Autor Thema: Krankenhausschließungen  (Gelesen 2946 mal)

ManOfConstantSorrow

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Krankenhausschließungen
« am: 22:35:27 Sa. 15.Januar 2005 »
Größte Demonstration in der Geschichte Hechingens

Albstadt: "Heilen braucht Nähe", unter diesem Motto fand am 10. Januar 2005 eine grandiose Demonstration gegen die geplante Schließung des Hechinger Krankenhauses statt. Mit über 3.000 Teilnehmern die wohl größte Demonstration in der Geschichte der 750-jährigen Stadt Hechingen, so weiß der "Zollern-Alb-Kurier" zu berichten. Die Beschäftigten der Klinik, die die Demonstration für den Erhalt der Klinik selbst organisierten, waren selbst überrascht über die große Solidarität, die weit über die Stadt selbst hinausging. Man muss dazu auch sagen, dass die Klinik der zweitgrößte Arbeitgeber der Stadt ist.

Solidaritätsgrüße aus mehreren Kliniken verdeutlichten: Überall dieselben Sparmaßnahmen, Bettenabbau, verstärkte Arbeitshetze und Klinikschließungen. Die Wut aller richtet sich dagegen, dass immer deutlicher wird: Es geht lange nicht mehr um die Gesunderhaltung der Bevölkerung, sondern um den Profit. Es muss Kohle gemacht werden um jeden Preis, auch um den Preis der medizinischen Unterversorgung der Bevölkerung. Dabei ist es ein Witz, dass die Hechinger Klinik sogar seit Jahren schwarze Zahlen schreibt! Alle drei Kreiskliniken zusammen machten 2004 ein Minus von zwei Millionen Euro. Da kann man nur sagen, na und, da sind unsere Steuergelder wenigstens mal vernünftig ausgegeben, wozu bezahlen wir sie eigentlich sonst?

Die drei Kreiskliniken Albstadt, Balingen und Hechingen gehören seit einem Jahr zur Hälfte dem Landkreis Zollernalb und zur anderen Hälfte dem Uniklinikum Tübingen. Der Aufsichtsratsvorsitzende, Landrat Fischer, der dort zur selben Zeit seinen Neujahrsempfang gab, wurde von den Demonstrierern mit Buhrufen und Pfiffen empfangen. Funk, Fernsehen und selbstüberregionale Zeitungen berichteten.

Am Ende der Demo wurde bekannt gegeben, dass eine Bürgerinitiative gegründet werden soll, sowie ein Gremium von Fachleuten, die ein Konzept erarbeiten sollen, wie alle drei Kreiskliniken erhalten werden können, denn die Kliniken, und das wurde immer wieder betont, dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.  Für den Erhalt aller drei Kreiskliniken!

aus: rf-news
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

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Krankenhausschließungen
« Antwort #1 am: 16:35:24 Fr. 04.November 2005 »
Mit der Einführung von Fallpauschalen 2003 und der Ausrichtung auf eine profitorientierte Unternehmensführung beschleunigt sich der Konzentrationsprozess bei den Krankenhäusern. So planen die Landkreise Schwäbisch Hall und Hohenlohe (Baden-Württemberg) die Schließung von fünf Kliniken und die Errichtung eines 150 Millionen teueren Zentralklinikums. Im Schwarzwald-Baar-Kreis gab es 1999 noch sieben Krankenhäuser. Drei wurden geschlossen und von den noch bestehenden vier sollen zwei weitere dichtgemacht werden. In Stuttgart sollen bis 2020 von den bestehenden fünf nur noch zwei übrigbleiben. Allerdings gelang es durch den Protest gegen die geplante Schließung der Kliniken in Waiblingen und Backnang im Rems-Murr-Kreis (zugunsten einer neuen Klinik in Winnenden) das Krankenhaus in Schorndorf zu erhalten.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

LinksDenker

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Krankenhausschließungen
« Antwort #2 am: 17:07:56 Fr. 04.November 2005 »
Man kann ja im Rahmen des Hartz 4 Nachfolgeprogramme (Arbeitstitel : Euthanasie 5) die leerstehenden Krankenhäuser in ALG-II Unterkünfte mit angeschlossener ALG Endlösungseinrichtung verwandeln.

Kuddel

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  • Fischkopp
Re: Krankenhausschließungen
« Antwort #3 am: 09:15:31 Fr. 14.Februar 2020 »
Kliniksterben in Deutschland - Ten Feet Under

https://www.mydrg.de/kliniksterben/index.html

Zitat
Proteste gegen die Schließung: Eine Stadt kämpft für ihr Krankenhaus

Seit die KMG Kliniken vor einem Monat die Schließung ihres Krankenhauses in Havelberg verkündet hat, hagelt es Proteste. Das Unternehmen argumentiert dagegen, während die Bürger nach neuen Wegen zum Erhalt der Klinik suchen.


https://www.maz-online.de/Lokales/Prignitz/Proteste-gegen-Schliessung-des-KMG-Klinikums-Havelberg


Kuddel

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  • Fischkopp
Re: Krankenhausschließungen
« Antwort #4 am: 13:15:46 So. 14.März 2021 »
Zitat
Kliniksterben in der Pandemie
  • Kleine Krankenhäuser haben gerade in Pandemiezeit kaum Chancen zu überleben
  • 20 Kliniken wurden bereits im letzten Jahr trotz Corona geschlossen
  • Kleine Klinken können bei Fixkosten nicht mithalten
  • Teure, große Operationen finden meistens in Städten statt
  • Nachteil für kleine Krankenhäuser auf Land bei den Fallpauschalen
  • Vorwurf: Gesundheitsökonomen reden kleine Kliniken in Studien schlecht
  • Grundversorger-Kliniken von Rettungsschirm ausgeschlossen
  • Kliniksterben geht 2021 weiter – auch bei großen Häusern
...Beispiel Krankenhaus Ingelheim. Erst noch zur Corona-Spezialklinik aufgerüstet. Und dann Ende Dezember geschlossen. Nach 80 Jahren. Alles muss raus. Auch die 190 Mitarbeiter: alle entlassen – auf dem Höhepunkt der zweiten Welle...
https://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/sr/Sendung-vom-17-02-2021-Kliniksterben-in-der-Pandemie-100.html

Die Antipandemiepolitik der Bundesregierung ist eine Farce.
Es ist Wirtschaftspolitik und die Simulation einer Gesundheitspolitik.
Die neoliberale Alptraum geht weiter.   

Kuddel

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  • Fischkopp
Re: Krankenhausschließungen
« Antwort #5 am: 11:43:42 Mi. 17.März 2021 »
Trotz Corona schließen immer mehr kleine Krankenhäuser.

Ein weiterer Bericht zum gleichen Thema: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/muss-die-klinik-sich-gesundstossen

Frauenpower

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Re: Krankenhausschließungen
« Antwort #6 am: 14:16:56 Sa. 16.Oktober 2021 »

Frauenpower

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Re: Krankenhausschließungen
« Antwort #7 am: 12:46:37 Do. 28.Oktober 2021 »
Geburtsstation in Attendorf (NRW) schließt. Angeblich wegen Ärzt_innen und Fachkräftemangel

https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/geburtsklinik-attendorn-schliesst-im-november-100.html

Kuddel

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  • Fischkopp
Re: Krankenhausschließungen
« Antwort #8 am: 13:36:19 Di. 14.Dezember 2021 »
Subventionierte Schließungen. Mit Mitteln des Krankenhausstrukturfonds wurden, beziehungsweise werden noch, 34 Krankenhäuser oder -standorte geschlossen.

https://www.jungewelt.de/artikel/416505.raubbau-an-gesundheitsversorgung-subventionierte-schlie%C3%9Fungen.html

Kuddel

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  • Fischkopp
Re: Krankenhausschließungen
« Antwort #9 am: 13:27:54 Mi. 22.Dezember 2021 »

Frauenpower

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Re: Krankenhausschließungen
« Antwort #10 am: 06:35:57 Sa. 29.Januar 2022 »
Nachdem 2021 im grün-schwarzen Baden-Württemberg bereits 4 Kliniken geschlossen wurden! Ist die Schließung der Krankenhäuser in Bad Waldstraße und Tuttlingen beschlossene Sache, wie es der Grünen Ba-Wue Sozialminister Manfred Lucha  auf dem Ravensburger Kreis tag verkündet haben soll!
Zudem seien  für viele Kliniken zig Teilschleßungen angekündigt im Gesagtes ländlichen Raum.

Bad Waldsee will sich wehren
https://www.wochenblatt-news.de/krankenhauses-bad-waldsee-wir-wollen-uns-mit-aller-kraft-dafuer-einsetzen/

"Der Pflexit droht" heißt es im Kontext
https://www.kontextwochenzeitung.de/politik/561/pflexit-droht-7927.html

Die Krankenhaus-Schließungen mache den Pflegeberuf noch unattraktiver

Auf Land soll man ziehen im Zuge der Gentrifizierung, und für die Gesundheit muss es wieder die Großstadt sein??


dagobert

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Re: Krankenhausschließungen
« Antwort #11 am: 10:39:47 Sa. 29.Januar 2022 »
Das wird nicht auf Ba-Wue beschränkt bleiben.

Der Gesundheits-Klabautermann war ja in der Vergangenheit auch der Meinung, es gäbe zu viele Krankenhäuser in Deutschland.
https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Interview-SPD-Gesundheitsexperte-Lauterbach-Wir-haben-zu-viele-Krankenhaeuser-id54513861.html
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

Kuddel

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Re: Krankenhausschließungen
« Antwort #12 am: 11:05:56 Sa. 29.Januar 2022 »
Den Jens Spahn fanden alle scheiße.
Der Lauterbach wurde hingegen medial derart mit Lob überschüttet, das war nicht mehr feierlich.
Den sollte man sich mal genauer ansehen: 
https://uksh-blog.netzwerkit.de/2022/01/11/lichtgestalt-lauterbach/

Frauenpower

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Re: Krankenhausschließungen
« Antwort #13 am: 12:57:26 Sa. 29.Januar 2022 »
Also von Lauterbach bin ich enttäuscht. Bei um die 15000 Euro plus im Monat muss der sich ja keine Gedanken machen um die gesundheitliche Versorgung. Zur Not lässt er sich nach Amerika einfliegen.

Ein Haus, das im Schwarzwald früher mal ein Krankenhaus gewesen sein soll wird jetzt für Wohnungen umgebaut. Für fck Eigentumswohnungen!
https://www.suedkurier.de/region/schwarzwald/voehrenbach/altes-krankenhaus-wird-umgebaut;art372542,10887269
(Artikel mit paywall).

Also ich würde gerne mal Zahlen, Daten und Fakten zu lesen bekommen, was die Schließungen so nötig macht.
Nebst Kranken- und Arbeitsplätze gehen auch Ausbildungsplätze verloren. Und dann wird wieder Fachkräftemangel gekräht. Und das Volk hat sich schlecht zu fühlen, weil der Job der Pflegetätigkeit ja so verschmäht würde.

dagobert

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Re: Krankenhausschließungen
« Antwort #14 am: 13:51:55 Sa. 29.Januar 2022 »
Also ich würde gerne mal Zahlen, Daten und Fakten zu lesen bekommen, was die Schließungen so nötig macht.
Das Geld.

Krankenhäuser müssen ausreichend Profite für die Eigentümer abwerfen.
Alle Krankenhäuser die das nicht schaffen, sind überflüssig.
Neoliberale Marktlogik.
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)