Autor Thema: Palästina - Israel  (Gelesen 37057 mal)

Kuddel

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Palästina - Israel
« am: 12:19:42 Do. 06.November 2003 »
Vielleicht ist CHEFDUZEN nicht der richtige Ort für dieses Thema, aber wo wird sonst noch politisch diskutiert?

In der Rubrik "Politisches Bewußtsein" wurde ja schon beklagt, daß es Keine Grundlagen mehr gibt für politische Diskussionen/Aktionen.

Die wohl obskurste Blüte, die das politische Vacum getrieben hat, ist die Szene der ANTINATIONALISTEN. Leute, die ursprünglich aus der linken Szene stammen und heute ultra-reaktionäre Politik betreiben (und dabei noch die rote Fahne schwenken).

Die gesamte Situation in Palästina ist verfahren und das ständige Blutvergießen ist eine Tragödie. Es würde schon Sinn machen sich mit den Hintergründen, den Verschiedenen Interessen und den Machtverhältnissen in der Region auseinanderzusetzen.

Die Grundlage emanzipatorischer Politik sollte sein, daß sich die Unterdrückten gemeinsam gegen die Unterdrücker wehren, die Ausgebeuteten gegen die Ausbeuter. Doch diese klaren Verhältnisse gelten für die Antinationalen nicht, es gibt kein Oben und Unten mehr, keinen Ausbeuter und Ausgebeuteten. Bei ihnen heißen die Trennungslinien Volk und Nation.

Das "gut" und "böse" ist ganz klar: Jeder Deutsche ist ein Nazi und Israel steht auf der positiv-Seite, denn die militaristische Regierungspolitik dient nur dem Zweck die Fortsetzung des Holocausts zu stoppen.

Israel wird sowieso mit der Regierungspolitik gleichgesetzt, obwohl es auch eine Israelische Friedensbewegung gibt, obwohl israelische Militärs sich geweigert haben gegen Palästinenser vorzugehen, obwohl Israelis gegen den Mauerbau demonstriert haben...

Und die wichtigsten Sprachrohre der Antinationalisten sind die BAHAMAS und die KONKRET, die nicht nur die rassistische israelische Regierungspolitik schönreden und ihre Blutbäder rechtfertigen, sie beführworteten auch den Angriffskrieg auf den Irak.

Friedensdemonstrationen wurden als völkische Aufmärsche denunziert und den Demonstranten wurde der Wunsch nach Vernichtung der Juden unterstellt.

Die Kieler Antinationalen Aktivisten versuchten sich sogar noch dadurch hervorzutun Geld für "Waffen für Israel" zu sammeln. Einer von Ihnen bewarb sich sogar darum auf israelischer Seite selbst die Waffe in die Hand nehmen zu dürfen, zumindest aber als Zivilhelfer zu arbeiten.

Ich kenne Leute, die die Strategie der Antinationalen für eine von Geheimdiensten inzenierte Maßnahme zur Schwächung linker Politik halten. Ich gehe eher davon aus, daß die linke Szene eh ein Sammelbecken für gestörte Mittelklassekinder ist und die Ideologie ist einfach perfekt für ihre masochistische Haltung. Ich komme aus dem schlimmsten Land auf dieser Welt und ich muß Abbitte leisten um mich von meiner Schuld befreien.

Es ist es nicht wert sich mit ihnen politisch auseinanderzusetzen, sie haben kein  politisches, sondern ein psychisches Problem. Man kann ihre dadaistischen Aktionen auch mit Humor nehmen, wenn sie mit Israel-Fahne über eine Friedensdemo latschen...

Aber sie sind ein Hinweis darauf, wie trostlos es in den Resten der Politszene aussieht. Dazu werd ich demnächst ein paar weitere Zeilen hier hinterlassen.

kumpel

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Palästina - Israel
« Antwort #1 am: 19:17:06 Do. 06.November 2003 »
Hallo;

Deine scharfe Kritik trifft gleichermaßen ins Mark wie zu.
(Hinzuzufügen wäre noch das unsägliche "Bomber Harris - do it again" von diesen Drecksäcken.)

Gleichwohl ist Israel-Palästina inhaltlich ein schweres Thema - ich kenn dazu wenigstens zwei lesenswerte Texte - und natürlich find ich nur einen im Netz - dafür übersetzt:

http://www.wildcat-www.de/zirkular/62/z62aufhe.htm


eine gruss an jeden Fuß

Kuddel

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Palästina - Israel
« Antwort #2 am: 12:13:47 Fr. 07.November 2003 »
So, und hier nun die aufschlußreichen Auswirkungungen der (meines Wissens 4-köpfigen) kieler Antinationalisten-Gruppe:

Im Subrosa, Kiels einzige (Polit-) Szene - Kneipe liegen Konkret und Bahamas aus.

Die LINX, "sozialistische Zeitung Kiels" verbreitet die Thesen der Antinationalisten. Kein Wunder, der Presserechtlich verantwortliche arbeitet auch für die KONKRET. Man braucht sich nur das Chefduzen-Forum "Medien" anzuschauen um einen Eindruck von der Trostlosigkeit des Journalistenhaufens zu bekommen. Bei den Medien zu arbeiten ist so hip, da verzichtet man nicht nur auf vernünftige Arbeitsbedingungen, man übernimmt auch gleich die Ideologie des Arbeitgebers. Und bei der KONKRET zu arbeiten ist ja der Traum des linken Journalisten über dem nur noch der heimliche Traum steht für den SPIEGEL arbeiten zu dürfen.

Bei dem ursprünglich linken Hamburger Radiosender FSK gab es eine Säuberrungsaktion bei der alle Mitarbeiter rausgeschmissen wurden, die positives über die Palästinenser berichtet hatten. Bei dem Redaktionstreffen kam es auch zu tätlichen Angriffen.

Die Hansastr. 48 war ja mal ein besetztes Haus und würde es nicht als Kommunikationszentrum existieren,wäre es nicht einst durch eine starke linke Bewegung durchgesetzt worden. Heute scheint dort Politik nichtmehr zu zählen. Anything goes. Nach dieser Logik müßten auch der Unternehmerverband oder Naziorganisationen dort Veranstaltungen machen können. Die Antinationalen durften dort jedenfalls eine Propagandaveranstaltung machen und Geld für "Waffen dür Israel" sammeln.

Es hat auch seinen Unterhaltungswert einmal die Bahamas in die Hand zu nehmen. Es macht den Eindruck als hätte man das Kapital von Marx in einen Schredder geworfen und von einem Zufallsgenerator neu montieren lassen. Die fremdwortgespickten Bandwürmsätze sind jedenfalls unverständlich genug, als daß man sie für intelektuell echt heavy hält und gleich nachplappert. So wurde auch prompt auf eine Mauer der ALTEN MEIEREI "Deutschland has gotta die!" (bidde????) gesprüht. Und über dem Eingang hängt das Transparent "Deutsche Leitkultur angreifen!". Nur heißt das Gegenteil von Nationalismus INTERNATIONALISMUS. Aber mal ein Konzert zu organisieren auf das auch türkische Kids oder Schwarze kommen, das wird man in der alten Meierei wohl nie hinbekommen.

So hat diese winzige Deppengruppe doch den Verdienst die Dummheit und Hilflosigkeit der gesamten linken Subkultur aufzuzeigen.

DeppVomDienst

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Palästina - Israel
« Antwort #3 am: 17:54:36 So. 09.November 2003 »
Hi Kuddel,

auch wenn ich einiges inhaltlich teile (und der Nahost-Konflikt in der Tat ein wichtiges und tragisches Thema ist), ist meine persönliche Meinung, dass Du hier bei chefduzen tatsächlich "off-topic" bist. Wenn ich hier Schoten über jede skurile kleine linke Sekte posten würde, würde aus chefduzen schnell die "Freakshow der linken Szene Kiels" werden.
Ein "linkes" Grüppchen, das sowohl der israelisch-palästinensischen Friedensbewegung, als auch linkem Arbeiterpartei-Flügel und der israelischen Merez-Partei dermaßen in den Rücken fällt, disqualifiziert sich sowieso von selbst. Und dass ein paar (deutsche) "Linke" meinen, es besser zu wissen als die Linke "vor Ort", spricht auch Bände über das eigene Selbstverständnis dieser Leute.

Chefduzen ist das "Forum der Ausgebeuteten", die sich über ihre Arbeitsbedingungungen, Ämterstress, Kapitalismus oder meinetwegen Globalisierung austauschen können. Soweit meine bescheidene Meinung.

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Re:Palästina - Israel
« Antwort #4 am: 21:57:56 Mi. 08.August 2012 »


Das Schweigen brechen: Israelische Soldaten sprechen über ihr Besatzungstrauma

Ehemalige israelische Soldaten reden im Film "Breaking the Silence", von systematischen Übergriffen auf Palästinenser in den besetzten Gebieten: Ziel sei es, die palästinensische Zivilbevölkerung zu kontrollieren. Mit dem Zeugnis zerstören die ehemaligen Soldaten das Bild der moralischen Verteidigungskräfte Israels.
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Re:Palästina - Israel
« Antwort #5 am: 21:40:23 Do. 09.August 2012 »


Kibbutz (KIBUZ, haKibúz = der Kibbutz) ist die hebräische Bezeichnung für eine kollektive Siedlung. Der Kibbutz ist ein einzigartiges ländliches Gemeinwesen; eine Gesellschaft, die auf den Prinzipien gegenseitiger Hilfe und sozialer Gerechtigkeit beruht; ein sozialwirtschaftliches System, in dem Menschen Arbeit und Besitz teilen; die Verwirklichung des Gedankens: ,,Jeder gibt nach seinen Möglichkeiten und erhält gemäß seinen Bedürfnissen"; ein Heim derer, die es für sich gewählt haben.

Die Kibbuzbewegung, der Kibbuz und die Kwuzah, ist eine Lebens- und Gesellschaftsform, die unter den besonderen Bedingungen Palästinas -- Erez Israels -- in der Zeit der türkischen und dann der britischen Mandatsherrschaft geschaffen und entwickelt wurde. Sie ist unter den besonderen Bedingungen entstanden, in denen jüdische Arbeiter oder Pioniere in das Land einwanderten, um neue politische, kulturelle und gesellschaftliche (jüdische) Siedlungsformen zu schaffen. In diesen spielte sich in den Anfangsjahren ein Gemeinschaftsleben ab, mit der Idee von einem neuen jüdischen Menschen, befreit von der Last der Diaspora, ohne jedoch den Bezug zur Vergangenheit des jüdischen Volkes mit seinen ihm eigenen Werten verlieren zu wollen; mit den zionistischen Bestrebungen und mit den Ideen des Sozialismus nicht nur zu theoretisieren, sondern ihn praktisch im Leben einer neuen Gemeinschaft zu verwirklichen. So entstand die Kwuzah oder der Kibbuz -- zwei Begriffe, die in ihrer besonderen Form im damaligen Palästina in ihrer weiteren Entwicklung aus den jüdisch-sozialistischen Parteien wie auch den jüdischen Pionier-Jugendbewegungen in aller Welt und auch der etwas älteren Hechaluz (Pionier-Bewegung) ihre Anhänger fanden. In den Jahren nach dem l. Weltkrieg mit der Bildung der jüdischen Arbeiterbewegung (Histadrut) in Erez Israel werden die Kibbuz und die Kwuzoth, die sich später landesweit organisierten, zu einem der aktivsten Teile der Histadrut und überhaupt im ganzen Lande.

Die ersten Kibbutzim (Plural von Kibbutz) wurden bereits 40 Jahre vor der Staatsgründung Israels von jungen, meist aus Osteuropa stammenden Zionisten errichtet. Sie waren nicht nur gekommen, um den Boden ihrer alten Heimat wieder urbar zu machen, sondern auch, um eine neue Lebensform zu finden. Der Weg war nicht leicht: eine feindselige Umwelt, Unerfahrenheit in körperlicher Arbeit, mangelnde landwirtschaftliche Kenntnisse, trostloses, seit Jahrhunderten vernachlässigtes Land und unzureichende Mittel waren nur einige ihrer Schwierigkeiten. Trotz dieser Hindernisse gelang es ihnen, blühende Gemeinschaften aufzubauen, die eine führende Rolle bei der Errichtung und Entwicklung des Staates Israel gespielt haben.

Heute gibt es über 270 Kibbutzim in Israel, deren Mitgliederzahl von 200 bis 2000 reicht. Insgesamt leben ca. 127.000 Menschen in Kibbutzim, die ungefähr drei Prozent der israelischen Gesamtbevölkerung darstellen.

Mehr Informationen:

- http://dadaweb.de/wiki/Kibbuzbewegung
- http://deu.anarchopedia.org/Kibbuz
- http://www.hagalil.com/israel/kibbutz/kibbutz.htm
- http://www.zeit.de/2007/20/Revolte_im_Kibbuz
- www.kibbutz.org.il/tnua/dover/dafdefet_engl.pdf
- http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/60-jahre-israel-wie-aus-einer-fern...
- http://jungle-world.com/artikel/2008/19/21733.html
- http://de.wikipedia.org/wiki/Kibbuzbewegung
- www.kibbutzreloaded.com
- www.kibbutz.org.il
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Re:Palästina - Israel
« Antwort #6 am: 03:29:49 Sa. 25.August 2012 »
Während die Welt schlief

Das Buch ist ein Roman über eine palästinensische Familie über drei Generationen hinweg. Vor allem ist es die Geschichte der Frauen der Familie.

Die Handlung beginnt 1941 und beschreibt die Vertreibung der Palästinenser durch den neu gegründeten israelischen Staat 1947/48 und endet im Jahr 2002. Die Autorin setzt sich für Palästina ein, sie beklagt, dass es keine palästinensischen Stimmen in der Literatur gibt, was die Intention für ihr Buch ist. Der Titel "Während die Welt schlief" ist ein Aufschrei. Durch das ganze Buch zieht sich die Frage, wo die Weltöffentlichkeit war, als die Palästinenser vertrieben, ihrer Würde, Existenz, Gesundheit und Leben beraubt wurden. Wo war sie bei den Massakern von Jenin und Sabra und Schatila? Doch es ist nicht nur von Gewalt und Elend die Rede, es handelt auch vom Leben und Überlebenskampf der Menschen, ihrer Gefühle, ihrer Kultur, ihrer Lebensart. Durch die Romanform wird das dringend notwendige Wissen über den Kampf der Palästinenser sehr eindringlich vermittelt und die Solidarität geweckt. Es ist ein Geschichtsbuch im besten Sinn, nicht neutral, sondern parteiisch, sehr berührend und in seinen Bann ziehend. Es vermittelt eine besonders schöne Art der Völkerverständigung, nämlich über den Alltag der Kinder und der Frauen.

http://www.thalia.de/shop/home/rubrikartikel/ID30570853.html
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Re:Palästina - Israel
« Antwort #7 am: 09:37:30 Sa. 25.August 2012 »




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Re:Palästina - Israel
« Antwort #8 am: 18:40:32 Mi. 05.September 2012 »
05.09.12 - Palästinenser: Demos gegen steigende Preise

Am Dienstag gab es in vielen Städten im Westjordanland Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten, die Arbeitslosigkeit und die anhaltenden Preissteigerungen ...

Quelle: RF News
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Re:Palästina - Israel
« Antwort #9 am: 07:54:22 Do. 06.September 2012 »


Veranstaltung vom Deutschen Freidenker-Verband und von Solidarität International mit dem Referenten Klaus von Raussendorff. Thema "Judentum, Judaismus, Zionismus, Israel - Religion als politischer Faktor". Veranstaltungsjahr 2009
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Re:Palästina - Israel
« Antwort #10 am: 00:20:47 So. 09.September 2012 »


Veranstaltung zum Thema "Zionismus in Palästina", vom 15.05.2009; gehalten beim "Deutschen Freidenker-Verband" in Nürnberg. Referent.Andreas Grünwald von der Hilfsorganisation "Solidarität International"
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Re:Palästina - Israel
« Antwort #11 am: 21:12:12 Fr. 14.September 2012 »
"Palästina-Reise durch ein besetztes Land"

Schwäbisch Hall (Korrespondenz), 14.09.12: Über 60 Menschen verfolgten kürzlich den so angekündigten Bericht über eine Reise im Frühjahr 2012 in die West Bank, wie die vom israelischen Staat besetzten Siedlungsgebiete am westlichen Ufer des Jordans genannt werden. Eingeladen hat ein Bündnis von "Solidarität International", MLPD, DKP, "Die Linke", Club Alpha 60 e.V.und Dritte-Welt-Laden. Die Begeisterung von der Offenheit und Herzlichkeit der Menschen in Palästina in der kleinen Reisegruppe war lebendig zu spüren.

 Die völkerrechtswidrige Besatzung dieser Gebiete mit ihren schlimmen Folgen für das Alltagsleben der Menschen wurde greifbar. Die Erscheinungen einer brutalen Unterdrückung fordern Herzlichkeit und Solidarität offensichtlich heraus. Dort wo nachhaltig Widerstand gegen immer neue Landraubprojekte geleistet wird, gibt es auch Erfolge, hörten wir ...

Quelle: RF News
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Re:Palästina - Israel
« Antwort #12 am: 00:06:04 Sa. 15.September 2012 »
Das Schweigen brechen - israelische Soldaten und die Besatzung
Israelische Soldaten haben Fotos und Aussagen zur Besatzung in Hebron und Gaza gesammelt und ausgestellt. Material und Ausstellung liegen jetzt auch in Deutschland vor.
http://www.ndr.de/info/audio128337_podcast-podcast2990.html

Breaking the Silence. Zeugnisse einer Besatzung.
Der Name ist Programm: Breaking the Silence ist eine Organisation israelischer Reservisten, die als Soldaten die Besatzungsrealitäten -- von struktureller Repression über die stille Kooperation mit extremistischen jüdischen Siedlerinnen und Siedlern bis hin zu alltäglichen Schikanen -- erlebt haben und das Schweigen darüber in der israelischen Gesellschaft brechen möchten. Die alltäglichen Erniedrigungen in den palästinensischen Gebieten sollen öffentlich gemacht und die israelische Gesellschaft soll aufgerüttelt werden.
http://www.youtube.com/medicointernational?gl=DE&hl=de
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-Karl Kraus-

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Re:Palästina - Israel
« Antwort #13 am: 12:40:20 Sa. 29.September 2012 »


"Breaking the Silence" - Erschütternde Zeugnisse israelischer Soldaten

Sie sind eingesetzt in Gaza, im Westjordanland und in Ostjerusalem. Ihr offizieller Auftrag: Aufrechterhalten der Ordnung, Sicherung der Staatsgrenze und Schutz der israelischen Siedler vor palästinensischem Terror. Doch der Alltag der israelischen Soldaten in den besetzten Gebieten sieht anders aus. Ehemalige Armeeangehörige berichten von gewalttätigen Übergriffen auf die palästinensische Zivilbevölkerung, von Einschüchterung, Plünderung und Misshandlung. Viele kehren traumatisiert zurück.

Ihre in einem Buch zusammengefassten Protokolle, die in Israel und den USA bereits für Aufregung sorgten, erscheinen Mitte September auf Deutsch. Zeitgleich eröffnet eine Ausstellung zum Thema im Willy-Brandt-Haus in Berlin.

Weil er nicht länger über seine Erfahrungen schweigen wollte, gründete der israelische Ex-Soldat Jehuda Shaul gemeinsam mit anderen Reservisten 2004 die Bürgerrechtsbewegung „Breaking the Silence". Sie bietet Armeeangehörigen eine Plattform für ihre Schilderungen. Ihr Ziel ist die Aufklärung über die Realität in den besetzten Gebieten. „Ich fühle mich dazu moralisch verpflichtet", sagt Jehuda Shaul. „Die israelische Gesellschaft muss wissen, was in ihrem Namen geschieht."

Was die Soldaten erzählen, erschüttert das Bild von den israelischen Streitkräften als Verteidigungsarmee. Allzu oft verletzen die Soldaten bei ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten Recht und Moral. Palästinensische Zivilisten werden drangsaliert und gedemütigt. Ihr Eigentum wird bei Durchsuchungen mutwillig zerstört. Es herrscht eine Atmosphäre der Einschüchterung und Angst.

So verhängte das Militär während der Zweiten Intifada im Herbst 2000 umfassende Ausgangssperren, die ein normales Leben völlig unmöglich machten. Die Arbeitslosigkeit stieg von 20 auf über 70 Prozent.

Jehuda Shaul zitiert Befehle, nach denen junge Soldaten auch auf bewohnte Gebiete schießen mussten. Während seiner Dienstzeit habe er sich nicht dagegen gewehrt. Doch nach seiner Entlassung seien ihm Zweifel gekommen -- wie vielen anderen auch.

Nachdem „Breaking the Silence" im Juni 2004 in Tel Aviv eine Ausstellung mit Fotos und Videos gezeigt hatte, meldeten sich immer mehr Soldatinnen und Soldaten. Mittlerweile hat „Breaking the Silence" weit über 700 Protokolle gesammelt und veröffentlicht -- alle von mehreren Seiten bestätigt und von der Militärzensur freigegeben.

In Israel stößt die Arbeit der NGO auf ein zwiespältiges Echo. Premierminister Netanjahu hat die Initiatoren in die Nähe staatsfeindlicher Terroristen gerückt und das Ausland aufgefordert, sie nicht länger finanziell zu unterstützen.

Andererseits zeichnete sie die „Vereinigung für Bürgerrechte in Israel" 2008 mit dem Emil-Grünzweig-Menschenrechtspreis aus.

Und Avi Primor, ehemaliger Botschafter Israels in Deutschland, betont: „Diese jungen Frauen und Männer wollen niemanden verleumden, sie wiederholen keinen Tratsch und Klatsch, sie verbreiten keine Gerüchte. Sie erzählen nur das, was sie selbst gesehen haben oder sogar: was sie selbst getan haben."

Eines hat „Breaking the Silence" mit Sicherheit erreicht -- in Israel eine intensive Debatte über den Alltag in den besetzten Gebieten zu entfachen.

Parallel zum Erscheinen des Buches ist vom 14. bis zum 29. September 2012 eine Fotoausstellung mit dem Titel „Breaking the Silence -- Zeugnisse einer Besatzung -- Israelische Soldaten berichten" im Willy-Brandt-Haus in Berlin zu sehen.
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ManOfConstantSorrow

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Strategie der Spannung
« Antwort #14 am: 15:11:45 Sa. 17.November 2012 »
Als man hierzulande Unruhen als Folgen der sozialen Verwürfnisse befürchtete, wurde mit Unterstützung der Geheimdienste der NSU-Terror aufgebaut, damit ein Klima der Angst und Bedrohung in der Bevölkerung entsteht. Diese Stretgie soll wohl nun auch im Großen Maßstab angewandt werden.

In der Arabischen Welt sind die Unruhen nicht zu stoppen, selbst in Israel kam es zu sozialen Protesten, die ethnische und religiöse Spaltungen überwanden. Die Gegenstrategie der US-Regierung und die der Israels ist übelste Kriegstreiberei. Spaltung, Angst und Blutvergießen. Und wir sollten nicht vergessen, daß auch die HAMAS unter Mitwirkung von Israel und den USA gegründet worden ist als Gegenpol zur Fatah, die ihnen zu links war.

Krieg und Bürgerkrieg sind das genaue Gegenteil von Revolution und Befreiung.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!