Autor Thema: Prostitution - Arbeitsagentur muss nicht ranschaffen  (Gelesen 19321 mal)

Kater

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Prostitution - Arbeitsagentur muss nicht ranschaffen
« am: 13:31:14 Do. 07.Mai 2009 »
Zitat
Prostitution - Arbeitsagentur muss nicht ranschaffen

VON JOACHIM F. TORNAU

Rotes Licht für das Rotlichtgewerbe: Die Arbeitsagentur muss auch künftig keine arbeitslosen Frauen in Bordelle vermitteln. "Ein aktives Fördern der Prostitution durch Träger öffentlicher Gewalt lässt sich nicht mit der Wertordnung des Grundgesetzes vereinbaren", befand am Mittwoch das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel. Und deshalb dürfe die Bundesagentur für Arbeit Anfragen aus dem ältesten Gewerbe der Welt grundsätzlich ablehnen.

Geklagt hatte der Inhaber zweier Bordelle in Speyer und Karlsruhe, der das Personal seiner "Verwöhnoasen" (so die Selbstdarstellung) von selbstständigen Unternehmerinnen auf sozialversicherungspflichtig Beschäftigte umstellen wollte. Er bat darum die Arbeitsagentur, ihm bei der Suche nach geeigneten Prostituierten aus Deutschland und der Europäischen Union zu helfen.

Ob den arbeitslosen Frauen Sanktionen drohen sollten, falls sie das horizontale Jobangebot nicht annehmen, überließ Klägeranwalt Erich-Wolfgang Moersch der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Die Vermittlung aber dürfe die BA nicht einfach verweigern, meinte der Jurist und verwies auf das seit 2002 geltende Prostitutionsgesetz, das Sexarbeiterinnen unter anderem den Weg in die gesetzliche Kranken-, Renten und Arbeitslosenversicherung eröffnete. "Wenn sie Beiträge zur Sozialversicherung zahlen, gibt es keinen Grund, ihnen die Vermittlung vorzuenthalten", sagte der Anwalt.

Vermitteln oder fördern?

BSG-Vizepräsidentin Ruth Wetzel-Steinwedel sah das wie die BA anders: "Aus dem Prostitutionsgesetz lässt sich nicht entnehmen, dass es sich die Förderung der Prostitution zum Ziel gesetzt hat."

Und BA-Jurist Rainer Krappmann fürchtete die Konsequenzen, wenn seine Behörde Arbeiten im Sexgewerbe künftig wie jede andere Tätigkeit auch behandeln müsste: "Dann müsste ich in diesem Bereich auch weiterbilden." Außerdem sei es jungen oder feinfühligen Jobvermittlern nicht zuzumuten, sich mit dem Rotlichtmilieu abzugeben.

"Mit diesem Argument", konterte Klägeranwalt Moersch, "könnten sie aber auch sagen: Wir vermitteln keine Fleischer, weil wir Vegetarier in der Belegschaft haben."

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/panorama/1745214_Prostitution-Arbeitsagentur-muss-nicht-ranschaffen.html?sid=16047e871ee3537263c3706eff782c6f

vampyrella

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Re: Prostitution - Arbeitsagentur muss nicht ranschaffen
« Antwort #1 am: 20:47:53 Di. 26.Mai 2009 »
Zitat
Wenn sie Beiträge zur Sozialversicherung zahlen, gibt es keinen Grund, ihnen die Vermittlung vorzuenthalten

OMG... man wird sehen was da noch kommt... am Ende heisst es , dass das auch eine zumutbare Tätigkeit ist. Weil man ist ja sozialversichert.
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Saturnous

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Re: Prostitution - Arbeitsagentur muss nicht ranschaffen
« Antwort #2 am: 22:44:59 Mo. 15.Juni 2009 »
 :P .. Milljarden Frauen prostituieren sich indem sie das anschaffen ihrem Partner überlassen und etwas spärliche überteuerte Zärtlichkeit  zukommen lassen .. wo ist den die Grenze .. wo ist der Unterschied ob eine Masseuse einen Körper mit den baren Händen massiert oder ein mit Latex überzogenes Körperteil mit dem Unterleib oder Mund. Und dann noch die männerfeindlichen Kommentare der Exnutten - als wenn man als Mann automatisch etwas ekliges ist (besonders das ablästern über Kunden mit Übergewicht).
"Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit."

Carpe Noctem

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Re: Prostitution - Arbeitsagentur muss nicht ranschaffen
« Antwort #3 am: 22:08:29 Di. 16.Juni 2009 »
Milljarden Frauen prostituieren sich indem sie das anschaffen ihrem Partner überlassen und etwas spärliche überteuerte Zärtlichkeit  zukommen lassen

Die Ehe als institutionalisierte Prostitution wird nicht von der ARGE oder BA vermittelt.

Zitat
.. wo ist den die Grenze

Am besten da wo man sie selber setzt. Wenn das ein Amt übernimmt, gute Nacht.

Zitat
wo ist der Unterschied ob eine Masseuse einen Körper mit den baren Händen massiert oder ein mit Latex überzogenes Körperteil mit dem Unterleib oder Mund. Und dann noch die männerfeindlichen Kommentare der Exnutten - als wenn man als Mann automatisch etwas ekliges ist (besonders das ablästern über Kunden mit Übergewicht).

Vielleicht hast du Übergewicht, vielleicht gehst du auch in den Puff. Hat dich denn schon mal jemand zum Körperkontakt mit Personen gezwungen die nicht deiner Wahl entsprechen? Dann weisst du was daran eklig ist.

Grüsse - CN
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vampyrella

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Re: Prostitution - Arbeitsagentur muss nicht ranschaffen
« Antwort #4 am: 21:27:33 Mi. 17.Juni 2009 »
@ Saturnous

Was sind denn das für Fragen?

Kennst du den Unterschied nicht zw. einer Partnerschaft & sexuellen Dienstleistungen?.
Selbst wenn in einer Partnerschaft mal der eine oder andere sexuelle Kontakt von einem part als nicht so notwendig angesehen wird, dass ist noch lange keine Prostitutuion.
Auch wenn sie ihren Mann arbeiten lassen & selbst zu hause bleiben, lassen sie nicht ihren mann "Anschaffen". Es sei denn du würdest alle die in den 50ger Jahren gelebt haben als pervers abstempeln, als das Rollenbild Frau-zu-Hause-Mann-arbeitet NORMAL war.

Zitat
Und dann noch die männerfeindlichen Kommentare der Exnutten - als wenn man als Mann automatisch etwas ekliges ist (besonders das ablästern über Kunden mit Übergewicht).

Also ich weiss nicht, ob du schonmal gesehen hast, was alles für Männer in den Puff gehen- schön sind die oft nicht. Habe zwei Jahre neben einem Bordell gearbeitet, ich kann die Frauen ABSOLUT verstehen, wenn sie drüber ablästern.
Denn die meisten Kerle waren "davor" bei unserem Restaurant essen. Und wenn die schon nach Schweiss riechen, bevor es zur Sache geht, wenn sie schon aussehen wie 1 Woche nicht geduscht, nicht rasiert, WIDERLICH !
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Carpe Noctem

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Re: Prostitution - Arbeitsagentur muss nicht ranschaffen
« Antwort #5 am: 18:39:19 Sa. 27.Juni 2009 »
Und wenn die schon nach Schweiss riechen, bevor es zur Sache geht, wenn sie schon aussehen wie 1 Woche nicht geduscht, nicht rasiert, WIDERLICH !

In einem "ordentlichen" Puff müssen die vorher duschen. Nur die Zwangsprostituierten müssen einem seit Wochen ungewaschenen Kerl, der nach dem Pissen seinen Dödel nicht sauber macht, ohne Gummi einen blasen ... und schlucken. Da wird das Übergewicht schon recht zweitrangig :/

Grüsse - CN
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vampyrella

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Re: Prostitution - Arbeitsagentur muss nicht ranschaffen
« Antwort #6 am: 17:06:36 So. 28.Juni 2009 »
Würd ich so nicht sagen. Meine Freudin hat freiwillig in dem gewerbe gearbeitet, das die Kunden vor dem Akt duschen ist rein vom Willen des Kunden abhängig.
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Wilddieb Stuelpner

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Re: Prostitution - Arbeitsagentur muss nicht ranschaffen
« Antwort #7 am: 18:09:49 So. 28.Juni 2009 »
Zitat
Prostitution - Arbeitsagentur muss nicht ranschaffen

VON JOACHIM F. TORNAU

Rotes Licht für das Rotlichtgewerbe: Die Arbeitsagentur muss auch künftig keine arbeitslosen Frauen in Bordelle vermitteln. "Ein aktives Fördern der Prostitution durch Träger öffentlicher Gewalt lässt sich nicht mit der Wertordnung des Grundgesetzes vereinbaren", befand am Mittwoch das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel. Und deshalb dürfe die Bundesagentur für Arbeit Anfragen aus dem ältesten Gewerbe der Welt grundsätzlich ablehnen.

Geklagt hatte der Inhaber zweier Bordelle in Speyer und Karlsruhe, der das Personal seiner "Verwöhnoasen" (so die Selbstdarstellung) von selbstständigen Unternehmerinnen auf sozialversicherungspflichtig Beschäftigte umstellen wollte. Er bat darum die Arbeitsagentur, ihm bei der Suche nach geeigneten Prostituierten aus Deutschland und der Europäischen Union zu helfen.

Ob den arbeitslosen Frauen Sanktionen drohen sollten, falls sie das horizontale Jobangebot nicht annehmen, überließ Klägeranwalt Erich-Wolfgang Moersch der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Die Vermittlung aber dürfe die BA nicht einfach verweigern, meinte der Jurist und verwies auf das seit 2002 geltende Prostitutionsgesetz, das Sexarbeiterinnen unter anderem den Weg in die gesetzliche Kranken-, Renten und Arbeitslosenversicherung eröffnete. "Wenn sie Beiträge zur Sozialversicherung zahlen, gibt es keinen Grund, ihnen die Vermittlung vorzuenthalten", sagte der Anwalt.

Vermitteln oder fördern?

BSG-Vizepräsidentin Ruth Wetzel-Steinwedel sah das wie die BA anders: "Aus dem Prostitutionsgesetz lässt sich nicht entnehmen, dass es sich die Förderung der Prostitution zum Ziel gesetzt hat."

Und BA-Jurist Rainer Krappmann fürchtete die Konsequenzen, wenn seine Behörde Arbeiten im Sexgewerbe künftig wie jede andere Tätigkeit auch behandeln müsste: "Dann müsste ich in diesem Bereich auch weiterbilden." Außerdem sei es jungen oder feinfühligen Jobvermittlern nicht zuzumuten, sich mit dem Rotlichtmilieu abzugeben.

"Mit diesem Argument", konterte Klägeranwalt Moersch, "könnten sie aber auch sagen: Wir vermitteln keine Fleischer, weil wir Vegetarier in der Belegschaft haben."

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/panorama/1745214_Prostitution-Arbeitsagentur-muss-nicht-ranschaffen.html?sid=16047e871ee3537263c3706eff782c6f

So wie der feige Bundestag sich alles von den Bundesgerichten sicherheitshalber absegnen läßt, um ja nicht nur allein an Fehlentwicklungen verantwortlich gemacht zu werden, wird es in dieser Frage doch sicherlich auch nötig sein, ein höchst-"kompetendes" Gutachten vom obersten Moralapostel - dem Pabst - zum  Bordellbetrieb und der Vereinbarkeit von Job und Familie einzuholen. In der katholische Kirche gibt es eine ganze Reihe erfahrener geistlicher Praktikanten im fortgeschrittenen Alter, die ihren Trieben unbehelligt nachgehen, ohne daß es die umliegende Dorfbevölkerung anstößig findet. Völlerei und Hurerei gab es schon immer bei geistlichen Machthabern.

Zitat
Mätressen - Die geheime Macht der Frauen - 3. Teil - Die Geliebte des Papstes

Die Marmorstatue einer jungen Frau neben dem Hauptaltar im Petersdom, einer der heiligsten Stätten der Christenheit, birgt ein Geheimnis: Einst war diese erotische Skulptur nackt, dann wurde sie mit einem Bleigewand bedeckt.

Noch heute fühlt sich die katholische Kirche durch diese Statue kompromittiert und möchte die skandalösen Spuren der eignen Geschichte tilgen. Denn Julia Farnese, deren Antlitz hier verewigt ist, hat ihr Bett mit einem Papst geteilt.

"Die Zahl der Huren und Zuhälter, die ungehindert durch den Sitz des heiligen Petrus streiften, ist unendlich. Im Vergleich dazu sind die römischen Bordelle Horte der Keuschheit", so ein zeitgenössischer Chronist. Dass selbst der Papst eine Mätresse und zahlreiche Kinder mit ihr hat, wirft ein grelles Licht auf die Epoche der Renaissance.

Mit seiner Mätresse Vannozza lebt Papst Alexander VI. nicht Ausschweifung und Sittenlosigkeit, sondern etwas ihm ebenso Verbotenes: ein Familienleben. Vannozza ist die Mutter seiner Kinder, darunter der heute noch berühmt-berüchtigten Cesare und Lucrezia. Als die erotische Anziehungskraft Vannozzas für den Papst schwindet, legt er sich eine neue Mätresse zu. Seine Wahl fällt auf die beste Freundin seiner Tochter, Julia Farnese. In Rom wird sie nur "Giulia Bella", die schöne Julia, genannt. Durch ihre blutigen Intrigen beginnt der Aufstieg der Farneses von einem zweitrangigen Landadelsgeschlecht zum Mächtigsten und Reichsten Roms.

Um seiner schönen Geliebten zu gefallen, verhilft Alexander VI. ihrem Bruder Alessandro Farnese zu einem steilen Aufstieg, macht ihn zum Kardinal. 1534 wird dieser selbst Papst. Und ausgerechnet er macht den zügellosen Sitten seiner Zeit ein Ende. Er gründet die römische Inquisition und leitet die Gegenreformation ein.

Dokumentation von Jan Peter und Yury Winterberg (2005)

Wenn der gleiche Triebtäter außerhalb der Kirche seinen Neigungen nachgeht und dabei erwischt wird, dann ist ein gesellschaftlicher Aufschrei feststellbar, gepaart mit eifriger Selbst- und Lynchjustiz. Dann ist von Kinder- und Frauenschändern die Rede, die mit der Todesstrafe oder lebenslänglicher Haft zu büßen haben.

Das will mir nicht in den Kopf - innerhalb der Kirche - o.k. und außerhalb verrucht und strafbar! Verstehe einer diese Logik und Moral.

Es zeugt von schlechter Gesellschaftsmoral, wenn es Prostitution gibt und als Gewerbe betrachtet wird, weil seriöse Jobangebote fast ausschließlich nur noch im Hungerlohnbereich oder auch gar nicht angeboten werden. Sich geschlechtlich fortzupflanzen, ist ein ganz persönlicher Wunsch bzw. eine persönliche Entscheidung zwischen 2 Menschen, die sich mögen und keine Geschäftsidee, die man vielleicht öffentlich noch mit einen Clementschen Existenzgründerzuschuß und behördlicher Zwangsvermittlung fördern muß.

Wo Sexualität auf Kapital- und Profitbasis in unseren Tagen abgespult wird, da stimmt die Einstufung des Kapitalismus als faulende Gesellschaftsordnung durch Lenin.

Zu solchen Fragen öffentliche Debatten loszutreten, inklusive Gerichtsentscheidungen einzutreiben, zeugt von Verlogenheit, Verkommenheit, moralischer Dekadenz. Über die Unversehrtheit des ungeborenen Lebens scheißt sich Kirche und christlich werteorientierte Bundesregierung ein und man jammert, daß in den vergangenen Jahrzehnten zu wenig Nachwuchs geboren wurde, also die bundesdeutsche Gesellschaft vergreist oder bald ausstirbt, keine arbeitenden Steuer- und Beitragszahler in ausreichender Zahl nunmehr da sind, die die Sozialkassen auffüllen. Man schiebt als Wirtschaft, als Politik, als Kirche die Verantwortung für die Existenz einer ganzen, staatstragenden Bevölkerung allein auf die Frage der Eigenverantwortung jedes einzelnen Individiums ab. Jeder Bürger für sich soll schuld sein, warum der Nachwuchs ausbleibt.

Es fragt keine Sau aus Wirtschaft, Politik, Kirche, warum denn der Nachwuchs seit diesen Jahrzehnten fehlt und diesen Leuten fällt neurotisch nur noch die Privatisierung und Kapitalisierung der Sozialsysteme und das Hereinholen von kinderreichen Gastarbeiterfamilien als Ausweg ein. Die kinderreichen Gastarbeiterfamilien lösen dabei das Demographieproblem und die Kassenlage der Sozialsysteme nur dann, wenn sie gleichberechtigt wie die deutschen Einwohner das Anrecht auf tariflich bezahlte, sv-pflichversicherte Arbeit dauerhaft über ganze Generationen bekommen. Die menschliche Arbeitskraft darf keine handelbare Ware sein, die sich an Angebot und Nachfrage, an kapitalistische, zyklischen Wirtschaftskrisen orientiert. Ein Arbeitsmarkt als solcher muß verboten werden. Es muß eben das Recht auf Arbeit geben, wobei das UN-Mitglied BRD endlich auch dieses UN-Menschenrecht im Verfassungs-, Arbeits- und Sozialrecht national durchsetzen muß.

Da ist eben die gesellschaftspolitische Pflichterfüllung der Unternehmer lt. Grundgesetz gefordert, nachdem Eigentum an Produktionsmitteln für das gesellschaftliche Allgemeinwohl einzusetzen ist. Mit Privateigentum an Produktionsmitteln der Unternehmer ist das nicht zu machen. Die platzen vor Eigen- und Raffsucht, vor Machtgier. Also braucht's die Enteignung der Privatunternehmen in Volks- und Genossenschaftseigentum, will man die Geburten-, die Demographiefrage und die sozialen Probleme grundsätzlich lösen. Dann können die Herren Unternehmer bestenfalls als angestellte Betriebsdirektoren tätig bleiben, haben aber über die Abführung von unternehmerischen Abgaben und Steuern nichts mehr zum eigenen Privatvorteil zu gestalten und zu entscheiden.

Wer kontrolliert denn die Erfüllung dieser Grundgesetzforderung und wer erteilt Straf- und Bußgeldbescheide an Unternehmer, wenn sie denn reihenweise den Grundgesetzanspruch nicht einhalten?

Der Artikel 14 Abs. 2 ist keine freiwillige Selbstverpflichtung, keine optionale Kannbestimmung, aus der ein Unternehmer nach Belieben sich wieder drücken kann. Tarifliche, sv-pflichtversicherte Dauerarbeit zu schaffen und zu erhalten, ist für ihn eine gesellschaftliche Pflicht.  Nur bis jetzt hat das kein einziger Politiker, kein Verwaltungsbeamter aus der Arbeitslosenverwaltung und erst recht kein Unternehmer ernsthaft begreifen wollen. Im Gegenteil: Sie sehen die Arbeitslosenverwaltung (Arbeitsagenturen, ARGEn, Jobcenter, Optionskommunen) noch als abzustaubende zusätzliche Finanzquellen an (Lohnzuschüsse, Eingliederungzuschüsse, Subventionen, Fördermittel, Steuer- und Beitragsgeschenke, kostenlose Praktikantenarbeit, Schmiergeldanteile in den Kombilöhnen etc. pp.).

Die kommen nicht auf die Idee, daß die Ursachen auch in egoistischen, macht-, profit- und karrieregeilen und sozial vollig inkompetentem Wirtschafts-, Politik- und Kirchenbossen zu suchen sind. Das kommt raus, wenn man nur betriebswirtschaftlich egoistisch in den Grenzen seines Unternehmens und nur für seine dicke Unternehmerbrieftasche denkt statt volkswirtschaftlich in größeren Dimensionen Mitverantwortung zu tragen.

Wenn diese Vertreter vor mindestens und während der letzten 30 Jahre keine Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik wie in der DDR betrieben haben, kein bißchen Familie und Geburten und deren sozial sichere Zukunft gesamtgesellschaftlich organisierten, dann fehlt es eben an stabilen Ehen und an Nachwuchs. Was soll der Quatsch, nur Kinder in die Welt zu setzen und dabei weiß, daß man als Eltern keine stabile Sicherheit, keine stabilen Einkünfte im Beruf hat, weil das eben von einer idiotischen, eigensüchtigen Unternehmerscheuklappenpolitik abhängig ist. Diese Arbeiits- und Lebensbedingungen einer ganzen kapitalistischen Gesellschaft haben eben diese Wirtschafts-, Politik- und Kirchenbosse verbockt und fühlen sich dabei noch nicht mal verantwortlich.

Aber sich dann über eine Vergreisung, ein Aussterben der Gesellschaft öffentlich in Talkshows noch aufregen und die Bevölkerung auffordern, den Gürtel immer enger zu schnallen. Diese Maßhalteappelle sind von diesen Leuten genauso beschissen wie das juristische Rumgeeiere von Bundesgerichten zur öffentlich und professionell betriebenen Sexualität. Diesen Leistungselite-Leuten müssen ein Haufen Gehirnwindungen im Oberstübchen fehlen.

rosaberlinerin

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Re:Prostitution - Arbeitsagentur muss nicht ranschaffen
« Antwort #8 am: 00:53:22 So. 31.Januar 2010 »
Zitat
Prostitution - Arbeitsagentur muss nicht ranschaffen



Geklagt hatte der Inhaber zweier Bordelle in Speyer und Karlsruhe, der das Personal seiner "Verwöhnoasen" (so die Selbstdarstellung) von selbstständigen Unternehmerinnen auf sozialversicherungspflichtig Beschäftigte umstellen wollte. Er bat darum die Arbeitsagentur, ihm bei der Suche nach geeigneten Prostituierten aus Deutschland und der Europäischen Union zu helfen.


In Speyer? Kenne ich. Habe ich 2 Tage dort ausgehalten, wenn es um demselben geht. Na, der muss tatsaechlich Arbeitsagentur um Hilfe bieten, weil keine dort freiwillig hin wollte.

Gruesse,
Rosa
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den Riß streicht er uns nicht zu!
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rosaberlinerin

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Re: Prostitution - Arbeitsagentur muss nicht ranschaffen
« Antwort #9 am: 21:48:40 So. 31.Januar 2010 »
Und dann noch die männerfeindlichen Kommentare der Exnutten - als wenn man als Mann automatisch etwas ekliges ist (besonders das ablästern über Kunden mit Übergewicht).

Ah ja, dass wundert dich noch? Zeigt nur, wie sehr du die Frauen in Wirklichkeit hasst.
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Re: Prostitution - Arbeitsagentur muss nicht ranschaffen
« Antwort #10 am: 21:53:29 So. 31.Januar 2010 »
Und wenn die schon nach Schweiss riechen, bevor es zur Sache geht, wenn sie schon aussehen wie 1 Woche nicht geduscht, nicht rasiert, WIDERLICH !

In einem "ordentlichen" Puff müssen die vorher duschen. Nur die Zwangsprostituierten müssen einem seit Wochen ungewaschenen Kerl, der nach dem Pissen seinen Dödel nicht sauber macht, ohne Gummi einen blasen ... und schlucken. Da wird das Übergewicht schon recht zweitrangig :/

Grüsse - CN

Nein, stimmt nicht. Muessen tun nur die frauen, wenn sie was verdienen wollen. Die die "freiwillig" arbeiten, aber aelter sind, machen es doch alles. Hast du dich schon gefragt, was machen die 50 jaehrigen Frauen  in Puffs? Davon gibts einige.



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Re: Prostitution - Arbeitsagentur muss nicht ranschaffen
« Antwort #11 am: 03:18:19 Mo. 01.Februar 2010 »
Und wenn die schon nach Schweiss riechen, bevor es zur Sache geht, wenn sie schon aussehen wie 1 Woche nicht geduscht, nicht rasiert, WIDERLICH !

In einem "ordentlichen" Puff müssen die vorher duschen. Nur die Zwangsprostituierten müssen ...(usw)


Hi CN, alles Fehlanzeige, aber was mich echt stuetzig macht ist, dass gerade eine Sozialarbeiterin so wenig Ahnung hat. Vielleicht weil die Prostituierten lieber selbst (so gut es geht) ihre Probleme loesen, anstatt zu euch zu gehen? Ist mir jedenfalls so ergangen. War sowieso eh der meinung, Ihr habt mir alle nichs zu sagen... (nimm's bitte nicht persoehnlich). "Ihr", meine ich das ganze System; denn auch wenn ich's damals nicht klar artikuliert habe, habe ich jede Glaube an den Statt, die Gesellschaft, das System verloren, wenn ich den ersten Freier genommen habe.

Da gibts noch auch eine Machtfrage, unabhaengig davon, ob sich der Freier nun geduscht hat oder nicht... Die duerfte vielleicht bei den wirklich selbststaendigen Dominas kein Problem sein.
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Carpe Noctem

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Re: Prostitution - Arbeitsagentur muss nicht ranschaffen
« Antwort #12 am: 22:45:48 Di. 02.Februar 2010 »
Hi CN, alles Fehlanzeige, aber was mich echt stuetzig macht ist, dass gerade eine Sozialarbeiterin so wenig Ahnung hat.

Evtl. arbeite ich nicht mit Prostituierten? Es gibt in meinem Beruf, der letztlich vom System dazu erkoren ist, die Löcher im Wohlstandskäse zu stopfen, diverse Arbeitsfelder. Meine sind Hilfen für Obdachlose, ALG II-Bezieher, psychisch Kranke, Suchtkranke, Straffällige, Überschuldete. Meist kombinieren sich die Problemlagen in derselben Person. Ich bin also quasi eine Art "Universalspezifikum", was bedeutet, dass ich "etwas über alles" weiss, jedoch in keinem Bereich als Fachidiot durchgehe.

Davon abgesehen habe ich keine Lust, Menschen nur über ihre Schwierigkeiten zu definieren. Lernt man die Leute kennen, lernt man sie auch schätzen und respektieren. Gerade Menschen mit mehr als einem Problem haben Sachen drauf, davor ziehe ich nur noch den Hut :-)

Zitat
Vielleicht weil die Prostituierten lieber selbst (so gut es geht) ihre Probleme loesen, anstatt zu euch zu gehen? Ist mir jedenfalls so ergangen.

Selbsthilfe hat Vorrang. Keiner sollte sich ungebeten einmischen, auch - und gerade - Sozialarbeiter nicht. Fachleuten ist oft das Schicksal ihrer Klienten egal, so gut sie ihren Job auch machen. Es gibt mehr als genug Klienten, die das sehr genau wahrnehmen und aus diesem Grund keine Fachleute an sich heranlassen. Soweit mein Eindruck im Allgemeinen. Was deine Gründe sind, masse ich mir nicht an zu wissen.

Zitat
War sowieso eh der meinung, Ihr habt mir alle nichs zu sagen... (nimm's bitte nicht persoehnlich).

Warum sollte ich das persönlich nehmen? Wir kennen uns nicht, du hast mich nicht konsultiert und ich mich nicht in dein Leben eingemischt. Wir befinden uns hier auf Augenhöhe und Kritik an einem Berufsstand ist erst mal sachlich - ob es dabei um Prostitution oder Sozialarbeit geht, eine Medaille ohne Kehrseite hab ich noch nie gesehen ;-)

Zitat
"Ihr", meine ich das ganze System; denn auch wenn ich's damals nicht klar artikuliert habe, habe ich jede Glaube an den Statt, die Gesellschaft, das System verloren, wenn ich den ersten Freier genommen habe.

Systemkonforme Sozialarbeiter machen ihren Job so, dass sie ihre Leistung gegenüber der Leitung gut darstellen können. Sofern die Leitung auf Seiten der ARGE z.B. steht, macht man am ehesten Schnitt wenn man nicht zu viele Ü-Anträge gem. § 44 SGB X an die Klienten verteilt. Ist klar, wessen Vorteil hier gewahrt werden soll. In vielen Anstellungen kannst du dich so gesehen nur entscheiden, ob du der Leitung oder den Klienten gerecht werden willst. Beides geht meist nicht. Letztlich hat mich das den Job gekostet.

Zitat
Da gibts noch auch eine Machtfrage, unabhaengig davon, ob sich der Freier nun geduscht hat oder nicht... Die duerfte vielleicht bei den wirklich selbststaendigen Dominas kein Problem sein.

Da du vom Fach bist, wirst du das besser wissen als Nicht-Fachleute wie ich. Ich finde es gut wenn du solche Dinge richtig stellst. Jeder kann sich mal irren und wenn ich etwas unzutreffendes schreibe, gehört es korrigiert. Mir bricht kein Zacken aus der Krone, weil Anarchisten solche peinlichen Kopfbedeckungen gar nicht erst aufsetzen :-)

Grüsse - CN
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rosaberlinerin

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Re: Prostitution - Arbeitsagentur muss nicht ranschaffen
« Antwort #13 am: 23:07:23 Di. 02.Februar 2010 »
Systemkonforme Sozialarbeiter machen ihren Job so, dass sie ihre Leistung gegenüber der Leitung gut darstellen können. (..) Letztlich hat mich das den Job gekostet.

Aber auch wenn es ehrliche Menschen in deinem Beruf gibt, bist du ja selbst ein Beispiel dafuer, dass die sich den Kopf wund an die Wand klopfen koennen. (Hab ich's richtig verstanden?) Was mich ja gar nicht wundert, weil gleichzeitig fuer und gegen die Staatspolitik zu arbeiten, wie soll dass denn gehen...:(

Na ja, mein Punkt war, dass das System die Prostitution braucht, nur die Prostituierten selbst haetten es doch lieber anders.

Gruesse
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Carpe Noctem

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Re: Prostitution - Arbeitsagentur muss nicht ranschaffen
« Antwort #14 am: 23:25:04 Di. 02.Februar 2010 »
Aber auch wenn es ehrliche Menschen in deinem Beruf gibt, bist du ja selbst ein Beispiel dafuer, dass die sich den Kopf wund an die Wand klopfen koennen. (Hab ich's richtig verstanden?) Was mich ja gar nicht wundert, weil gleichzeitig fuer und gegen die Staatspolitik zu arbeiten, wie soll dass denn gehen...:(

Was ich vor allem im Sinn hatte war, deiner kleinen Attacke die Schärfe zu nehmen und das Thema sachlich anzugehen. Mir ist schon klar, was in meinem Beruf abläuft. Auf der Sachebene sehe ich beide Seiten der Medaille, aber mich selbst von Systemkonformität freizusprechen ist auch nur eingeschränkt möglich.

Letztlich komme ich immer wieder auf die Formel: Bevor uns jemand den ethischen Gehalt unseres Schaffens vollumfänglich zu vertreten zwingt, müssen wir eine echte Wahl haben, was wir tun. Der Rahmen ist mir persönlich zu eng. Ich könnte darüber stundenlang schwadronieren, aber das muss nicht sein ;-)

Zitat
Na ja, mein Punkt war, dass das System die Prostitution braucht, nur die Prostituierten selbst haetten es doch lieber anders.

Da sind wir beim Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Patriarchat. Die beiden Herrschaftsformen sind miteinander verwoben...

Grüsse - CN
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