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Kater

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Immer mehr Menschen auf Grundsicherungshilfe angewiesen
« am: 12:50:14 Do. 05.November 2009 »
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Immer mehr Menschen auf Grundsicherungshilfe angewiesen

Frankfurt/Main (AP) Immer mehr Alte, Kranke und Behinderte in Deutschland sind auf staatliche Grundsicherungshilfe angewiesen. Ende 2008 erhielten 768.000 Menschen in Deutschland diese Form der Sozialhilfe, die bei Erwerbsminderung oder jenseits der 65 Jahre gewährt wird. Das waren 35.000 oder 4,8 Prozent mehr als 2007, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

Der Städte- und Gemeindebund zeigte sich besorgt: «Diese Entwicklung überfordert die kommunalen Haushalte und wird mit Blick auf die demografische Entwicklung noch weiter an Schärfe gewinnen», sagte DStGB-Chef Gerd Landsberg.

Die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ist eine Form der Sozialhilfe. Sie geht an 18- bis 64-jährige Bedürftige, die dauerhaft voll erwerbsgemindert sind sowie an Menschen ab 65, deren Rente nicht zum Leben reicht - also Menschen, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen und folglich nicht für Hartz IV infrage kommen. Seit dem ersten Erhebungsstichtag Ende 2003 hat sich die Zahl der Grundsicherungs-Empfänger um 329.000 (plus 75 Prozent) erhöht, wie der Städte- und Gemeindebund am Donnerstag vorrechnete.

Kosten um 16 Prozent gestiegen

Von den Empfängern von Grundsicherungshilfe waren Ende des vergangenen Jahres 358.000 dauerhaft voll erwerbsgemindert (47 Prozent). Rund 410.000 Empfänger (53 Prozent) waren 65 Jahre und älter. Die Mehrzahl der Empfänger waren Frauen (429.000 beziehungsweise 56 Prozent). Im Vergleich zum Jahr 2007 stieg die Zahl der männlichen Hilfebezieher allerdings stärker als die der Frauen (plus 6,1 im Vergleich zu 3,8 Prozent).

Mit rund 186.000 Menschen war knapp ein Viertel (24 Prozent) der rund 768.000 Empfänger in stationären Einrichtungen untergebracht, zum Beispiel in Pflege- oder Altenheimen.

Insgesamt gaben die Kommunen und die überörtlichen Träger rund 3,8 Milliarden Euro brutto für Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung aus. Dies entspreche einem Anstieg um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, erklärte der Städte- und Gemeindebund.

Die meisten Empfänger in den Stadtstaaten

Wie in den Vorjahren wurde diese Form der Sozialleistung auch 2008 häufiger in Westdeutschland in Anspruch genommen: Hier bekamen 1,1 Prozent der volljährigen Bevölkerung Leistungen der Grundsicherung, in den neuen Ländern (ohne Berlin) waren es 0,8 Prozent. Am häufigsten waren die Menschen in den Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg auf diese Zahlungen angewiesen (zwischen 1,8 und 2,0 Prozent der volljährigen Bevölkerung).

Auch wegen der demografischen Entwicklung sei mit weiter steigenden Kosten zu rechnen: «Ein Ende ist nicht abzusehen», sagte Landsberg. Ein Hauptgrund liege darin, dass viele Menschen aufgrund von Einschnitten in die vorgelagerten Sicherungssystemen nicht mehr in der Lage seien, ihren Lebensunterhalt mit Rentenbezügen zu bestreiten. «Der Bund darf sich hier nicht aus der Verantwortung zurückziehen und die finanziellen Folgen der wachsenden Empfängerzahl im Wesentlichen auf die Kommunen abwälzen», forderte Landsberg.

http://www.destatis.de
http://de.news.yahoo.com/1/20091105/tde-immer-mehr-menschen-auf-grundsicheru-5788066.html