Autor Thema: Obdachlosigkeit  (Gelesen 31553 mal)

Rudolf Rocker

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 13420
  • Waldkauz (8>
Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #15 am: 17:46:56 So. 25.Dezember 2016 »

Just B U

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 893
Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #16 am: 18:04:13 Sa. 28.Januar 2017 »
Zitat
Samstag, 28. Januar 2017

20.000 Menschen ohne Wohnung

Berlin wird Hauptstadt der Obdachlosen


Von Thomas Schmoll

Die Zahl der Menschen ohne Wohnung erreicht in der Millionenmetropole Rekorde. Das Problem ist inzwischen überall sichtbar. Dahinter stecken dramatisch steigende Mieten, Wohnungsmangel und Einwanderung.

Als Flüchtlinge in einem Berliner U-Bahnhof versuchten, einen obdachlosen Polen anzuzünden, war die Aufregung groß. Doch das Hauptaugenmerk richtete sich vor allem auf die Fieslinge: mutmaßlich sechs Syrer und ein Libanese. Das Thema Obdachlosigkeit stand meist im Hintergrund. Nun aber, wo Eiseskälte herrscht, rückt es in den Fokus einer sehr breiten Öffentlichkeit – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.   
(...)


http://www.n-tv.de/panorama/Berlin-wird-Hauptstadt-der-Obdachlosen-article19626697.html?utm_source=dlvr.it&utm_medium=facebook&utm_campaign=n-tv+der+nachrichtensender
Die Dummheit der Einen ist die Macht der Anderen.
Je dümmer u. desinteressierter die Einen desto mächtiger die Anderen.

Hätte man den christlichen Klerus mit der gleichen Vehemenz verteidigt, wie Teile der Linken das heute mit dem islamischen tun, hätte die Aufklärung nie stattgefunden.
Seyran

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 12934
  • Fischkopp
Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #17 am: 14:08:16 Do. 15.Juni 2017 »
Ich hatte überlegt, ob ich den Bericht nicht unter "Krieg den Armen" wegordne.

Ich belasse es mal hier, denn das Thema "wohnen" ist ein eigenes Feld.


Hier wird den Arbeitenden ihr Lohn geklaut.
Hier beginnt die soziale Auslese. Die weniger Zahlungskräftigen werden aus den Innenstädten vertrieben.
Hier wird den Armen des Dach über dem Kopf genommen.

Zitat
Gentrifizierung
Anlaufstelle für Wohnungslose muss raus

In die Teestube Jona im Bahnhofsviertel kommen täglich 100 Menschen, jetzt wurde ihr kurzfristig gekündig. Der neue Eigentümer will das Gebäude hochwertig sanieren.


Seit mehr als 30 Jahren ist die Teestube Jona im Bahnhofsviertel Anlaufstelle für wohnungslose Menschen. Dort können sie sich aufhalten, bekommen Heißgetränke und Beratung. Nun droht der Teestube das Aus am Standort an der Pforzheimer Straße. Das Haus mit der Nummer 7 hat einen neuen Eigentümer; der will die soziale Einrichtung eilig rausschmeißen und sanieren.

Das Gebäude werde „komplett entkernt“, sagt er. Im Erdgeschoss, wo derzeit die Teestube untergebracht ist, werde eine größere Geschäftsfläche mit etwa 200 Quadratmetern entstehen. In den Obergeschossen plant Tolusic Wohn- oder Geschäftsräume „gehobenen Standards“.

Sollte die Teestube nicht gehen, werde er klagen. Zudem kündigt Tolusic an, die Bauarbeiten auch beginnen zu wollen, wenn die Teestube noch da ist.

„Er hat gesagt, dass er uns den Strom abstellen werde und dass Wasser durch die Decke kommen könne“, berichtet Nadine Müller von einem Gespräch mit dem neuen Eigentümer.

Er betont aber, er werde keine Zugeständnisse machen; er sei schließlich Geschäftsmann.
http://www.fr.de/frankfurt/stadtteile/frankfurt-west/gentrifizierung-anlaufstelle-fuer-wohnungslose-muss-raus-a-1296141

Der Kapitalismus produziert weltweit ähnliche Probleme...

Zitat
Hunderttausende Betroffene 
Russland lässt Wohnblocks abreißen

Mit großer Mehrheit hat das russische Parlament für das umstrittene Gesetz zum Abriss von Wohnblocks aus der Sowjetzeit gestimmt. Während draußen Dutzende dagegen protestierten und teilweise von der Polizei abgeführt wurden, beschloss die Duma die Umsiedlung von 1,6 Millionen Menschen in Moskau.
http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_81430522/moskau-1-6-millionen-menschen-verlieren-ihr-zuhause.html

Zitat
Hongkong:
Ein Küchen-Klo als Horror-Zuhause

Die Millionenmetropole Hongkong hat zwei Gesichter: Auf der einen Seite besticht die Stadt durch ihren Wohlstand und Erfolg, andererseits leben viele Menschen in katastrophalen Verhältnissen. Diese Fotostrecke soll auf die Missstände hinter dem Glanz aufmerksam machen.
https://web.de/magazine/reise/leben-mini-wohnungen-hongkong-32375288

Zitat
Hongkong
Manager bezahlt 664.000 Dollar für einen Stellplatz


Gleichzeitig ist Bauland knapp, die Stadt liegt auf einer Halbinsel an der Mündung des Perlflusses.

Das lässt die Immobilienpreise in extreme Höhen steigen. Jüngstes Beispiel: Wie aus Akten des Grundbuchamts hervor geht, bezahlte ein leitender Manager einer Investmentfirma 664.000 Dollar - für einen Stellplatz. Laut Marktkennern ist das die höchste jemals für einen Parkplatz gezahlte Summe.

Örtliche Medien berichten, bei dem Käufer handele sich um einen Geschäftsführer der Huarong Investment Stock Corporation, einer Tochter eines chinesischen Staatskonzerns. Der Parkplatz ist damit teurer als viele Wohnungen in Hongkong. Ein 20-Quadratmeter-Apartment kostet derzeit beispielsweise rund 500.000 Dollar.

Als die Immobilientochter des Londoner Auktionshauses Christie's vor Kurzem ihr Ranking der teuersten Luxusimmobilien weltweit vorstellte, tauchte Hongkong gleich vier Mal unter den Top Ten auf. Die Millionenmetropole gilt damit als teuerster Immobilienstandort weltweit.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/hongkong-manager-kauft-parkplatz-fuer-664-000-dollar-a-1152093.html



Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 12934
  • Fischkopp
Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #18 am: 16:06:58 Di. 14.November 2017 »
Zitat
860.000 Menschen in Deutschland haben keine Wohnung

Die Zahl der Wohnungslosen hat sich seit 2014 mehr als verdoppelt. Ein Grund ist die Zuwanderung. Doch die Ursachen reichen tiefer.

Von Lukas Koschnitzke

Die Zahl der wohnungslosen Menschen ist in Deutschland im vergangenen Jahr stark gestiegen: Insgesamt waren 2016 etwa 860.000 Menschen ohne Wohnung, wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) mitteilte. Im Vergleich zum Jahr 2014 habe sich die Zahl damit um 150 Prozent erhöht. Als wohnungslos gilt, wer keine dauerhafte Wohnung hat und stattdessen in Unterkünften lebt, in denen der Aufenthalt zeitlich begrenzt ist.

Laut BAG W handelt es sich bei 440.000 aller wohnungslosen Menschen um Flüchtlinge. Sie werden in der Schätzung für das Jahr 2016 erstmals in der Statistik berücksichtigt, was ein Grund für den starken Anstieg im Vergleich zu 2014 ist. Allerdings ist die Zahl der Wohnungslosen auch ohne Berücksichtigung der Flüchtlinge in den vergangenen beiden Jahren um etwa 25 Prozent von 335.000 auf 420.000 gestiegen.

"Die Zuwanderung hat die Gesamtsituation dramatisch verschärft, ist aber keinesfalls alleinige Ursache der neuen Wohnungsnot", sagte Thomas Specht, Geschäftsführer der BAG W. Die wohnungslosen Flüchtlinge würden zwar im Regelfall weiterhin in den Gemeinschaftsunterkünften geduldet, tauchten aber auch als Bewerber auf dem regulären Wohnungsmarkt auf.

Detaillierte Angaben zu den Hintergründen der Wohnungslosen nennt die BAG W ausschließlich für die Gruppe der 420.000 Nichtgeflüchteten, da nur für sie soziodemografische Daten vorliegen. Demnach sind 70 Prozent der Wohnungslosen alleinstehend, 30 Prozent wohnen mit Kindern oder einem Partner zusammen in den Übergangslösungen. Außerdem gibt es laut Statistik mehr als 30.000 Minderjährige, die in keiner Wohnung leben.

Ein Drittel mehr Obdachlose


Auch die Zahl der auf der Straße lebenden Menschen ist der neuen Schätzung zufolge seit 2014 um ein Drittel auf etwa 52.000 gestiegen. Unter ihnen sind offenbar überproportional viele EU-Ausländer: Vor allem in den Metropolen betrage ihr Anteil unter den Obdachlosen bis zu 50 Prozent, teilte die BAG W mit. Die Straßenobdachlosigkeit sei daher stark durch die EU-Binnenzuwanderung geprägt – dies gelte allerdings nicht für die Wohnungslosigkeit allgemein.

Die Zuwanderung wirkt sich laut Geschäftsführer Specht zwar verstärkend auf die Probleme des Wohnungsmarkts aus. "Aber die wesentlichen Ursachen für Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit liegen in einer seit Jahrzehnten verfehlten Wohnungspolitik in Deutschland, in Verbindung mit der unzureichenden Armutsbekämpfung." Dass immer mehr Menschen wohnungslos seien, liege auch am unzureichenden Angebot an bezahlbarem Wohnraum und Sozialwohnungen. "Zusätzlich haben Kommunen, Bundesländer und der Bund eigene Wohnungsbestände an private Investoren verkauft. Damit haben sie Reserven bezahlbaren Wohnraums aus der Hand gegeben", sagte Specht.

Bald 1,2 Millionen Wohnungslose?


Ohne "massive Anstrengungen" von Bund, Ländern und Kommunen werde sich die Wohnungslosigkeit in den nächsten Jahren nicht reduzieren lassen, prognostiziert Specht. Für die kommenden Jahre erwartet die BAG W sogar eine weitere Zunahme der Zahl an Wohnungslosen: Von 2017 bis 2018 rechnet die Arbeitsgemeinschaft mit einem Zuwachs von weiteren rund 350.000 Menschen; insgesamt gäbe es dann circa 1,2 Millionen wohnungslose Menschen in Deutschland.

Als Lösungsansätze schlägt die BAG W beispielsweise Quoten für die Vermietung von geförderten Wohnungen an wohnungslose Menschen und gezielte Käufe von Wohnungsbeständen bei privaten Vermietern vor. Diese Maßnahmen könnten allerdings erst in einigen Jahren wirken.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-11/wohnungslosigkeit-obdachlose-fluechtlinge-armut

BGS

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3360
  • Polarlicht
Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #19 am: 21:07:37 Di. 14.November 2017 »
22. Dezember 2008
Enormer Anstieg der Obdachlosigkeit erwartet
Dank Hartz IV: Bis zu 235000 Menschen bundesweit vom Wohnungsverlust bedroht
Selbst über die Feiertage müssen rund 18000 Menschen in Deutschland auf der Straße, in Parks oder in Ruinen übernachten. Die Zahl der Obdachlosen werde sich aufgrund der schärferen Hartz-Regeln und steigender Mietpreise in nächster Zeit weiter erhöhen, warnen Experten.

»Da baut sich gerade eine Welle auf«...

Quelle:http://www.jungewelt.de/2008/12-22/053.php

Zitat
860.000 Menschen in Deutschland haben keine Wohnung

Die Zahl der Wohnungslosen hat sich seit 2014 mehr als verdoppelt. Ein Grund ist die Zuwanderung. Doch die Ursachen reichen tiefer.

Von Lukas Koschnitzke

Die Zahl der wohnungslosen Menschen ist in Deutschland im vergangenen Jahr stark gestiegen: Insgesamt waren 2016 etwa 860.000 Menschen ohne Wohnung, wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) mitteilte. Im Vergleich zum Jahr 2014 habe sich die Zahl damit um 150 Prozent erhöht. Als wohnungslos gilt, wer keine dauerhafte Wohnung hat und stattdessen in Unterkünften lebt, in denen der Aufenthalt zeitlich begrenzt ist.

Laut BAG W handelt es sich bei 440.000 aller wohnungslosen Menschen um Flüchtlinge. Sie werden in der Schätzung für das Jahr 2016 erstmals in der Statistik berücksichtigt, was ein Grund für den starken Anstieg im Vergleich zu 2014 ist. Allerdings ist die Zahl der Wohnungslosen auch ohne Berücksichtigung der Flüchtlinge in den vergangenen beiden Jahren um etwa 25 Prozent von 335.000 auf 420.000 gestiegen.

...

Auch die Zahl der auf der Straße lebenden Menschen ist der neuen Schätzung zufolge seit 2014 um ein Drittel auf etwa 52.000 gestiegen. Unter ihnen sind offenbar überproportional viele EU-Ausländer: Vor allem in den Metropolen betrage ihr Anteil unter den Obdachlosen bis zu 50 Prozent, teilte die BAG W mit. Die Straßenobdachlosigkeit sei daher stark durch die EU-Binnenzuwanderung geprägt – dies gelte allerdings nicht für die Wohnungslosigkeit allgemein.


Könnte es sein, dass mutwillig daran gearbeitet wird, die Zahl der wohnungslosen Menschen zu erhöhen?

Durch diese wächst sicher die Angst der nicht durchs Raster Gestossenen.

Diese lassen sich daraufhin bereitwillig in miesere Arbeitsbedingungen pressen? Die Ueberwachung kann auch gerne immer weiter ausgeweitet werden?


MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

tleary

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 741
  • Yellow Submarine
Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #20 am: 05:08:55 Do. 16.November 2017 »
Also tatsächlich ein Elo.
Auch eine Art die Arbeitslosenstatistik zu manipulieren.  kotz
Die Arbeitslosenstatistik wurde nicht manipuliert, sondern tatsächlich "bereinigt". - Denn der ELO wurde ja ermordet, und ist nicht mehr existent.
Erschreckend, was in diesem Land mittlerweile alles so passiert. Wenn ich mich recht erinnere, wurde das ganze Drama vom MDR auch nur ganz verklausuliert geschildert. Genau wie bei dem Mehrfachmord in Karlsruhe 2012 (siehe Bild-Bericht http://www.bild.de/news/inland/geiselnahme/karlsruhe-geiseln-wurden-mit-illegalen-waffen-hingerichtet-25008970.bild.html), als ein ELO bei der anstehenden Zwangsräumung einem Gerichtsvollzieher, den Schlosser, der die Wohnung öffnete, der Neueigentümer, in der Nacht schon seine Lebensgefährtin und zuletzt sich das Leben nahm. Den Sozialarbeiter verschonte er, indem er ihn wegschickte, "um Hilfe zu holen". Wobei die einzigen Sorgen der Bild-Zeitung damals waren, wie der Zwangsgeräumte a) an die Waffen kam und b) daß "immer mehr Schuldner die Kommunikation mit dem Gerichtsvollzieher verweigern". - Fast schon wieder lustig und noch dazu ein Leugnen der eigentliche Ursache (Verarmung durch Arbeitslosigkeit und darauf folgend drohende Obdachlosigkeit) dieser Verzweiflungstat.

Zitat
Zitat "Bild":
Zu den möglichen Hintergründen der Tat sollen jetzt Familie und Bekannte intensiv befragt werden. Die Polizei geht zudem Zeugenaussagen nach, wonach schon am Vorabend Schüsse in der Wohnung gefallen sein sollen. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Frau schon vor der Geiselnahme tot war.
Als ob für einen solch offensichtlichen Sachverhalt noch groß die Verwandtschaft befragt werden müsste.
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

dagobert

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4969
Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #21 am: 00:55:11 Fr. 17.November 2017 »
Könnte es sein, dass mutwillig daran gearbeitet wird, die Zahl der wohnungslosen Menschen zu erhöhen?

Durch diese wächst sicher die Angst der nicht durchs Raster Gestossenen.

Diese lassen sich daraufhin bereitwillig in miesere Arbeitsbedingungen pressen? Die Ueberwachung kann auch gerne immer weiter ausgeweitet werden?
Ist nicht auszuschließen.
Und würde mich auch nicht wundern.

Fritz Linow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1539
Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #22 am: 20:03:06 Fr. 01.Dezember 2017 »
Zitat
HEMPELS hat im November 2017 mit seinem Stiftungsprojekt "HEMPELS hilft wohnen" in Kiel ein Mehrfamilienhaus gekauft, in dem künftig auch zuvor obdach- und wohnungslose Menschen leben werden. Zusätzlich zu den dort bereits vorhandenen zwölf Wohnungen sollen durch Ausbau sowie einen Neubau auf einer angrenzenden Fläche weitere Wohnungen für bis zu zwölf Menschen entstehen. Das berichtet das soziale Straßenmagazin in seiner am morgigen Freitag (1.12.17) erscheinenden Dezember-Ausgabe.

Das am Rand des Kieler Ostuferstadtteils Gaarden befindliche – und zentral zur Innenstadt gelegene – Mehrfamilienhaus wurde für 370.000 Euro von der unter dem Dach der Diakonie Stiftung Schleswig-Holstein firmierenden HEMPELS-Stiftung erworben. Für Sanierung und Modernisierung müssen weitere rund 150.000 Euro aufgebracht werden, im ersten Quartal 2018 wird damit begonnen. Im Laufe des kommenden Jahres 2018 soll zudem der Grundstein für den zusätzlichen Neubau gelegt werden.

Mit dem Hauskauf will HEMPELS ein Signal setzen: Überall im Land wachsen die Probleme auf dem Wohnungsmarkt, insbesondere arme Bevölkerungsgruppen finden keine bezahlbare Unterkunft mehr. In Kiel zeigt sich diese Notlage exemplarisch, mehr als 550 alleinstehende Frauen und Männer (Stand: Ende September) sind in der Landeshauptstadt wohnungslos. HEMPELS-Vorstand Jo Tein: "Politik und Wohnungswirtschaft haben bislang viel zu wenig getan, um diese traurige Entwicklung zu stoppen. Wir von HEMPELS gehen jetzt voran und zeigen, dass bezahlbarer Wohnraum für arme Menschen geschaffen werden kann." Zugleich erklärt HEMPELS, in den kommenden Jahren weitere Wohnungen für Wohnungslose zu erwerben und zu errichten, auch in anderen Städten Schleswig-Holsteins. Landespastor Heiko Naß: "Wir freuen uns sehr, dass wir als Diakonie Stiftung Schleswig-Holstein das Anliegen von HEMPELS unterstützen können, selbst Wohnraum für Menschen aus der Wohnungslosigkeit zur Verfügung zu stellen. Damit können wir eine der maßgeblichen Aufgaben der HEMPELS-Stiftung zu einem ersten Erfolg verhelfen."

Möglich wurde der Hauskauf durch Spenden und Zustiftungen vieler Leserinnen und Leser. Neben kleineren Beträgen hat die HEMPELS-Stiftung von zwei Spendern bedeutende Beträge erhalten, einmal 200.000 Euro, einmal 50.000 Euro.
https://www.hempels-sh.de/news/detail/article/hempels-kauft-mehrfamilienhaus-fuer-obdachlose.html

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 12934
  • Fischkopp
Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #23 am: 11:10:14 Fr. 22.Dezember 2017 »


Zitat
DIE ZAHLEN

52.000 Menschen waren im vergangenen Jahr obdachlos, schätzt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW). Sie übernachteten regelmäßig im Freien. Im Vergleich zum Jahr 2014 ist das ein deutlicher Anstieg. Damals gab es 39.000 Betroffene.

Nach Schätzungen der BAGW stammt in Deutschlands Großstädten rund die Hälfte der Obdachlosen aus Osteuropa. Viele Städte würden sich vor der Verantwortung drücken und auch im Winter keine Notquartiere anbieten, sagt Rosenke. Aber selbst wenn es solche Angebote gebe, müssten die Menschen im Frühjahr wieder auf die Straße. "Sie verwahrlosen und verelenden dort. Das ist unmoralisch."

Noch drastischer sind die Zahlen, wenn man auch Wohnungsnot berücksichtigt: Die BAG unterscheidet Obdachlose, die auf der Straße leben, und Wohnungslose, die sich akut mit Notlösungen behelfen. Sie schlafen bei Freunden oder Bekannten, finden immer wieder irgendwo anders Unterschlupf, auch in staatlich finanzierten Wohnheimen.

Zählt man diese Wohnungslosen dazu, kommt die BAGW insgesamt auf rund 440.000 Betroffene, 73 Prozent davon Männer. Unter akuter Wohnungsnot leiden aber auch Kinder und Jugendliche - rund 32.000.

Zwölf Prozent der Wohnungslosen stammen den Angaben zufolge aus anderen Ländern der Europäischen Union, vor allem aus Osteuropa. In ihrer jüngsten Schätzung berücksichtigt die BAGW zusätzlich anerkannte, wohnungslose Flüchtlinge. Addiert man diese Menschen zu den übrigen Wohnungslosen hinzu, kommt die BAGW insgesamt auf 860.000 Betroffene.

"Unsere Schätzung basiert auf diversen statistischen Quellen und qualitativen Einschätzungen und auch auf den Erfahrungen in unseren Anlaufstellen", sagt die Sprecherin der BAG W, Werena Rosenke. Die Tendenz sei jedoch eindeutig: "Die Wohnungsnot wird immer schlimmer. Wir haben hier ein Riesenproblem."
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/obdachlosigkeit-in-deutschland-wir-haben-ein-riesenproblem-a-1184255.html

Zitat
Dabei ist die Hauptursache für Obdachlosigkeit, dass bezahlbare Wohnungen fehlen. Sozialen Wohnungsbau hat man über Jahre deutlich zurückgefahren, viele städtische Wohnungen privatisiert, Grundstücke an Investoren verkauft. Die Zahl der sogenannten gebundenen Sozialmietwohnungen ist nach Angaben der Bundesregierung bundesweit von mehr als zwei Millionen im Jahr 2006 bis Ende Dezember 2015 auf rund 1,3 Millionen und damit auf sechs Prozent des deutschen Bestandes an Mietwohnungen geschrumpft.
Die Annahme, der Markt reguliere sich selbst, hat sich nicht bestätigt. Mieten steigen nicht nur in Großstädten rasant.
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/obdachlosigkeit-a-1184585.html

Troll

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 7680
  • A Dry Sponge is a Happy Sponge
Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #24 am: 10:40:08 Do. 11.Januar 2018 »
Zitat
Wohnungslos in Berlin
"Es gibt einen irren Konkurrenzkampf auf dem Wohnungsmarkt"

Barbara Eschen im Gespräch mit Nicole Dittmer und Julius Stucke
...

Quelle: DLF-Kultur via NDS

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2018/01/09/obdachlosigkeit_nimmt_immer_mehr_zu_drk_20180109_1733_c2e574cd.mp3
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 12934
  • Fischkopp
Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #25 am: 15:49:14 Mo. 23.April 2018 »
Zitat
Obdachlosigkeit
Wohnen an der Grenze der Menschenwürde


Rund 9000 Menschen haben in München keine Wohnung - unter ihnen sind 1600 Kinder.

Einer der Gründe ist, dass es zu wenig einfachen, aber bezahlbaren Wohnraum gibt.
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/obdachlosigkeit-wohnen-an-der-grenze-der-menschenwuerde-1.3954624

counselor

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4172
  • Sapere aude!
Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #26 am: 11:21:33 Di. 25.Dezember 2018 »
Zitat
Obdachlose in Deutschland - Neun Kältetote seit Oktober

Seit Oktober sind laut der Wohnungslosenhilfe neun Menschen, die auf der Straße lebten, vermutlich durch die niedrigen Temperaturen ums Leben gekommen. 2017 wurden im selben Zeitraum nur drei Kältetote erfasst.

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/winter-kaelte-obdachlose-101.html
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 12934
  • Fischkopp
Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #27 am: 13:09:23 Di. 25.Dezember 2018 »
Wie es wohl wird, wenn es richtig kalt ist...?

dejavu

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 976
Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #28 am: 16:43:15 Di. 25.Dezember 2018 »
In Lübeck hat sich die Linke für ein "Herzenzwärmebus" eingesetzt. Der wird gewiss helfen.
Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 12934
  • Fischkopp
Re:Obdachlosigkeit
« Antwort #29 am: 09:47:57 Do. 27.Dezember 2018 »
Zitat
Obdachlosigkeit:
Falsche Bilder, echtes Leid

Verwahrlost, psychisch krank, selbst schuld: Die Vorstellungen von Obdachlosen sind oft klischeehaft. Das verschleiert die politischen Ursachen für Wohnungsmangel.

...
 Seit Jahren nimmt die Zahl der Obdachlosen in Deutschland zu. Im vergangenen Jahr lebten laut einer Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe etwa 52.000 Menschen auf der Straße, 2008 waren es noch 20.000. Zwar gilt Obdachlosigkeit weiterhin als Randphänomen, aber zumindest in Großstädten wird sie immer sichtbarer. Doch was sehen wir da eigentlich?

Obdachlose verkörpern das archetypische Bild der Armut – und sind deren extremste Erscheinungsform in einer Wohlstandsgesellschaft. Betroffene haben nicht nur kein Dach mehr über dem Kopf, sie leiden auch an Hunger, medizinischer Unterversorgung, Kälte. Und das sieht man ihnen an, den oft verwahrlosten und meist kranken Männern und wenigen Frauen, die Plastiktüten durch die Gegend schleppen oder einfach vor uns auf dem Boden liegen.
...
Laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung befürwortete 2014 jeder dritte Befragte, Obdachlose aus Fußgängerzonen zu entfernen. Aus Angst wird Verachtung. Diese hat in Deutschland eine durchaus lange und unrühmliche Tradition, die in der nationalsozialistischen Pathologisierung Obdachloser zum "arbeitsscheuen Nichtsesshaften" ihren mörderischen Höhepunkt fand. Immerhin bis 1974 war es möglich, "Landstreicher" wegzusperren. Das alles wirkt bis ins Hier und Jetzt – nicht nur wegen der Gewalttaten, die vor allem Rechte weiterhin gegen Obdachlose verüben.
...



In Deutschland sind etwa 860.000 Menschen wohnungslos – fast viermal so viele wie 2008. Die meisten bleiben jedoch unsichtbar, sie leben bei Freunden, in Wohnheimen oder Notunterkünften. Sie alle verfügen über keinen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum, haben aber meist ein Dach über dem Kopf. Der Staat hat die Pflicht, Wohnungslose wie auch Asylbewerber unterzubringen. Weil es von beiden in den letzten Jahren mehr gibt, wird das aber schwieriger.  
...
Und während die Zahl der Erwerbstätigen 2016 so hoch wie nie war, gehört Deutschlands Niedriglohnsektor zu den größten Europas. Das sind keine Zufälle – und auch keine Randphänomene.

Gleichzeitig steigen vor allem in Großstädten die Mietpreise.
...
Aber auch die zunehmende Zahl obdachloser EU-Bürger ist ein Abbild der Doppelmoral herrschender Politik sowie der Entrechtung von Randgruppen – und wirft damit ebenso ein Licht auf das Absenken sozialstaatlicher Minimalstandards.

Während die meisten EU-Zuwanderer nämlich hier arbeiten und die deutsche Wirtschaft davon profitiert, werden ihre Probleme ignoriert. Stattdessen werden Klischees bekämpft: Wegen der Angst vor angeblichem "Sozialtourismus" wurden EU-Migranten beispiellos entrechtet. So bekommt der relativ kleine Anteil, der den Anschluss auf dem regulären Arbeitsmarkt nicht schafft, seit einem neuen Gesetz aus 2016 erst nach fünf Jahren Aufenthalt in Deutschland Sozialhilfe – vorher waren es sechs Monate. Damit entfällt für viele Betroffene der Anspruch auf längerfristige Unterbringung. So erklärt sich der relativ hohe Anteil von Osteuropäern unter Obdachlosen (in Metropolen bis zu 50 Prozent), und ihr geringer Anteil an den Wohnungslosen (rund sechs Prozent). Zudem erschweren viele Kommunen diesen Menschen inzwischen sogar die Nothilfe, was nicht nur rechtlich umstritten, sondern im Winter auch lebensgefährlich ist.
...
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-11/obdachlosigkeit-wohnungslose-vorurteile-grossstaedte-mietpreise/komplettansicht