Autor Thema: Anarchismus  (Gelesen 8661 mal)

meltman

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Re: Anarchismus
« Antwort #15 am: 21:53:11 Mi. 24.Juni 2009 »
Schöne Doku über den spanischen Bürgerkrieg:



Zitat
In Spanien wurden während des Bürgerkriegs 1936-39 weite Teile der Wirtschaft, besonders in Katalonien, unter Selbstverwaltung der Arbeiter kollektiviert. Bis zur Zerschlagung durch Franco und Stalinisten wurde die Produktionskapazität, soziale Gerechtigkeit und kulturelle Entwicklung gesteigert. Gerade in der Zeit der Globalisierung ein Teil der Geschichte der nur sehr selten behandelt und aktueller denn je wird.

Jeder sozialistische/kommunistische Staat hat doch versagt! Chavez lässt Gewerkschaftler verprüggeln, die SED erklärt ihr eigenes Volk zum Feind und mit China und Konsorten fang ich garnicht erst an! Ob mir mein Chef sagt wos langeht und mich ausnutzt oder ob das der Parteibonze tut, geht mir am Arsch vorbei.

"Politiker, die sich Manager als neue Feindbilder aussuchen, vergessen, dass Eliten in anständiger Weise miteinander umgehen sollten."
Hans-Peter Keitel

LibertärerCommie

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Re: Anarchismus
« Antwort #16 am: 11:49:32 Do. 25.Juni 2009 »
richtisch!!!
"Der Name Deutschland bedeutet heute brutalen und triumphierenden Sklavensinn"

Bakunin in "Gott und der Staat"

Nestor

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Re: Anarchismus
« Antwort #17 am: 20:16:49 Do. 25.Juni 2009 »
Colonel:
Zitat
les' doch vielleicht einfach mal eher die originalen texte von marx anstatt irgendwelche hochbrisanten fakten aus fau-broschürchen o.ä. zu präsentieren.

Na, da gibt es auch diesen Text, wo Marx doch schon verdammt gut wegkommt.
http://www.anarchismus.at/txt4/guerin.htm

Zitat
wenn der Kommunismus im Sinne von Marx eine STAATEN- und klassenlose Weltgesellschaft ist?

Engels: "Lehre von den Bedingungen der Befreiung des Proletariats" (Grundsätze des Kommunismus)
Schade dass er das "staatenlose Gesellschaft" vergessen hat.

Zitat
wie 95% aller anarchisten, die sowieso meistens nur verwirrte linksliberale (die theoretischen wurzeln des anarchismus liegen im liberalismus) sind,
He? Was bitte hast du gegen den Liberalismus?

Zitat
meine güte, jetzt kommen die alten anekdoten der beleidigten.... marx war weder vertreter eines föderalismus noch dessen, was die anarchisten irgendwie mit "zentralismus" verbinden.

"Die Franzosen brauchen Prügel. Siegen die Preußen, so die Zentralisation der state power, nützlich der Zentralisation der deutschen Arbeiterklasse. -Das deutsche Übergewicht wird ferner den Schwerpunkt der westeuropäischen Arbeiterbewegung von Frankreich nach Deutschland verlegen, und man hat bloß die Bewegung von 1866 bis jetzt in beiden Ländern zu vergleichen, um zu sehen, daß die deutsche Arbeiterklasse theoretisch und organisatorisch der französischen überlegen ist. Ihr Übergewicht auf dem Welttheater über die französische wäre zugleich das Übergewicht unserer Theorie über die Proudhons etc."
(Marx an Engels, 1870)

Nestor

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Re: Anarchismus
« Antwort #18 am: 14:44:07 Fr. 26.Juni 2009 »
Colonel:
Zitat
dann zitiere mal marx bzw. "weise nach", wie aus seiner theorie der historische und tlw. noch existierende staatssozialismus, der in wirklichkeit einfach nur ein staatskapitalismus war/ist, hervorgegangen sein soll.

Was interessant wäre, ist die Frage, ob du mit irgendeinem Zitat mal nachweisen könntest, dass bei Marx eine staatssozialische Vorstufe (wie bei Lenin) ausgeschlossen ist.

Das hier:
Zitat
"Sie [die Proletarier] befinden sich daher auch im direkten Gegensatz zu der Form, in der die Individuen der Gesellschaft sich bisher einen Gesamtausdruck gaben, zum Staat, und müssen den Staat stürzen, um ihre Persönlichkeit durchzusetzen." [Marx, Die deutsche Ideologie]
reicht nicht aus. Einen Staat stürzen bedeutet nicht auch, dass es nachher keinen mehr geben soll - Lenin hätte das auch so zitieren können.

- Es gibt da nämlich nen Bären, der sich auch gut mit Marx auskennt. Er behauptet dies sei nicht möglich!

ProgressiveProletarian

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Re: Anarchismus
« Antwort #19 am: 13:36:52 Mo. 13.Juli 2009 »
 Parecon und Anarchosyndikalismus
Ein Interview mit Michael Albert

http://zmag.de/artikel/parecon-und-anarchosyndikalismus

Das Interview wurde ursprünglich in der Direkten Aktion Ausgabe 188 / Juli & August 2008 veröffentlicht.
IOPS ist eine klassenlose, globale Graswurzelbewegung auf Basis selbstverwalteter, lokaler Gruppen.

http://www.iopsociety.org/de

AlleMachtdenRäten

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Re:Anarchismus
« Antwort #20 am: 11:36:08 So. 27.Dezember 2009 »
Hi,

hier verfällt man wieder weit in die Geschichte zurück. Aber ist nicht gerade Anarchie der immer neue ANtrieb, mit neuen Ideen und neuen Enthusiasmus etwss verändern zu wollen. Und zwar nicht etwas kaputt zu machen ohne eine für slle bessere Lösung zu haben.
Und bei dem Wort "ALLE" beginnen die Probleme. Kann ich jemanden Güter und Eigentum absprechen, widerspricht nicht das dem anarchistischen Grundsatz? "Freiheit" die mit Waffen erkämpft wurde, bedeutete meist viel schlimmere Unterjochung.
Da Anarchie auch keine politische Richtung ist , sondern ein Way of life ist wird es wohl immer Utopie bleiben., oder vielleicht auch nicht. Es wird aber mindestens ein Prozess über etliche Generationen sein.

Insofern würde ich momentan die Basisdemokratie bevorzugen.

Gib einem Menschen Macht und Du erkennst sein wahres Gesicht.

Strombolli

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Re:Anarchismus
« Antwort #21 am: 14:23:40 So. 27.Dezember 2009 »
Im Grunde müsste ich dann sagen, dass ich ein Anarchist bin.

- die Herrschaft  von Menschen über Menschen und jede Art von Hierarchie  als Form der Unterdrückung von individueller und kollektiver Freiheit ablehnt - trifft voll zu
Freiheit - nehme ich mir, in den Grenzen die mir Geld und Gesellschaft setzt
Selbstbestimmung- nehme ich mir, in den Grenzen die mir Geld und Gesellschaft setzt, mehr als andere
Gleichberechtigung - ist ein Grundprinzip meines Handelns
Selbstverwirklichung der Individuen - klar, jedoch nicht zu Lasten anderer
Kollektive Selbstverwaltung - das klappt noch nicht!

Wichtig in dem ganzen Zusammenhang scheint mir doch die bürgerliche Besetzung des Begriffes Anarchismus und die daraus resultierende Verwirrung bei einfachen Menschen.
Das Systemmotto: "Gib mir Dein Geld! - Jetzt, Du dreckiges Opfer !!!! - Und habe immer ANGST VOR DEM MORGEN !!!"

"Hört auf, Profite über Menschen zu stellen!" Occupy
Permanent angelogen & VERARSCHT IN DEUTSCHLAND! - Ich habe mit Dir fertig

AlleMachtdenRäten

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Re:Anarchismus
« Antwort #22 am: 14:27:13 Mi. 30.Dezember 2009 »
@ Strombolli: Viele Menschen stellen bei genauerer Betrachtung der Anarchie fest das Sie anarchistisch denken.
Die Nomeklatur wurde im Laufe der Zeit geschickt manipuliert. Schliesslich sind nur Bombenleger, Steineschmeisser und vollkommen verdummte Menschen Anarchisten.
Geschickt wird eine völlig entfremdete Meinung geBILDet. 

Ich liebe Utopia, mir ist aber klar das Utopia Utopie ist.
Verzichten Reiche freiwilig auf Reichtum?
Politiker etc freiwillig auf Macht?
Wird jemand vom Chefsessel an die Basis gehen?

Und das ist der Knackpunkt. Wer Anarchie lebt wird niemals Gewalt ausüben, enteignen und diskreditieren.

Kommunisten und Sozialisten würden dies durchsetzen, sich die Filetstücke greifen und an Ungerechtigkeit nichts ändern. Der Staat übernimmt lediglich die Rolle des Unternehmers.

Basisdemokratie könnte ein guter Ansatz sein...
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Volkseigentum

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Re:Anarchismus
« Antwort #23 am: 18:55:34 Mi. 30.Dezember 2009 »
Wer Anarchie lebt wird niemals....enteignen......

Ich meine mir ist schon klar, daß das Ideal der Anarchisten eben nicht vergesellschaftete Produktion ist, sondern die Verteilung von Mitteln zum Leben und zur Arbeit auf Privatproduzenten..................

Trotzdem, deutlicher hättest du es nicht schreiben können..................
Reg.

Die zweite Welle des Sozialismus ist im Anrollen.

schwarzrot

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Re:Anarchismus
« Antwort #24 am: 19:43:40 Mi. 30.Dezember 2009 »
Zitat
AlleMachtdenRäten:
Wer Anarchie lebt wird niemals Gewalt ausüben, enteignen.
Beschäftige dich bitte mal mit der spanischen geschichte, companer@:
Auch anarchisten kommen manchmal nicht herum, diese dinge zu tun, wenn keine andere möglichkeit bleibt.
Ansonsten endet das wieder wie in spanien, wo stalinisten und 'kommunisten', die keine skrupel haben solche mittel anzuwenden, den faschisten in die hände spielen.

@Volkseigentum: Danke, klarer hättest du nicht schreiben können, dass es dir in wirklichkeit darum geht, zu enteigenen und gewalt auszuüben?  ;D
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht

Strombolli

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Re:Anarchismus
« Antwort #25 am: 21:00:39 Mi. 30.Dezember 2009 »
Ach, ich finde, da kommt schon wieder die Angst durch, das das kleine bischen Eigentum des kleinen Bürgers weggenommen wird. - Also Skrupel Banken und grössere Unternehmer, Manager usw.zu enteignen, hätte ich nicht.
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Re:Anarchismus
« Antwort #26 am: 02:08:44 Do. 31.Dezember 2009 »
Wer Anarchie lebt wird niemals....enteignen......
Ich meine mir ist schon klar, daß das Ideal der Anarchisten eben nicht vergesellschaftete Produktion ist, sondern die Verteilung von Mitteln zum Leben und zur Arbeit auf Privatproduzenten.................

Der Spruch von "AlleMachtdenRäten" scheint so verkuerzt, dass er einen Hintergrund vermissen laesst.

Um An_Archie ueberhaupt mal leben zu koennen, muss das private Eigentum an Produktionsmitteln vergesellschaftet werden! Ohne Chancen auf die Macht, Mittel zu- oder verteilen zu koennen (Also nix mit Gruppenbildung zum Zweck die Verteilung zu organisieren, ohne die Beteiligten zu fragen).

Was jedermensch privat fuer sich selbst produziert ist dabei voellig "Wurscht".

Es sollte nur jedermensch klar sein, dass es ohne das ihm gegoennte vergesellschaftliche Umfeld gar nicht moeglich waere, fuer sich selbst eine "Wurscht" zu produzieren. Diese Erkenntnis sollte zu einer Gesellschaft fuehren, die sich ihrer gemeinsamen Abhaengigkeiten bewusst ist.
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Re:Anarchismus
« Antwort #27 am: 02:23:25 Do. 31.Dezember 2009 »
Utopisch ist, so weiter zu machen wie bisher: Beispiel




These:
"Die anarchistische Gesellschaftsform ist eine an der Natur orientierte, dynamisch, stabilisierte "Choas"-Ordnung."

Hilfsmittel zur Veranschaulichung:


Hans-Peter Dürr über die ganzheitliche Physik

BakuRock

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Re:Anarchismus
« Antwort #28 am: 02:08:16 Fr. 05.Februar 2010 »
Utopisch ist, so weiter zu machen wie bisher: ................

Das waere nicht utopisch, sonder besteht als reale Gefahr. Die "Atomisierung" der Gesellschaften fuehrt zu dem truegerischen Schluss, ein Mensch koenne ohne den anderen lebensfaehig sein. Falsch!

Selbst der (vermeintlich) unabhaengige Reiche braucht einen anderen Menschen den er "ausnehmen" kann, um eben reich zu werden. Ohne diesen koennte er niemals "reich" werden. Er braucht also eine andere, auf deren Kosten er sich bereichern kann.

Utopie ist: Die Macht in den Koepfen zu "entmachten", die sowas zulaesst - mit guten Argumenten.

Schafft das Geld ab, und alle hortbaren "Wertigkeiten". Ersetzt diese durch echte Wertigkeiten!

Dann ist die Utopie Gegenwart!
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Re:Anarchismus
« Antwort #29 am: 19:33:26 Di. 09.Februar 2010 »