Autor Thema: Anarchismus  (Gelesen 8660 mal)

AnarchoAdrian

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Anarchismus
« am: 15:58:09 Mo. 15.Juni 2009 »
Mir ist klar, dass chefduzen kein rein anrahcistisches Forum ist, aber mich würds intressieren mich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Was denkt ihr über Anarchismus?
Machbar oder reine Utopie?



Anarchie ist Ordnung ohne Herrschaft.
Anarchie ist machbar, Herr Nachbar.

Colonel Rock and Roll

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Re: Anarchismus
« Antwort #1 am: 18:03:15 Mo. 15.Juni 2009 »
»Der Klassenkampf als Schluß, worin sich die Bewegung und Auflösung der ganzen Scheiße auflöst.« Marx an Engels, 30.4.1868

AnarchoAdrian

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Re: Anarchismus
« Antwort #2 am: 19:48:03 Mo. 15.Juni 2009 »
Wohin Marx geführt hat, hat man ja gesehen.

Er war intolerant und viel zu autoritär.
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Colonel Rock and Roll

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Re: Anarchismus
« Antwort #3 am: 20:09:51 Mo. 15.Juni 2009 »
 ;D Wo steht denn bei Marx was von Gulag?
»Der Klassenkampf als Schluß, worin sich die Bewegung und Auflösung der ganzen Scheiße auflöst.« Marx an Engels, 30.4.1868

Colonel Rock and Roll

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Re: Anarchismus
« Antwort #4 am: 20:49:44 Mo. 15.Juni 2009 »
»Der Klassenkampf als Schluß, worin sich die Bewegung und Auflösung der ganzen Scheiße auflöst.« Marx an Engels, 30.4.1868

LibertärerCommie

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Re: Anarchismus
« Antwort #5 am: 22:53:07 Mo. 15.Juni 2009 »
hi!
bin auch so ein anarcho.
na klar ist anarchie machbar. auch wenn es heute eher einer utopie gleicht. demokratie galt jahrhunderte auch als utopie. und jetzt? jetzt ist sie traurige realität.

zu marx: natürlich hat marx nichts über gulag geschrieben oder ähnliches. aber er war ein autoritärer charakter. seine ansichten über zentralismus wurden ja in allen kommunistischen staaten praktiziert. und nur wer die dortige propaganda für wahr hält, kann es noch als eine gute idee finden.
aber so ganz kann man marx auch nicht verteufeln, denn gegen seine kapitalismus-analyse lässt sich nichts sagen. zudem hat ja bakunin marx's manifest bekannterweise ins russische übersetzt, trotz des ärgers bei der damaligen iaa
"Der Name Deutschland bedeutet heute brutalen und triumphierenden Sklavensinn"

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Re: Anarchismus
« Antwort #6 am: 23:31:13 Mo. 15.Juni 2009 »
Zitat
kommunistischen staaten

Was soll denn ein "kommunistischer Staat" sein, wenn der Kommunismus im Sinne von Marx eine STAATEN- und klassenlose Weltgesellschaft ist? Damit stehst du offensichtlich ganz auf dem Boden des Gebräus an diffusen Volksmeinungen über Kommunismus.

"Sie [die Proletarier] befinden sich daher auch im direkten Gegensatz zu der Form, in der die Individuen der Gesellschaft sich bisher einen Gesamtausdruck gaben, zum Staat, und müssen den Staat stürzen, um ihre Persönlichkeit durchzusetzen." [Marx, Die deutsche Ideologie]

Zitat
aber er war ein autoritärer charakter.

Bitte begründen. Und: was soll das mit Adornos "Studien über den autoritären Charakter" zu tun haben?
»Der Klassenkampf als Schluß, worin sich die Bewegung und Auflösung der ganzen Scheiße auflöst.« Marx an Engels, 30.4.1868

LibertärerCommie

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Re: Anarchismus
« Antwort #7 am: 19:58:42 Di. 16.Juni 2009 »
zu adorno hab ich gar nichts gesagt.

das marx auturitär war, kann man schon sehen, wie es bei der iaa gelaufen ist. er wollte unbedingt seine zentralismus-idee durchbekommen, obwohl diese keine mehrheit hat. die mehrheit war für eine förderale struktur. daher ließ er in einem undemokratischen akt befürworter des förderalismus (bekannteste figur war bakunin) rauswerfen anstatt sich der mehrheit anzuschließen.

das marx an eine staatenlose welt dachte, weiß ich auch. aber von den kp's wurde ja mehr auf einem diktatorischen staat gebaut als seine ideen zu verwirklichen. und komm jetzt nicht mit lüge. ich mache da auch keinen unterschied zwischen nordkorea oder kuba zb. beide sind diktatorische staaten. nur auf kuba ist meistens bestes wetter und schön warm

marx kann man immer so oder so zitieren. das ist noch keinen beweis für irgendeine position von ihn.
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Colonel Rock and Roll

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Re: Anarchismus
« Antwort #8 am: 00:26:01 Mi. 17.Juni 2009 »
Zitat
das marx auturitär war, kann man schon sehen, wie es bei der iaa gelaufen ist. er wollte unbedingt seine zentralismus-idee durchbekommen, obwohl diese keine mehrheit hat. die mehrheit war für eine förderale struktur. daher ließ er in einem undemokratischen akt befürworter des förderalismus (bekannteste figur war bakunin) rauswerfen anstatt sich der mehrheit anzuschließen.

meine güte, jetzt kommen die alten anekdoten der beleidigten.... marx war weder vertreter eines föderalismus noch dessen, was die anarchisten irgendwie mit "zentralismus" verbinden. und schon gar nicht des leninschen "demokratischen zentralismus". von daher ist das ganze eher mal eine bloße scheinfrage, die vom kern ablenkt. ansonsten: "undemokratisch" (bist du demokrat, ja? dann scheinst gerade du als anarchist in der form staat zu denken) heißt autoritär/autoritaristisch, oder was? da lachen ja die hühner!
ansonsten: wenn du schon diese langweiligen geschichten ("undemokratischer akt" etc.) hervorkramst kann ich davon mal abgesehen erwähnen, daß man in bakunins "staatlichkeit und anarchie" und anderswo (ja, ich habe einige anarchotexte gelesen) die derbsten antisemitischen ausfälle gegen marx (was ein zufall!) und juden insgesamt nachlesen kann, die naziterminologie teilweise in nichts nachstehen, wenn er juden als "parasitäres volk von blutegeln" kennzeichnet!

Zitat
das marx an eine staatenlose welt dachte, weiß ich auch. aber von den kp's wurde ja mehr auf einem diktatorischen staat gebaut als seine ideen zu verwirklichen.


ja und? die kps haben aber auch genauso wenig wie 95% aller anarchisten, die sowieso meistens nur verwirrte linksliberale (die theoretischen wurzeln des anarchismus liegen im liberalismus) sind, irgendetwas mit marx' theorie zu tun gehabt. deshalb ist marx das was in nordkorea oder sonst wo läuft/gelaufen ist auch nicht anzulasten.

Zitat
marx kann man immer so oder so zitieren. das ist noch keinen beweis für irgendeine position von ihn.

jaja: fakten, fakten, fakten - das wusste schon die focus-redaktion.... dann zitiere mal marx bzw. "weise nach", wie aus seiner theorie der historische und tlw. noch existierende staatssozialismus, der in wirklichkeit einfach nur ein staatskapitalismus war/ist, hervorgegangen sein soll.
les' doch vielleicht einfach mal eher die originalen texte von marx anstatt irgendwelche hochbrisanten fakten aus fau-broschürchen o.ä. zu präsentieren. oder etwa auch von diesen - wie marx selbst - explizit antistaalichen kommunisten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Pannekoek
http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Mattick
http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Agnoli

(die wikipedia-artikel sind scheiße, sollen nur ein hinweis sein.)
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Colonel Rock and Roll

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Re: Anarchismus
« Antwort #9 am: 00:45:43 Mi. 17.Juni 2009 »
nochmal. ich kann diesen text von maximilien rubel nur auf allerheftigste empfehlen: http://theoriepraxislokal.org/imp/rubel_marxanarch.php
»Der Klassenkampf als Schluß, worin sich die Bewegung und Auflösung der ganzen Scheiße auflöst.« Marx an Engels, 30.4.1868

schwarzrot

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Re: Anarchismus
« Antwort #10 am: 07:52:25 Mi. 17.Juni 2009 »
Zitat
Colonel Rock and Roll :
Kommunistische Kritik des Anarchismus:

http://www.junge-linke.de/kritik_der_linken/kritik_am_anarchismus.html
http://jungle-world.com/artikel/2009/21/34900.html

Von 'fakten, fakten, fakten' war da aber nicht viel zu lesen. Vielmehr von annahmen, von dem anderen die falschen anschauungen unterstelllen und dann (natürlich) prima an simplifizierten eigenen modellen widerlegen zu können.
Wobei der jungle-world artikel da mindestens _etwas_ seriöser ist, als der antideutsche quark von 'junge-linke', der übrigens gar nicht mal wirklich gegen 'anarchismus' sondern in weiten teilen eher gegen 'marxisten'/'linke' generell schreibt.

Ich weiss nicht, ob ich mir noch weitere texte, die du hier vorschlägst, durchlesen werde, wenn du schon bei den ersten zwei zeigst, dass du von anarchistischer theorie so wenig ahnung hast und auf durchschaubar billige polemiken reinfällst.

Um es klar zu sagen, 'anarchismus' hat sicher ein paar ecken, in der die theorie kaum praktikable antworten auf reale erfordernisse bietet. Beim 'marxismus' ist das nicht anders. Von den (neo-)'liberalen' theorien, wo schon das grundmodell falsch läuft, mal ganz abgesehen.
Für dich wäre es u.u. aber produktiver, über probleme und lösungen zu amoklaufenden marxistischen theorien nachzudenken.
Ich vermute mal, dass du in diesem bereich mehr grundwissen hast.

Dass du die blöde 'fakten, fakten, fakten', 'focus' werbefloskel benutzt, zeigt mir aber noch nicht, dass du über dinge, die du annimmst, wirklich reflektierst. (: In der 'focus' findet sich viel, von neokapinski-propaganda, bis nachgeplapper, viel sex-sells, neiddebatte, belanglosigkeiten. Gerade 'fakten' musst du in der 'focus' meisst mit der lupe suchen!)

Zu AnarchoAdrian.
Wenn ich mich richtig erinnere, finden es die meisten FAU-syndikate/ortsgruppen nicht so prickelnd, wenn einzelne gewerkschaftsmitglieder zu sehr mit FAU-insignien rumfuchteln und damit der allgemeinheit vorgaukeln, ihre meinung wäre die ihrer ortsgruppe, oder gar der gesamt-FAU.
Da hat zudem codeman(? oder war es workless?) recht (neben dem fau-logo, welches du hier spazieren führst), deine drei-wort-kommentare passen eher zu foren-trollen.
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht

Colonel Rock and Roll

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Re: Anarchismus
« Antwort #11 am: 11:14:11 Mi. 17.Juni 2009 »
Zitat
antideutsche quark von 'junge-linke'

Antideutsche sind die auf keinen Fall.

Zitat
Ich weiss nicht, ob ich mir noch weitere texte, die du hier vorschlägst, durchlesen werde, wenn du schon bei den ersten zwei zeigst, dass du von anarchistischer theorie so wenig ahnung hast und auf durchschaubar billige polemiken reinfällst.

Der Text von diesem M. Rubel ist der einzige den ich 100%ig befürworte. Und was an Polemik falsch sein soll und weshalb genau diese Polemik "billig" sein soll, konnstest du nicht zeigen.

Zitat
Dass du die blöde 'fakten, fakten, fakten', 'focus' werbefloskel benutzt, zeigt mir aber noch nicht, dass du über dinge, die du annimmst, wirklich reflektierst. (: In der 'focus' findet sich viel, von neokapinski-propaganda, bis nachgeplapper, viel sex-sells, neiddebatte, belanglosigkeiten. Gerade 'fakten' musst du in der 'focus' meisst mit der lupe suchen!)

;D Nicht mal Ironie kannst du erkennen! "LibertärerCommie" kommt hier mit Fakten, Fakten, Fakten von irgendwelchen alten Intrigen aus der IAA. Mir ginge es darum, daß wenn dann gezeigt wird, wie aus der marxschen Theorie ein staatssozialistisches Modell abgeleitet werden soll.
»Der Klassenkampf als Schluß, worin sich die Bewegung und Auflösung der ganzen Scheiße auflöst.« Marx an Engels, 30.4.1868

Nestor

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Re: Anarchismus
« Antwort #12 am: 20:28:55 Mi. 24.Juni 2009 »
Zitat
Wenn ich mich richtig erinnere, finden es die meisten FAU-syndikate/ortsgruppen nicht so prickelnd, wenn einzelne gewerkschaftsmitglieder zu sehr mit FAU-insignien rumfuchteln und damit der allgemeinheit vorgaukeln, ihre meinung wäre die ihrer ortsgruppe, oder gar der gesamt-FAU.

Wenn die Allgemeinheit sowas annimmt, - glaube ich nicht - dann ist sie selbst schuld.
Was aber voll nervt, ist Dein Snobismus.

Kater

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Re: Anarchismus
« Antwort #13 am: 20:36:46 Mi. 24.Juni 2009 »
 ??? ???

ich hatte bei den meist nichtssagenden Beiträgen von AnarchoAdrian den Eindruck, er wolle damit der FAU schaden...

(nach dem Motto: wenn die sonst nichts zu sagen haben...)

schwarzrot

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Re: Anarchismus
« Antwort #14 am: 21:25:08 Mi. 24.Juni 2009 »
Nicht nur du, Kater hattest diesen eindruck, sondern ein paar leute mehr hier.
Nur hat halt Nestor die ca15(?) drei-wort-postings am 15. von Adrian nicht mitbekommen.

Immerhin kann Nestor schön Rocker zitieren und weiss, dass mensch kräftig mit stigmatas um sich schmeissen muss, um sich wichtig fühlen zu können.

Da bleibe ich wirklich lieber ein 'Schuhmacher-Lehrling' (Scottish: 'snab') und 'nicht-student'/'unadelig'  ;D

@Colonel Rock and Roll
Das erste viertel deines dritten empfohlenen textes hab ich durch, fand ich nicht so schlecht.
Auch wenn ich einiges zu schön fand, um es zu glauben. Mal sehen, wann ich es packe den rest durchzulesen.
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

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