Autor Thema: Wo die Gesellschaft angekommen ist?!  (Gelesen 1329 mal)

leidender arbeiter

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 15
Wo die Gesellschaft angekommen ist?!
« am: 10:56:11 Sa. 18.April 2009 »
Eben gerade habe ich folgenden Artikel gelesen und mich wundert gar nichts mehr. die Menschen sind schon so blöde das sie sich über nur einen halben tag in der Woche freuen. Kann das wirklich sein? Wie armselig haben die Neokonservativen mit ihrem Gewäsch von "du musst dich anstrengen um etwas zu sein, und wenn du nichts bist hast du dich nicht genug angestrengt" die gesellschaft verkommen lassen? Das ist dochin keinster Weise mehr tolerierbar.

Für eine 4Tage Woche, 3 Tage Wochenende oder am besten gar keine Arbeit

Nicht nur Christen wünschen sich einen arbeitsfreien Sonntag

350 Gläubige am Ostermontag in der Limbacher Stadtkirche

Thomas Kimme, Pfarrer Johannes Schubert, Guntram Wulst

Im Gespräch vor der Stadtkirche: Unternehmer Thomas Kimme (Mitte), Pfarrer Johannes Schubert (re.) und Tischler Guntram Wulst. Alle drei Christen plädieren für einen arbeitsfreien Sonntag.

Foto: Andreas Seidel

Limbach-Oberfrohna. "Die Kirche ist gegen Sonderöffnungszeiten am Sonntag", sagt Pfarrer Johannes Schubert. "Diese Meinung hat uns im Handel viel Ärger eingebracht. Doch wir meinen, dass nach dem 3. Gebot Gottes der Mensch nach sechs arbeitsreichen Tagen Ruhe einlegen sollte", meint er. Mit dieser Meinung steht der Seelsorger nicht allein: Die meisten Gäste seiner Predigt, aber auch viele Nicht-Christen, geben ihm recht, so ergab eine "Freie Presse"-Umfrage.

"Wir müssen an den Wochenenden arbeiten. Da kann man natürlich nicht am Sonntag ausruhen. Doch wir sind keine Roboter und ein Ruhetag muss sein. Bei uns ist es der Mittwoch", sagt die Chefin der Ratsstube, Felicitas Gläsel. An so einem freien Tag treibe sie gern Sport an der frischen Luft und gehe mit dem Hund spazieren. Floristin Kerstin Hentschel aus Bräunsdorf pflichtet ihr bei: "Aller sechs Wochen muss ich sonntags für drei Stunden arbeiten. Doch Blumen sind fürs Wohlbefinden wichtig. Da muss auch sonntags mal gearbeitet werden. Danach kann ich mich genug ausruhen", meint sie.

"Die langen Ladenöffnungszeiten reichen vollkommen aus. Die Menschen können das Geld nur einmal ausgeben. Bei einem verkaufsoffenen Sonntag steigen nicht automatisch die monatlichen Umsätze", sagt Daniel Junghannß aus Thum. Tischler Guntram Wulst hat den Gottesdienst moderiert. Für ihn sei das keine Arbeit. "Das ist für mich als Christ eine große Freude und Berufung. Den Nachmittag kann ich dann mit meiner Familie verbringen", sagt er. "Ich bin Bankangestellter und brauche zum Glück am Sonntag nicht arbeiten", erklärt Tobias Schulze. Der Weg zum Gottesdienst und die Zeit für die Familie seien ihm am Wochenende wichtig. Für den 81-jährigen Walter Gräbner aus Limbach-Oberfrohna ist der Sonntag heilig: "Ich war schon mit 17 im Krieg, da wurde nicht auf Ruhetage geachtet. Deshalb bin ich jetzt froh, Ostern gemeinsam mit der Familie zu verbringen." "Ich arbeite in einem Bistro in Chemnitz, kenne den Stress. Ein Ruhetag, eine Auszeit ist in meinem Beruf ganz wichtig", meint sein Sohn Klaus. Enkelin Isabelle, die als Arzthelferin in Karlsruhe arbeitet und wohnt, pflichtet bei: "Ich muss am Sonntag von der stressigen Woche auftanken. Dann bin ich gern im Garten und treffe mich mit Freunden", so die 27-Jährige, die zu Besuch weilte.