Autor Thema: Palästina - Israel  (Gelesen 38648 mal)

Kuddel

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Re: Palästina - Israel
« Antwort #120 am: 10:04:13 Di. 09.Juli 2019 »
Zitat
Israel
Proteste nach Tod von äthiopischem Juden



Ein junger äthiopischstämmiger Jude kommt durch Polizeischüsse zu Tode - kein Einzelfall in Israel, meint die äthiopische Minderheit. Tausende gingen auf die Straßen. Nicht überall blieb es friedlich.


Weinende Angehörige stehen um eine Bahre, bedeckt mit einem schwarzen Tuch, darauf ein weißer Davidstern. Im nordisraelischen Haifa wird Solomon Teka zu Grabe getragen. Vor sechs Jahren war der äthiopische Jude mit seinen Eltern nach Israel eingewandert. Er wurde nur 18 Jahre alt.

Am vergangenen Sonntag gerieten der junge Mann und Freunde in einen Streit mit anderen Jugendlichen. Ein Polizist, der privat mit seiner Familie unterwegs war, kam dazu. Darüber, was dann passierte, gehen die Schilderungen auseinander.

Äthiopische Israelis beklagen Polizeigewalt

Einer der Jugendlichen erinnerte sich in einem Fernsehinterview: "Auf einmal kam dieser Polizist. Er dachte, wir hätten dem Jungen etwas geklaut. Er kam also, zog seine Waffe und sagte: 'Holt alles aus euren Taschen raus'. Wir sagten: 'Es ist nichts passiert. Wir haben nichts gemacht'. Er lud seine Waffe durch, wir begannen zu rennen. Er kam uns nach und begann zu schießen - daneben."

Ersten Ermittlungen zufolge prallte eine Kugel vom Boden ab und traf Teka tödlich. Der betroffene Polizist muss sich nun wahrscheinlich wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Sein Anwalt schilderte den Vorfall so: "Um sich selbst und seine Familie zu verteidigen, sah sich mein Mandant letztlich gezwungen, nachdem er zuvor andere Maßnahmen ergriffen und die Polizei alarmiert hatte, Gebrauch von seiner Waffe zu machen. Zu unserem Bedauern endete der Vorfall mit diesem tragischen Ergebnis."

Für viele Israelis äthiopischer Herkunft ist der Tod von Solomon Teka aber kein tragischer Einzelfall, sondern steht stellvertretend für Polizeigewalt gegenüber einer Minderheit. Vor einigen Monaten starb ein geistig behinderter äthiopischstämmiger Israeli durch Polizeikugeln. Der jüngste Fall führte nun dazu, dass landesweit Tausende auf die Straße gingen.


Eine junge Frau hält ein Protestplakat mit dem Gesicht des getöteten Solomon Teka im Arm. Nicht überall blieb der Protest so friedlich.

Gewalttätige Proteste in Tel Aviv


Kreuzungen wurden blockiert, auf der Stadtautobahn in Tel Aviv ging zeitweise nichts mehr. Die Proteste verliefen nicht überall friedlich: Im Zentrum von Tel Aviv versuchte ein Autofahrer zwischen Demonstranten hindurchzufahren. Ein junger Mann sprang auf die Motorhaube, schlug auf die Windschutzscheibe ein. Vielerorts brannten Sperrmüll und Autoreifen, eine Polizeiwache wurde angegriffen.

Die Einsatzkräfte setzten Blendgranaten und Tränengas ein. Es kam zu zahlreichen Festnahmen. Viele äthiopischstämmige Juden im Land fühlen sich aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert. Sie werfen vor allem der Polizei Rassismus vor. "Die Polizei lernt nichts", sagt einer der Demonstranten. "Es gibt dort Kriminelle und das System und die Führung tun nichts. Die Folge sind Tote. Zunächst im Januar und jetzt schon wieder. Es wurden auch schon viele durch die Polizei verletzt und wir sind jetzt hier, um das zu stoppen. Reden alleine hilft nicht, aber wenn wir handeln, wird uns zugehört."


Junge Männer aus der äthiopischen Minderheit in Israel haben in der Küstenstadt Netanya ein Auto in Brand gesteckt.


Äthiopische Minderheit wird Wahlkampfthema

Die Politik hört zu - denn Israel befindet sich im Vorwahlkampf. Das Land wählt Mitte September und die Opposition wirft der Regierung vor, die Ängste der äthiopischen Minderheit zu lange nicht ernst genommen zu haben.

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu versprach, der Fall werde restlos aufgeklärt. "Die Einwanderer aus Äthiopien sind uns allen wichtig", sagte er. "In den letzten Jahren waren wir sehr engagiert, sie gut in die israelische Gesellschaft zu integrieren. Wir haben hier noch Arbeit vor uns."

Aus Sicht der äthiopischen Israelis ist aber nicht ihre Integration das Problem, sondern der Umgang der Polizei mit der Minderheit. Es wird erwartet, dass die Massenproteste in den nächsten Tagen weitergehen.
https://www.tagesschau.de/ausland/israel-aethiopier-polizeigewalt-101.html

ManOfConstantSorrow

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Re: Palästina - Israel
« Antwort #121 am: 12:35:21 Mo. 05.August 2019 »
Zitat
Dokumente in Israel : Die Massaker sollen wieder Geheimsache werden

Israels Verteidigungsministerium sperrt Dokumente über Vorgehen gegen Palästinenser aus dem Jahr 1948. Die Organisation Akevot veröffentlicht dennoch Texte – und zeigt, wie sich das Narrativ der israelischen Regierung verändert hat.


Palästinenser nennen diese Ereignisse „Nakba“, Katastrophe. Recherchen der Zeitung „Haaretz“ ergaben, dass israelische Behörden Hunderte von Dokumenten, die diese Ereignisse betreffen, seit mehreren Jahren nachträglich verschlossen haben. Das Verteidigungsministerium habe Aussagen von Offizieren über getötete Zivilisten, Vergewaltigungen und die Zerstörung palästinensischer Dörfer als geheim eingestuft wie auch die Vertreibung von Beduinen in den ersten zehn Jahren des israelischen Staats.
https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/wie-israel-berichte-ueber-massaker-an-palaestinensern-nachtraeglich-sperrt-16301027.html

Zitat
Ein Appell aus Israel an meine deutschen Freunde

    von Amos Goldberg

Und es gefährdet die Werte der Demokratie, sagt Amos Goldberg im Gastbeitrag.

Oft habe ich wohlmeinende deutsche Freunde sagen hören, dass sie meine Kritik an der Politik der israelischen Regierung gegenüber den Palästinensern verstehen. Manchmal gaben sie sogar zu, sie zu unterstützen. Laut sagen wollten sie das aber nicht. Ihr eigenes Zögern bei der Äußerung von Kritik ist mir verständlich. Die Last der Geschichte kann nicht abgewaschen werden.

Es gibt jedoch Zeiten, in denen der Preis für ein solches Verhalten zu hoch und seine Aufrechterhaltung gefährlich wird, in denen das Versagen, zwischen Antisemitismus und legitimer Kritik zu unterscheiden, zu moralischer und intellektueller Bequemlichkeit, ja Faulheit wird. Wir erleben jetzt solche Zeiten.
Benjamin Netanjahu kündigt Annexion großer Teile der Westbank an

Benjamin Netanjahu hat die völkerrechtswidrige Annexion großer Teile der Westbank angekündigt. Israels Verkehrsminister Bezalel Smotrich hat angedeutet, dass Apartheid die Lösung des Konflikts mit den Palästinensern sein sollte. Bildungsminister Rafi Perez äußerte sich ähnlich.

Es sind aber nicht nur Juden und Palästinenser im Nahen Osten, die den Preis für Passivität zahlen. Die Deutschen bezahlen auch selbst. Mit Hunderten von jüdischen und israelischen Gelehrten beobachte ich, wie das politische System in Deutschland rapide die freie Rede erodiert, wenn es um Israel und Palästina geht, und wie der öffentliche Diskurs in Diffamierung und Rufmord abgleitet.(...)
https://www.fr.de/meinung/appell-meine-deutschen-freunde-12851166.html
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Kuddel

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Re: Palästina - Israel
« Antwort #122 am: 12:27:08 So. 11.August 2019 »
Zitat
Jerusalem
Spannungen auf dem Tempelberg – mehrere Verletzte



Auf dem Tempelberg in Jerusalem ist es zu Spannungen zwischen der Polizei und muslimischen Gläubigen gekommen.


Dabei wurden nach Angaben palästinensischer Sanitäter mindestens 14 Menschen verletzt.
https://www.deutschlandfunk.de/jerusalem-spannungen-auf-dem-tempelberg-mehrere-verletzte.2932.de.html?drn:news_id=1037232

Zitat
Gazastreifen
Israelische Soldaten erschießen bewaffneten Palästinenser




Israelische Soldaten haben einen Palästinenser erschossen, nachdem dieser an der Grenze zum Gazastreifen das Feuer eröffnet hatte.

Das teilte die israelische Armee mit. Das Gesundheitsministerium in Gaza-Stadt bestätigte den Tod eines 26-Jährigen. Gestern hatte das israelische Militär vier Palästinenser getötet, die nach Angaben der Armee schwer bewaffnet waren.

Seit März vergangenen Jahres protestieren Palästinenser an der Grenze regelmäßig gegen die Blockade des Küstenstreifens durch Israel. Seither wurden nach Angaben der Behörden in Gaza mehr als 300 Palästinenser getötet. Auch auf israelischer Seite gab es mehrere Tote.
https://www.deutschlandfunk.de/gazastreifen-israelische-soldaten-erschiessen-bewaffneten.2932.de.html?drn:news_id=1037233

ManOfConstantSorrow

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Re: Palästina - Israel
« Antwort #123 am: 16:44:12 So. 25.August 2019 »
Zitat
Existiert noch eine Wirtschaft?
Palästina Der Niedergang der Westbank und des Gazastreifens ist gewollt. Er macht die israelische Besatzung unumkehrbar


...Die Westbank und Gaza befinden sich seit 52 Jahren unter israelischer Besatzung, ein Zeitraum, der fast drei Viertel der Geschichte Israels umfasst. Die Folgen sind für beide Gebiete verheerend. Früher galten sie als Regionen mit niedrigem mittleren Einkommen, heute erleben beide ein rückläufiges Wachstum, eine exemplarische Arbeitslosigkeit und Armut, dazu eine nicht nachhaltige Abhängigkeit von (abnehmender) internationaler Hilfe. Dabei ist die Lage in Gaza besonders angespannt, dort befindet sich die Wirtschaft nach dem Urteil der Weltbank „im freien Fall“, ausgelöst durch den Abbau internationaler Hilfe wie die zunehmende Gewalt zwischen Palästinensern und Israelis.

Im Westjordanland lag die Erwerbslosenquote 2018 bei 17,6 Prozent, wäre aber mehr als doppelt so hoch, würden entmutigte Arbeiter berücksichtigt, die nicht mehr nach Jobs suchen, und die Arbeitsplätze in israelischen Siedlungen herausgerechnet. Gegenwärtig sind etwa 900.000 Menschen oder 30 Prozent der gesamten Bevölkerung allein in der Westbank auf humanitären Support angewiesen.

Noch prekärer jedoch ist die Lage in Gaza. ...
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/existiert-noch-eine-wirtschaft
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ManOfConstantSorrow

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Re: Palästina - Israel
« Antwort #124 am: 17:24:32 Di. 12.November 2019 »
Zitat
„Die Gemengelage ist gefährlich“

Nach der gezielten Tötung eines Kommandeurs des „Islamischen Dschihad“ durch die israelische Armee befürchtet Tsafrir Cohen von der Rosa-Luxemburg-Stiftung weitere Vergeltungsmaßnahmen der Extremistengruppe.


Israel greift in einer gezielten Militäroperation ein führendes Mitglied einer militanten Palästinenser-Organisation in Gaza an. Als Reaktion darauf fliegen Raketen auf Israel. Auch in Tel Aviv wird Alarm geschlagen. Menschen suchen Deckung, Explosionen sind zu hören.
(...)
https://www.deutschlandfunk.de/israel-die-gemengelage-ist-gefaehrlich.694.de.html?dram:article_id=463252
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!