Autor Thema: Paukenschlag bei Opel  (Gelesen 58859 mal)

besorgter bürger

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Paukenschlag bei Opel
« am: 10:49:13 Mi. 04.November 2009 »
Zitat
Der monatelange Poker um den angeschlagenen deutschen Autobauer Opel endet mit einem Paukenschlag: Der Verwaltungsrat des US-Autokonzerns General Motors hat in einer Sitzung am Dienstag entschieden, das deutsche Tochterunternehmen doch zu behalten. Als Gründe nannte der Konzern in einer Erklärung das sich seit Monaten "verbessernde Geschäftsumfeld" für GM und die Bedeutung der beiden europäischen GM-Töchter Opel und Vauxhall für die "globale Strategie" des Unternehmens. Ursprünglich sollte der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna die Mehrheit an Opel übernehmen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,659113,00.html

Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es.

hoessi666

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Re:Paukenschlag bei Opel
« Antwort #1 am: 11:00:41 Mi. 04.November 2009 »
War zu erwarten...
Opel ist das Tor GMs zum europäischen Markt und zukunftsweisender Technik, die GM selbst nicht auf die Kette kriegt. Und nach der "erfolgreichen" Insolvenz des Mutterkonzerns in den US konnte man davon ausgehen, dass GM Opel nicht hergibt...

Interessanter ist dabei, dass ein US-Korrespondent von NTV heute morgen nebenbei erwähnte, dass ihm hinter vorgehaltener HAnd schon vor Wochen von GM-Internen mitgeteilt wurde, dass man Opel wohl nicht verkaufen werde. Amtlich wirds dann abererst kurz nach der Wahl ... Ein SChelm ,der Böses dabei denkt, denn zusätzliche Arbeitslose, die jetzt  im Vergleich zum Magna-Verkauf zu erwarten sind, würden wohl eher Links ihre Stimme abgegeben haben...

Zum Ausgelich für das gute Timing von GM gibts dann ein paar Milliarden oben drauf: Im Zuge der Gleichstellung aller Firmen zur Opel-Rettung kann man ja nicht Magna die Kohle anbieten und GM leer ausgehen lassen...  ::)

Kater

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Linke wirft Bundesregierung Versagen bei Opel vor
« Antwort #2 am: 12:25:29 Mi. 04.November 2009 »
Zitat
Linke wirft Bundesregierung Versagen bei Opel vor

Berlin (ddp). Die Linke im Bundestag wirft der Bundesregierung wegen des geplatzten Opel-Verkaufs Versagen «auf ganzer Linie» vor. «Während die Kanzlerin vom US-Kongress beklatscht wird, zieht sie der staatseigene GM-Konzern am Nasenring durch die Manege», kritisierte Gysi am Mittwoch in Berlin. «Wie viel ist eine solche transatlantische Partnerschaft eigentlich wert, wenn sie ausgerechnet beim Kampf um die Erhaltung von Arbeitsplätzen scheitert», fragte der Linkepolitiker.

Die Anfang Mai von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem damaligen Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) verkündete Rettung von Opel durch den Verkauf an Magna seien «reine Sprechblasen vor der Wahl» gewesen, die nun geplatzt seien, sagte Gysi weiter. Die Opelaner seien wie die Wähler «wohl getäuscht» worden. Es sei ein schwerer Fehler gewesen, 4,5 Milliarden Euro an Bürgschaften zuzusagen, ohne sich im Gegenzug weitreichende Eigentums- und Mitspracherechte zu sichern. Damit laufe die Bundesregierung nun Gefahr, den Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen auch noch mit Milliarden an öffentlichen Geldern zu subventionieren.

Gysi forderte die Bundesregierung auf, sofort Verhandlungen mit der US-Regierung aufzunehmen. Schließlich sei General Motors mehrheitlich in Staatshand. Mit den europäischen Wirtschaftsministern müsse zudem endlich eine gemeinsame Strategie für die Opel-Standorte gefunden werden.

http://de.news.yahoo.com/17/20091104/tde-linke-wirft-bundesregierung-versagen-75240f8.html

Workless

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Re:Paukenschlag bei Opel
« Antwort #3 am: 13:05:02 Mi. 04.November 2009 »
Mann, Mann... Was die sich wieder aufregen. Wir leben schließlich in einer globalisierten Welt.
Da kann man auch schon mal fremde Firmen in fremden Ländern mit ein paar Milliarden unterstützen.

Ok - ich gebs ja zu. Ich finde schon, dass man für 4,5 Milliarden € GM die Merkel gleich mit aufs Auge hätte drücken können.

ernesto

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Re:Paukenschlag bei Opel
« Antwort #4 am: 15:08:28 Mi. 04.November 2009 »
Die Opelaner werden sich mit GM wohl wieder arrangieren (müssen) denn trotz evt.geforderten Lohnverzichts gehts ihnen dann immer noch viel besser als der breiten Arbeitnehmermasse.
Schließlich werden die nach Tarif entlohnt wo gibts das noch:-)
Und Spielraum gibts nicht wirklich, der Automarkt ist übersättigt und die Wahl ist vorbei.

Strombolli

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Re:Paukenschlag bei Opel
« Antwort #5 am: 16:17:38 Mi. 04.November 2009 »
"Der Automarkt ist übersättigt"

Diese Aussage schliesst ein, alle Besitzer alter Autos und Leute die sich aufgrund fehlender Bonität keinen Kredit und neues Auto leisten zu können, von vornherein "vom Markt" zu nehmen und gemäß des Zeitgeistes auszugrenzen. Danke dafür!

Wenn die Marktwirtschaft funktionieren würde, würden die Karren billiger werden. Und ich meine wirklich billiger. Wenn die Marktwirtschaft funktionieren würde, würden die Banken - wenn sie nur einen Funken Anstand und Gewissen hätten - auch solchen ALG II-Konkurs-Losern* wie mir, einen günstigen Kredit geben und somit sogar die Industrie wieder stärken.

Aber da ja alles nur "schnell, schnell" Profit bringen soll, und die Gesellschaftsschicht in der ich mich aufhalte irrelevant ist... Pech gehabt.
Das Ausleben des amerikanischen Wahns nach schnellem Geld, dessen optimierter Börsen- und Spekulationsarbeit mehr bringt, als händische und Kopfarbeit, wird uns zugrunde richten.

Das Know-How wird nach Asien entfleuchen und über deutsche Ingenieurskunst wird man in den Geschichtsbüchern der Vergangenheit lesen. So man noch lesen kann. Das Denken haben die allermeisten ja schon verlernt.

"Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überläßt?" Ernst R. Hauschka

* - Selbstironie, also nicht in den falschen Hals bekommen!
Das Systemmotto: "Gib mir Dein Geld! - Jetzt, Du dreckiges Opfer !!!! - Und habe immer ANGST VOR DEM MORGEN !!!"

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Jaybird

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Re:Paukenschlag bei Opel
« Antwort #6 am: 16:43:40 Mi. 04.November 2009 »
Also - Steuergeld damit Opel über die (offensichtlich geblufften) Verhandlungen und die GM-Insolvenz kommt - mittlerweile gehört GM dem amerikanischen Staat (Aktienmehrheit), der jetzt gegen Auslöse den Laden behalten will.

Ich kapier das alles nicht.

ernesto

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Re:Paukenschlag bei Opel
« Antwort #7 am: 20:25:15 Mi. 04.November 2009 »
@strombolli da hast du natürlich  Recht das das Ausgrenzung ist, aber bevor sie das ändern und die Banken zwingen Kredite an alle zu geben, oder Autopreise bezahlbar für alle zu machen, da lassen sie Opel lieber zweimal Pleite gehn

Strombolli

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Re:Paukenschlag bei Opel
« Antwort #8 am: 20:51:39 Mi. 04.November 2009 »
Mich ärgert doch nur die blauäugige Sorglosigkeit mit der "sie" die Karre an die Wand fahren. Rücksichtslos und nur an das Heute denkend.
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Pinnswin

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Re:Paukenschlag bei Opel
« Antwort #9 am: 08:22:37 Do. 05.November 2009 »
Ne, ne - stromboli, die denken nicht nur ans "Heute" die denken dabei auch an sich.  ;)
Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski

Aloysius

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Re:Paukenschlag bei Opel
« Antwort #10 am: 11:34:31 Do. 05.November 2009 »
Ich denke nicht, daß sich die deutsche Politik wundern sollte über diesen Schritt der Leitung von General Motors.

Als die Firma in den USA am Boden war, wurden sehr drastische Aussagen und Forderungen an die gerichtet, die sehr schmerzhaft waren. Man bedenke, daß Opel ein gewinnmachender Teil des Automobilriesen ist und, wie bereits weiter oben von Vorrednern erwähnt, das Tor zum europäischen Markt.

Und dann die Entscheidung, diesen Teil des US-Konzern ausgerechnet zu anteilig an eine russische Firma zu verhökern. Noch eine Ohrfeige.

Bei solchen Riesenunternehmen geht es auch immer um Politik, GM ist ein US-amerikanisches Symbol.

Sehr amateurhaft von Merkel, Konzernbetriebsrat und den Länderfürsten...

Eivisskat

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Re:Paukenschlag bei Opel
« Antwort #11 am: 12:11:09 Do. 05.November 2009 »
Um uns herum zerfällt die Gesellschaft: Nokia, Quelle, Karstadt, Rosenthal, Woolworth, Hapag Lloyd, die großen Werften, die Banken und 100.000de von anderen Berieben, jeden Tag gehen gleich mehrere die hopps, wo staatliche Hilfen nicht mehr greifen, die hochbezahlten Manager  versemmeln.

Warum also nicht auch Opel, was ist daran außergewöhnlicher als bei den anderen?

Wenn die es geschafft hätten, andere Autos (kleine, langsame, billige, die nicht mit Benzin laufen) hätten sie sich vielleicht noch retten können. Aber mit dem gleichen ewigen Schrott, wer kauft den denn noch?

Bald sitzt das halbe Land im Bewerbungstraining...

 :(



Strombolli

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Re:Paukenschlag bei Opel
« Antwort #12 am: 13:07:49 Do. 05.November 2009 »
@ pinnswin - So war das gemeint.
@ Eivisskat - Quatsch Bewerbungstraining.  ;) Casting! - Deutschland sucht den billigsten und universellsten Ein-Euro-Jobber zum Waldfegen!
Das Systemmotto: "Gib mir Dein Geld! - Jetzt, Du dreckiges Opfer !!!! - Und habe immer ANGST VOR DEM MORGEN !!!"

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MizuNoOto

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Re:Paukenschlag bei Opel
« Antwort #13 am: 13:57:47 Do. 05.November 2009 »
Der Witz ist mal wieder: Im Frühjahr setzte der Opelbetriebsrat massive Lohnkürzungen mit einer sehr knappen Mehrheit durch, natürlich "um Arbeitsplätze zu retten". Jetzt sollen ungefähr 10 000 der eurpopaweit 50 000 Stellen wegfallen. Die Lohnkürzungen haben sich nicht gelohnt.
Trotzdem fordert GM weitere Zugeständnisse der Arbeitnehmer. Am Ende werden sie die bekommen.


Just B U

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Re:Paukenschlag bei Opel
« Antwort #14 am: 13:58:51 Do. 05.November 2009 »


Zitat
Casting! - Deutschland sucht den billigsten und universellsten Ein-Euro-Jobber zum Waldfegen!


  ;D   :D   :D   :D   :D


B U
Die Dummheit der Einen ist die Macht der Anderen.
Je dümmer u. desinteressierter die Einen desto mächtiger die Anderen.

Hätte man den christlichen Klerus mit der gleichen Vehemenz verteidigt, wie Teile der Linken das heute mit dem islamischen tun, hätte die Aufklärung nie stattgefunden.
Seyran