatz, nachdem ein 48-Jähriger seinen Suizid ankündigte. Dem Mieter war bereits im September gekündigt worden. Er hatte jedoch noch Zeit bekommen, sich eine neue Wohnung zu suchen.

Wie Polizeisprecher Dominique Schuh gegenüber SEK-Einsatz.de sagte: „Dem Mann drohte in naher Zukunft eine Zwangsräumung. Dieses könnte der Auslöser für die psychische Ausnahmesituation des Mannes gewesen sein.“

Durch die Feuerwehr wurde in der weiteren Folge die Hauseingangstür sowie eine Scheibe der Wohnungstür geöffnet. Als der Wohnungsinhaber die Beamten erblickte, ging er mit einem Handbeil auf diese los. Anschließend zog sich der 48-Jährige in die Wohnung zurück, verbarrikadierte sich und drohte mit seinem Tod. Um eine Gefährdung für den Mann und den Einsatzkräften auszuschließen, wurde ein Spezialeinsatzkommando und Verhandlungsgruppe der Polizei hinzugezogen.

Da der 48-Jährige sich nicht zur Aufgabe überzeugen ließ, erfolgte Stunden später gegen 15 Uhr der Zugriff durch das SEK. Dabei ging der Mann mit einem Handbeil auf die Kräfte los und verletzte einen SEK-Beamten an der Hand schwer. „Lebensgefahr besteht für den Beamten nicht„, so Polizeioberkommissar Dominique Schuh. Um den weiteren Angriff abzuwehren, wurde ein Schuss auf den 48-Jährigen abgegeben. Dieser wurde dabei ebenfalls schwer verletzt.

Beide Verletzten wurden nach medizinischer Erstversorgung in eine Klinik gebracht. Wie POK Schuh soeben mitteilte, verstarb der 48-Jährige kurze Zeit später in der Klinik.

Die genauen Umstände sind derzeit Gegenstand der Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei.

SEK-Einsatz.de wünscht dem verletzten Kollegen eine schnelle und völlständige Genesung.
"Die genauen Umstände" stellen sich so dar, daß der Hartz IV-Empfänger (oder Arbeitslose) von den Bullen erschossen wurde, weil er sich weigerte, sich einfach so in die Obdachlosigkeit abschieben zu lassen. Aber der eigentliche Grund der Untersuchung wird wie immer in solch einem Fall sein, die Polizei von jeglicher Schuld ganz offiziell freizusprechen. Stichwort "Notwehr", wobei natürlich dabei außer acht gelassen werden wird, daß das SEK hier der Angreifer war und in die Wohnung wollte.
Auch sehr aufschlußreich die Darstellung dieser Meldung auf dem MDR: Der Mieter sei beim Einsatz "verstorben". Daß er von einem SEK'ler erschossen wurde, wurde gar nicht explizit gesagt.
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

Troll

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Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #7 am: 17:51:30 Mi. 02.Dezember 2015 »
Da sag noch einer in Deutschland gäbe es keine Sterbehilfe, gewußt wie.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Kuddel

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Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #8 am: 17:55:36 Mi. 02.Dezember 2015 »
Zwei Fliegen mit einer Klappe: Ein Schlag gegen Obdachlosigkeit und Wohnungsnot (wieder eine frei).
Gekonnt ist gekonnt.

dagobert

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Re:Arbeitsloser bei Zwangsräumung vom SEK erschossen
« Antwort #9 am: 19:04:02 Mi. 02.Dezember 2015 »
der Hartz IV-Empfänger (oder Arbeitslose)
?
Kann ich aus deinem Zitat nicht entnehmen.

Im Übrigen wäre (generell) ein Link zur Quelle wünschenswert.

Rudolf Rocker

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Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #10 am: 19:50:43 Mi. 02.Dezember 2015 »
Zitat
In Wohnung verbarrikadierter Mann bei Polizeieinsatz getötet
http://www.mdr.de/nachrichten/raeumung-schuesse-erfurt100_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html

Zitat
Staatsanwaltschaft prüft tödlichen Einsatz des SEK
http://www.mdr.de/nachrichten/sek-einsatz-erfurt100_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html
Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!

dagobert

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Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #11 am: 20:24:50 Mi. 02.Dezember 2015 »
Danke, Rudi.

Also tatsächlich ein Elo.
Auch eine Art die Arbeitslosenstatistik zu manipulieren.  kotz

Kuddel

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Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #12 am: 19:34:00 Mo. 05.Dezember 2016 »
Zitat
Die Zahl der wohnungslosen Menschen ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Sie wuchs von 248.000 Personen im Jahr 2010 auf zuletzt 335.000, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervorgeht. Betroffen waren 29.000 Kinder und 306.000 Erwachsene, davon mit 220.000 Personen der Großteil Männer. Die Bundesarbeitsgemeinschaft prognostizierte bis 2018 einen Zuwachs auf 536.000 wohnungslose Menschen.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-12/wohnen-zahl-der-wohnungslosen-steigt

BGS

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Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #13 am: 20:20:39 Mo. 05.Dezember 2016 »
Da sag noch einer in Deutschland gäbe es keine Sterbehilfe, gewußt wie.

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Ein Schlag gegen Obdachlosigkeit und Wohnungsnot (wieder eine frei).
Gekonnt ist gekonnt.

Das ist die Sache, genial auf den Punkt gebracht.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Kuddel

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Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #14 am: 17:33:40 So. 25.Dezember 2016 »
Zitat
Zahl der Obdachlosen steigt stark an

In Hannover müssen immer mehr Menschen ohne Wohnung zurechtkommen. Die Zahl der Obdachlosen, die in städtischen Notunterkünften leben, hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. 1100 sind es derzeit, die Zahl steigt jährlich um 10 Prozent. Das teilte die Verwaltung auf Anfrage der CDU im Bezirksrat Mitte mit.


Der Anstieg deckt sich mit den Beobachtungen der Sozialdienstleister vor Ort: Gut 3000 Obdachlose in Hannover war die geschätzte Zahl des Diakonischen Werks im vergangenen Jahr, ein Zehntel davon auf der Straße lebend und im Freien übernachtend. Aber Leiter und Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes sagt schon jetzt: „Wir gehen auf die 4000 zu.“
http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Zahl-der-Obdachlosen-in-Hannover-steigt-stark-an