Autor Thema: Die Wohnungsmieten sind zu teuer  (Gelesen 9947 mal)

Kuddel

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Re: Die Wohnungsmieten sind zu teuer
« Antwort #105 am: 09:58:03 So. 31.Oktober 2021 »
Zitat
Wohnungsmarkt in Deutschland
Jeder vierte Mieterhaushalt armutsgefährdet

Ein Viertel aller Haushalte, die in Deutschland zur Miete wohnen, gilt laut Bundesregierung als armutsgefährdet. Die Linkspartei dringt angesichts der Zahlen auf höhere Löhne und einen bundesweiten Mietendeckel.
https://www.tagesschau.de/inland/mieter-armutsgefaehrdet-101.html

tleary

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Re: Die Wohnungsmieten sind zu teuer
« Antwort #106 am: 06:57:16 Mo. 01.November 2021 »
Weil hier immer von "Enteignung" als Königsweg aus den Mietsteigerungen genannt wird. Es ist ein Irrglaube, daß dadurch für die Mieter irgendetwas billiger werden würde. Denn durch das Grundgesetz müssten in diesem Staat die enteigneten Wohnungskonzerne (oder im Zweifel Einzelbesitzer) ENTSCHÄDIGT werden:

Und zwar müsste dies dann vermutlich zum aktuellen Marktwert - der selbstredend durch Spekulation und Nullzinspolitik aktuell gigantisch hoch ist - geschehen. Genau das ist der springende Punkt! Die Kapitalseite würde durch diese Enteignungen nicht einmal einen finanziellen Verlust erleiden. Der Staat (vertreten evtl. durch die Kommune) müsste sich aber bis zum Unmöglichen verschulden, sodaß seine finanzielle Handlungsfähigkeit z.B. was Sozialleistungen und die "Daseinsvorsorge" (z.B. Infrastruktur warten) angelangt, auf Jahrzehnte hinaus handlungsunfähig wäre.

Eigentlich müsste es von jenen, die "Enteignung" auf ihren Plakaten stehen haben, "Entschädigungslose Enteigung" als Forderung heißen. Als Kompromiß könnte man eine nur ganz geringe Entschädigung bezahlen, die sich an den Anschaffungskosten bei Erwerb der Immobilien vor 20 oder 30 Jahren orientiert.

Naja, alles nur ein Wunschtraum! - Die, die über den Boden hierzulande verfügen, werden alle rechtlichen, politischen und agitatorischen Mittel ausschöpfen, um nicht ohne Vorteil von der Bank zu fallen. Und die Gesetzgebung dieses Staates, der sich den Kapitalismus seit seiner Gründung als "sein" favorisiertes Wirtschaftssystem auf die Fahnen geschrieben hat, gibt auch alles her dafür, daß Immobilienenteignungen für den künftigen Besitzer (z.B. Genossenschaften) so teuer werden, daß sie letztlich nicht umsetzbar sein werden.
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(Autor unbekannt)

counselor

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Re: Die Wohnungsmieten sind zu teuer
« Antwort #107 am: 07:20:17 Mo. 01.November 2021 »
Diese "Enteignung" ist eigentlich eine Vergesellschaftung. Diese Vergesellschaftung der Berliner Wohnungen könnte den Staat bis zu 40 Milliarden Euro kosten.
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Kuddel

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Re: Die Wohnungsmieten sind zu teuer
« Antwort #108 am: 09:35:45 Mo. 01.November 2021 »
Das Problem einer (viel zu hohen) Entschädigung ist auch anderen schon aufgefallen:



Die Diskussion über dieses Thema muß weiter vorangetrieben werden!

Kuddel

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Re: Die Wohnungsmieten sind zu teuer
« Antwort #109 am: 07:50:48 Di. 21.Dezember 2021 »
Zitat
Jeden Monat 177 Euro ins Portemonnaie der Aktionäre

(...) Die Dividende ist trotzdem höher denn je. Es wurden immer noch drei Cent pro Aktie mehr ausgeschüttet als im Vorjahr. Insgesamt betrug die Dividendenausschüttung für das Jahr 2019 über 350 Millionen Euro. Das sind mehr als 2100 Euro je Wohnung. Anders ausgedrückt: Der durchschnittliche Deutsche-Wohnen-Mieter zahlt mit seiner Miete jeden Monat 177 Euro nur ins Portemonnaie der Aktionäre.
https://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm0121/alles-was-am-wohnungsmarkt-schief-laeuft-verkoerpert-die-deutsche-wohnen-anatomie-eines-immobiliengiganten-012114.htm#6-Jeden-Monat-177-Euro-ins-Portemonnaie-der-Aktionaere

Frauenpower

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Kuddel

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Re: Die Wohnungsmieten sind zu teuer
« Antwort #111 am: 13:56:22 Mi. 22.Dezember 2021 »

Frauenpower

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Re: Die Wohnungsmieten sind zu teuer
« Antwort #112 am: 18:34:26 Mi. 22.Dezember 2021 »
Googlet  mal SWSG Stuttgart (Städtische Wohnungdbaugesellschaft) . Der Aufsichtsrat ist vollgestopft mit Gruenen, CDU, Fdp und andere. Schon lange sind Mieterhoehungen im Gespraech. Die Linke Stuttgart schickte sogar einen Offenen Brief an die Gruenen.
Ueber einen langen Zeitraum gab es Proteste, Bemuehungen und Kundgebungen, zuletzt eine am 02.12.21. Die Linke im Einsatz gegen die Erhoehung.
https://www.stuttgart.die-linke-bw.de/start/meldungen-artikel/detail/news/nein-zu-mieterhoehungen-bei-der-swsg/


Es soll um 6% Erhoehung gehen. Und ist wohl beschlossene  Sache ab Juli 22.
https://www.stuttgarter-immobilienwelt.de/blog/mieterhoehungen-fuer-swsg-mieter-in-stuttgart-sind-beschlossene-sache/

Gruene stimmen mit fuer die Erhoehung
https://www.kontextwochenzeitung.de/wirtschaft/546/auf-kosten-der-mieter-7727.html

dagobert

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Re: Die Wohnungsmieten sind zu teuer
« Antwort #113 am: 02:39:10 Sa. 25.Dezember 2021 »
Diese "Enteignung" ist eigentlich eine Vergesellschaftung. Diese Vergesellschaftung der Berliner Wohnungen könnte den Staat bis zu 40 Milliarden Euro kosten.
Wenn die Cum-Ex-Milliarden konsequent eingetrieben werden, sollte das doch in etwa hinkommen.
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
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Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

tleary

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Re: Die Wohnungsmieten sind zu teuer
« Antwort #114 am: 19:31:10 Di. 28.Dezember 2021 »
Gegen eine entschädigungslose Enteignung hätte mit Sicherheit das Bundesverfassungsgericht etwas. - Die Spekulationsgewinne, die die Kapitaleigner (Wohneigentümer ganz allgemein, nicht nur die "großen") durch Nicht-Arbeit vom Volk ergaunert haben, würde ihnen in jedem Fall bei einer Entschädigung mit zugesprochen werden. Selbst wenn es irgendwann einmal zu Enteignungen käme, würden die Kapitaleigner ihren Profit behalten können. Dafür sorgt schon die Klassenjustiz dieses kap. Staates, das BVG.
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counselor

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Re: Die Wohnungsmieten sind zu teuer
« Antwort #115 am: 21:49:32 Di. 28.Dezember 2021 »
Zu einer entschädigungslosen Enteignung bräuchten wir eine andere Verfassung.
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Kuddel

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Re: Die Wohnungsmieten sind zu teuer
« Antwort #116 am: 22:07:40 Di. 28.Dezember 2021 »
Damals hat der DGB ihren Wohnungskonzern Neue Heimat dem Bäcker Horst Schiesser für 1 D-Mark verkauft.
Wir sollten der Deutschen Wohnen und Vonovia auch jeweils einen Euro zahlen, um die Form zu wahren und gut is.

dagobert

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Re: Die Wohnungsmieten sind zu teuer
« Antwort #117 am: 11:14:17 Mi. 29.Dezember 2021 »
Zu einer entschädigungslosen Enteignung bräuchten wir eine andere Verfassung.
Nicht zwangsläufig.
Eine andere Bundesregierung würde reichen. Eine wirklich andere.
Eine, die  Art. 14 (2) GG endlich eine echte Bedeutung verschafft und Enteignungen mit in den Sanktionskatalog des Strafgesetzbuchs aufnimmt.
Da, wo Gerichtsverfahren und Bußgelder nichts bringen, muss als weitere Sanktion eine entschädigungslose Enteignung möglich sein.

z.B.
- Vermieter, die ihre Mieter fortwährend über den Tisch ziehen (z.B. bei den Nebenkostenabrechnungen).
- Konzerne, die ihre Marktmacht missbrauchen, z.B. durch illegale Preisabsprachen mit den Mitbewerbern.
- Arbeitgeber, die Löhne nicht zahlen, fortgesetzt auf Arbeitssicherheit scheißen oder Betriebsratsgründungen verhindern.

Das können die alles nur solange treiben, wie man ihnen das Eigentum und damit ihre wirtschaftliche Macht lässt.
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Kuddel

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Re: Die Wohnungsmieten sind zu teuer
« Antwort #118 am: 11:48:09 Fr. 31.Dezember 2021 »

Kuddel

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Re: Die Wohnungsmieten sind zu teuer
« Antwort #119 am: 18:42:27 So. 02.Januar 2022 »
Zitat
Mieten in Hamburg explodieren – warum Tschentscher es gelassen sieht

Hamburg hat bei den Mieten den stärksten Anstieg seit rund 20 Jahren erlebt. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hält die Wohnungsbaustrategie des Senats dennoch nicht für gescheitert. Im Gegenteil.


Dem Mietenspiegel der Hansestadt zufolge ist die durchschnittliche Netto-Kaltmiete pro Quadratmeter zwischen 2017 und 2019 um 22 Cent oder 2,6 Prozent gestiegen, zwischen 2019 und 2021 kletterte sie um 63 Cent oder 7,3 Prozent auf 9,29 Euro.
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