Autor Thema: Walter Bau stellt Insolvenzantrag  (Gelesen 5133 mal)

Wilddieb Stuelpner

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Walter Bau stellt Insolvenzantrag
« am: 12:59:49 Di. 01.Februar 2005 »
Videotexttafel 130, MDR, Di.01.02.05 12:56:46

Walter Bau stellt Insolvenzantrag

Der drittgrößte deutsche Baukonzern,die Walter Bau AG, ist insolvent. Am Morgen reichte das Unternehmen beim Amtsgericht Augsburg Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens ein.

Vorläufiger Insolvenzverwalter ist der Augsburger Anwalt Werner Schneider. Walter Bau hatte wochenlang um sein Überleben gekämpft. Am Montag waren die Verhandlungen mit den Gläubigerbanken über ein Sanierungskonzept gescheitert.

Dem Rettungsplan hätten alle 27 Banken und Kreditversicherer zustimmen müssen. Widerstand gab es von ABN Amro und der Bankgesellschaft Berlin. Unklar ist nun, ob der Konzern erhalten bleibt.

Wilddieb Stuelpner

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Walter Bau stellt Insolvenzantrag
« Antwort #1 am: 13:18:05 Di. 01.Februar 2005 »
Videotexttafel 181, MDR, Di.01.02.05 13:14:53

Walter-Pleite gefährdet Brückenbau

Die Pleite des Bau-Konzerns Walter wirkt sich auch auf Projekte in Thüringen aus.

Nach Angaben der Planungsgesellschaft Deges handelt es sich um den Eichelberg-Tunnel der A 71 bei Meiningen und die Haseltal-Brücke der A 73 in Suhl. Ein Sprecher sagte MDR 1 RADIO THÜRINGEN, beim Eichelberg-Tunnel dürfte es weniger Probleme geben, weil der Rohbau fast fertig sei. Anders sehe es bei der Haseltal-Brücke aus.

Die Deges werde zunächst die Gespräche mit dem Insolvenzverwalter abwarten. Notfalls müsse eine neue Baufirma gefunden werden.

mousekiller

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Walter Bau stellt Insolvenzantrag
« Antwort #2 am: 13:31:35 Di. 01.Februar 2005 »
Nicht nur in Thüringen, auch hier in Leipzig ist damit ein großes Projekt gefärdet.....  X(
Wer alles gesagt hat, sollte den Mund halten und zuhören.

Wilddieb Stuelpner

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Walter Bau stellt Insolvenzantrag
« Antwort #3 am: 11:46:33 Mi. 02.Februar 2005 »
MZV: "Auf sowas reagieren wir allergisch"

Der Gewerkschafter und SPD-Abgeordnete Wolfgang Jägers und die Folgen eines Baustellenbesuchs



Lässt sich nicht einschüchtern: Wolfgang Jägers, SPD-Abgeordneter und Geschäftsführer der IG Bau. Foto: Kuzaj

Von Thomas Kuzaj BREMEN · "Wir müssen da hingehen, wo unsere Leute arbeiten." Der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Wolfgang Jägers (47) ist Geschäftsführer der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau). Will er mit Bauarbeitern sprechen, muss er Baustellen besuchen. "Nicht jeder Arbeitgeber ist freudig erregt, wenn er Gewerkschafter sieht."

Das scheint zu stimmen. Jetzt nämlich wird ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen Jägers eingeleitet - wegen Hausfriedensbruchs. Dazu wird auch die Immunität des Abgeordneten aufgehoben.

"Ich habe nichts dagegen", sagte Wolfgang Jägers gestern. "Ich will mich nicht verstecken." Im Gegenteil: Er ging in die Offensive. Denn: Baustellenbesuche zählten zu den Rechten eines Gewerkschafters.

Die Geschichte beginnt auf einer Baustelle in Bremerhaven. Dort entsteht ein Erweiterungsbau der Hochschule. Im vorigen Jahr waren IG-Bau-Vertreter da. Sie stellten, so Jägers, fest: "Es wird dort unter Tarif gearbeitet." Obwohl laut Landesvergabegesetz Tariflohn zu zahlen sei. Der Unterschied im Stundenlohn ist beträchtlich: "10,36 statt 14,78 Euro."

Gerade im Zusammenhang mit einem Bau, der in öffentlichem Auftrag entsteht, kommen solche Erkenntnisse bei Gewerkschaftern nicht gut an. Ebenso schlecht kam das Baustellenverbot an, das schließlich gegen Jägers ausgesprochen wurde. Jägers: "Auf sowas reagieren wir allergisch." Der Gewerkschafter erwirkte eine einstweilige Anordnung und ging wieder hin. Begleitet von 150 demonstrierenden Bauarbeitern. Einige davon schlugen mit Fünf-Kilo-Hammern gegen Schuttcontainer, was Lärm und Eindruck machte.

Wegen des vermuteten Verstoßes gegen das Landesvergabegesetz stellte Jägers noch am Ort einen Strafantrag gegen den Vorstand der Baufirma Züblin. Die hat nun ihrerseits durch den Baustellenleiter den Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs gegen Jägers gestellt. Der SPD-Fraktionsvorstand erklärte gestern, er stehe hinter dem Abgeordneten Wolfgang Jägers.

[02.02.2005]

NDR/Radio Bremen, Sendung "buten und binnen": Baustellen-Besuch mit Folgen

Wolfgang Jägers ist Sekretär der IG-Bau und sitzt für die SPD in der bremischen Bürgerschaft. Als Gewerkschafter ist er nun angezeigt worden. Hausfriedensbruch - meint die Baufirma Züblin, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Vorwurf: Im September 2004 soll Jägers mit IG-Bau-Mitgliedern eine Baustelle in Bremerhaven gestürmt haben.

Holger Baars

Sendebeitrag von buten und binnen als RealPlayer-Datei - 3' 44

ManOfConstantSorrow

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Walter Bau stellt Insolvenzantrag
« Antwort #4 am: 17:09:26 Sa. 05.Februar 2005 »
5.02.05
Australische Gewerkschaft bereitet nach Insolvenz von Walter Bau Streik vor

Die australische Gewerkschaft CFMEU, in der Bau- und Forstarbeiter, Bergleute und Beschäftigte der Energieunternehmen organisiert sind, bereitet für nächste Woche Streiks vor. Damit soll Druck gemacht werden, den Bauarbeitern und Beschäftigten von Subunternehmen die nach dem Konkurs der Walter Bau ausstehenden Löhne zu bezahlen. Walter Bau ist in Sydney am Großprojekt Victoria Park beteiligt.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

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Walter Bau stellt Insolvenzantrag
« Antwort #5 am: 18:39:56 Mo. 07.Februar 2005 »
Betriebsräte von Walter Bau sagen Versammlung ab

Frankfurt/Main (dpa) - Die Betriebsräte des zusammengebrochenen Bauriesen Walter Bau haben ihre für diesen Mittwoch (9.2.) geplante Vollversammlung in Frankfurt/Main abgesagt.


Die Ende vergangener Woche eingetretenen Insolvenzen von Tochterfirmen des Unternehmens hinderten viele Arbeitnehmervertreter an einer Teilnahme, teilte die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in Frankfurt zur Begründung mit. Ein neuer Termin wurde nicht festgesetzt.

Am Freitag hatten elf kleinere Tochterunternehmen von Walter Bau mit insgesamt etwa 500 Mitarbeitern Insolvenzanträge gestellt. In den nächsten Tagen könnten nach Brancheninformationen weitere folgen. Ein Unternehmenssprecher wollte sich dazu nicht äußern. Aus dem Umfeld des Unternehmens hatte es am Wochenende geheißen, der Insolvenzverwalter wolle wahrscheinlich bis Mitte der Woche klären, ob und bei welchen Firmen er einen Insolvenzantrag empfehle.

Die Walter Bau-AG als Herzstück von Deutschlands drittgrößtem Baukonzern mit rund 9500 Beschäftigten hatte am vergangenen Dienstag wegen Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Augsburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt.


dpa/ecoline vom 07.02.2005
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Wilddieb Stuelpner

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Walter Bau stellt Insolvenzantrag
« Antwort #6 am: 20:43:17 Mo. 07.Februar 2005 »
ZDF-heute: Elf Töchter von Walter Bau melden Insolvenz an

Erste Verhandlungen

über Verkauf Nach dem Zusammenbruch des Bauriesens Walter Bau haben am Freitag elf Tochtergesellschaften Insolvenzanträge gestellt. Die drei großen Tochtergesellschaften Walter Heilit, Dywidag Systems International (DSI) und Dywidag International hätten aber bislang keine Insolvenz angemeldet, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. 04.02.2005

Bei den elf insolventen Töchtern handelt es sich demnach um WDE Walter Dywidag Engineering (Aschheim), SST Sachsen Schwertransport (Dresden), Allplan Gesellschaft für Planung und Beratung im Ingenieurbau (Augsburg), WSG Walter Spannbeton Güsen (Augsburg), Autarka Vermittlung von Versicherungen aller Art (Augsburg), DBC Deutsche Bau-Consulting (Friedberg), Deutsche Bauhütten (Augsburg), Deutsche Bauhütte (Bremen), Ausbau Großenhain (Großenhain), Optimalgrund Bauträger (Aschheim) und Heilit Projekt SF Bau Projektentwicklung (München).

Verkaufsgespräche

Derweil haben erste Gespräche mit möglichen Kaufinteressenten des insolventen Unternehmens begonnen. "Der vorläufige Insolvenzverwalter strebt an, einen Interessenten für das gesamte Baugeschäft zu finden", erklärte Walter-Bau-Sprecher Alexander Görbing am Freitag in Augsburg. Allerdings werde auch ein Verkauf von Betriebsteilen oder Tochtergesellschaften nicht ausgeschlossen. Namen möglicher Übernahmeinteressenten nannte der Sprecher nicht. Bis kommenden Dienstag soll laut Görbing zudem feststehen, welche Tochtergesellschaften noch Insolvenzantrag stellen müssen.

Unterdessen haben Banken und Insolvenzverwalter für die beiden zu den attraktivsten zählenden Konzerntöchtern - die Bautechniksparte Dywidag Systems International (DSI) und das Verkehrswege-Bauunternehmen Walter Heilit - eine tragfähige Finanzierung sicher gestellt. Walter Heilit wurde dabei von den Banken mit unabhängigen Bürgschaftskrediten von den Konzernfinanzen abgekoppelt. Bei beiden Töchtern sei damit die Finanzierung von Subunternehmen und Lieferanten gesichert, erklärte Görbing.

Die sieben großen Autobahnprojekte und drei Tunnelbaustellen des Konzerns könnten ohne Behinderung weiterlaufen. Das Team um den vorläufigen Insolvenzverwalter Werner Schneider ist derzeit dabei, sich einen genauen Überblick über Vermögen, Verbindlichkeiten und Forderungen des Konzerns zu verschaffen. Für erste Aussagen sei es jedoch noch zu früh, sagte Görbing. Konkrete Angaben über die weitere Finanzplanung des Konzerns sollen Ende kommender Woche vorliegen.

Fusionsbemühungen als Ursache?

Unterdessen berichtete das "Handelsblatt", dass die gescheiterte Fusion von Walter Bau mit der Stuttgarter Züblin AG auch wegen damit verbundener Kosten wesentlich zu der Liquiditätskrise des Baukonzerns beigetragen habe. Das Blatt zitierte aus dem Sanierungsgutachten der Unternehmensberatung Roland Berger, wonach Walter Bau für den Fusionsanlauf 87 Millionen Euro Kosten entstanden seien, davon 45 Millionen Anzahlungen. Insgesamt habe der Konzern dadurch in seiner Bilanz für 2004 einen Verlust von 40 Millionen Euro erlitten.

Walter Bau hielt zuletzt an Züblin 53 Prozent der Aktien, die Fusion wurde jedoch von der Landesbank Baden-Württemberg gestoppt. Der Vorstandschef der Bayerischen Landesbank, Werner Schmidt, erklärte unterdessen, dass die Insolvenz der Walter Bau für die BayernLB als einem der größten Kreditgeber des Unternehmens keine Auswirkungen habe: "Die Bank hat alle ihre Risiken erkennbar abgeschlossen."

Mit Material von AP

Kann das sein?

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Walter Bau stellt Insolvenzantrag
« Antwort #7 am: 08:41:02 Do. 10.Februar 2005 »
Und das ist ja noch nicht alles:
Allein aus dem Umfeld der Landeshauptstadt Dresden z. B. haben sich bis Anfang dieser Woche ca. 30 Handwerksfirmen (Zulieferanten von Walter Bau) bei den Beratungsstellen gemeldet. Diese Zulieferer haben alle noch Geld von Walter zu bekommen: jeweils 20.000 - 100.000 Euro. Wird das nicht gezahlt, ist das auch gleich noch das Ende für etliche kleinere Zulieferanten.
Und: Das muss man natürlich deutschlandweit sehen ...