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Automatisierung in Briefzentren

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Kuddel:

--- Zitat ---Post modernisiert Bremer Briefzentrum
Von Matthias Lüdecke
Bremen. Die Deutsche Post investiert weiter in den Brief. Bis 2012 will sie alle Briefzentren in Deutschland mit neuen Anschriftenlesemaschinen ausrüsten. Bremen ist einer der ersten Standorte, an denen die Umstellung erfolgt ist. Hier stehen bereits fünf neue Maschinen, zwei weitere sollen im Sommer folgen. Gestern stellte die Post das neue Verfahren vor.

Dass die Zahl der versandten Briefe in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken ist, bestreitet selbst bei der Deutschen Post niemand. Die Konkurrenz durch neue Kommunikationsmittel wie die E-Mail ist groß. Und doch sagt Pressesprecherin Maike Wintjen: 'Der klassische Brief ist uns immer noch wichtig.' Man nehme die Herausforderung durch die neuen Kommunikationsmittel an, durch neue Geschäftsfelder wie den Internetbrief, der im Sommer eingeführt werden soll (wir berichteten), und eben dadurch, dass sie die Verteilnetze auf den neuesten Stand bringt. Nach und nach will die Post dazu die 82 Briefzentren in ganz Deutschland mit insgesamt 385 neuen Anschriftenlesemaschinen bestücken. 420 Millionen Euro wird sie das voraussichtlich kosten.

Neun Millionen Euro fließen allein in das Bremer Briefzentrum in der Nähe des Flughafens. Dort wurde bereits im vergangenen Juni mit dem schrittweisen Austausch der Maschinen begonnen - bei laufendem Betrieb, wie Petra Bartholomäus, am Standort Bremen zuständig für die Briefzentren und Filialen der Deutschen Post, bei der Präsentation der neuen Anlage berichtete.

Schneller und effizienter

Fünf neue Anschriftenlesemaschinen stehen nun also in Bremen, erstrecken sich über viele Meter in die Halle hinein. Hinter einer getönten Scheibe treibt ein Rad das Förderband an, Briefe jagen in rasender Geschwindigkeit durch die Anlage, so schnell, dass sie fast zu einem weißen Strich verschwimmen. Steht man vor der Maschine, sieht man die Briefe kaum, man sieht in erster Linie viele Fächer, in denen langsam aber stetig die Stapel mit Briefen wachsen. Ist ein Fach voll, kommt eine der beiden Mitarbeiterinnen, die an der Maschine arbeiten, und leert es in eine gelbe Kunststoffkiste.

128 solcher Fächer haben die neuen Maschinen. Sie sortierten die Briefe deutlich schneller und effizienter, erklärte Petra Bartholomäus. Denn vor der Modernisierung waren zwei Maschinen nötig, um die Briefe zu sortieren. Eine Maschine versah sie zunächst mit einem Barcode, eine andere sortierte sie schließlich. Die neue Anlage kann nun beides, und macht so aus zwei Arbeitsschritten einen. Die Zahl, die das vielleicht am besten verdeutlicht, ist die Zahl der Briefe, die eine solche Maschine pro Stunde sortieren kann: Waren es vorher 30000 Briefe, so sind es jetzt 41000.

Doch sind die neuen Maschinen nicht nur schneller und verbrauchen weniger Strom, wie die Post betont. Sie gehe mit den Briefen auch schonender um, sagte Bartholomäus, und die Beschädigungsquote sei ebenfalls niedriger, auch weil die neue Anlage dickere Briefe problemlos verarbeiten kann.

'Wir sind stolz darauf, einer der ersten Standorte zu sein, die mit der neuen Technik ausgerüstet werden', sagte Niederlassungsleiter Wolfgang Farwig. Es sei aber ein Schritt gewesen, der dringend nötig war. Beim Neubau des Briefzentrums Mitte der Neunziger Jahre seien Maschinen eingebaut worden, die zuvor schon an anderen Standorten gestanden hätten. Durch die Investition sei Bremen nun aber auf dem neuesten Stand der Technik. Ein zweiter Schritt soll ab Juni erfolgen. Dann werden in Bremen auch die Lesemaschinen für Groß- und Maxibriefe ausgetauscht.

Dass die neue Technik eine Gefahr für die 3400 Beschäftigten in Bremen sein könnte, von denen allein 370 im Briefzentrum arbeiten, dementierte Farwig. Gleichwohl räumte er ein, dass sich bei den Mitarbeitern die Frage durchaus ergeben habe, was angesichts der Kombination aus rückläufigem Briefgeschäft und der Anschaffung neuer, effizienterer Maschinen kein Wunder sei. Er sieht in dem Investment aber eher eine Stärkung des Standorts, ein Signal dafür, dass die Post hier bleiben wolle.

'Der Beschäftigungspakt, der betriebsbedingte Kündigungen bei der Post ausschließt, gilt', sagte auch Maike Wintjen. Wenn die Modernisierung der Anlage in letzter Konsequenz dazu führe, dass ein Teil der menschlichen Arbeitskraft eingespart werden könne, so solle dies sozialverträglich geschehen. Und dass dem so ist, bestreitet niemand bei der Post. Die Folgen sind aber eher indirekt und langfristig.

In Bremen etwa reagiere man auf die Effizienzsteigerung mit flexibleren Arbeitszeiten, Altersteilzeit, und indem man befristete Verträge nicht verlängert und Stellen nicht neu besetzt habe, erklärte Wolfgang Fahrig. Auch Versetzungen in andere Abteilungen habe es gegeben - nicht jedoch, und das betont er, Änderungskündigungen mit einer verminderten Stundenzahl. Die waren auch nicht nötig. 'Letztlich', sagte Farwig, 'traf uns diese Entwicklung ja nicht überraschend.'
--- Ende Zitat ---
http://www.weser-kurier.de/Artikel/Bremen/Wirtschaft/136252/Post+modernisiert+Bremer+Briefzentrum.html


In der Schweiz gibt es ähnliche Entwicklungen:
http://videoportal.sf.tv/video?id=33d2d334-f308-4add-9e9f-f3c1cafbf7b8

Kuddel:

--- Zitat ---Post geht ab – sogar schneller
VON MARTIN MÖNIKES
Langenfeld (RP) Im regionalen Briefverteilzentrum werden die Maschinen ausgetauscht. Die Nachfolgemodelle sollen 40 000 statt bisher 30 000 Sendungen pro Stunde sortieren. Personalabbau ist geplant – ohne betriebsbedingte Kündigungen.


420 Millionen Euro investiert die Deutsche Post nach eigenen Angaben bundesweit in neue, schnellere Sortiermaschinen. Neun Millionen Euro allein koste es, bis Ende 2012 im regionalen Briefverteilzentrum an der Elisabeth-Selbert-Straße die bisherigen Maschinen auszutauschen (Info). Die ersten zwei Maschinen für die Standard- und Kompaktbriefe wurden jetzt im laufenden Betrieb ausgetauscht, weitere sechs folgen bis zum Oktober; in 2011 und 2012 werden auch die bisherigen Großsortiermaschinen ersetzt.

Schneller, genauer, zuverlässiger

"Die neuen Maschinen sortieren 40 000 statt bisher 30 000 Sendungen pro Stunde", schwärmt Horst Grote, seit fünf Jahren Niederlassungsleiter im Langenfelder Zentrum, das für Post aus dem gesamten Kreis Mettmann, Düsseldorf und Meerbusch zuständig ist. "Dank neuer Software wird noch genauer und zuverlässiger sortiert." 95 Prozent der Anschriften sind nach Grotes Worten maschinenlesbar. Und auch in vielen Zweifelsfällen könne die Sendung in der Maschine bleiben. Über Video sichtbar gemacht werden von außen die nötigen Korrekturen für den Strichcode eingegeben, der die automatische Sortierung ermöglicht.
Info

Briefverteilzentrum

Das Briefverteilzentrum Langenfeld durchlaufen alle Sendungen, die aus den Postleitzahlbezirken mit den Anfangsziffern 40 und 42 kommen oder dorthin gehen: Düsseldorf, Kreis Mettmann und Meerbusch. In drei Schichten sortieren 500 Mitarbeiter, hinzu kommen Verwaltungsmitarbeiter für die Zentren Langenfeld und Mönchengladbach.

Die Bearbeitung der durchschnittlich drei Millionen Sendungen arbeitstäglich beginnt damit, dass in Bruchteilen einer Sekunde maschinell geprüft wird, ob bei der Anschrift Postleitzahl und Städtename zusammenpassen, und ob es die genannte Straße am Zielort wirklich gibt. "Die Schnelligkeit des Transports und die Zuverlässigkeit bei der Zustellung erfordern eine ständige Weiterentwicklung der Logistik", rechtfertigt Horst Grote den Millionenaufwand. Mehr als 94 Prozent der Sendungen sollen am nächsten Werktag ihre Empfänger in ganz Deutschland erreichen.

Wilfried Mooren ist Abteilungsleiter und Chef in der 16 000 Quadratmeter großen Verteilungshalle. Er freut sich im Interesse der pro Schicht 90 bis 150 Mitarbeiter, dass die neuen Siemens-Hightech-Maschinen deutlich leiser seien als die Sortierer aus den 1990er-Jahren – den Anfängen der automatischen Bearbeitung.


In der Gangfolge des Zustellers

Auch die Arbeitsplätze wurden ergonomischer eingerichtet. "Bisher mussten die Sendungen zwei Mal durch die Maschinen; jetzt können wir in einem einzigen Arbeitsgang nicht wie bisher nach 20 sondern sofort nach 128 Zielen sortieren", macht Mooren den Quantensprung deutlich. Die Sendungen für die einzelnen Orte in den Zustellbezirken der Leitzahlbereiche 40... und 42.... können jetzt schon in der Gangfolge des Zustellers sortiert werden. Die Investitionen müssen sich rechnen. Die Reduzierung des Stromverbrauchs um 22 Prozent ist Teil der Gegenrechnung, aber auch Teil des Klimaschutzprogramms der Deutschen Post ("GoGreen").

Personaleinsparungen sind das Ziel. Betriebsbedingte Kündigungen gebe es jedoch nicht, heißt es. Vielmehr vereinbarten Post und die Gewerkschaft Verdi tarifvertraglich flexiblere Arbeitszeiten und gelegentliche Zusatzschichten, um auch in Spitzenzeiten mit bis zu fünf Millionen Sendungen täglich auf "Abrufkräfte" verzichten zu können.

"Die übliche Fluktuation wird genügen", sagt Achim Gahr, Leiter der Düsseldorfer Post-Pressestelle . "Unsere Mitarbeiter müssen nicht befürchten, in andere Niederlassungen versetzt zu werden."
--- Ende Zitat ---
http://www.rp-online.de/duesseldorf/langenfeld/nachrichten/langenfeld/Post-geht-ab-sogar-schneller_aid_848114.html

Kuddel:

--- Zitat ---Neue Technik im Post-Briefzentrum Zwickau

Zwickau (dpa/sn) - Als letztes der fünf Briefzentren der Post in Sachsen bekommt heute (Donnerstag, 18 Uhr) der Standort Zwickau eine neue Sortiertechnik. Die Maschinen sollen am frühen Abend mit einem symbolischen Knopfdruck in Betrieb genommen werden. Nach Angaben der Post können sie Briefe schneller, genauer und effizienter sortieren als ihre Vorgängermodelle. Vor drei Wochen waren im Briefzentrum Ottendorf-Okrilla bei Dresden neue Maschinen in den Dienst gestellt worden. Leipzig, Chemnitz, Bautzen sind ebenfalls schon auf dem neuesten Stand. Die Post investiert bundesweit rund 420 Millionen Euro in ihre Briefzentren.
--- Ende Zitat ---
http://www.bild.de/BILD/regional/dresden/dpa/2010/09/30/neue-technik-im-postbriefzentrum-zwickau.html

Kuddel:

--- Zitat ---«Distrinova» verkommt bei den Pöstlern zum Reizwort. Sie befürchten wegen der neuen Sortiermaschinen, welche die Post testet, einen Kahlschlag. Briefpostchef Ulrich Hurni bleibt hart, er will das neue System einführen.
--- Ende Zitat ---
http://www.bernerzeitung.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Protest-beeindruckt-die-Post-nicht/story/10343189#kommentar

Kuddel:

--- Zitat ---Sortiermaschinen-Hersteller
Das Briefträger-Paradoxon

Weltweit sinkt die Zahl der Briefsendungen rasant. Doch Hersteller von Sortiermaschinen kann das kaltlassen. Sie sind gefragter denn je. von Michelle Röttger

Eine gelbe Kiste nach der anderen schiebt sich über die Förderbänder - wie kleine, gelbe Autos in dichtem Verkehr. Statt Motorenlärm ist aber nur das leise Klackern der Förderrollen zu hören. Mehr als 40 Maschinen ordnen im Hamburger Briefzentrum der Deutschen Post  das Durcheinander von Briefen, Postkarten und Werbung, das aus der ganzen Stadt angekarrt wird. Ganz neu dabei ist die Großbriefsortieranlage (GSA): Als erste kann sie große Sendungen so ordnen, dass in der Postkiste am Ende der Förderschlange ein sauberer Stapel herauskommt - genau in der Reihenfolge der Hausnummern und Straßen auf der täglichen Runde des Briefträgers. Kein Handsortieren, kein Rumsuchen, alles ordentlich gepackt - und das für jeden Boten der Bundesrepublik.

Dabei haben die Zusteller immer weniger zu tun: E-Mails und digitale Formate machen Briefe verzichtbar. Damit das schrumpfende Geschäft trotzdem rentabel bleibt, setzen Postdienstleister auf moderne Technik. Sie investieren Milliarden in neue Sortieranlagen. Obwohl das Briefgeschäft weltweit jedes Jahr um zwei Prozent zurückgeht, gleichen die Anlagen ihre Anschaffungskosten durch Effizienzgewinne aus. "Paradoxerweise machen gerade Sendungsschwund und Kostendruck Investitionen in Sortieranlagen erforderlich. Die Postdienstleister können ihr Hauptgeschäft nicht dahinsiechen lassen", sagt Branchenkenner Alexander Dieke vom Beratungsunternehmen WIK.
70 Millionen Briefe werden hierzulande im Schnitt täglich verschickt. Die Erträge der Deutschen Post aus diesem Geschäft sanken zwar zuletzt durch Sonderbelastungen. Grundsätzlich blieben die Gewinne aus dem Briefgeschäft aber stabil. Nun sollen 385 neue Sortiermaschinen, die die Post bis 2012 für 420 Mio. Euro anschafft, das Briefgeschäft noch über Jahre profitabel halten.

Schon heute laufen mehr als 90 Prozent der Arbeit in den Zentren automatisch. Anlagen wie die GSA perfektionieren das Sortieren immer weiter: Sie schafft 50.000 statt bisher 40.000 Briefe pro Stunde, hat eine bessere Handschriftenerkennung, verbraucht weniger Strom und macht weniger Fehler. In der Maschine tasten verschiedene Sensoren den Brief ab, und die Anlage erstellt statt eines Tinten-Barcodes einen elektronischen Fingerabdruck für jeden Brief. Er enthält die wichtigsten Daten - wo sich etwa Schriftzeichen und Briefmarke befinden. Auch die krakeligsten Handschriften entziffert die Maschine - mit 95 Prozent Erfolgsquote.

Bei größeren Unstimmigkeiten muss das Personal übernehmen. Kleinere Fehler wie falsche Straßen- oder Ortsnamen kann die Sortieranlage selbst erkennen. "Das nennen wir hier die zweite Chance für den Brief", sagt Abteilungsleiter Stefan Eckelmann. "Früher hatten wir hier in Hamburg drei Räume und 45 Mitarbeiter speziell für die Nachbearbeitung. Heute sind es im Schnitt noch drei Kräfte."
Trotzdem feilt Siemens  weiter an der Technik. Die nächste Anlagengeneration soll 98 Prozent der Briefe korrekt zuordnen, noch einmal 20 Prozent mehr abfertigen und alle Briefformate gemeinsam sortieren können. Die nötige Entwicklungsarbeit lohnt sich: Der Markt für Sortiermaschinen ist laut Universal Postal Union rund 1 Mrd. Dollar pro Jahr schwer. Siemens liefert seine Anlagen in 50 Länder und hat mit 35 Prozent den größten Anteil am Weltmarkt. Konkurrenten sind etwa der französische Mittelständler Solystic und asiatische Anbieter wie NEC  und Toshiba .

Dabei stellen kleine Nationen, Inseln oder Flächenstaaten jeweils ihre ganz eigenen Anforderungen an die Anlagen. US-Amerikaner ziehen etwa häufig um. Das marode Unternehmen US Postal investierte deshalb trotz Milliardenverlusten in die neueste Maschinengeneration - und spart dank des Nachsendesystems nun jeden Tag 1 Mio. Dollar.

Die Schweiz mit ihren Bergen, verzweigten Tälern und abgelegenen Dörfern dient dagegen als Testgebiet für ein völlig neues System: Der Kunde bekommt eine E-Mail mit einem Bild des ungeöffneten Umschlags. Er entscheidet dann, ob die Schweizerische Post ihn vernichten, klassisch zustellen oder den Briefinhalt einscannen soll. Durch die Technologie, die Siemens unter dem Namen Trust-Ebox vermarktet, sollen die Zustellkosten im ländlichen Raum auf ein Zehntel sinken.

Während die Ingenieure für alle Industrienationen in den kommenden zehn Jahren mit einer Erweiterung der digitalen Angebote rechnen, bauen Länder wie Kasachstan oder Russland gerade erst ihre Postnetze auf. Wie die Entwicklung dort weitergehen wird, ist noch völlig offen. "Einige Entwicklungsländer könnten die klassische Postzustellung auch - ähnlich wie manche Länder Festnetzanschlüsse - überspringen", sagt Stefan Keh, Leiter der Sparte Infrastructure Logistics bei Siemens.
Die letzten Sendungen verlassen derweil um 22 Uhr das Hamburger Briefzentrum. Aber nicht alle der gelben Postkisten werden danach den Weg zurück in die Sortieranlagen finden. Gegen private Sammelwut kommt auch moderne Technik nicht an.
--- Ende Zitat ---
http://www.ftd.de/unternehmen/handel-dienstleister/:sortiermaschinen-hersteller-das-brieftraeger-paradoxon/60040702.html?page=2

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