Autor Thema: Selbständig arbeiten und nicht alle relevanten Ausgaben angerechnet bekommen  (Gelesen 1209 mal)

Menschlich

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Hallo,

Fragen zu HartzIV und Selbständigkeit:

wie kann man Büromiete errechnen, Hier scheint es unterschiedliche Möglichkeiten zu geben. Das Finanzamt rechnet die Bürofläche in Relation zur Wohnungsfläche. Was wenn, wie in meinem Fall, die Obergrenze der Mietzahlung der ARGE mit meinem angerechneten Büromiete-Anteil zusammen, nicht die tatsächlichen Mietkosten deckt?

Jährlich habe ich ca. 600 € Kosten für Medikamente. Eine Befreiung greift hier nicht. Ohne Medizin wäre die Lebensqualität noch deutlich eingeschränkter, und ich wäre auch nicht arbeitsfähig. Der neue Fallmanager meint, es handle sich dabei nicht um betriebswirtschaftliche Ausgaben. Die frühere Fallmanagerin meinte ich solle Widerspruch einlegen, was ich tat. Keiine Antwort erhalten.

Kosten die auch im privaten Bereich anfallen, werden anteilsmäßig angerechnet, was auch okay ist. Doch wieviel Prozent sind hier jeweils bei Telefon  & Internet, Fahrtkosten usw. üblich?  Für Strom und Heizung (Nachtspeicheröfen) habe ich monatlich allein ca. 150 € zu bezahlen. Welchen Teil anerkennt die ARGE? Und wie will der Fallmanager genau die Kosten für den Nachttarif errechnen können, wenn ich keine festen Arbeitszeiten habe?

Die frühere  Fallmanagerin hatte mit dem Beginn von Einnahmen angefangen an die Vermieter nur noch das zu überweisen was sie bei den variierenden Einnahmen nicht in Abzug brachte. Parallel dazu kamen Rückzahlungsforderungen der ARGE. Dh. erstens bekamen die Vermieter die Miete stets nur noch im Nachhinein und zweitens mussten sie jedesmal den von der ARGE und mir überwiesenen Betrag addieren und auf Richtigkeit hin überprüfen. Sehr stressige Zeit, da Mietkündigung angedroht worden war.

Konkret wurde an meine Vermieter insgesamt über 500 € zu wenig bezahlt, was durch die chaotischen unterschiedlichen Zahlungen auch leicht machbar war. Desweiteren hatte ich nach meinen Berechnungen ca. 1500 € zu hohe Zahlungsrückforderungen.

Wie hoch waren die Freibeträge in 2007 und wie sind diese heute?

Finanziell in Monaten über die Runden zu kommen, in denen ich wenig verdiene, ist im Grunde nicht zu schaffen. Monatlich fehlen mir trotz Einnahmen ca. +/- 200 €, die mir von der ARGE nicht als Ausgabe komplett anerkannt werden (überhöhte Miete, Strom, Medikamente).

Unerträglich wird die Situation, wenn es fast gar keine Einnahmen gibt. Dann fehlen nicht nur eben besagte ca. 200 € sondern auch das Geld für weitere Betriebsausgaben und natürlich auch das Geld zum Lebensunterhalt.

Nun könnte ich in ein 1-Zimmer-Appartement umziehen; zu mehr reicht das Geld der ARGE hier nicht. Auch weiß ich nicht, ob ich überhaupt ein Zimmer bekäme...  Doch dann würde ich auch komplett resignieren, da ich aufgrund meiner Persönlichkeit und aus gesundheitlichen Gründen nur selbständig arbeiten kann. Außerdem habe ich in unmittelbarer Nähe einen Arzt der mich mit Medikamenten versorgt, wenn ich mal wieder pleite bin bzw. zu dem ich auch im Notfall an Wochenenden und Feiertagen kommen kann. Ein sehr sehr seltenes Exemplar Mensch und hier habe ich wirklich großes Glück. Doch das schränkt auch den Radius bei der Wohnungssuche ein.

Ich möchte mich wieder in die Selbständigkeit zurückarbeiten und es gab auch schon diverse Ansätze, doch kaum dass es anfing zu laufen, brach bislang immer wieder alles zusammen. Langsam geht mir allerdings auch die Energie aus. Jeden Monat die Panik wie über die Runden kommen; eine Grundversorgung ist trotz Arbeit durch Ausgaben die von der ARGE nicht anerkannt werden, nicht gewährleistet. Doch resignieren und bis an mein Lebensende HartzIV beziehen, das ist kein Leben für mich. Ich fühle mich ziemlich verzweifelt.

Wie kann ich es bewerkstelligen, dass die ARGE hier meine tatsächlichen Ausgaben (überhöhte Miete, Strom, Medikamente) anerkennt bzw. in einnahmeschwachen Monaten auch wenigstens die Kosten für Medikamente trägt?

Danke,
Menschlich