Autor Thema: Arbeitsbedingungen und Bezahlung im Call Center  (Gelesen 6660 mal)

tleary

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Re: Arbeitsbedingungen und Bezahlung im Call Center
« Antwort #15 am: 22:48:55 Fr. 27.September 2019 »
Diese ganze Callcenter-Branche gehörte doch abgeschafft bzw. verboten. Wenn die ganzen Produktions- und Bestellabläufe kundenfreundlicher wären, wären sie zudem überflüssig.

Und beschissen wird man von diesen Callcenter-Mitarbeitern sowieso. Ich kann mich vor einiger Zeit an eine 1&1-Vertragsverlängerung erinnern, wo ich den Vertrag ohne Änderung weiterführen wollte. Da hat diese Callcenter-Tussi mir dann unbemerkt eine Vertragsoption mit eingebucht, die ich gar nicht wollte. Mußte dann (nachdem ich den Betrug bemerkte) erst wieder in diesem Callcenter anrufen, und um Stornierung bitten. Der Callcenter-Agent hörte dann die damalige Gesprächsaufzeichnung ab, und stornierte daraufhin die Option. Bei jemandem, der nicht so darauf geachtet hätte wie ich, wäre die Frau damit durchgekommen und hätte schön ihre Provision dafür kassiert. Der Gelackmeierte wäre der Kunde gewesen, der dann 24 Monate für etwas zahlt, was er gar nicht wollte.
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

Hosenscheisser

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Re: Arbeitsbedingungen und Bezahlung im Call Center
« Antwort #16 am: 20:37:06 Mo. 14.Oktober 2019 »
Also ich habe nach 20 Jahren Callcenter-Arbeit die Branche gewechselt und ich war in insgesamt 6 Callcentern in NRW tätig gewesen.
Ich habe mit Mitte 40 deswegen aufgehört, weil in jedem 2. Callcenter die Bezahlung auf Mindestlohn war und die Arbeitsbedingungen eine Katastrophe,
selbst im Banken und Versicherungssektor und die Verträge wurden nach 2 Jahren nie verlängert.
Egal ob bei Sitel, Amevida oder BuW , wie die Firmen sonst noch heißen.
Zum Glück findet die Branche keine Leute mehr und das große Fressen hat begonnen die Großen schlucken die Kleinen.

MarcoW75

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Re: Arbeitsbedingungen und Bezahlung im Call Center
« Antwort #17 am: 15:50:45 Sa. 26.Oktober 2019 »
Also ich habe nach 20 Jahren Callcenter-Arbeit die Branche gewechselt und ich war in insgesamt 6 Callcentern in NRW tätig gewesen.
Ich habe mit Mitte 40 deswegen aufgehört, weil in jedem 2. Callcenter die Bezahlung auf Mindestlohn war und die Arbeitsbedingungen eine Katastrophe,
selbst im Banken und Versicherungssektor und die Verträge wurden nach 2 Jahren nie verlängert.
Egal ob bei Sitel, Amevida oder BuW , wie die Firmen sonst noch heißen.
Zum Glück findet die Branche keine Leute mehr und das große Fressen hat begonnen die Großen schlucken die Kleinen.

Ich hab bisher nur in einem Callcenter gearbeitet. Da ich aber eigentlich einen IT-Beruf habe, bin ich das perfekte Opfer für ZAF, die Leute für IT-Callcenter wie die Callcenter von Firmen wie IBM oder  Computacenter suchen (deren Callcenter sitzen beide in Erfurt, ca 60km von hier). Wenn ich mich allerdings an die Zustände in der Bude zurückerinnere, wo ich war und bedenke, dass einige Kollegen überhaupt erst von IBM und ComputaCenter dorthin gewechselt sind, weil es bei den erwähnten CC noch grausamer war, dann bestärkt mich das darin, keinesfalls wieder in diese Branche zu wollen.  Noch mehr werde ich dabei von Fotos von Bekannten von mir unterstützt, die bei IBM im CC arbeiten und zeigen, dass die da wie die Hühner auf der Stange sitzen. Immer 6-8 Leute in Buchten von 3x4m und ohne jeglichen Schallschutz dazwischen.
 

counselor

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Re: Arbeitsbedingungen und Bezahlung im Call Center
« Antwort #18 am: 17:41:18 Sa. 26.Oktober 2019 »
Im Callcenter von IBM in Erfurt habe ich 2002 als Leiharbeiter gearbeitet. Das war damals schon die pure Verarschung.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

vampyrella

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Re: Arbeitsbedingungen und Bezahlung im Call Center
« Antwort #19 am: 14:27:13 Mo. 04.November 2019 »
Im Callcenter von IBM in Erfurt habe ich 2002 als Leiharbeiter gearbeitet. Das war damals schon die pure Verarschung.

Ich hatte da einen Freund arbeiten, dem haben sie damals 6€ bezahlt (ging über Adecco), war das bei dir auch so?
o
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counselor

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Re: Arbeitsbedingungen und Bezahlung im Call Center
« Antwort #20 am: 16:36:04 Mo. 04.November 2019 »
Es war IT@Manpower. Der Lohn war €9,00.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re: Arbeitsbedingungen und Bezahlung im Call Center
« Antwort #21 am: 13:00:21 Mo. 28.September 2020 »
Zitat
Jeder zweite Callcenter-Vollzeitbeschäftigte mit Niedriglohn

Fast jeder zweite Vollzeitbeschäftigte in den Callcentern in Mecklenburg-Vorpommern hat nach Angaben aus dem Wirtschaftsministerium im vergangenen Jahr einen Niedriglohn bekommen. Ende 2019 lagen demnach 2901 Vollzeitbeschäftigte in den Callcentern im Nordosten unter der für Ostdeutschland geltenden Niedriglohnschwelle von 1885 Euro im Monat. Das waren rund 44 Prozent der 6546 Vollzeitbeschäftigten der Branche (Stand: 30. Juni 2019), wie aus der Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken im Landtag hervorgeht. Die Niedriglohnschwelle liegt bei zwei Drittel des mittleren Entgelts aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Die Situation der Beschäftigten in den Callcentern in Mecklenburg-Vorpommern habe sich in den vergangenen Jahren zwar leicht verbessert, könne aber längst noch nicht zufriedenstellen, sagte der Linken-Abgeordnete Henning Foerster am Dienstag. Die Zahl der geringfügig Beschäftigten in der Branche sei ebenso gesunken wie die Zahl der Aufstocker auf Hartz-IV-Niveau. Förster forderte das Land auf, bei künftigen Fördermaßnahmen in Callcentern Aspekte von guter Arbeit und fairer Entlohnung stärker zu gewichten.
https://www.rtl.de/cms/jeder-zweite-callcenter-vollzeitbeschaeftigte-mit-niedriglohn-4610219.html

MarcoW75

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Re: Arbeitsbedingungen und Bezahlung im Call Center
« Antwort #22 am: 19:39:01 Sa. 28.November 2020 »
Ich hatte da einen Freund arbeiten, dem haben sie damals 6€ bezahlt (ging über Adecco), war das bei dir auch so?

Ich habe 2016-2018 über die ZAF Orizon in einem Callcenter in Ilmenau gearbeitet. Stundenlohn anfangs 8,35€ + 1,01€ Branchenzulage. Zusammen also 9,36€. Angeblich mussten sie die Branchenzulage zahlen, weil die Einsatzfirma zur Elektroindustrie gehörte und das dort vorgeschrieben war. Nur: Jedesmal wenn der Zeitarbeitstarif angehoben wurde, sank die Branchenzulage (und das leider sogar ganz legal).  In den 2 Jahren, die ich dort war, stieg der Stundenlohn von 8,35€ auf 9,01€, dafür sank die Branchenzulage gleichzeitig von 1,01€ auf 0,65€. Sprich: von einer Lohnerhöhung um 66 Cent kamen bei uns letztendlich nur 30 Cent an, die Differenz wurde durch die gesunkene Branchenzulage aufgefressen.