Autor Thema: Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit  (Gelesen 32340 mal)

ManOfConstantSorrow

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Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« am: 13:26:11 Mo. 07.Februar 2005 »
Das Motto der Demos "Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit" - ein Vorbild für hiesige Auseinandersetzungen im Öffentlichen Dienst!

"Das Frankreich, das knurrt: Länger malochen? No merci!"
Bei Labournet gibt´s einen Artikel über die Aktionen in unserem Nachbarland.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Wilddieb Stuelpner

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Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #1 am: 14:48:28 Mo. 07.Februar 2005 »
Stattdessen folgt noch

Saar-Echo: Clement will Steuern für Unternehmen weiter senken:

Berlin - Bundeswirtschaftsminister Clement (SPD) will die Steuern für Unternehmen weiter senken. In der ARD-Sendung "Sabine Christiansen" sagte Clement gestern Abend, die Unternehmensbesteuerung in Deutschland sei zu hoch geraten. Es müsse umgebaut werden. Das sei zwar angesichts der Gewinnsituation der Unternehmen nicht leicht zu vermitteln, wegen der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland jedoch unerlässlich. CDU-Chefin Merkel kündigte in der gleichen Sendung an, dass die Union zu Verhandlungen über eine entsprechende Initiative bereit sei.

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Zusätzlich wollte er noch die Beitragsbelastungen der AN vermindern, die Gewerbesteuer verändern und die Finanzfähigkeit des Bundes und der Länder ausgleichend dadurch garantieren, daß die Mehrwertsteuer weiter steigt.

Das bedeudet, daß denjenigen, die schon Vermögen und Lohn haben noch mehr gegeben wird und Erwerbslose und andere sozal Schwache über die Mehrwertsteuer diese Staatsverluste ausgleichen, sobald sie sich Lebensmittel einkaufen.

An der Haltung der Unternehmer wird sich allerdings daran nichts zum Besseren verändern. die sacken dieses neue Steuergeschenk ein, jammern noch lauter und verdrücken sich mit dem Geschenk ins Ausland, sobald es entgültig nichts mehr von Schröder, Eichel und Clement zu holen gibt.

Die Zitate der Sendung

Wolfgang Clement
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, SPD

...

„Wir sind nominell in der Unternehmensbesteuerung zu hoch geraten. Es ist richtig, dass wir dem Vorschlag folgen, den der Sachverständigenrat gemacht hat. Das ist auch etwas, dem der Herr Kollege Eichel und ich anhängen, eine eigene Unternehmensbesteuerung vorzusehen, die gleich gestaltet werden muß für Kapitalgesellschaften wie für Personengesellschaften. Wir müssen umbauen, darum geht es jetzt.“

„Wir haben da eine gewaltige Aufgabe. Im Kern ist dieser Vorschlag [Zur Unternehmensbesteuerung] richtig, ich stimme dem auch zu. Es heißt natürlich, dass die Vorstellungen von Merz bei der Einkommensbesteuerung und von Kirchhoff dann erst mal passé sind.“

...

„Wir müssen dann auch diskutieren, wie die Bemessungsgrundlage für diese Unternehmensbesteuerung aussieht, die Herr Thumann bei 25% ansetzt. Das alles will ich jetzt heute Abend nicht auf den Punkt beantworten. Ich bin dafür. Wir sind bei den Vorbereitungen, dass diese Gespräche begonnen werden.“

...

„Es ist klar, dass bei uns in Deutschland der Faktor Arbeit zu hoch belastet ist. Wir haben das eine Problem, das ist die Unternehmensbesteuerung. Das zweite Problem ist die Belastung des Faktors Arbeit mit den Lohnnebenkosten. Ich stimme zu, wir müssen dort zu einer Veränderung kommen. Mittelfristig haben wir vor mit den Lohnnebenkosten unter 40% zu kommen.“

„Es ist im Moment konjunkturell sehr schwierig. Aber der Grundgedanke, erstens Reformen um in den Belastungen herunterzukommen und dann zweitens, auch eine Steuerfinanzierung oder eine Teilfinanzierung über Steuern zu überlegen, ist aus meiner Sicht unausweichlich. Da kommt es aus darauf an, den richtigen konjunkturellen Zeitpunkt zu erwischen.“

Zum Stichwort Betriebsübergabe und Besteuerung von Firmenerben:

„Es ist so, dass wir noch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur Erbschaftsbesteuerung abwarten. Danach wird es zu einer Neuformulierung des Erbschaftssteuerrechts kommen müssen. In diesem Rahmen halte ich den Vorschlag für absolut richtig, dass wir den Übergang von Betrieben absichern. D. h. wenn jemand einen Betrieb erbt und ihn über zehn Jahre hält, dass dann die Erbschaftssteuer aus null geht in diesem Zeitpunkt. Wir haben über diesen Vorschlag auch schon im Kabinett gesprochen.“

Das war genau der bisherige Streitpunkt von Herrn Müller, der seine Müllrmilch jetzt in der Schweiz ohne Bohlenwerbung zusammenrührt. Man sieht's: Clement duckt sich weg.

Jürgen R. Thumann
neuer BDI-Präsident

...

„Wichtig wäre es, dass wir im Thema der Steuerpolitik einen Schritt nach vorne tun. Ich möchte vorschlagen, dass wir eine deutliche Absenkung der TRAX- abhängigen Steuern bei den Unternehmen diskutieren. Absenkung heißt für mich, herunter mit der Unternehmenssteuer auf 25% einschließlich der Gewerbesteuer für nicht entnommene Gewinne.“

...

„Ich schlage vor, das Erbschaftssteuergesetz nur für betriebliche Vermögensübergänge auf ein sogenanntes Abschmelzmodell umzustellen. Das wäre auch ein Signal, gerade an die Familienunternehmer. Über 70% der Arbeitsplätze in Deutschland werden von diesen Familienunternehmen gestellt. Das wäre ein Signal, dass wir auch aussenden könnten.“

Ulrich Blum
Wirtschaftsforschungsinstitut Halle

...

„Es gibt kaum ein Land, bei dem es so schwierig ist in den Arbeitsmarkt reinzukommen. Was der Tatsache geschuldet ist, dass wir einen Kündigungsschutz haben, der sehr viele verschiedene Staffeln kennt. Gerade bei jungen Leuten, die das erste Mal erst in den Arbeitsmarkt reingehen, baut sich eine erheblich Bastion auf. Man müßte mal darüber reden, wie man diese Eintrittsbarriere für junge Leute schleifen kann. Und eine der Dinge ist eben auch, dass wir uns seit Jahren leisten, die sozialen Ansprüche den Unternehmen als Kosten aufzubürden.“

„Wir müssen auch über dies Frage perspektivisch reden, nicht nur über Kündigungsschutz generell, sondern auch darüber, an welcher Stelle der Bevölkerung wir in Preise eingreifen und damit diese Ineffizienzen erzeugen.“

...

„Die mittelständischen Unternehmen, ganz besonders in Ostdeutschland, haben ein Problem an den Kapitalmarkt heranzukommen. Die Initiative von Bundesminister für regionale Eigenkapitalfonds ist, glaube ich, ein Königsweg. Wir müssen gerade kleinen und Mittleren Unternehmen die Erleichterung am Kapitalmarkt geben. Wir müssen doch vor allen die Chancen ergreifen, die wenig Geld kosten.“

„Was eine Landschaft ohne Firmensitze ist, das kann man täglich in Ostdeutschland besichtigen. Ich kann nur dringend davor warnen, Firmensitze in Deutschland weglaufen zu lassen.“

Wilddieb Stuelpner

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Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #2 am: 14:59:33 Mo. 07.Februar 2005 »
VDI-Nachrichten: "Belastung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern senken"

Standpunkt: DGB-Chef Michael Sommer über Steuern, Nebeneinkünfte von Abgeordneten und Mitbestimmung

VDI nachrichten, Berlin, 28. 1. 05 -Sozialausgaben sollten stärker über Steuern finanziert werden, fordert DGB-Chef Michael Sommer. Dazu müsse der Staat aber auch über die entsprechenden Einnahmen verfügen. Sommer kritisiert, dass Börsenumsätze in Deutschland steuerfrei sind.

VDI nachrichten: Der neueste Bericht zu Lebenslagen in Deutschland zeigt, dass der Anteil der Armen gestiegen ist. Ist die Bundesregierung gescheitert?

Sommer: Ich würde nicht von Scheitern reden. Rot-Grün ist die erste Regierung, die überhaupt einen Armutsbericht aufgelegt hat. Aber die Form geht so nicht. Es wird im Text so getan, als wenn es keine Probleme gäbe. Das ist aber nicht wahr. Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst, worauf der DGB im übrigen schon lange aufmerksam gemacht hat.

VDI nachrichten: Was kann man dagegen tun?

Sommer: Es geht jedenfalls nicht allein mit der einen klassischen Forderung wie der Vermögenssteuer. Bevor über die Erhöhung einzelner Steuern gesprochen wird, müssen wir uns grundsätzlich die Frage stellen: Wie wollen wir öffentliche Güter, Dienstleistungen, Infrastruktur und unseren Sozialstaat insgesamt finanzieren? Ich will dazu eine sehr grundsätzliche Debatte führen, was der Staat leisten soll. Davon hängt dann die Frage der Besteuerung ab.

VDI nachrichten: Was wollen Sie konkret?

Sommer: Ich will eine Generaldiskussion über eine Steuerreform, nicht nur über eine Einkommensteuerreform. Wir müssen uns anfreunden mit der Idee, die Belastung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern durch Abgaben zu senken. Das geht nur, wenn ein weitaus größerer Teil der Sozialausgaben über Steuern finanziert wird. Das muss gerechter erfolgen als heute. Das heißt aber auch, dass der Staat über entsprechende Einnahmen verfügen muss, um das leisten zu können. Da sind wir dann auch, aber nicht nur, bei der steuerlichen Belastung von Unternehmen und bei der Leistungsfähigkeit der Superreichen. Es geht einfach nicht so weiter, dass ganze Bereiche - ich denke an Börsenumsätze - steuerfrei gestellt sind.

VDI nachrichten: Sollen Abgeordnete Nebentätigkeiten ausüben dürfen?

Sommer: Grundsätzlich ja, sofern diese Tätigkeiten transparent sind und dahinter auch erkennbar eine Leistung steht. Da würde ich auch nicht zwischen Angestellten und Selbstständigen unterscheiden. Warum soll ein Abgeordneter, der noch einen Vertrag mit einem Unternehmen hat, stärker abhängig sein als einer, der als Anwalt in seiner eigenen Kanzlei arbeitet?

VDI nachrichten: Wie viele hauptamtliche DGB-Mitarbeiter haben ein Bundestagsmandat?

Sommer: Insgesamt arbeiten sechs Kollegen als Abgeordnete im Bundestag. Vier von ihnen sind freigestellt und bekommen kein Geld vom DGB, die anderen beiden arbeiten mit reduzierter Arbeitszeit für den DGB und bekommen dafür auch entsprechend weniger Geld. Wenn das alle so machen würden, dann wäre das sauber und transparent.

DI nachrichten: Auch Transparenz kann nicht verhindern, dass durch Nebentätigkeiten Einfluss auf Abgeordnete genommen wird.

Sommer: Die Vorstellung, dass es ein einflussloses Parlament geben könne, halte ich für naiv. Im Parlament sitzen freigewählte Abgeordnete, die ihrem Gewissen verantwortlich sind. Dass sich die Abgeordneten beraten lassen, das ist doch ganz normal. Wichtig ist, dass die Abgeordneten in ihrer Entscheidung frei sind.

VDI nachrichten: Aber eine Nebentätigkeit verpflichtet doch?

Sommer: Auf die Transparenz kommt es an. In den USA können Mandatsträger so viele Tätigkeiten annehmen wie sie wollen, nur muss das offen gelegt werden, ebenso wie die Bezahlung. Jeder Wähler kann dann wissen, welches Unternehmen welchen Politiker unterstützt.

VDI nachrichten: Der Vorsitzende der Chemiegewerkschaft, Hubertus Schmoldt, fordert, dass der Kanzler eine Kommission einsetzen solle, die prüft, wie die deutsche Mitbestimmung europatauglich werden kann. War dieser Vorstoß mit dem DGB abgesprochen?

Sommer: Wir haben im DGB eine Arbeitsgruppe auf Vorstandsebene eingesetzt, die bis zu diesem Frühjahr konkrete Anforderungen der Gewerkschaften für eine Reform der Unternehmensmitbestimmung mit Blick auf Europa erarbeiten wird. Parallel werden wir prüfen, ob neben der Bundesregierung und uns auch die Arbeitgeber und ihre Verbände ein Interesse an der Weiterentwicklung der Mitbestimmung und ihrer Verankerung in Europa haben. Davon hängt ab, ob eine solche Kommission Sinn macht.

VDI nachrichten: Worüber sollte in dieser Kommission verhandelt werden?

Sommer: Eine Reform kann nicht hinter die Regelung der Unternehmensmitbestimmung von 1976 zurückfallen. Wir müssen aber auch schauen, ob dieses Gesetz, das bald 30 Jahre alt ist, in all seinen Facetten noch richtig ist. So bin ich zum Beispiel offen für das Wahlrecht für ausländische Mitarbeiter in ausländischen Tochtergesellschaften. Es muss auch darüber diskutiert werden, inwieweit Kompetenzen vom Aufsichtsrat in Ausschüsse verlagert werden dürfen. Außerdem sollte es eine Mandatsbeschränkung für Mitglieder von Aufsichtsräten geben.

VDI nachrichten: Sie sehen kein Problem darin, dass Verdi-Chef Frank Bsirske im Aufsichtsrat der Lufthansa sitzt und Vorsitzender einer Gewerkschaft ist, die bei der Lufthansa Arbeitskämpfe führt?

Sommer: Es wurde nicht die Lufthansa bestreikt, vielmehr hat Verdi einen Arbeitskampf am Frankfurter Flughafen geführt. Ich bitte alle, die redlich über Mitbestimmung diskutieren, hier klar zu trennen. Frank Bsirske war dort auch nicht Streikführer.

VDI nachrichten: Rechnen Sie damit, die deutsche Mitbestimmung in der EU durchsetzen zu können?

Sommer: Sie ist noch kein Exportartikel. Wir werden aber zu einer Weiterentwicklung kommen.

VDI nachrichten: Das sagen die Arbeitgeber auch.

Sommer: Das 76er Modell ist für uns die Basis, muss aber auch überprüft werden. Wichtig ist, die Idee der Teilhabe auf Augenhöhe in Europa zu verbreiten, die demokratische Mitwirkung der Arbeitnehmer in der Wirtschaft. Diese Idee hat - wenn Sie die Erfolge der durchweg mitbestimmten Dax- und MDax-Unternehmen sehen, Ausstrahlungskraft. Deshalb gehört zur Konkretisierung der EU-Verfassung auch ein europäischer Sozialvertrag.

VDI nachrichten: Was versprechen Sie sich von einem solchen Vertrag?

Sommer: Eine EU-Verfassung wird nur dann bestehen können, wenn sie durch einen Sozialvertrag ergänzt wird, analog zum deutschen Sozialstaat. In Deutschland hat sich ein Sozialvertrag herausgebildet, der aus der Tarifautonomie und der Mitbestimmung besteht, und der regelt, wie die öffentlichen Dienste und unsere sozialen Sicherungssysteme funktionieren. In Europa wird zu häufig über einzelne Gesetzesvorhaben wie derzeit die Dienstleistungsrichtlinie geredet. Ich plädiere stattdessen für eine Diskussion über Grundsatzfragen, von denen sich konkrete Politik ableitet.

VDI nachrichten: Welchen Zeitrahmen haben Sie sich gesteckt, um Europa arbeitnehmerfreundlicher zu machen?

Sommer: Wenn wir es in diesem Jahrzehnt nicht schaffen, dann wird es die Gewerkschaftsbewegung in Europa schwer haben. Das ist ein Problem, weil es Länder in der EU gibt, in denen die Gewerkschaften schwach sind und wo es schwer ist, Mitbestimmung durchzusetzen, z. B. in Polen. Aber ich orientiere mich am Beispiel von Süd-Korea. Dort sind die Gewerkschaften in den vergangenen Jahren selbstbewusst geworden und haben etwas erreicht. Das können auch die neuen Länder in der EU schaffen.

VDI nachrichten: Wird die Mitbestimmung in der EU akzeptiert?

Sommer: Ich erlebe viel Offenheit bei Diskussionen mit meinen europäischen Kollegen. Das hat auch damit zu tun, dass wir nicht so tun, als wenn nur wir wüssten, wie es geht. Es gibt nicht nur das deutsche Modell des Sozialstaats…

VDI nachrichten: Aber keines mit einem höheren Niveau…

Sommer: … In Skandinavien ist es auch sehr hoch, und andere große Volkswirtschaften in der EU, Frankreich, Italien zum Beispiel, haben ebenfalls einen hohen Standard.

H. STEIGER/B. BÖHRET

ManOfConstantSorrow

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Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #3 am: 00:18:15 Do. 17.März 2005 »
Zitat
Delphi führt teilweise 44-Stunden-Woche in Deutschland ein

Wuppertal (dpa) - Der schwer angeschlagene US-Autozulieferer Delphi hat bei seiner Deutschland-Tochter für jeden vierten seiner 4000 Mitarbeiter die Wochenarbeitszeit von 40 auf 44 Stunden ohne Lohnausgleich erhöht.


Damit ist der US-Konzern nach eigenen Angaben das erste Unternehmen in der deutschen Automobilindustrie, das eine derart lange Wochenarbeitszeit verbindlich festgeschrieben hat.

Das mit dem Betriebsrat erarbeitete Arbeitszeitmodell gelte für die 1000 Beschäftigten am Hauptsitz und Technologie-Zentrum in Wuppertal, sagte Delphi-Personalvorstand Peter Gajewski.

(Den vollständigen Artikel gibt´s hier!)

Mir verschlägt´s die Sprache!
Wenn die Gewerkschaften stets jede Schweinerei mitmachen ist es an der Zeit zu diskutieren ob man Widerstand auch ohne die/ausserhalb der Gewerkschaften organisieren kann. Allein oder nur im Internet zu Jammern kann´s nun auch nicht sein...!!!
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

pagix

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Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #4 am: 00:27:45 Do. 17.März 2005 »
Man, ich könnte nur noch ko***en wenn ich sowas lesen muß.
Denn sollen die endlich mal ein paar Leute einstellen, arbeit gibt es
ja anscheinend genug.
Du bist Deutschland,
Du bist Bananenrepublik ...

aian19

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Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #5 am: 00:56:28 Do. 17.März 2005 »
...und weil ich´s gerade nochmal im anderen Thread gelesen habe und es sich gut zum Thema Gewerkschaften einreihen lässt:

Wo die Straßenmeisterei gestreikt hat und die Straßen haben einschneien lassen, was glaubt ihr wohl, wer dann die Straßen geräumt hat:

RICHTIG, LEIHARBEITER !

Kein Scherz, hab´ich im Fernsehen gesehen, wie die gestriekt haben und Leiharbeiter in der Zeit dann losgefahren sind und deren Arbeit gemacht haben.
Ist natürlich ungemein hilfreich, seine Streikforderungen durchzusetzen. Und was haben die Gewerkschaften dazu gesagt:

NOCHMAL RICHTIG, NICHTS, GAR NICHTS.

Mittlerweile sind Betriebsräte und Gewerkschaften für´n Ars**. Den Namen Arbeitnehmervertreter verdienen sie jedenfalls nicht. X( X( X( X( X(
"Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren"

"Wenn Unrecht zu Gesetz wird, ist der Gesetzlose der einzige, der noch rechtmäßig handelt."

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Carpe Noctem

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Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #6 am: 12:42:22 Do. 17.März 2005 »
Zitat
Original von ManOfConstantSorrow
Wenn die Gewerkschaften stets jede Schweinerei mitmachen ist es an der Zeit zu diskutieren ob man Widerstand auch ohne die/ausserhalb der Gewerkschaften organisieren kann.

Volle Zustimmung! http://www.fau.org

Grüsse - CN
Art. 1 GG: "Die Menschenwürde steht unter Finanzierungsvorbehalt"

Horch

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Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #7 am: 12:48:49 Do. 17.März 2005 »
Zitat
Mittlerweile sind Betriebsräte und Gewerkschaften für´n Ars**. Den Namen Arbeitnehmervertreter verdienen sie jedenfalls nicht. X( X( X( X( X(

Doch, doch! Den Namen Arbeitnehmervertreter verdienen die.
So wie ein Staubsaugervertreter seine Staubsauger verkauft, verkaufen sie die Arbeitnehmer.  X(

Kuddel

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  • Fischkopp
Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #8 am: 12:58:44 Do. 17.März 2005 »
Zitat
Original von aian19
Kein Scherz, hab´ich im Fernsehen gesehen, wie die gestriekt haben und Leiharbeiter in der Zeit dann losgefahren sind und deren Arbeit gemacht haben.
Ist natürlich ungemein hilfreich, seine Streikforderungen durchzusetzen.

Nur mal zur Information: Leiharbeiter kann man nicht zwingen als Streikbrecher zu arbeiten. Sie haben das Recht eine solche Arbeit zu verweigern und ihnen darf kein Nachteil daraus entstehen. Vielleicht ist das nicht bekannt. Man sollte jedenfalls verbreiten, daß man zumindest dieses Recht hat!

Horch

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Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #9 am: 13:22:13 Do. 17.März 2005 »
Aus der TAZ:

Den "Hammer" habe ich fett markiert:

Heute werden Deutschlands Kräfte gestärkt
Der Titel der Regierungserklärung des Kanzlers steht fest. Jobgipfel zwischen Regierung und Union am Nachmittag
BERLIN taz  Der Titel ist schon bekannt: "Aus Verantwortung für unser Land - Deutschlands Kräfte stärken" ist die Regierungserklärung überschrieben, die Bundeskanzler Gerhard Schröder heute um 9 Uhr morgens vor dem Bundestag abgeben wird. Das Thema ist keine Überraschung: Es geht um die wachsende Arbeitslosigkeit und das zu geringe Wachstum der Wirtschaft.

Welche Vorschläge der Kanzler machen will, ließ Regierungssprecher Béla Anda gestern offen. Spekuliert wird über eine Verringerung der Unternehmensteuern, Erleichterungen für den Mittelstand und kommunale Investitionen. Am Nachmittag um 16 Uhr beginnt der lang ersehnte Gipfel zwischen Schröder, Außenminister Fischer (Grüne) und den Union-Chefs Angela Merkel (CDU) und Edmund Stoiber (CSU).

Die guten Ratschläge im Vorfeld des Gipfels wollten auch gestern kein Ende nehmen. Überraschend veröffentlichten DGB-Chef Michael Sommer und der Chef der Industrie- und Handelskammer, Ludwig Georg Braun, einen gemeinsamen Appell. Darin riefen sie Regierung und Opposition auf, den "Nachweis der Reformfähigkeit Deutschlands" zu erbringen und das föderale System zu modernisieren.

Wilddieb Stuelpner

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Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #10 am: 14:21:42 Do. 17.März 2005 »
Was heute im Deutschen Bundestag ablief, waren doch nur wie immer nichtssagende Schaukämpfe von echauvierten, geistlosen Affen. Es geht doch denen nur darum, wer am ehesten und schnellsten wieder am großen Freßnapf Staat zu Sitzen kommt, um ihn leerzuräumen.

Für Arbeitslose ist kein Platz am Freßnapf.

aian19

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Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #11 am: 15:50:43 Do. 17.März 2005 »
Original von Kuddel
Zitat
Nur mal zur Information: Leiharbeiter kann man nicht zwingen als Streikbrecher zu arbeiten. Sie haben das Recht eine solche Arbeit zu verweigern und ihnen darf kein Nachteil daraus entstehen. Vielleicht ist das nicht bekannt. Man sollte jedenfalls verbreiten, daß man zumindest dieses Recht hat!

Weiß ich auch, aber zum einen ist Recht haben und Recht bekommen was ganz anderes, stimmt´s !
Und wie´s bei den Leiharbeitern bezüglich Informations- und Organisationsgrad aussieht, kann man hier im Forum lesen ! Es wäre m.E. Aufgabe der Gewerkschaften gewesen, gegen diese bezahlten Streikbrecher etwas zu unternehmen, im eigenen Sinne der Gewerkschaften. Sei es durch Verhinderungsaktionen oder Aufklärungsaktionen. Habe dort aber niemanden von den Gewerkschaften gesehen. Nur die hilflosen Streikenden........
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Wilddieb Stuelpner

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« Antwort #12 am: 19:42:50 Do. 17.März 2005 »
Warum gab es denn nicht an den Torausfahrten der Straßenmeistereien keine Streikposten? Das wäre das einfachste gewesen, um Leiharbeiter am Ausrücken mit den Firmenfahrzeugen zu verhindern.

ManOfConstantSorrow

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Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #13 am: 23:34:52 Sa. 26.März 2005 »
Deutsche arbeiten länger und pendeln weiter

Berlin (dpa) - Der Trend zu immer kürzeren Wochenarbeitszeiten ist gebrochen. Erstmals seit 14 Jahren stieg im Jahr 2004 die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden in Deutschland wieder an.


http://www.kn-online.de/news/archiv/?id=1612626
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aian19

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Steigert die Löhne und nicht die Arbeitszeit
« Antwort #14 am: 20:57:32 Mo. 28.März 2005 »
Eben, im Schnitt immer etwas über 40 Std.
Aber hier wird immer noch die Mär´ von der 35 Std.-Woche erzählt und von einem Großteil der Bevölkerung geglaubt, die´s effektiv schon lange nicht mehr gibt.
Das einzige, was die Firmen und Manager noch stört, ist, das z.T. alles über 35 Std. mit Zuschlägen bzw. überhaupt vergütet wird.
Naja, da sind wir in Fishtown schon weiter ! In vielen Betrieben hier werden 5 unbezahlte Mehrstunden/Woche gefordert zum "Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und des Arbeitsplatzes !"
Macht effektiv 1 Monat/Jahr, den man quasi umsonst arbeitet, bei gleichzeitigem Verzicht auf Urlaub´s & Weihnachtsgeld !
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