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Die Prekarisierung der universitären Bildungslandschaft

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Kuddel:
Prekäre Arbeitsbedingungen an deutschen Hochschulen
Ulrich Herb
Bis zu 90 Prozent der Wissenschaftler sind befristet beschäftigt: der Soziologe Matthias Neis über die "prekäre Wissenschaft"

Matthias Neis promoviert am Institut für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum Thema "Prekäre Wissenschaft? Gefährdungspotentiale atypischer Beschäftigung in der Wissenschaft und ihre arbeitspolitische Gestaltbarkeit". Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich Wissenschaftssoziologie und Hochschulforschung. Seit Februar 2010 arbeitet er im Projekt Fairspektive der Gewerkschaft ver.di, das eine Verbesserung der wissenschaftlichen Arbeitswelt an deutschen Hochschulen zum Ziel hat. Telepolis führte mit ihm ein Interview über prekäre Arbeitsbedingungen an deutschen Hochschulen.

http://www.heise.de/tp/artikel/34/34587/1.html
http://www.heise.de/tp/artikel/34/34587/2.html
http://www.heise.de/tp/artikel/34/34587/3.html
http://www.heise.de/tp/artikel/34/34587/4.html

Auferstanden:
Vermeint man, dass man dank akademischer Würde wider sonstiger "Minderleister" im erwerbwirschaftlichen Umfeld,
vom sonstigen Sklavenstaat ausgeschlossen sei? - Weit gefehlt, der Elfenbeintum ist Geschichte.



Troll:

--- Zitat ---Doktor Arbeitsamt

Wie wissenschaftliche Mitarbeiter in die Illegalität getrieben werden

"Dreistheit siegt. Das hat sich auch schon so mancher Firmenchef gesagt, und seine Festangestellten durch vogelfreie Billiglöhner ersetzt oder durch kostenlose Praktikanten. MONITOR hat darüber immer wieder berichtet. Doch was wir jetzt gefunden haben, hat selbst uns umgehauen. An einigen staatlichen Hochschulen ist man offenbar noch kreativer. Warum nicht einfach die Mitarbeiter kostenlos arbeiten lassen, während sie Arbeitslosengeld beziehen? Jan Schmitt und Claudia Müller über "Dekadenz" statt "Exzellenz"."

Quelle mit Video: Monitor
--- Ende Zitat ---

Kuddel:

--- Zitat ---Ausbeutung von WissenschaftlerInnen an Universitäten und Hochschulen
Der ständige Druck, die eigene Finanzierung zu sichern: Akademische Arbeit in Deutschland

Die Exzellenzinitiative endet 2017 - und damit auch die Milliarden, die in Deutschland für Forschung zusätzlich investiert wurden. Man könnte meinen, das bedeutet für die betroffenen WissenschaftlerInnen fortan prekäre Arbeitsbedingungen, unsichere Stellen und zu wenig Geld.

Tatsächlich aber, so Tilman Reitz, hat die Exzellenzinitiative die ohnehin schon schwierigen Beschäftigungs- und Arbeitsverhältnisse für WissenschaftlerInnen nur bestätigt. Bereits vor Beginn gab es einen Trend hin zur Projekt- und Drittmittelförderung, Dauerstellen wurden abgeschafft und Anstellungen sowie Forschung 'flexibilisiert'.

Die Grundfinanzierung der Universitäten und Hochschulen stärken und Dauerstellen für Daueraufgaben schaffen - das sind laut Reitz die zwei der wichtigsten politischen Mittel gegen die Prekarisierung akademischer Arbeit.

Tilman Reitz ist Professor für Soziologie an der Universität Jena und Sprecher der Initiative Exzellenzkritik. Mit ihm haben wir über die Ausbeutung von akademischer Arbeit in Deutschland gesprochen.
--- Ende Zitat ---
https://rdl.de/beitrag/der-st-ndige-druck-die-eigene-finanzierung-zu-sichern-akademische-arbeit-deutschland

Kuddel:

--- Zitat ---Exzellente Ausbeutung
Beschäftigte beklagen unhaltbare Zustände an Hochschulen und Forschungseinrichtungen

Im Bundestagswahlkampf betonen alle Parteien, wie wichtig in einer globalisierten Welt die Unterstützung des Wissenschaftsstandorts Deutschland ist. Wer in der Wissenschaft arbeitet, fühlt sich jedoch alles andere als gut unterstützt. »Das deutsche Universitätssystem, das in politischen Sonntagsreden so hoch gelobt wird, basiert zu Teilen auf der Ausbeutung derer, die ohne Absicherung und ohne angemessene Bezahlung unterrichten«, sagt Ulrike Stamm, die als Gastprofessorin unter anderem am Institut für Literaturwissenschaft der Berliner Humboldt-Universität arbeitet. Sie gehört zu den Mitbegründer-Innen des »Netzwerks für Gute Arbeit in der Wissenschaft«, in dem sich zu Jahresbeginn über 100 Vertreter aus Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen zusammengeschlossen haben.

Befristungen von unter einem Jahr, die Unter- oder Nicht-Entlohnung von Lehrtätigkeit und der Verschleiß von hoch qualifiziertem wissenschaftlichem Personal seien inzwischen der Regelfall. 75 Prozent aller wissenschaftlich Beschäftigten haben dem Netzwerk zufolge befristete Arbeitsverträge. In Frankreich und Großbritannien seien hingegen lediglich ein Viertel, in den USA sogar nur ein Fünftel der wissenschaftlichen Arbeitsverträge befristet.

Am Donnerstag stellte der Zusammenschluss einen Forderungskatalog vor, wie die Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft verbessert werden müssten. Dazu gehört die Abschaffung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes, das mit seinen Kurzverträgen eine längere Berufsplanung für Akademiker erschwert. Darüber hinaus fordern die Wissenschaftler die Abschaffung von Lehrstühlen zugunsten demokratischer Strukturen in Fachbereichen und Instituten, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als Regelfall sowie unbefristete Beschäftigungsverhältnisse nach der Promotion.

Eine angemessene und flächendeckende Grundfinanzierung der Hochschulen wird von dem Bündnis als Voraussetzung für die Umsetzung dieser Forderungen gesehen. Denn die Grundfinanzierung der Hochschulen und Forschungseinrichtungen reiche immer weniger, um die Grundaufgaben der Hochschulen zu decken. Stattdessen fließe viel Geld in Exzellenzinitiativen und projektgebundene Forschungsförderung. Da gleichzeitig die Studierendenzahlen steigen, seien die Hochschulen gezwungen, immer mehr Lehre durch prekär beschäftigten Nachwuchs sowie unbezahlte PrivatdozentInnen und unterbezahlte Lehrbeauftragte zu bewältigen. Wie prekär die Situation ist, zeigte vor Kurzem die Antwort des Berliner Senats auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei. Danach geben an Berliner Hochschulen ca. 750 Privatgelehrte Seminare ohne Bezahlung. In anderen Hochschulen sieht es nicht besser aus.

Die größten Schnittmengen zu ihren Forderungen sieht das Netzwerk bei der LINKEN und in einigen Punkten bei den Grünen. Bei den Unionsparteien und der FDP finden sie hingegen kein Gehör, sagt Fabian Frenzel. Daher wollen sich die Beschäftigten im Wissenschaftsbereich weiter organisieren. »Ziel ist es, so gut aufgestellt zu sein, dass wir in einzelnen Hochschulen auch Arbeitskämpfe führen können«, meint Frenzel. Doch dazu müsse der Organisationsgrad unter den wissenschaftlich Beschäftigten verbessert werden. Die Kooperation mit Gewerkschaften mache Fortschritte, betont Frenzel. Unterstützung bekommt das Bündnis von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der GEW. Mit der Bildungsgewerkschaft bereitet das Netzwerk für November eine Tagung in Berlin vor. Gute Kontakte gibt es auch zu der im letzten Jahr an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main gegründeten Hochschulgewerkschaft Unterbau, die sich das Ziel gesetzt hat, Studierende und Beschäftigte an den Hochschulen gemeinsam zu organisieren.
--- Ende Zitat ---
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1062344.exzellente-ausbeutung.html

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