Autor Thema: Tinnitus...  (Gelesen 20437 mal)

lu.gal

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Tinnitus...
« Antwort #30 am: 04:44:06 Sa. 23.April 2005 »
Aha, ein konsequenter Analogie!

Richtig ist, daß ein digitaler Einfluß, egal an welcher Stelle, der Natürlichkeit der Musik zwangsläufig abträglich ist. Dies liegt an dem grundsätzlich analogen Wesen von Musik, die live erzeugt, immer auch von den Unwägbarkeiten der begleitenden Umstände bestimmt wird. Das menschliche Gehör ist nun mal seit Jahrtausenden darauf geeicht, den Inhalt von der Form zu trennen; daß heißt, als korregierendes Element die Fehler zugunsten des befriedigenden Erlebnisses auszublenden.

Diese „Fehler“, auch bekannt als „Harmonische Verzerrungen“ machen z.B. den Reiz von Röhrenverstärkern aus, da sie diese der Reproduktion wieder hinzufügen.

Die Entwickler von Digitalwandlern haben aber im Laufe der Zeit dazugelernt und sind nun in der Lage, das typische „unnatürliche“ aus der eigentlich korrekten Umsetzung auszublenden. So kann ich aus Erfahrung sagen, daß die CD der LP mit all den Unwägbarkeiten ihres Abspielgerätes, dem Plattenspieler, haushoch überlegen ist.

Dort sind dermaßen viele Faktoren für den Klang verantwortlich, daß man kaum alle in den Griff bekommt:

Dies beginnt bei der Entscheidung ob ein Direkttriebler oder ein Riemenlaufwerk zum Einsatz kommt. Desweiteren bestimmen die Plattentellerauflage, der Tonabnehmer und die Art seines Diamantenschliffes, das Resonanzverhalten von Headshell und Tonarm, sowie die elektrische Kapazität des Tonarmkabels in Verbindung mit dem Kabel zum Vorverstärker den Klangcharakter. Nicht zu reden von der Plattenspielerbasis; ob massiv oder eher frequenzbezogen adäquat ergänzend. Dazu kommt noch die Qualität des Tonträgers: ist er sauber, plan und das Loch wirklich zentriert?

Da ist die verfahrensmäßig korrekte Wiedergabe einer CD geradezu ein Kinderspiel. Wenn man den Grundsatz im Auge behält, daß nämlich das Laufwerk die Musik macht, während der Wandler nur Töne übersetzt, ist man schon auf der sicheren Seite.
Während die weitverbreiteten Philipslaufwerke zwar präziese und klangfarbenneutral sind, so hat das mittlerweile nicht mehr gebaute klassische Sonylaufwerk Vorteile bei der Rhytmik und der Feindynamik. Es ist sicherlich kein Zufall, das sich die HighEnd-Schmiede Accuphase alle restlichen Sonyläufer für ihre Player gesichert hat.

Wer heute eine befriedigende CD-Wiedergabe haben möchte, besorgt sich bei ebay je nach Budget einen Sony CDP-X33es, CDP-X55es, oder gar einen CDP-X77es, womöglich sogar mit dem „Swoboda“-Tuning, das kommt aber je nach Ausbaustufe auf gute 1.500,-Euro.

Entscheidend ist aber dies: Höre ich mit meiner Anlage gerne Musik, oder habe ich dazu keine Lust? Denn dann stimmt etwas nicht mit ihr.

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